Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Sleepover Club

GeschichteLiebesgeschichte / P12 / Gen
08.09.2009
05.04.2017
12
32.485
 
Alle Kapitel
43 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
05.04.2017 1.793
 
Das war einfach schrecklich. Einfach nur schrecklich. Lyndz ging in ihrem Zimmer auf und ab und dachte angestrengt nach. Etwas, das sie vor wenigen Stunden herausgefunden hatte, machte ihr wirklich zu schaffen…

Vorher…

„Hi Rosie!“ Lyndz begrüsste ihre Freundin mit einer Umarmung. „Ist echt lieb, dass du mir hilfst.“ Rosie lächelte: „das ist doch keine Frage. Ich helfe dir gerne, schliesslich mag ich ja Pferde..“ Lyndz sah sie ironisch an: „ach ja?“ Rosie musste lachen: „naja, es geht aber weil du’s bist.“ Lyndz machte eine Verbeugung: „Oooah, jetzt fühle ich mich echt geehrt.“ Die beiden mussten laut loslachen. Lyndz musste sich auf das Turnier vom Freitagabend vorbereiten, aber da sie nicht alleine zu ihrem Stall gehen und arbeiten wollte, hatte sie Rosie um Hilfe gebeten.
Diese hatte ihr nämlich vor längerer Zeit schon mal ihre Hilfe angeboten. Rosie konnte zwar nicht wirklich viel mit Pferden anfangen, aber ihrer Freundin half die Blonde gerne.
Also verbrachten die beiden den restlichen Nachmittag damit, Pferde zu bürsten und Ställe auszumisten. Natürlich machten sie auch noch anderes, aber die Zeit ging so schnell vorbei, dass sie es erst merkten, als es schon ein dunkelte. „Oh Lyndz.. ich glaube wir sollten uns mal auf den Heimweg machen.. oder nicht?“ Lyndz stellte die Mistgabel beiseite: „Du hast Recht.. es ist schon am Dämmern.“ Also machten sich die beiden Mädchen auf den Heimweg. Kurz vor Rosies Haus verabschiedeten sie sich voneinander und gemütlich schlurfte Lyndz Nachhause, als sie eine Stimme vernahm: „Lyndz?“ Sie sah auf und musterte ihren Bruder. „Michael?“ „Ich komme nicht ins Haus rein.. Ich hab‘ meinen Schlüssel verloren.“ Lyndz verkniff sich ein Lachen. „Och armer Mikeylein..“ „Kannst du mir deinen leihen?“ „Klar, aber wenn‘s dir nichts aus macht komme ich auch gleich mit Nachhause?“ Michael nickte. Nach einem Weilchen fragte er: „Du Lyndz? Kann ich dich was fragen?“ Sie sah ihn misstrauisch an: „Was hast du angestellt?“ „Ich wollte dich was über Rosie fragen..“ Spätestens jetzt hatte er ihr Interesse geweckt: „Rosie? Was ist mit ihr?“ Michael sah seine Schwester an: „Naja, weisst du.. es ist so.. ich.. du weisst schon, ich..“ „Michael, bitte sprich deutlich, ich kapier nicht worauf du hinaus willst?“ Und schon hatte er wieder den Mut verloren: „Ja, du bist ja mit ihr befreundet, könntest du ihr sagen, dass ich jetzt bereit bin, um mit ihr den Vortrag zu üben?“ Lyndz sah ihn entgeistert an: „Nein! Das kannst du gefälligst selbst tun!“ Sie boxte ihn in die Seite und er lachte auf, als er etwas bemerkte: „Hey Lin, seit wann gibt sich Frankie denn mit Ryan Scott ab?“ Lyndz sah in dieselbe Richtung wie Michael. Sie standen direkt vor Frankies Haus und konnten sehen, das Ryan sich mit Frankie unterhielt und wie die beiden schliesslich im Haus verschwanden. Lyndz zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung..“ Zusammen liefen sie weiter. Aber Lyndz fragte sich wirklich was zum Teufel Ryan Scott bei Frankie zu suchen hatte.  Sie sprachen nicht mehr viel und kurz bevor die beiden zu Hause ankamen fasste Lyndz den Entschluss, es herauszufinden. Sie wollte ihrer Freundin einen Besuch abstatten. „Hey Mikey, ich geh noch kurz weg. Hier.“ Geschickt warf sie ihm den Schlüssel zu und machte sich auf den Weg zurück zu Frankies Haus. Aber was sollte sie tun, wenn Ryan noch da war? Sie konnte ja schlecht einfach hineinplatzen und sagen: <Hey Frankie, ich wollte nur schnell fragen warum Ryan Scott hier ist?>. Und schliesslich, nach einem Weilchen, stand sie wieder vor Frankies Haus. Sollte sie wirklich einfach kurz vorbei gehen? Aber was war, wenn Ryan noch da war? Lyndz war eigentlich nicht der Typ, der jemanden ausspionierte, aber sie war einfach zu neugierig. Leise schlich sie hinters Haus und warf ganz vorsichtig einen Blick durch das Fenster. Sie konnte etwas erkennen. Da sass Frankie und neben ihr Ryan. Die beiden schienen sich zu unterhalten, aber es war schwer zu erkennen, da sie Ryan nur von hinten sah. Na Gott sei Dank, es war nur ein Gespräch unter Freunden, wahrscheinlich war er einfach gerade in der Gegend gewesen und hatte beschlossen, Frankie einen kleinen Freundlichkeitsbesuch abzustatten. Gerade als Lyndz sich abwenden wollte sah sie aus den Augenwinkeln, wie Frankie aufsprang. Heulte sie etwa? Ja! Sie hatte sich eindeutig etwas aus den Augen gewischt, aber wieso? Hatte Ryan ihr was Schlimmes erzählt? Jetzt stand auch er auf und ging auf Frankie zu.. oh nein, oh nein, oh nein.. Lyndz explodierte fast, nein Frankie tu das nicht! Hätte sie am liebsten geschrien. Lyndz presste die Lippen zusammen: und sie hatte es doch getan. Lyndz fluchte leise. Wenn das jemals jemand erfahren würde und mit jemandem meinte sie Fliss, dann gäbe es auf jeden Fall Tote. Lyndz erhob sich und schlurfte bedrückt nach Hause. Wie konnte Frankie nur so was tun?

Jetzt lief sie immer noch in ihrem Zimmer umher und dachte, dachte und dachte. Aber es kam ihr keine Lösung in den Sinn. „Scheisse!“ schrie sie und kickte ihren Wäschekorb um. Wenn das jemals jemand erfahren würde, dann wäre das das Ende des Sleepoverclubs. Fliss wäre sauer und würde bestimmt Rosie auf ihre Seite ziehen und Kenny würde dann zu Frankie halten. Und was sollte sie dann tun? Niedergeschlagen liess sie sich aufs Bett fallen. Nach einem Weilchen streckte Michael den Kopf zur Zimmertür rein: „Alles in Ordnung bei dir?“ Er schob die Tür auf und setzte sich aufs Bett. „Ja, alles Bestens.“ knurrte Lyndz ein wenig genervt ab dieser Frage. „Was hast du denn vorhin noch gemacht?“ „War bei Frankie.. naja, fast.“ Michael musterte seine Zwillingsschwester. Irgendwas musste sie bedrücken, so wie sie drauf war. „Habt ihr euch gestritten?“ Lyndz schüttelte den Kopf: „Nein.. es ist nichts..“ Michael dachte angestrengt nach. „War was mit Ryan?“ Lyndz antwortete ihm nicht. „Was war denn los?“ Lyndz winke ab: „Nichts, es war gar nichts.“ „Ach komm schon Lyndz! Ich bin dein Bruder! Mir kannst du es doch sagen!“ Lyndz wurde langsam wütend: „Michael! Ich sagte nein! Also verzieh dich!“ Sie stand auf, zog ihren Bruder zur Tür, schmiss ihn raus und schloss ab.

***
Lyndz war die ganze Nacht wach gelegen, in der Hoffnung, ihr würde die Lösung einfallen. Leider war sie nur zu dem Entschluss gekommen, dass sie unbedingt mit Frankie darüber sprechen musste.
Und nun war es schon bereits zehn Uhr und sie hatte es noch nicht geschafft. Ihr war aufgefallen, dass Frankie irgendwie seltsam drauf war.
Aber jetzt, endlich war Lyndz Chance gekommen. Zusammen mit der für einmal ungewohnt ruhigen Frankie lief sie über den Schulhofplatz, um sich an den Spinden mit den anderen SOC’s zu treffen. Ganz vorsichtig begann sie: „ehm, Frankie? Hast du irgendwas?“ Diese schüttelte nur den Kopf. Also fuhr Lyndz fort: „Weisst du, ich wollte gestern Abend noch zu dir kommen.. aber du hattest gerade Besuch.“ Wie angewurzelt blieb Frankie stehen: „Ja und?“ „ich.. ich hab gesehen wer es war.“  Misstrauisch wurde Lyndz von Frankie gemustert. „Warte.. hast du mich etwa ausspioniert??“ Frankie hatte ein wenig die Stimme erhoben, weshalb ein paar Schüler sich auch nach ihnen umdrehten. Lyndz verteidigte sich: „Nein! Das hab ich nicht! Ich meine, nicht direkt.. Aber Frankie.. wie konntest du das nur tun? Ich meine..“ Langsam brauste Frankie auf: „Wie BITTE!? Was konnte ich nicht tun?“ Lyndz wurde es langsam unangenehm mitten in all den Leuten. „Na, du weisst schon..“ Verblüfft sah Frankie sie an. Ohne zu zögern zog sie Lyndz mit bis aufs Mädchenklo, wo sie versuchte ruhig zu bleiben: „Also. WAS genau weisst du? Und wieso zum Teufel spionierst du mich aus!?“ „Naja, ich denke alles.“ Frankie atmete tief durch: „Und woher?“ „Naja, Michael hat es mir erzählt.“ „Er hat WAS??“ Frankie war schockiert. Hatte er es seinen Kumpels erzählt? „Ach so, nein. Er hat nur erzählt das er bei dir ist, ich war einfach zu neugierig und deshalb wollte ich kurz vorbei kommen, aber dann war ich mir nicht sicher, ob er schon weg ist und hab sicherheitshalber zum Fenster rein geguckt.. und naja..“ Frankie fluchte leise. „Mann, Lyndz. Das macht man doch nicht!“ „Ach ja? Und du knutschst diesen Schleimer ab und das ist richtig oder was?“ Frankie schüttelte heftig den Kopf. „Ich weiss doch auch nicht was da in mich gefahren ist! Und ausserdem hat er mich geküsst!“ „Aber Frankie, warum ausgerechnet er? Ich meine, schlecht sieht er ja nicht aus, aber..“ Frankie sah sie verdutzt an: „Seit wann findest du ihn denn süss?“ Lyndz sah ihre Freundin an: „Naja, Fliss sagt ja auch das er..“ „FLISS?“ kam es empört von Frankie. Jetzt kam Lyndz auch nicht mehr mit: „Ja?“ „Seit wann um Himmels Willen steht Fliss denn auf Matthew???“ „Warte.. Matthew?? Du redest die ganze Zeit von Matthew?“ Frankie sah sie entgeistert an: „Ja! Von wem sprichst du denn? Du hast uns ja gesehen!“ Lyndz schlug sich an den Kopf: „Ich dachte wir reden hier über Ryan!“ Frankie musste aus ihr unerklärlichen Gründen plötzlich lachen: „Lyndz! Hast du den Verstand verloren?“ Diese musste auch lachen: „Na hör mal, Matthew ist ein M&M.. das ist nicht gerade viel besser.“ Frankie machte auf einmal wieder ein bekümmertes Gesicht: „Ich weiss.. aber du brauchst dir keine Sorgen machen, es war eine einmalige Sache. Ganz ehrlich.“ Lyndz machte ein fragendes Gesicht: „Wieso? Was meinst du?“ Frankie fasste sich ein Herz. Jetzt konnte sie es jemandem erzählen, nachdem sie den ganzen letzten Abend damit verbracht hatte zu heulen, konnte sie jetzt endlich mit jemandem darüber sprechen.
„Naja… ich. Keine Ahnung. Ich weiss auch nicht.. Es ist nun mal so.“ Frankie musste aufpassen, dass sie nicht gleich wieder zu heulen anfing, das war jetzt das letzte was sie wollte. Ausserdem gab es gar keinen Grund dazu, schliesslich war es nur ein Test gewesen. Nur dumm, dass er nicht bei beiden das gleiche bewirkt hatte..
Aber jetzt wollte Frankie sich nur aus der Schlinge ziehen und ihrer Freundin weiss machen, das sie keinerlei Gefühle für Matthew hatte.
„Weisst du Lyndz, er hat mich total überrumpelt! Er sagte, es mache ihn wahnsinnig und er könne nicht mehr klar denken und deshalb wollte er wissen, was er empfindet. Also haben wir und geküsst, nur um zu sehen, dass es nichts zwischen uns gibt.. und dann.. ist er davon gelaufen..“
Lyndz hatte ihr zugehört: „Und? Hast du dich in ihn verliebt?“ Frankie sprang auf: „Sicher nicht! Ich bin doch nicht bescheuert.. ausserdem habe ich ihm nur einen Gefallen getan.“
Frankie biss sich auf die Unterlippe, das war wirklich eine der fettesten Lügen, die sie sich selbst je aufgetischt hatte, und das nur, weil sie es nicht wahrhaben wollte. Es war schlicht und einfach UNMÖGLICH, dass sie sich in einen solchen Widerling wie McDougall verliebt hatte. Ein Widerling, der einfach so davonläuft und ohne dass er es weiss ein paar Millionen Tränen hinterlässt. Tränen für nichts und wieder nichts.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast