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Der Dschihad

von Stillga
GeschichteDrama / P12 / Gen
03.09.2009
03.09.2009
1
1.584
 
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03.09.2009 1.584
 
Titel: Der Dschihad
Autor: MuadDib, Stillga
Serie: Dune 2000
Genre: Drama
Rating: death
Spoiler: das letzte Level von Dune 2000 wenn man mit dem Haus Atreides spielt.
Anmerkung des Autors: Eine Fan Fiction zur Miniaktion ‚Spiele‘ Thema Tod.
Disc.: Mit dieser Fan Fiction verdiene ich kein Geld, ich schreibe es nur weil es mir Spaß macht. Alle Rechte am Spiel liegen bei Westwood, mir gehören nur die Charaktere Tshania, Sinan und Lejs.
Kommentar: Diese Fan Fiction wurde _nicht_ Beta gelesen!


Der Dschihad

Trockene Luft.
Am Horizont ging die riesige Sonne auf und färbte den Horizont rot. Am Boden schwebte eine hauchdünne Schicht eines orange grüner Nebels der leicht fluozierend glitzerte. Die letzten Sterne funkelten am Firmament und die zwei Monde schienen orange der Sonne entgegen.
Waffen ruhe.
Der Kampf dauerte bis in die frühen Dämmerungsstunden an, jetzt konnte man nur noch das laute Schreien der Verwundeten über die weiten Ebenen der Wüste hören. Überall roch es nach Schießpulver und Blut.
Krampfhaft hatte sie die rechte Hand mit einem Blut durchtränkten Stoffetzen auf ihre linke Schulter gepresst. Zähne knirschend hockte sie hinter einem Felsen und sah über die Köpfe der am Boden liegenden Soldaten. Es war Wahnsinn. Der pure Wahnsinn, dachte sie als sie sich die Opfer betrachtete und sie grob auf mehrere Dutzend schätzt.
Schon bald würde die Sonne ihre strahlen unerbittlich auf sie nieder prasseln, sich die Wüste auf über 45°C erhitzen und die letzten erschöpften sterben lassen
Sie verfluchte diesen Planeten.
Ihre Lippen waren spröde und bereits aufgeplatzt. Aus den tiefen Kerben rann dünnes Blut. [i]Wasserverschwendung[/i], dachte sie. Immer wieder fuhr sie sich mit der Zungenspitze über die Lippen um ja auch keinen Tropfen zu verlieren. Wasser bedeutete Leben. Ihr war bewusst das andere ihr Wasser gebrauchen könnten doch noch war sie nicht tot. Ihr Tuch, was sie an die Schulter gepresst hielt, würde einige Tropfen hergeben. Vielleicht genug um den Jungen der einige Meter vor ihr am Boden lag ein paar Minuten länger am Leben zu erhalten. Aber sie war zu schwach aufzustehen und es über seinem Mund auszuwringen. Neben ihr lies sich jemand nieder. Es war ein Mann, mittlerem alters, helles Haar. War es ihr Mann? Nein. Er war bereits vor zwei Nächte gefallen. Genau wie ihre Tochter die schon vor Wochen von Harkonnen erst mehrere male Vergewaltigt und dann grausam in Stücke geschnitten wurde.
„Tshania...“, es war Sinan. Er war einer der Fremen der zu Sietch Tabr gehörte. Er war Intelligent, schön und groß. Währe Tshania nicht bereits in einer Ehe gebunden gewesen hätte sie ihn geheiratet. Wenn sie beide diesen Krieg überleben würden, dann würde sie ihrem Mann um Vergebung und Sinan bitten sie zu heiraten. Sie wusste das er sie liebte. Die Blicke, seine Augen, wie er sie immer ansah und wie er immer bemüht war sich um sie zu kümmern.
Sein Destill – Anzug klaffte an einigen Stellen weit auseinander und lies seine braune Haut zu Vorschein treten. Auch ihre zweite Haut wies unzählige Löcher auf. Aus einigen davon trat Blut. Sie würde diesen Tag nicht überleben.
„Lejs....“, sagte er leise. Sie sah auf. Ihr Sohn? Nein.
„Nein...sag....sag das er lebt!“, flehte sie mit leiser Stimme.
„Er Lebt....“, er sah wie sie mit einem all ihre Luft aus den Lungen stoß und ihre Augenlieder flackerten.
„Aber er stirbt. Ich bin hier um dich zu ihm zu bringen.“, seine Stimme lag voller Mitleid und Trauer. Er liebte ihren Sohn wie als ob es sein eigener sei. In ihren Augen bildeten sich Tränen. Sie durfte nicht Weinen, es würde nur noch mehr Wasser vergeuden. Sinan schob einen Arm unter ihre Beine den anderen legte er um ihre Schultern. Automatisch hielt sie sich an seinem Hals fest. Sie spürte das Muskelspiel unter ihren Fingern.
Langsam schritt er vorran, druch die massen an toter lebloser Körper am Boden, verletzte die schriehen als ob man ihnen bei lebendigem Leib die Eingeweide heraus riss. Weinenden Frauen, die über ihren gefallenen Männer und Söhne hingen. Irgendwo konnte sie die tiefe rauhe Stimme Stilgars schreien hören. Aber ihr war das alles egal. All den Leid der anderen war ihr für diesen Moment egal. Ihr Sohn starb. Welcher Gott war so grausamm diesen Krieg angefangen zu haben? Sie zweifelte an Pauls zurechnugnsvermögen, an dem was er begonnen hatte als er den Baron tötete. Was brachte dieser Krieg, ausser Opfer und Leid?
In ihren Augen war er sinnlos. Wie all die anderen Dinge die im Namen Paul Muad‘Dibs gemacht wurden. Sie war eine Fremin. Sie glaubte an die Sagen und Prophezeiungen ihres Volkes, aber dies hier... war das wirklich wichtig?
Wem der Planet gehörte? Im Grunde gehörte er schon seit je her den Fremen. Sie hatten die Macht über die Würmer und so mit auch über das Gewürz.
Sinan schnaufte leise. Er lief nun seit einer halben Stunde über das Schlachtfeld hinein in einen Riß im Felsen. In dieser Zeit hatte die Sonne den Planeten soweit auf geheizt das die Luft  bereits glühte. Ihre Ohren begannen zu rauschen als Sinan die Felsspalte betrat und ihre Augen flimmerten. Ein leises Stöhnen drang über ihre Lippen. Langsam schwand ihre Wahrnehmung und alles verschmolz in ein undeutliches Bild von tiefen dunklen Farbtönen geziert von kleinen und großen Kugeln die ein gelblich weises Licht absonderten. [i]Wie Glühwürmchen in einer Vollmondnacht[/i], dachte sie. Noch nie hatte sie welche gesehen, kannte es aber aus Kindererzählungen die sie am Palast der Atreides aufgeschnappt hatten.
„Tshania...“, Sinans Stimme klang besorgt, dennoch voller melodischem Klang der sie wieder zurück in die Realität holte. Er setzte sie auf den Rand eines mit Fellen bedeckten Bettes. Er hielt sie an den Schultern fest, das sie nicht nach hinten umkippte als er ihren Blick auf ihren dahin scheidenden Sohn richtete.
„Lejs!“, rief sie leise. Er lächelte schwach. „Mu- Mutter...“, seine Stimme war rauh. Sie konnte das rasseln seiner Lungen hören und bei jedem Atemzug den das Kind machte, pfiff es aus seiner Kehle. „Du musst durchhalten mein Sohn.“, vorsichtig strich sie ihm über die Stirn. Sie war verschmutzt von Sand und Ruß der Waffen. Seine linke Gesichtshälfte war vollständig verbrannt, an seiner Brust war Destill – Anzug und Haut zu einer Masse verschmolzen, der Arm nur noch ein vor sich hin zuckender Stummel. Ihre Tränen bahnten sich einen Weg über ihre verstaubten Wangen, wuschen dabei den angetrockneten Wüstenstaub weg und hinterließen stumme, glitzernde Spuren, wie eine Schlange im Sand.
„Tut.. mir...“, ein hustenanfall erschütterte seinen verbrannten Körper, blut quoll über seine Lippen und rann am Hals hinab, hinterlies auf dem hellen Tierfell unter ihm einen dunklen Fleck. „... tut mir leid.“, er lachte bitter auf. „Es muss dir nicht leid tun, Lejs. Ich verspreche dir, ich gehe zu Muad’Dib und bitte ihn darum bei den Tleilaxu Dinge zubesorgen das du weiter Leben kannst. Du darfst nicht sterben... hörst du?“, sie faste an seine Schulter und drückte diese leicht. Sein Lachen wurde noch bitterer. „Lieber... lieber sterbe ich... als das...“, ein erneutes Husten unterbrach ihn. Sein Körper bäumte sich auf, zuckte unkontrolliert.
„Ich... l-lie...“, waren seine letzten Worte ehe seine Augen sich weit öffneten. Er sah hinaus in die Ferne, ein warmes lächeln legte sich auf seine blutbefleckten Lippen. „Vater?“, flüsterte er leise. „Lejs! Lejs, du darfst nicht sterben! Hörst du? Lejs!?“, ihre Stimme wurde mit jedem Wort lauter. Was sollte sie tun wenn er starb? Dann hatte sie niemanden mehr. Alle aus ihrer Familie vielen dem Krieg zum Opfer. Nur sie blieb. Verletzt, alleine.
Ein tiefer Atemzug des Jungen bestätigte das es sein letzter war. Er viel in sich zusammen, seine Muskeln erschlafften, das zucken im Arm hörte auf und auch das rasseln seinen Lungen verstummte. „Nein... NEIN!“, sie schrie. Rüttelte an ihrem toten Sohn. Schrie er solle weiter Atmen. Wenn sie selbst nicht verletzt gewesen wäre hätte sie alles versucht ihn wieder zurück zu holen. Tshania warf sich dem Mann hinter sich entgegen.
„Tshania, es tut mir leid. Er war zu schwer verletzt.“, erklärte seine sanfte Stimme. Aber das brachte ihren Sohn nicht zurück. Auch wenn er noch so sehr auf sie einredete das alles gut werden würde, konnte sie ihm nicht Glauben. Noch siebzehn Stunden dann würde all das von vorn beginnen. Noch siebzehn Stunden dann würde auch sie ihren letzten Weg bestreiten und ihrer Familie in den tot begleiten.
Fast schon Apathisch vor sich hin starrend saß sie an die kühle Felswand gelehnt. Sinan brachte ihr etwas zu Essen, als hinter ihm ein aufgebrachter Freme auftauchte und wild mit den Armen gestikulierte.
„Der Krieg ist vorbei!“, rief er in alle Gänge. Ein furchtbares Stimmengewirr entfachte sich. Keiner verstand den Anderen, alles lief durcheinander, niemand wusste was dies bedeuten sollte. „Der Imperator ist besiegt!“, schrie der Mann wieder.
War das nur ein Scherz oder war es wahr?
Aber was für ein unterschied machte es noch? „Die Harkonnen wurden ausgelöscht. Eben eroberten die Streitkräfte der Atreides ihre letzte Basis. Der Imperator ist tot!“
Tot? Passierte dies wirklich, oder nur eine Einbildung die ihr das Unterbewußtsein vorgaukelte weil sie sich nichts sehnigeres wünschte?
„Sinan?“, fragte Tshania als die den Mann aus ihrem verschwommenen Blick verlor.
„Ja?“, links neben ihr tauchte er wieder auf.
„Ist es wahr?“, ihre Stimme war leise.
„Es ist war.“, sagte Sinan, nickte dabei und auf seinen Lippen lag ein leichtes Lächeln was versuchte sie aufzumuntern.
Sie schloss die müden Augen und atmete tief durch. Dunkelheit breitet sich um all ihre Sinne aus. „Tshania?“, hörte sie seine Stimme noch einmal fragen, dann war alles still und schwarz.
Das brennen in ihrer Schulter verebbte. Der unstillbare Durst verschwand.
 
 
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