Bartimäus 4-Die Formel des Ptolemäus

von Bartifan
GeschichteAllgemein / P6
Bartimäus Dschinn Honorius Nathanael alias John Mandrake
02.09.2009
06.01.2010
18
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02.09.2009 697
 
Drei Stunden später saß Kitty in einem kleinen Café in der Nähe des Trafalgar Square und schlürfte einen Tee. Wieder einmal war ihr aufgefallen, dass es sehr hungrig, durstig und müde machte, durch große Städte zu laufen, und jetzt verputzte sie schon das fünfte Schokohörnchen.
Als sie einigermaßen satt war, fiel ihr ein, dass sie sich eigentlich noch ein Haarfärbemittel hatte kaufen wollen. Sie hatte es satt, mit grauen Haaren herumzulaufen. Kitty bezahlte die Rechnung, gab der Bedienung ein Trink-
geld und schlenderte dann gemächlich Richtung Picadilly Road. Sie hielt vor dem riesigen Kaufhaus Harrods an und überlegte, b sich der ganze Aufwand lohnte: in jenes berühmte Kaufhaus, in dem sogar manchmal die Königin höchstpersönlich ihre Einkäufe tätigte, zu gehen, nur um ein Haar- färbemittel zu kaufen?
Kitty war noch nie in dem prunkhaften Gebäude gewesen. Einmal war immer das erste Mal. Kitty ging durch die Türe und trat ein.
Im Inneren roch es penatrant nach Rosen und aus irgendwelchen Lautsprechern rieselte leise Kammermusik. Kitty rümpfte unwillkürlich die Nase und wollte schon wieder gehen, doch die Verkäuferin dieses Stockwerks, eine junge hübsche Gewöhnliche mit kinnlangen blonden Haaren hatte sie schon im Visier. Also lief Kitty wiederwillig Richtung Kosmetikartikel und blieb zweifelnd vor dem hohen Regal stehen. Sie brauchte fünf Minuten, um an dem Regal entlang- und bis zu den Haarfärbemitteln zu laufen. Wahllos nahm sie irgendein Päckchen heraus, das glänzend schwarzes Haar versprach, und wandte sich schon Richtung Kasse, als ihr ein seltsamer Mann in einem langen schwarzen Mantel auffiel. Lange schwarze Mäntel waren bei Zauberern ja nicht ungewöhnlich, doch dieser Mann trug so einen langen Mantel, dass nicht einmal die Schuhe zu sehen waren. Aúßerdem hatte der Mantel eine zwergenhafte Kapuze, die auf dem Rücken endete und nadelspitz zulief.
Anscheinend schien die Gestalt unter der Kapuze zusätzlich eine Maske zu tragen, denn das ganze Gesicht glänzte schwarz.
Auf einmal wandte der Mann das Gesicht zu ihr und funkelte sie aus boshaften Augen an. Wenn Blicke töten könnten, wäre Kitty auf der Stelle tot umgefallen, doch die Jahre im Widerstand hatten sie gelehrt, jedem Blick standzuhalten, und so starrte sie fast ebenso boshaft zurück, bis der Mann schnaubend das Gesicht abwandte.
Kitty musterte ihn einen Augenblick noch misstrauisch, dann zuckte sie die Schultern und lief Richtung Kasse. Zauberer waren eben schon seltsame Gestalten und man durfte sich nie anmerken lassen, dass man Angst vor ihnen hatte. Kitty bezahlte und wandte sich dann zum Gehen, doch auf einmal packte die junge Verkäuferin sie ängstlich am Arm.
"Haben Sie diesen komischen Mann da hinten gesehen?", fragte sie leise. "Ja", antwortete Kitty und bemühte sich nicht mal, zu flüstern. "Er ist seltsam, nicht wahr?"
Die junge Frau schielte ängstlich in Richtung des Mannes und antwortete dann: "Nicht so laut, aber ich finde, er sieht aus, als ob er auf keinen Fall von irgendjemandem erkannt werden wollte." Ihre Augen weiteten sich auf einmal ängstlich. "Sie!", stieß sie hervor. "Was ist, wenn es ein entflohener Meuchelmörder ist?"
"Ich habe icht gehört, dass zur Zeit ein Mörder frei herumläuft. Und jetzt lassen Sie mich bitte los. BITTE! Ich habe es eilig! Der Mann wird Ihnen nichts tun, das garantiere ich!"
Kitty seufzte gequält auf. "Hören Sie!", fauchte sie wütend. "Ich bekleide ein wichtiges Regierungsamt!"
Das stimmte nicht. Sie war immer noch bei dem Zauberer Button die Gehilfin, doch manchmal half sie, die Gewöhnlichen zufriedenzustellen und wurde dafür sogar reichlich bezahlt. Die junge Frau lies sie wie vom Schlag getroffen los.
"Verzeihen Sie", stammelte sie, "ich hatte nicht gewusst, dass Sie eine Zauberin sind! Sie trage ja auch solch eine GEWÖHNLICHE Kleidung! Verzeihen Sie vielmals, ich bitte um Entschuldigung..."
Kitty wich angewidert zurück und verlies den Laden. Welche Angst diese Frau vor dem Zauberer da hatte! Er sah vielleicht nicht gerade vertrauenserweckend aus, aber er würde die Verkäuferin wohl kaum umbringen! Daran würde er bei den vielen Wachkugeln nicht einmal denken. Der Frau würde schon nichts geschehen.
Kitty drehte sich um und wollte davonlaufen, als auf einmal die ganze Erde erbebte und hinter ihr das gesamte riesige Kaufhaus im Erdboden versank.
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