Jemand der mal fliegen wollte

GeschichteParodie / P12
16.09.2009
16.09.2009
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Es war einmal....ein Junge der einen Traum hatte.

Nicht so einen Traum wie jeder andere, es war vielmehr ein Wunsch, eine Hoffnung und vielleicht auch seine Zukunft.
Er träumte davon ein einziges, nur ein einziges mal fliegen zu können.
Es war ihm egal ob er Fallschirm gesprungen wäre oder einfach aus dem Flugzeug gefallen wäre. Würde er doch nur einmal das Gefühle haben das alles an ihm vorüber zog.

Doch nur einmal...ein einziges mal.

Ein EINZIGES mal.

Nur ein ... wirklich nur EIN EINZIGES  verdammtes  MAL!!

Er wollte so sehr seinen Wunsch erfüllt haben. Ein einziges mal seine Arme auszubreiten und sich einfach nur fallen zu lassen. Den Wind in seinem Haar spüren wenn er während des freien Falls nichts mehr hören könnte und nur noch ein Rauschen in seinem Innern da war.

"Hast du noch nicht genug, Kleiner!?"
Diese Stimme schnitt ihm den Atem ab, genauso wie die harten Tritte und Schläge die immer wieder in seiner Bauchgegend und weiter darunter einen Platz fanden. Zusammengekauert lag er am Boden der Bahnhoftoilette und wimmerte vor sich hin, die Schmerzen einfach annehmend.
Schüchtern sah er an der großen düsteren Gestalt empor. Sie war so weit oben... Als würde er am Himmel sein und ... Fliegen!

Aber er wollte doch auch einmal fliegen... nur ein einziges Mal ganz weit oben sein und ...

Er streckte seine Hand aus und stellte kurz danach fest das sie zertreten wurde. Ein schwarzer Stiefel stand da einfach auf seiner Hand. Er hörte etwas brechen und auf den Fliesen breitete sich eine kleine Blutlache aus, das rote Rinnsal zerfloss zwischen den Fugen.

Müde schloss er seine Augen und wie ein Nachthimmel breitete sich die Schwärze aus.

Mit einem mal, ganz plötzlich, wäre er noch am atmen, hätte er es gestoppt, waren all seine Pein wie aufgelöst.

Endlich... er flog. Er flog ganz ganz weit nach oben immer höher, immer weiter. Jeder Meter denn er zurücklag war eine Erleichterung. Jeder Muskel entspannte sich. Die Kälte die eben noch in seinem Herzen war, verwandelte sich in wohlige Wärme.

Ebenso, noch nicht einmal für ihm eine Sekunde danach, tauschten seine Gefühle wieder.
Die Last beschwerte sich auf seine Schulter, den Kopf und seine Hand. Und da war sie auch wieder, diese Kälte. Er fiel nicht mehr, spürte nicht mehr den Wind in seinem Haar. Er lag einfach da, träge und schlaff.

Er fühlte sich wie Ikarus, der so nahe an seinem Wunsch war, aber dennoch feststelllen musste, das es nicht so sein sollte.

Er blinzelte.
"Sind sie ein Engel?", fragte er ohne den Anschein wer vor ihm stand. Der Weißgekleidete ging auf ihn zu und überprüfte lächelnd sein Gesicht.

"Sie waren zwei Wochen lang im Koma..."
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