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Cold as Ice

von Magnolie
GeschichteDrama / P12 / Gen
01.10.2009
01.10.2009
1
471
 
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01.10.2009 471
 
Cold as Ice


Stille.
Verdammte, undurchdringliche Stille.
Was hätte er alles für einen leise piepsenden Monitor getan. In Krankenhäusern gab es doch immer Monitore, jeder verdammte Patient hatte so ein lautes, schreckliches Ding! Olivia auch, doch er hörte das Piepsen nicht.

Er konnte sie nicht mal atmen hören. Und er spürte auch keinerlei Wärme von ihr ausgehen.
Nur Eiseskälte, dabei war sie doch noch am Leben, nicht wahr? Sie würde doch wieder aufwachen. Sie musste wieder aufwachen! Sie konnte gar nicht nicht wieder aufwachen.
Peter Bishop warf erneut einen Blick auf Olivias leblosen Körper, in der Hoffnung sie hätte sich vielleicht geregt, doch sie lag genauso da wie noch vor Sekunden.

Er seufzte erneut resigniert und massierte sich die Schläfen.

‚Denk nach‘ dachte er ‚Denk nach!‘  doch ihm kam kein Gedanke, sein Kopf war leer.
„Was hast du da nur wieder angestellt Olivia?“ er nahm ihre Hand und drückte sie. „Was hast du da nur wieder angestellt...“

Er hatte es ja nicht mal kommen sehen. Natürlich hatte er ein seltsames Gefühl am Unfallort gehabt, für gewöhnlich war immer etwas faul, wenn er neben einem Autounfall stand, zumindest was das letzte Jahr anging.

Aber dass sie einfach so durch die Windschutzscheibe fliegen könnte, ohne eine Regung des verdammten Autos, das hätte er selbst nach einem Jahr in dieser Einheit nicht zu träumen gewagt.

Und hier lag sie nun, weil er nicht an sowas gedacht hatte, weil er sie alleine nach New York hatte fahren lassen, weil er zugestimmt hatte ihr zu helfen.

Er hätte es lassen sollen, vielleicht hätte sie dann jetzt einen neuen Freund, würde ihren einfachen Job machen, mit ihrer Nichte spielen, und er wäre vermutlich am anderen Ende der Welt und es wäre nie zu so einem Unfall gekommen.

Sie würde nicht wieder aufwachen. Sie würde lange, sehr lange schlafen, und irgendwann würde irgendwer, vermutlich sogar er selbst, verfügen, dass die lebenserhaltenden Maßnahmen abgestellt wurden, wenn Rachel es nicht tun würde.
Er küsste ihre kalte Hand.

Olivias Hände waren immer kalt. Schon oft, wenn sie sich zufällig berührten oder umarmten hatte er diese Kälte gespürt. Eine Kälte, die ihm so gut tat.
Seine Olivia war wundervoll kalt, aber sie hatte ein warmes Herz. Und ihr Lächeln verdrängte all die Kälte, die ihr im Moment zuvor noch gespürt hatte.

„Mr. Bishop? Möchten sie wirklich nichts zu essen oder zu trinken? Sie sind schon seit Stunden bei ihr.“
„Entschuldigen sie, wie viel Uhr ist es?“
„Es ist gleich halb zwei, haben sie das nicht bemerkt?“
Peter sah zur Uhr. Er hatte vier Stunden einfach so dagesessen.
„Nein danke.“ Sagte er leise und schickte die Schwester wieder weg.

Er würde hier verweilen bis jemand ihn von ihrem Bett wegzerrte. Er würde bei ihr sein, immer, egal was passieren würde. Ganz egal. So wie sie es auch für ihn getan hätte.
 
 
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