Gefühlssturm

GeschichteRomanze / P16 Slash
25.08.2009
25.08.2009
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Gefühlssturm

Die Charaktere gehören einzig und allein Minami Ozaki.

Autor: LUC
Pairing: Koji/Takuto
FanFiction: Izumi kann seine Gefühle für Koji nicht mehr unterdrücken und macht nun den ersten Schritt in seine Nähe..



Der Regen prasselte in dicken Tropfen an die großen Fensterscheiben des Wohnzimmers. Die Nacht war hereingebrochen und der Sturm, der seit einer halben Stunde anhielt, war noch immer nicht schwächer geworden. Heulend zerrte der Wind an den Bäumen und fegte wie wildgeworden durch die Straßen. Obwohl alle Fenster verschlossen waren, konnte man sein wütendes Klagen nicht aussperren. Takuto stand am Fenster und starrte in die Dunkelheit hinaus.
Nachdenklich berührte er seinen Hals mit den Fingerspitzen. Genau dort war er gewesen, jener dunkelrote Fleck, der so sanft geziept hat. Vor ein paar Tagen ist er so weit verblasst, dass man die Umrisse nur noch erahnen konnte.
Kojis Lippen hatten ihn seitdem nicht mehr berührt. Wie lange war es her? Drei Wochen? Nein...eher länger. Bei dem Gedanken an Kojis Lippen an seinem Hals breitete sich ein warmes Gefühl in seiner Magengegend aus.
Warm. Feucht. Die spitzen Zähne, die weiche Zunge. Das Streicheln von Kojis Haarsträhnen, wenn sie seine Haut streiften.

"Fass`mich nie mehr an! Lass`mich los und FASS MICH NICHT AN!"

Er hatte es ihm ins Gesicht gebrüllt, mit aller Wut, die er aufbringen konnte. Koji hatte von ihm abgelassen, wie auf Befehl – und war seitdem nicht einmal mehr in seine Nähe gekommen.
Fröstelnd zog er seine Sportjacke enger an sich. Die Geräusche des Sturmes raubten alle Wärme aus seinem Körper. So ungern Takuto es auch zugab – er sehnte sich Wärme.
Erinnerungen zuckten durch seinen Kopf,ähnlich den Blitzschlägen, die den stürmischen Himmel erhellten.
Der Druck auf seinem Körper, wenn Koji auf ihm lag; so schwer, dass es ihm fast den Atem raubte – und doch war das Gefühl der Schwere bittersüß und überwältigend.
Röte stieg in seinem Gesicht auf und trieb ihm den Schweiß auf die Stirn. Als könne er die Gedanken dadurch verscheuchen, strich er sich mit dem Handrücken über die Stirn.
Woran denke ich nur?

Eine Tür fiel ins Schloss und leise, gedämpfte Schritte näherten sich dem Wohnzimmer. Koji trug den Duft frischgewaschener Haut und nasser Haare mit sich herein, er trocknete mit einem Handtuch die Strähnen, die auf seine Schultern herabfielen. Takutos Blick blieb am schwarzen Stoff des Bademantels hängen, glitt hinauf zum Hals, an dem kleinste Wasserperlen hinabglitten wie frischer Schweiß.
Sofort wandte er sich ab und blickte wieder aus dem Fenster.

"Es hat immer noch nicht aufgehört zu stürmen, was?" fragte Koji leise, ohne Takutos Blicke bemerkt zu haben.

Die Stimme ging ihm durch Mark und Bein. Die Hitze in seinem Bauch schoss Richtung Gesicht, ließ ihn erröten wie ein kleines Mädchen; als könnte Koji seine Gedanken lesen. Es schoss seine Beine hinab, bis in die Zehenspitzen und er spürte sein eigenes Herz an seinem Hals pulsieren.
Ensetzt über so viel Verlangen kniff Takuto die Augen zusammen, drehte sich um und stürzte sich in Kojis Arme.

"Willst Du mich nicht mehr küssen?! Willst Du mich nicht mehr berühren? Koji?! - Ich friere so sehr..." murmelte er in Kojis Schulter hinein, an die er sein Gesicht presste.
Stille. Sekundenlang.
Was würde sein Freund nur zu seinem Gefühlsausbruch sagen?
Der Geruch, der aus den Falten des Bademantel strömte, stieg ihm zu Kopf.
Nackte Haut. Kühle, nackte Haut. Kojis Haut.
Dieser regte sich noch immer nicht, als würde er sich selbst dazu zwingen, Takuto nicht zu berühren.
"Ich will Dich nicht mehr überrumpeln...und ich möchte Dich auf keinen Fall mehr verletzen..." flüsterte er angestrengt.
Izumi vergrub seine Nase noch tiefer in dem weichen, duftenden Stoff an Kojis Schulter und lauschte auf das Trommeln des Regens.

Wie ein Herzschlag...nein – wie mein Herzschlag. Als würde es aus der Brust springen wollen..


"Ich möchte nicht, dass Du es berreust..." fügte Koji fast reumütig hinzu. "Ich habe Dir so oft weh getan..das darf niemals wieder passieren."

"Das tue ich nicht..Ich weiß, dass Du mich niemals verletzen würdest..."

Izumis Lippen wanderten zu Kojis Hals, streiften flüchtig darüber.
"Wenn Du nicht aufhörst, kann es sein, dass ich mich vergesse..."flüsterte Koji ins Halbdunkel des Wohnzimmers hinein. Seine tiefe, weiche Stimme schien unendlich weit entfernt zu sein.

"Dann vergiss`Dich."

Noch nie hatte er sich selbst Koji so weit angenähert. Dieser war unter Takutos Küssen wie zu Eis erstarrt und wagte es kaum, sich zu bewegen.
Izumis Lippen wanderten hinauf über Wangen. Der Duft von Seife, kühlem Wasser; und – IHM.
Als er seinen Mund erreicht hatte, öffneten sich Kojis Lippen nur zaghaft, seine Zunge kam seiner hungrigen, wilden nur zögernd und langsam entgegen, doch sein Körper bebte wie unter einer schweren Anstrengung. Izumis Finger fanden den Weg in Kojis feuchte Haare, vergruben sich darin, begannen wie von selbst, an den langen, tropfenden Strähnen zu ziehen.
Das Geräusch von Kojis Atem jagte Izumi einen Schauer nach dem anderen über den Rücken.
Es war nicht mehr auszuhalten, länger von ihm getrennt zu sein.
Wie von Sinnen vor Sehnsucht riss er Koji mit sich zu Boden.
"Ich will, dass Du mich wieder küsst..." hauchte er außer Atem und schob den Bademantel über Kojis Schultern.
Der Teppich unter seinen Händen, auf denen er sich abstützte, war kalt und borstig.
Atemlos drückte er Koji an sich, zog ihn auf sich und spürte die vertraute, süße Schwere, nach der er sich so sehr gesehnt hatte.

Sobald seine Augen auf mich gerichtet sind, werden seine Augen so warmherzig...ich glaube, niemand anderer außer mir hat sie je so gesehen...

Er ist so schwer...so schwer, dass ich kaum noch atmen kann...

Ein wimmernder, sehnsuchtsvoller Laut des Schmerzes kam über seine zusammen gepressten Lippen.

Es tut weh...ER tut weh – in meinem Körper und in meinem Herzen..ein süßer, herrlicher Schmerz, den ich um nichts in der Welt mehr missen möchte...''

Der Wind riss das angelehnte Fenster auf, fuhr in die Vorhänge, nahm die schweren Regentropfen mit herein ins Zimmer.

Was für ein Sturm....



ENDE