Die Mary Sue, die ich rief...

von Robidu
GeschichteHumor / P16 Slash
Elminster Aumar
06.09.2009
09.04.2018
8
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... oder "die Canon-Charaktere schlagen zurück!"

Anmerkung: Jeder kennt sie, keiner will sie: Die Rede ist hier von Mary Sues. Doch was ist, wenn sich die Bewohner einer Welt zusammenraufen und gegen eine solche Bedrohung zur Wehr setzen...? ^^
Dies ist ein Teil des Projektes How to kill Mary. Allerdings sage ich gleich, daß maximal fünf Kapitel niemalsnimmernicht hierfür reichen werden. Schließlich muß Mary sich ja noch richtig austoben dürfen, bis es sie endlich erwischt... Muahahahaha!!!

Zu Risiken und Nebenwirkungen fressen Sie die Packungsbeilage, und schlagen Sie Ihren Arzt mit dem Apotheker! :P


Prolog

„Laßt mich für heute bitte in Frieden,“ grollte ein übellauniger Ra'thir Schattenlied. „Ich bin momentan richtig bedient!“
Mit diesen Worten ließ er einen reichlich verwundert dreinschauenden Tarilion Thalandiar zurück.
Eigentlich hatte der Magier den Tiefling lediglich zu einer Feier einladen wollen, von daher überraschte ihn dessen doch recht heftige Reaktion. Irgendetwas mußte vorgefallen sein, das dem Hohepriester seine ansonsten gute Laune gründlich verdorben hatte.
Kurz entschlossen beschloß Tarilion, dem Tiefling zu folgen.

„Hohepriester, bitte wartet,“ rief der Magier. Der Angesprochene wirbelte daraufhin herum und bedachte ihn mit einem grimmigen Blick.
„Hatte ich nicht gesagt, daß ich in Ruhe gelassen werden will,“ knurrte Ra'thir.
„Das hattet Ihr,“ erwiderte Tarilion ruhig, „nur wüßte ich gerne, was los ist. Schließlich paßt Eure derzeitige Reaktion ganz und gar nicht zu Euch.“
Ra'thir knurrte kurz. „Und selbst wenn, glaubt Ihr, Ihr könntet daran etwas ändern?“
Tarilion hob eine Augenbraue an. „Wir werden es nur herausfinden, wenn Ihr mir erklärt, was überhaupt vorgefallen ist. Ich kenne Euch sicherlich schon lang genug, und bisher habe ich noch nie erlebt, daß Ihr so außer Euch seid wie jetzt. Was also ist passiert?“
Ra'thir hatte die Augen geschlossen und überlegte, was er jetzt tun sollte. Er konnte sich sicherlich in seinem Arbeitsraum im Tempel einschließen und dort im Stillen allen nur erdenklichen Wesen alles Schlechte wünschen. Dies half ihm jedoch nur sehr bedingt weiter, und letztenendes ruinierte er damit höchstens seine eigene Gesundheit, mal ganz davon abgesehen, daß sein infernalisches Erbe zu weiteren Komplikationen führen konnte, bis hin dazu, daß er irgendwann durchdrehte und irgendwem den Schädel einschlug, weil dieser zur falschen Zeit am falschen Ort war und womöglich noch etwas Falsches sagte.
Die andere Option, die Tarilion ihm hier offensichtlich anbot war die, über das, was Ra'thir erlebt hatte, zu reden und so vielleicht das Problem zu verarbeiten. Wer konnte denn auch ahnen, daß man es irgendwann einmal mit einem Alptraum, der schlimmer war als alles, was man sich vorzustellen vermochte, zu tun bekam?
Nein, da war es in der Tat besser, wenn er sich das ganze Grauen ein- für allemal von der Seele redete.
„Also gut,“ sagte der Hohepriester schließlich. „Ich schlage vor, wir gehen in den Tempel. Dort können wir in aller Ruhe darüber reden.“
Tarilion nickte. „Einverstanden,“ sagte er möglichst ruhig, vor allem, um sich seine eigene Anspannung nicht anmerken zu lassen. „Je eher Ihr das loswerdet, umso besser.“
Dabei fiel dem Magier ein Stein vom Herzen. Anscheinend hatte er hier gerade Schlimmeres unterbunden.

Nachdem die Beiden den Arbeitsraum des Hohepriesters erreicht hatten, verriegelte Ra'thir sorgfältig die Tür und ließ sich anschließend auf seinen Stuhl fallen. Tarilion bedeutete er, auf der anderen Seite des Tisches Platz zu nehmen, was dieser auch tat.
Dann wartete der Magier ab, doch sein Gegenüber hatte sein Gesicht in seinen Händen vergraben, wobei er ab und an den Kopf schüttelte und murmelte: „Womit habe ich das verdient?“
Tarilion stand nach kurzer Zeit jeoch wieder auf und kam um den Tisch herum. „Ihr wolltet mir erzählen, was passiert ist,“ sagte er leise und legte dem Hohepriester eine Hand auf die Schulter.
Dieser fuhr kurz hoch und sagte: „Was? Ach ja, richtig...“
Dabei bemerkte der Magier den unglücklichen Gesichtsausdruck des Tieflings.

„Also, angefangen hatte alles damit, als dieser Elminster, der Erzmagier aus dem Schattental, ein mächtiges Wesen zu seiner Unterstützung herbeirufen wollte,“ begann der Priester.
„Unterstützung wofür,“ wollte Tarilion wissen.
„Ich glaube, es ging um irgendein Problem mit den Zhentarim. Anscheinend hatten diese einen massiven Angriff auf das Schattental vorgehabt, und Elminster wollte die Gefahr auf diesem Wege abwenden. Doch dann ist sie aufgetaucht...“ Ra'thirs Stimme wurde mit den letzten Worten immer leiser, und zum Schluß meinte der Magier, er hätte zudem ein Schniefen gehört.
Sie? Wen meint Ihr?“
„Ein Wesen aus einer anderen Dimension,“ erklärte Ra'thir. „Ein Mensch und zudem mächtiger als alles, was jeder hier auf Faerûn bisher erlebt hatte...“
„Moment – sogar mächtiger als Ao?“
Ra'thir nickte traurig. „Sogar mächtiger als er.“
Der Ausdruck der Verwunderung, der noch auf dem Gesicht des Magiers zu sehen war, wich einem Ausdruck blanken Entsetzens. „Aber das hätte ja bedeutet...“
„Ganz recht,“ bestätigte der Priester. „Die Reiche, wie wir sie kennen, hätten aufgehört zu existieren.“
Tarilion verzog das Gesicht. „Gar nicht auszudenken, was hätte passieren können, wenn sie Erfolg gehabt hätte. Aber wie hat es sie denn jetzt überhaupt erwischt?“
„Das ging nur mit vereinten Kräften, und es haben diesmal wirklich alle an einem Strang gezogen.“
„Wie ‚alle‘? Sogar diese Spinnenplage?“
„Auch die, und selbst Cyric hat mitgeholfen.“
„Ich bin platt,“ sagte Tarilion. Das war in der Tat höchst ungewöhnlich, aber es sprach Bände, was die Gefährlichkeit dieser merkwürdigen Person betraf.

Dann begann Ra'thir zu erzählen, was sich während des Aufenthaltes der Fremden alles ereignet hatte, und mit jeder weiteren Tatsache, die sich offenbarte, wuchs das Grausen des Magiers.
Langsam aber sicher verstand Tarilion die vollen Ausmaße der Katastrophe, die sich kürzlich abgespielt hatte, und er wurde sehr nachdenklich. Er betete inbrünstig zu Mystra, daß sich so etwas nicht noch einmal wiederholte.