Der Schatz im Lazy Town See

GeschichteHumor / P6
Freddie Faulig Sportacus Stephanie
13.09.2009
09.11.2009
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Es war ein heißer Augusttag in Lazy Town. Kaum waren die Kinder aufgestanden, da wussten sie schon, was sie am liebsten tun wollten: Schwimmen gehen! Und das taten sie auch, nur leider im Hallenbad. Das Freibad war wegen Renovierungsarbeiten geschlossen und so bot sich ihnen keine andere Möglichkeit. „Ich kann mich nicht erinnern, dass es jemals offen gewesen wäre“, grübelte Ziggy, als er mit seinen Freunden auf dem Treffpunkt zusammenstand. „Kein Wunder“, sagte Trixie. „Das Freibad war schon zu, bevor du überhaupt geboren wurdest. Aber renoviert worden ist es nie, weil niemand Geld dafür hat.“
„Aber ich will nicht wieder ins Hallenbad“, klagte Stephanie. „Im Winter ist es ja in Ordnung, aber im Sommer möchte ich draußen schwimmen gehen.“
„Da hilft kein jammern, Pinkie. Es sei denn, du tust etwas dagegen.“
Stephanie verstand den Wink und seufzte laut. „Du weißt doch genau, dass mein Onkel es nie erlauben würde. Ihr alle wisst es. Wir dürfen nun mal nicht im See schwimmen, jedenfalls nicht alleine. Aber mein Onkel traut sich nicht mitzukommen, weil er kein besonders schneller und guter Schwimmer ist. Im Notfall könnte er nicht helfen.“
„Aber dafür haben wir doch Sportacus“, sagte Pixel.
„Ja, aber selbst wenn Sportacus mitkommen würde, hat er Angst. Mein Onkel meint nämlich, dass man spielende Kinder im See keine Sekunde aus den Augen lassen darf. Und wenn Sportacus in die Stadt muss, um jemanden zu retten und uns dann alleine lassen muss...“ Trixie verdrehte die Augen und seufzte. „Dann lässt er uns mal eben alleine, wir sind doch keine kleinen Kinder mehr!“
„Ja, wir nicht“, sagte Pixel flüsternd und versuchte möglichst unauffällig auf Ziggy zu deuten. Er war nämlich der Einzige im Freundeskreis, der das Schwimmen gerade erst erlernte. Da verstand es sich von selbst, dass das Risiko einfach zu groß war. „Ich weiß gar nicht, warum wir jedesmal dieses Thema anschneiden“, sprach Meini gelangweilt. „Es geht eben nicht. Daran gibt es nichts zu rütteln.“
„Ziggy, du musst schwimmen lernen!“, beharrte Trixie. „Der Sommer ist schon fast vorbei und du kannst es immer noch nicht!“
„Ich versuche es ja! Aber ich schaffe es einfach nicht, die Arme und Beine so zu bewegen, dass ich  schwimmen kann.“ Trixie setzte ihre rote Schwimmtasche auf dem Boden ab. „Also ich habe auch keine Lust, ständig im ollen Hallenbad meine Runden zu drehen. Wir müssen etwas tun! Wir müssen den Bürgermeister und Sportacus fragen.“
„Wenn Herr Meintsgut „nein“ sagt, dann wird auch Sportacus nichts machen können“, sagte Pixel. Trixie lächelte ein wenig verschmitzt. „Tja, dann machen wir das eben so: Wir lassen den Bürgermeister in dem Glauben, dass wir im Hallenbad sind. Dann gehen wir zu Sportacus und sagen ihm, der Bürgermeister hätte uns erlaubt, an den See zu gehen. Sportacus kommt mit und passt auf uns auf, wir planschen im See und alles ist gut!“

Stephanie stellte ebenfalls ihre Schwimmtasche ab. Sie stützte ihre Arme in die Hüften und sah Trixie ziemlich ärgerlich an. „Du findest wirklich, dass das eine gute Idee wäre? Also sollen wir meinem Onkel und Sportacus ins Gesicht lügen, damit wir unseren Spaß haben?“
„Ääämmm....“, machte Trixie verlegen, „naja, einen Versuch wäre es doch wert, oder? Okay, okay, seht mich nicht so an! Vergesst, was ich gesagt habe!“
„Also schön“, seufzte Pixel. „Auf ins Hallenbad.“ Dort angekommen wurden die Kinder jedoch enttäuscht. Ein großer Zettel klebte an der Eingangstür und darauf war zu lesen....
„Geschlossen! Wegen Renovierung!“ Die Kinder konnten es nicht fassen.
„Das einzige Hallenbad von Lazy Town!“, rief Trixie entrüstet. „Den restlichen Sommer können wir vergessen! Überhaupt können wir jeden Sommer vergessen! Wenn die Renovierung genauso lange dauert wie beim Freibad...“ Nur wenige Sekunden und Sportacus traf ein. Die Kinder schenkten ihm fast keine Beachtung, weil sie ihr Unglück noch immer nicht begreifen konnten. „Dann hat mich mein Kristall also nicht getrügt. Hier scheint es ja große Probleme zu geben.“
„Lies selbst“, sagte Trixie.
„Den Sommer können wir abschreiben“, meinte Pixel. Das nächste Hallen – und Freibad ist in der Großstadt, also viel zu weit weg.“
„Und zu teuer“, warf Stephanie ein.
„Ja, aber dafür soll es tolle Rutschen und ein Wellenbad geben !“, rief Meini schwärmerisch.
„Also mir würde schon ein oller Swimmingpool reichen“, sagte Ziggy traurig.
„Du kannst ja wohl nicht meckern. Für dich reicht doch auch ein Planschbecken im Vorgarten.“
„Ich bin doch kein Baby mehr“, maulte er Trixie an.
„Hey, ich hab 'ne Idee!“, rief sie plötzlich. Die Kinder sahen sie skeptisch an. „Noch eine? Deine erste war ja nicht besonders gut“, sagte Stephanie.
„Meini, was hälst du von einer Poolparty?“
„Davon halte ich eine Menge! Wo soll die stattfinden?“
„Na bei dir!“
„W – w – wa...! Ich habe doch überhaupt keinen Swimmingpool!“
„Wie, du hast keinen?!“, fragte Ziggy entsetzt. „Du hast doch sonst immer alles!“
„Ich hätte einen haben können. Aber ich konnte mich bisher nie entscheiden, wie groß er werden soll. Und Schweini auch nicht.“
„Dann entscheide dich jetzt und lass dir einen bauen! Meini, wozu hast du denn Geld? Frage deine Eltern, baue den Pool und lade uns ein! Schon nächste Woche könnten wir feiern!“
„Hm, ich fürchte die Party könnt ihr vergessen. Meine Eltern wollen ihre Ruhe haben. Die laden höchstens ihre reichen Verwandten ein.“
„So“, sagte Trixie spöttisch, „also bloß die Verwandtschaft? Bist du eigentlich sicher, dass ihr nicht mit Freddie Faulig verwandt seid? Deine Eltern scheinen Kinder genauso wenig zu mögen wie er.“
„Meine Eltern mögen Kinder“, sagte Meini, „und zwar welche, die wohlerzogen sind!“
„Streitet euch doch nicht“, bat Sportacus.
„Aber was sollen wir denn machen? Stephanies Onkel ist genauso stur!“
„Er ist nicht stur, Trixie. Er macht sich nur Sorgen. Und ihr kennt doch die Geschichte, die er uns  erzählt hat. Damals ist ein Junge im Lazy Town See beinahe ertrunken.“
„Wirklich?“, fragte Sportacus erschrocken. „Davon weiß ich ja gar nichts.“
„Das kannst du auch nicht wissen, weil das vor vielen Jahren passiert ist“, erklärte Stephanie. „Damals war mein Onkel selbst noch sehr jung und es gab überhaupt keinen Helden in unserer Stadt. Weder du noch die Nr. 9. Der Junge wurde zwar gerettet, aber seitdem ist es verboten im See zu schwimmen.“ Sportacus nickte. „Ja, das es verboten ist, weiß ich wohl.“
„Tja, das gilt mal wieder nur für uns Kinder. Für die Erwachsenen....“
„...Gilt es genauso, Trixie“, fiel Stephanie ihrer Freundin ins Wort. „Auch wenn es Leute gibt, die  das Verbot missachten. Mein Onkel will einfach nicht, dass im See geschwommen wird.“ Wieder nickte Sportacus zustimmend. „Da hat Stephanie recht.
„Aber da ist kein Verbotsschild“, sagte Trixie. „Dann ist es doch kein Wunder, wenn die Leute schwimmen gehen.“
„Es stand ja mal eines dort“, sagte Sportacus. „Aber jemand hat es entfernt. Das ist leider schon häufiger vorgekommen.“
„Ja“, sagte Stephanie. „Aber weißt du, es gibt eine Möglichkeit, dass man uns das Schwimmen doch noch erlauben könnte. Jemand müsste uns beaufsichtigen. Aber genau daran fehlt es.“
„Weil es niemand tun will“, klagte Pixel. „Der Bürgermeister ist als Bademeister nicht geeignet, jedenfalls sagt er das. Und er meint, selbst du könntest nicht immer auf uns achten, weil du als Superheld nicht ständig bei uns sein kannst.“
„Ja, wenn dein Kristall piept und du in die Stadt musst...weißt du, es ist vor allem wegen Ziggy. Er kann nicht schwimmen“, setzte Stephanie hinzu.
„Verstehe“, sagte Sportacus und zwirbelte nachdenklich seine linke Bartspitze. „Das ist in der Tat ein großes Problem.“
„Aber wo sollen wir denn sonst hin?“, fragte Stephanie.
„Kannst du nicht wenigsten ein kleines Freibad bauen lassen?“, fragte Ziggy seinen reichen Freund. „Oder lass doch dieses hier renovieren!“
„Jetzt hört doch bitte auf, mit meinem Geld zu planen. Ich kann doch auch nichts dafür, dass das Bad geschlossen ist! Und selbst wenn ich ein Freibad bauen ließe, diesen Sommer würde es sowieso nicht rechtzeitig fertig werden. Aber die Idee ist gut, das muss ich zugeben.“
„Was meinst du denn, Sportacus?“, wollte Stephanie wissen.
„Wir müssen ja nicht den ganzen See zum schwimmen nutzent“, sagte Pixel. "Die tiefen Stellen werden wir meiden."
„Das wäre eine Idee“, sprach Sportacus. „Ich könnte den See vom Ufer aus abmessen und dort, wo es anfängt tief zu werden, absperren. Aber wegen Ziggy...“ Sportacus sah den Kleinen nachdenklich an. „Eigentlich hat Herr Meintsgut recht. Wenn ich mal nicht da bin und ihm passiert etwas...ich kann nicht an zwei Orten gleichzeitig sein.“
„Aber wir könnten doch auf ihn aufpassen, wenn du mal weg bist“, schlug Pixel vor.
„Das glaube ich euch wohl, aber das geht leider auch nicht. Es kann immer mal passieren, dass einer von euch unachtsam ist. Schließlich wollt ihr doch im Wasser spielen und Spaß haben.“
„Wir können Ziggy auch ein Planschbecken hinstellen, und zwar weitab vom See!“, schlug Trixie nun vor. „Ich fürchte, das ist auch keine gute Idee“, meinte Sportacus. „Vor allem nicht für Ziggy.“ Er hörte den kleinen Jungen laut seufzen.
„Toll, alles nur wegen mir“, sagte der Junge kleinlaut. „Ich verderbe euch wirklich immer nur den ganzen Spaß.“
„Das ist nicht wahr, Ziggy“, sagte Sportacus. „Es geht auch nicht nur um dich, sondern um euch alle. Jedem von euch kann etwas zustoßen. Wir bräuchten mindestens zwei Leute, die auf euch aufpassen.“ Stephanie kam eine Idee. „Vielleicht kann uns Senta helfen.“
„Das wäre okay, falls sie schwimmen kann“, sagte Sportacus.
„Wenn nicht, musst du es ihr halt beibringen. Und Ziggy kannst du es auch beibringen.“
„Ich werde den Bürgermeister und Senta fragen, was sie davon halten. Wenn sie „nein“ sagen, dann müsst ihr mir aber versprechen, nicht traurig oder wütend zu sein. Dann müssen wir uns etwas anderes ausdenken. Und wenn sie einverstanden sind,“, meinte Sportacus, „dann dürft ihr auch nicht ungeduldig werden. Ich muss Senta erst testen, ob sie eine gute Bademeisterin abgibt.“
„Versprochen!“, sagten die Kinder. Für den Rest des Tages suchten sich die Kinder einen kühlen und schattigen Platz aus und machten ein kleines Picknick, während Sportacus mit Herrn Meintsgut und Frau Senfdazu im Rathaus über die Sache sprach. Der Bürgermeister war einverstanden, nur Senta war anfangs im Zweifel. „Ich kann zwar schwimmen“, meinte sie, „aber nicht mehr so schnell und so gut wie damals. Ob ich das wohl schaffe?“
Während sie überlegte, verschaffte sie sich mit ihrem Fächer rasche Kühlung.

„Übrigens habe ich das Schwimmen erst als junges Mädchen gelernt, und zwar durch diesen gutaussehenden Bademeister. Wie hieß der nur?“
„Schorsch Schwimmtdavon“, half Meintsgut ihr auf die Sprünge und machte dabei ein etwas mürrisches Gesicht.
„Stimmt! Das Sie das noch wissen, Meinhard?“
„Das Sie das vergessen konnten, wo er doch immer so außerordentlich höflich zu Ihnen war“, bemerkte Meinhard staubtrocken.
„Ja, das war er wirklich. Und er hatte eine Engelsgeduld mit mir. Was aus ihm wohl geworden ist?“
„Er ist zu viel Geld gekommen und sitzt auf einer Insel in der Südsee.“ Sentas Augen leuchteten auf und sie wedelte noch schneller mit ihrem Fächer. „Ja wirklich, Meinhard?“
„Ja wirklich. Und er hat ein großes Haus gekauft und eine Yacht besitzt er auch.“
„Ohhh! Er kann sich wirklich glücklich schätzen!“
„Ja, er kann nicht klagen. Seine Frau und seine vier Kinder übrigens auch nicht!“ Senta erstarrte. „Ohhh“, seufzte sie, aber diesmal vor Enttäuschung. Sportacus stand noch immer im Raum und wartete geduldig auf eine Antwort. „Ich kann also mit Ihnen rechnen, Frau Senfdazu?“
„Ja, das können Sie“, sagte Senta, wenn auch ein wenig traurig.
„In Ordnung“, sagte Sportacus und lief hinaus. Im Büro war es sehr still geworden. Der Bürgermeister kramte in den Schubladen nach seinen Akten. Nach einer Weile sagte er:
„Schorsch hat ganz schön viel Glück gehabt. So manch anderer hat nicht soviel Glück im Leben. Wussten Sie, dass ich schon seit Jahren für ein neues Boot spare? Aber immer kommt irgendwas dazwischen. Letztes Jahr ist der Ofen kaputt gegangen und davor musste ich das Dach reparieren lassen. Ich habe nur meinen alten kleinen Kahn, aber der hält bis jetzt noch.“
„Ach wissen Sie...so wichtig ist mir das auch wieder nicht“, sagte Senta. Sie merkte endlich, dass sie in ein großes Fettnäpfchen getreten war.
„Und in den Süden werde ich so schnell auch nicht kommen“, sagte Meinhard.
„Da ist es mir auch zu sonnig. Ich muss hier schon aufpassen, dass ich keinen ausgewachsenen Sonnenbrand bekomme. Hätten Sie denn Lust, mit mir irgendwann eine kleine Bootsfahrt zu machen?“
„Wenn es Sie nicht stört, dass mein Kahn keine Luxusyacht ist und wenn Ihnen der kleine See ausreicht.“
„Das alles reicht mir vollkommen.“
„Wir könnten auf Ihren Erfolg anstoßen. Ich meine, wenn Sie erst einmal Bademeisterin sind.“
„Das wäre wundervoll!“
„Ich muss allerdings genau überprüfen, ob der Kahn noch seetüchtig ist. Ich bin schon eine Weile nicht mehr damit gefahren.“
„Ach, und wenn nicht, dann macht es doch nichts“, sagte Senta lachend. „Was kann mit einer Bademeisterin an Bord schon passieren?“ In der Tat war Senta jetzt sehr zuversichtlich. Gleich am nächsten Tag, nach Feierabend, kam sie mit Sportacus an den See. Aber bevor der Schwimmunterricht begann, mussten erst einige Vorbereitungen getroffen werden. Senta brachte für sich einen Liegestuhl und einen Sonnenschirm mit. Und sie hatte an noch etwas gedacht: An eine Umkleidekabine. Dies war schließlich das Wichtigste. Sportacus musste staunen, als er das schmucke kleine Häuschen erblickte. „Richtig geschmackvoll, nicht?“, meinte Senta. „Das ist ein Designermodell!“ Sportacus nickte. „Ja, das sieht sehr hübsch aus. Sie denken wirklich an alles, Frau Senfdazu!“

Nach drei Tagen wollten die Kinder aber nun doch wissen, wie sich Senta machte. „Ich bin sehr zufrieden“, sagte Sportacus. „Das Schwimmen liegt ihr. Wenn sie so weitermacht, wird sie die Prüfung bestehen.“
„Du machst eine Prüfung mit ihr? Aber du wirst es ihr doch nicht zu schwer machen?“
„Ich werde es ihr so schwer machen wie es nötig ist, Stephanie. Sie muss im Notfall tauchen können und Menschenleben retten. Also wird sie Erste Hilfe auch noch lernen.“
„Ach Gottchen, ach Gottchen!“, jammerte der Bürgermeister. „Das ist aber ganz schön viel auf einmal! Die arme Senta!“
„Sie wird es schaffen und wir haben auch noch genug Zeit. Ich sagte euch ja, Freunde, dass ihr geduldig sein müsst. Es wäre ein Fehler, wenn ich alles auf einmal in so kurzer Zeit durchziehen würde. Damit würde ich Senta keinen Gefallen tun und euch auch nicht.“
„Sie haben recht, Sportacus. Die Sicherheit geht vor. Ach Gottchen! Und wie steht es um den kleinen Ziggy? Kann er schon schwimmen?“
„Noch nicht, aber auch das braucht seine Zeit“, sagte Sportacus. Meinhard kam nicht umhin, diesen Mann aufs neue zu bewundern: Senta würde mit dem Superhelden bald die Aufsicht über den Lazy Town See haben und im Notfall Leute retten können, und der kleine Ziggy würde mit Sicherheit bald schwimmen können!

Senta erlernte die kommenden Lektionen wirklich sehr zügig und schon nach fast zwei Wochen war es soweit: Sie hatte die Prüfung bestanden! Sportacus überreichte ihr ein goldenes Abzeichen, dass sie am Abend ihren Freunden zeigte. Alle gratulierten. Alle, außer Ziggy. Denn er war sehr niedergeschlagen, weil ihm das Schwimmen immer noch sehr schwer fiel. „Darf ich etwa nicht an den See?“, fragte er ganz geknickt Senta Senfdazu. „Jetzt, wo wir immer auf euch aufpassen können, darfst du ruhig. Aber nur dort, wo es für dich nicht zu tief ist“, erklärte sie. „Aha“, machte Ziggy. Das bedeutete für ihn also, dass er wieder mal nicht dorthin durfte, wo all die anderen Kinder ihren Spaß hatten. Schon am nächsten Morgen um zehn Uhr trafen sich die Kinder mit Sportacus und Senta am See. Es war glücklicherweise Wochenende, so dass Frau Senfdazu viel Zeit aufbringen konnte. Unter der Woche konnte sie nämlich erst nach Feierabend an den See, aber das war für die Kinder nicht so schlimm. Wenigstens hatten sie überhaupt die Möglichkeit zum schwimmen, aber am Wochenende konnten sie das so richtig auskosten. Nur gab es ein kleines Problem... „Wo hast du denn deine Schwimmflügel?“, wollte Meini von Ziggy wissen.
„Oh – vergessen“, schwindelte Ziggy. „Sowas dummes. Jetzt muss ich es ohne Schwimmflügel versuchen. Ich bin sogar sicher, dass ich es ohne sie viel besser kann.“
„So weit kommt's noch!“, tadelte Meini. „Dann musst du eben nach Hause gehen und sie holen!  Ohne Schwimmflügel wird nicht geschwommen!“
„Ihr habt doch alle keine an!“
„Ziggy, wir können schwimmen!“
„Nana“, machte Senta und ging auf die Zwei zu. „Was habt ihr denn für Problemchen? Ziggy, wo sind deine...“
„Schwimmflügel? Leider vergessen“, sagte Ziggy und bekam jetzt doch rote Wangen. Aber das Problem war in kurzer Zeit gelöst, denn Sportacus hatte in seinem Luftschiff wieder einmal das Passende. Traurig nahm Ziggy die Schwimmflügel entgegen. Wenn er sah, wie seine Freunde umherschwammen und tauchten, dann wurde sein kleines Herzchen richtig schwer. Doch einige Meter vom Ufer entfernt war ein gelbes, schwimmendes Absperrband quer über das Wasser gespannt, und das war für ihn eine Warnung. Sportacus hatte den See nämlich in drei Bereiche unterteilt. Der erste Bereich war für die Nichtschwimmer, der zweite natürlich für die Schwimmer und der dritte war gänzlich tabu und daran hatten sich alle zu halten, denn dort begann der See wirklich tief zu werden. Zwischen den Bereichen war aber noch soviel „Luft“, dass ein Nichtschwimmer nicht sofort ins tiefe Wasser plumpste, wenn er dem zweiten Bereich zu nahe kam.
Ziggy planschte eine Weile lustlos im Wasser herum, bis er es erneut mit seinen Schwimmversuchen probieren wollte. Er wusste ganz genau was er tun musste, aber trotzdem wollte es einfach nicht klappen.

Es war zum verrückt werden. Warum konnten es die anderen und er nicht? Nach ein paar Minuten gab er es auf und ging aus dem Wasser. Er setzte sich auf sein Strandtuch und sah zu, wie die anderen Wasserball spielten. Sportacus hatte seinen Freund sehr wohl beobachtet und wollte auf ihn zugehen, aber auch Meini hatte gesehen wie er sich entfernt hatte. „Wir haben ihn wieder mal vergessen“, sagte er. In dem Moment traf ihn der große rote Wasserball am Kopf. „Hoppla, tut mir leid!“, entschuldigte sich Pixel. „Wen haben wir vergessen?“
„Unseren Kleinen.“
„Wir sollten näher ans Ufer, damit Ziggy mitspielen kann“, schlug Stephanie vor. Das taten sie und Meini überredete ihren jungen Freund. „Sei nicht traurig, du wirst es eines Tages lernen“, sagte Meini zu ihm, „und das geschieht meistens dann, wenn man es gar nicht erwartet. Also denk jetzt nicht daran und hab Spaß mit uns!“ Sportacus lächelte den Kindern zu, die jetzt wieder in Eintracht zusammen spielten. Jetzt kam auch der Bürgermeister. Weil es sehr warm war, hatte er Schlips, Weste und Jacke natürlich zu Hause gelassen. Seine Hemdsärmel hatte er hochgekrempelt und einen Kragenknopf geöffnet. Und er hatte einen Regenschirm aufgespannt! „Ich glaube, jetzt hat er einen Sonnenstich“, bemerkte Trixie.
„Falls ihr euch wundert, Kinder, den trage ich nur zum Schutz gegen die Sonne. Mein großer Sonnenschirm ist mir nämlich zu schwer, müsst ihr wissen.“
„Hätten Sie was gesagt, ich hätte Ihnen meinen geliehen“, sagte Senta. „Ich habe nämlich noch einen recht hübschen Zuhause. Ebenfalls von meinem Lieblingsdesigner und für Spaziergänge geeignet. Er ist nur etwas zu damenhaft für Sie, aber dafür hübscher als Ihr alter schwarzer Regenschirm.“ „Danke Senta, aber dieser Schirm genügt mir für unterwegs. Hauptsache ich werde nicht gestochen. Ich meine, Hauptsache ich bekommen keinen Stich. Ist denn hier alles in Ordnung?“
„Sie brauchen sich keine Gedanken zu machen. Senta und ich haben ein waches Auge.“
„Das ist sehr gut, Sportacus. Da bin ich ja beruhigt.“
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