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(BatB) Mehr als nur Vertauen

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P6 / Gen
Catherine Chandler Jacob Wells Joe Maxwell Mouse Vincent
04.09.2009
07.02.2019
21
29.832
 
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Dieses Kapitel
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04.09.2009 1.658
 
Titel: Mehr als nur Vertrauen
Kategorie: BatB / Abenteuer
Autor: Kathrin
Altersfreigabe: frei
Rechte: Die Charaktere dieser Geschichte gehören Ron Koslow and the Witt Thomas Produktion. Aus meiner Feder ist nur Catherines Schwester Sarah entsprungen, denn die gibt es eigentlich sonst gar nicht. Die Geschichte entstand aus reinem Spaß an der Serie und am Schreiben. Sie dient nicht zu kommerziellen Zwecken. Mein einziger Lohn sind hoffentlich viele nette Feedbacks
Inhalt: Catherines Schwester taucht nach langer Zeit in New York auf und sorgt für einen Aufruhr der Gefühle.
Kommentar: Die Story ist schon Uralt ;o) wie man anhand des Schreibstils erahnen kann, aber ich möchte sie Euch trotzdem nicht vorenthalten. Daher viel Spaß beim lesen und natürlich freue ich mich wie immer riesig über Euer Feedback.

Mehr als nur Vertrauen

Die Sonne drückte unbarmherzig auf die Erde nieder. Zwischen den Wolkenkratzern New Yorks fühlte man sich wie in einem riesigem Kochtopf. Es war später Nachmittag als Catherine Schweiß gebadet und müde ihre Wohnung erreichte. Sie sehnte sich nach einem kühlen, ruhigen Platz. Im Büro hatte sich zu allem vorhandenen Ärger auch noch die Klimaanlage verabschiedet und das förderte nicht sonderlich ihre Stimmung.

Zu Hause fiel ihr Blick als erstes auf einen Stapel Briefe. Bevor Cathy sich jedoch diesen widmete, landete ihre Tasche in der nächsten Ecke und kurz darauf duschte sie ausgiebig. Frisch, etwas munterer und in ein Badetuch gewickelt, begab sie sich mit den Briefen auf die Couch. Wie sollte es auch anders sein? Werbung, Werbung, eine Rechnung, Werbung und.... Halt! Aber was war das? Eigentlich nichts Ungewöhnliches, ein normaler Brief. Ihre Adresse in einer gut leserlichen Schrift und dem Poststempel Philadelphia. Doch ein eigenartiges Gefühl wie Freude und Furcht beschlich sie beim Anblick des Briefes. Langsam, fast vorsichtig öffnete Catherine ihn. In kurzen unpersönlichen Worten stand darin:

Hallo Catherine, hoffe Du bist über meine Post nicht allzu überrascht. Da ich die Möglichkeit habe einen Job bei einer New Yorker Zeitung anzutreten, melde ich mich demnächst einmal bei Dir. Du bist doch meine einzige Verwandte.
Bis dann, bye
Sarah


So recht wusste Catherine mit dem Brief nichts anzufangen. Als sie ihn jedoch ein zweites und drittes Mal gelesen hatte, tauchten plötzlich Kindheitserinnerungen vor ihr auf.

***

Inmitten von kleinen Häusern einer gewöhnlichen Vorstadtstraße mit vielen Bäumen am Wegrand, ein hübsches Haus mit großem Garten. Zwei Mädchen tollten auf dem Rasen. Die jüngere, mit kurzen Haaren und Latzhose, ließ dem älteren Mädchen, mit langen Haaren und Röckchen kaum Ruhe. Das ging so lange bis es der Großmutter zu viel wurde und die beiden zu warmer Milch und Kuchen ins Haus holte.

***

Sekundenlang saß Catherine sinnend da. Erst ein Blick auf den Akten vollen Tisch, holte sie in die Gegenwart zurück. Das Badetuch mit einem bequemen Hausanzug tauschend vergrub sie sich dann in einen Berg mitgebrachte Arbeit.
Geschafft lag sie am Abend im Bett. Die Müdigkeit war zunächst stärker als der Schlaf, aber als sie endlich einschlief, träumte sie von jenem Haus und den beiden Mädchen.

***

Der folgende Tag versprach wieder sehr heiß zu werden. Vorsichtshalber zog Catherine sich schon luftiger an, aber trotz der wieder intakten Klimaanlage war es in den Büros weiterhin unerträglich warm. Gegen Mittag erschien Joe mit hochgekrempelten Hemdsärmeln, zwei offenen Knöpfen unter dem Binder und zerzausten Haaren.
"Joe dir wird doch nicht etwa warm sein?" grinsend blickte Cathy ihn an.
"Ach woher denn? Meine Heizung gab vorhin nur ihren Geist auf. Jetzt suche ich jemanden der mir ein bisschen Wärme spendet." Mit diesen Worten wühlte er einen Stapel Akten durch und nahm keine weitere Notiz von ihr. Nachdem er das Gesuchte gefunden hatte, fragte er Cathy ganz beiläufig. "Wie wäre es mit einem Eis?"
Ihre Augen vergrößerten sich. "Hm, prima Idee. Gegen eine kalte Dusche hätte ich auch nichts einzuwenden."
"Also gut, das Eis geht klar. Wegen der Dusche schicke ich jemanden mit einem Eimer Wasser vorbei!"
Im nächsten Augenblick flog ein zusammengeknülltes Stück Papier in seine Richtung, welches er lachend auffing und ging. Kopfschüttelnd wandte Catherine sich wieder ihrer Arbeit zu.
Genau wie am vorigen Abend duschte sie erst einmal in aller Ruhe zu Hause. Da es wieder ziemlich spät im Büro geworden war, hatte Catherine keine Lust mehr daheim zu arbeiten. Außerdem verspürte sie schon den ganzen Tag das Verlangen Vincent zu sehen. Ihn zu berühren, seine Nähe zu genießen und zu reden. Vor allem über diesen bewussten Brief der ihr einfach nicht aus dem Sinn gehen wollte.

***

In den Tunneln war es, im Gegensatz zu der drückenden Schwüle oben, angenehm kühl. Allein der Anblick Vincents tat Catherine gut. Die Ruhe die von seiner großen, stattlichen Figur ausging hatte immer wieder eine wohltuende Wirkung auf sie.
"Du schaust so nachdenklich aus! Was hast du auf den Herzen?" Zärtlich streifte seine Hand die ihre.
Kurz in der Handtasche wühlend, reichte Catherine Vincent den Brief aus Philadelphia.
Den Kopf leicht in die Richtung eines Lichtstrahls geneigt las er Cathys Brief. "Ich verstehe nicht? Was beunruhigt dich daran? Du bekommst Besuch."
Tiefdurchatmend schaute sie ins Dunkel der Tunnel. "Ja, wenn es nur das wäre."
Vincents fragende Blicke trafen sie. "Vincent, Sarah ist meine Schwester."
Seine sanften Augen ruhten immer noch auf ihr. "Du hast nie erwähnt eine Schwester zu haben. Ist das der Grund für deine Unruhe?"
"Lass uns bitte ein Stück gehen und ich will versuchen es zu erklären. Bis heute habe ich darüber mit noch keinem Menschen gesprochen und es soweit wie möglich verdrängt. Doch ich kann nicht immer vor der Vergangenheit davon laufen. Vielleicht verschaffe ich mir so endlich Klarheit."
Gemeinsam liefen beiden einen der Tunnelgänge entlang, Catherine zu erzählen begann.
"Meine Mutter war Anfang dreißig als ich geboren wurde. Die Ärzte machten sie auf ein gewisses Risiko bei einer Geburt in ihrem Alter aufmerksam gemacht. Die Entbindung verlief aber problemlos. Meine Eltern waren sehr glücklich. Einige Jahre später wurde Mom wieder schwanger und das Risiko war nicht geringer geworden. Vater beschwor Mom das Baby zu bekommen, denn er wünschte sich so sehr einen Sohn. Ich verstand das damals alles noch nicht und ich wusste nicht das Mom schwer krank war. Ich freute mich einfach auf mein Geschwisterchen. Doch dann hatte Mutter eine Frühgeburt. Die Ärzte taten alles was in ihrer Macht stand, aber Mom war zu schwach. sie konnten ihr nicht helfen."
Vereinzelte Tränen kullerten ihre Wangen herunter. Vincent traute sie nicht in den Arm zu nehmen. Sie wirkte in diesem Augenblick so zerbrechlich. Für einige Sekunden herrschte tiefe Stille. Als Catherine fortfuhr, ergriff er fest ihre Hand.
"Kurz darauf starb meine Mutter. Das Baby hatte nur sehr geringe Überlebenschancen, doch der Wille dieses kleinen Wesens war stärker. Für mich stürzte damals eine Welt zusammen. Vater schien wie umgewandelt. Er weigerte sich das Kind zu sehen. Sein Schmerz trieb ihn sogar dazu, das Baby zur Adoption frei zu geben. Für ihn trug Sarah die Schuld am Tod seiner Frau. Ich weiß nicht wie er reagiert hätte, wenn es ein Sohn gewesen wäre."
Catherine machte eine kurze Pause und atmete tief durch. Die Erinnerungen machten ihr mehr zu schaffen als ihr selbst bewusst war. Moms Mutter konnte ihn jedoch dazu bewegen, ihr das Sorgerecht zu übertragen. Ich erinnere mich noch, als Großmutter mit dem eingemummelten Bündel aus der Klinik kam. Obwohl mein Vater mir in seinem Schmerz verbot das Baby zu sehen, konnte ich nicht widerstehen. Außerdem appellierte Großmutter an mein Gewissen, ob ich mein Schwesterchen nicht wenigstens einmal anschauen möchte. Jedoch konnte ich an dem kleinen, schrumpligen Wesen gar nichts finden."
Vincent hörte ihr stillschweigend zu und führt sie nebenbei in eine der vielen, kleinen Höhlenkammern. Diese wurde durch leichten Kerzenschein erhellt und war wie geschaffen für traute Zweisamkeit.
Beide machten es sich bequem, wobei Catherine sich zärtlich an seine Schulter schmiegte. Liebevoll strich seine Hand durch ihr Haar. "Du bist damals noch ein Kind gewesen und konntest keinen Einfluss auf die Geschehnisse nehmen."
"Damals vielleicht nicht, aber später. Einen Sommer besuchte ich Großmutter in Philadelphia. Allerdings nicht direkt Philadelphia ein Vorort davon. Eigentlich sollte ich die Ferien bei meiner Tante verbringen da Vater nach Europa gereist war. Tante Sophie erkrankte jedoch und so fuhr ich zu Großmutter. Die Zeit dort war wunderschön."
Träumend schloss sie die Augen und ihr Körper genoss Vincents Nähe. "Sarah und ich verstanden uns prächtig. Mit ihren jungen Jahren war sie schon ein richtiger Wildfang. Sie brachte mir sämtliche Dummheiten bei. Zeigte mir wie man auf Bäume kletterte und gegenüber größeren Jungen Drohungen ausstieß. Für mich als Großstadtkind tat sich dort eine neue Welt auf und meine Schüchternheit verflog."
"Was passierte dann?"
"Nun ja, die Ferien gingen zu Ende. Ich versprach zu schreiben. Die Post sollte über Tante Sophie laufen da Vater nichts erfahren durfte. Doch mehr als über eine Weihnachtskarte kamen wir nie hinaus. Tante Sophie starb kurz darauf, ich kam aufs College, begann zu studieren und für meinen Vater existierte nur ich. Großmutter oder Sarah wurden zu Hause nie erwähnt. Er hat seine andere Tochter auch nie gesehen. Auch nach Vaters Tod, meldete ich mich nie bei Sarah, obwohl es uns beide betraf. Ich weiß nicht warum ich es nicht tat. Wahrscheinlich fehlte mir einfach der Mut. Vincent, verstehst du mich? Ich fühle mich schuldig für die verlorenen Jahre. Ich habe Angst vor dem Wiedersehen. Angst wir könnten uns Fremde geworden sein nach all den Jahren. wir sind keine Kinder mehr! Was soll ich tun?"
Es klang wie ein verzweifelter Hilfeschrei in die Vergangenheit. Seinen Arm um ihre Schultern legend schaute er Cathy an und seine raue Stimme klang sanft. "Ja, ihr seit keine Kinder mehr sondern erwachsene Menschen. Glaubst du nicht aber deine Schwester könnte genauso viel Angst vor dem Wiedersehen haben? Vertraue deinen Gefühlen wenn es soweit ist."
Obwohl Vincent es nicht schaffte ihre Bedenken zu vertreiben, schlief Catherine ruhig in seinen Armen ein.
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