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Rod, der Superdad

GeschichteDrama / P12 / Gen
Dirk "Bela B." Felsenheimer Jan "Farin Urlaub" Vetter OC (Own Character) Rodrigo "Rod" Gonzalez
23.08.2009
04.01.2021
28
37.358
3
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23.08.2009 1.991
 
Na dann, ich wünsche euch viel Spaß mit meiner FF! :)
Ach ja, wird übrigens immer abwechselnd aus Janas Sicht und der Erzählerperspektive berichtet.

Kapitel 1

„Wow, das war eines der besten Konzerte auf denen ich je war.“ sagte ich und trat endlich aus der stickigen Halle in die kühle Abendluft. Ich nahm noch einen Schluck aus meinem Becher und sah dann zu Antje. Diese grinste mich an.
„War ja auch eines deiner ersten oder?“ fragte sie.
„Na ja, ich war vorher mal auf nem Avril Lavigne Konzert. Doch das war nicht der Renner. Die Ärzte sind und bleiben einfach die besten.“
„Stimmt, gut erkannt. Oh, da ist schon meine Mutter. Na ja, mach‘s mal gut. Und ruf an. Und immer schön rockbar bleiben!“
Wir umarmten uns und die Kleine Blonde hupfte zu einem schwarzen Wagen und stieg ein. Ich lächelte kurz, als plötzlich mein Handy klingelte.
„Hallo?“
„Jana? Hey, tut uns leid, aber wir können erst in einer halben Stunde da sein. Kannst du solange warten?“ Die Stimme meiner Mutter klang bedrückt. Ich wette, sie saßen noch irgendwo bei McDonalds und futtern sich voll. Doch an so was hatte ich eh keine Interesse.
„Nö, ist okay, ich hab ja meinen MP3 Player mit. Bis dann.“ Ich legte auf und sah mich um. Auf dem Platz vor der Halle lag eine Menge Müll und es standen noch so einige Leute rum und unterhielten sich. Auch die ersten Leute von der Crew kamen und begannen, einige technische Sachen auf einen LKW zu verladen.
Ich setzte mich auf eine Treppe, die einige Meter entfernt war, doch statt Musik zu hören, ließ ich den Abend noch mal an mir vorbeiziehen. Ich hatte soeben ein supertolles Ärzte Konzert hinter mir. Ich stand in der ersten Reihe und die Stimmung war grandios gewesen. Und auch meine Lieblingsband war super drauf gewesen. Ich seufzte träumerisch. ½ Lovesong war am schönsten gewesen. Dieser Rod war auch ein atemberaubender Typ und diese Stimme...
Ich driftete in meine Traumwelt ab und merkte plötzlich, wie sich jemand zu mir setzte. Als ich die Augen aufschlug, blieb mein Herz fast stehen und mein Atem setzte aus. Neben mir saß Rod, von dem ich eben noch geträumt hatte.  

Rod seufzte laut auf und rutschte auf dem Sofa hin und her. Draußen hörte man laute „Zugabe!“-Rufe und Farin und Bela machten sich grade bereit, wieder auf die Bühne zu gehen.
„Rod, Alter, was‘n los?“ fragte Bela.
Rod sah auf und schüttelte den Kopf. Er konnte es Bela nicht sagen, genauso wenig wie er es Farin sagen konnte.
„Nichts weiter, ich war nur grade etwas in Gedanken unterwegs.“
„Na ja, wie auch immer, wir gehen wieder auf die Bühne, sonst rasten die da draußen noch komplett aus.“ Er schlug Rod aufmunternd auf die Schulter und dieser stand auf.
Während er sich als letzter von den dreien in Richtung Bühne begab, hätte er alles darum gegeben, dort jetzt nicht mehr hinzumüssen.  Er hatte sie nämlich entdeckt. SIE. Er seufzte erneut und setzte ein breites, falsches Lächeln auf, als er die Bühne betrat. Sofort fiel sie ihm wieder ins Auge.
Sie war ca. 15, 16. Sie hatte ungewöhnlich blaues Haar, das sie zu einer knalligen Kurzhaarfrisur trug. Sie trug ein Fan Shirt und sie hatte einen weichen, fröhlichen Gesichtssaudruck. Er ließ seinen Blick zu jemand anderen wandern und stimmte „Deine Freundin (wär mir zu anstrengend)“ an.
„Rod, du Idiot, wir wollten eigentlich „Radio brennt“ spielen.“ sagte eine Stimme vom Schlagzeug laut und Bela warf ihm einen durchdringenden Blick zu.
„Ihr müsst entschuldigen, Rod hat heute nicht seine tägliche Dosis Heroin bekommen, die er sich sonst Backstage immer spritzt, wir haben gehofft, es geht auch so.“ warf Farin ein und hatte somit die Lacher des Publikums auf seiner Seite. Bela hinter seinem Schlagzeug jedoch runzelte die Stirn. Hoffentlich würde sich Rod langsam wieder fangen. Er war zwar nicht die Stimmungskanone bei ihren Konzerten, aber heute wirkte er geradezu bedrückt. Bela stimmte „Radio brennt“ an und vergaß kurz darauf Rod.
Rod konnte sich wieder halbwegs fangen und schaffte es, dass Mädchen nicht zu oft anzustarren. Sie war inzwischen nach hinten gegangen und machte bei einem besonders heftigen Pogo mit, was für ein Mädchen eigentlich ungewöhnlich war, doch sie war scheinbar anders. Das Konzert war dann doch der Kracher, die Fans waren super drauf und die Stimmung einfach spitze. Doch trotzdem war Rod ziemlich froh, als sie endlich von der Bühne gehen konnten. Backstage zählten Bela und Farin gleich mal die BHs, die sie heute bekommen hatten und machten sich lautstark darüber lustig. Rod starrte abwesend vor sich hin und sagte schließlich:
„Jungs, ich geh mal raus, eine rauchen. Bis dann.“ Und er verschwand. Draußen atmete er erst mal tief durch. Er stand vor einem geheimen Eingang, für die Musiker, von dem Fans nichts wussten. Rod zündete sich eine Zigarette an und ging langsam Richtung Haupteingang. Er würde zwar von Fans belagert werden, wenn er dort auftauchte, aber vielleicht bestand ja die Chance, dass sie Blauhaarige noch da war. Und tatsächlich. Sie saß etwas abseits auf einer Treppe und Rod setzte sich zu ihr. Sein Herz schlug bis zum Hals, als sie zu ihm sah und ihn fassungslos anstarrte.  

„Hallo. Können wir mal kurz reden?“ fragte mich Rod leise.
Ich glaub, ich bekomm gleich nen Herzinfarkt. Rod will mit mir reden. Oh seine Stimme ist so sexy. Doch was will er eigentlich von mir. Ich räusperte mich verlegen.
„Klar. Aber worüber willst du den ausgerechnet mit MIR reden?“ fragte ich schüchtern. Man, da sprech ich schon mit meinem Idol und dann mit so einer piepsigen Stimme.
„Na ja, also... Du heißt doch Jana oder?“ fragte er mich und sah mich mit seinen braunen Augen an. Ich starrte ihn perplex an. Hallo, woher kannte er meinen Namen? Woher wusste der Bassist der Ärzte wie ich heiße?
„Woher... Woher... weißt du den das?“ fragte ich ihn mit großen Augen. Er räusperte sich und schien verlegen.
„Na ja, ich hab dich gesehen und... na ja, eigentlich gibt es keine Zweifel...“
„Zweifel? Wovon redest du bitte?“ fragte ich ungeduldig. Ich hasste es, wenn Leute um den heißen Brei herumredeten.
„Ich... nun ja... Habe die Vermutung, dass du der Mensch bist, nach dem ich schon sehr lange suche und den ich schon immer kennen lernen wollte.“
Dachte er, ich wäre nach diesem Satz schlauer?
„Du bist meine Tochter.“ Vier Worte. Vier so einfache Worte. Ich glaube, in diesem Moment war mir alles egal. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte, alles um mich drehte sich. Ich wollte, ich konnte es nicht glauben. Rod konnte nicht mein Vater sein. Mein Vater würde mich gleich mit meiner Mutter abholen. Plötzlich wurde mir schlecht.  
„Alles okay? Brauchst du Wasser?“ hörte ich aus der Ferne Rods Stimme. Doch ich konnte mich nicht rühren. Alles drehte sich wieder, als ich aufstehen wollte. Und dann wurde mir schwarz vor Augen.

Farin und Bela staunten nicht schlecht, als Rod wieder zu ihnen kam und ein Mädchen unter seinem Arm mitschleifte.
„Sag mir nicht, dass du sie flachgelegt hast und sie nun davon ohnmächtig geworden ist?“ sagte Bela laut und Farin krümmte sich vor lachen.
„Spar dir deine Witze, hilf mir lieber mal!“ forderte Rod Bela auf. Dieser zuckte die Schultern und bettete sie mit Rod auf ein Sofa. In seinen Augen war sie nicht besonders hübsch, Bela stand nicht besonders auf blaue Haare.
„Jetzt erzähl mal, wieso du hier nen halb ohnmächtigen Fan mit rein schleppst!“ sagte nun Farin leise und deutete auf Jana, die nun langsam wieder zu sich zu kommen schien.
„Das... ist so ne Sache...“ murmelte Rod vor sich hin und seufzte innerlich. Er wünschte sich, er hätte Jana niemals angesprochen. Es war klar, dass sie so geschockt reagieren würde. Vielleicht hätten sie sich später irgendwann einmal wieder getroffen.
Er sah zu Jana. Sie hatte nun die Augen geöffnet und starrte nun die drei vor sich an. Es sah aus, als würde sie gleich wieder ohnmächtig werden wollen.
„Wenn das ein Traum ist, will ich sofort aufwachen.“ murmelte sie vor sich hin und fasste sich an den Kopf.
„Glaub mir Kleine, wenn wir ein Traum wären, dann würdest du nicht wieder aufwachen wollen.“ sagte Bela, der ihre Worte deutlich verstanden hatte, leise und fast bedrohlich.
Sie ignorierte Bela und wandte ihren Blick Rod zu und starrte ihn an.
„Du hast vorhin Witze gemacht oder?“
„Ich... nein...“
„Komm schon, dass kann nicht wahr sein! Das ist so ne Fan Verarsche von euch oder?“ fragte Jana und ihre Stimme schwoll bedrohlich an.

Ich war so unglaublich wütend. Natürlich, ich sah mal eben meine Lieblingsband von ganz nahem und lag bei ihnen im Backstagebereich, aber das täuschte nicht über die Tatsache hinweg, dass mir eben ein für mich eigentlich wildfremder Mann erzählt hat, dass er mein Vater ist! Das KONNTE bloß ein Witz sein!
„Hör mal, lass uns ein andern mal...“ sagte Rod leise und warf Farin und Bela einen Blick zu, ehe ich ihn unterbrach:
„Hör mal, was erwartest du eigentlich? Du hast mir gesagt, dass du mein Vater bist! Mein Vater! Wie soll das möglich sein?“
„Dein bitte WAS?“ fragte nun Bela total laut und sah mich empört an.
„Hör mal Kleine, ich weiß nicht, welche Drogen du genommen hast, unter deren Einfluss du stehst, aber Rod ist ganz bestimmt nicht mein Vater.“ Na also, endlich jemand, der es einsah.
„Na ja, dass sag ich doch. Doch warum erzählt er mir dann so was, kannst du‘s mir erklären?“ wandte ich mich nun direkt an Bela. Dieser runzelte nur die Stirn und warf einen ratlosen Blick zu Farin, der das ganze bisher mit unbeteiligter Mine beobachtet hat. Rod schien irgendwohin verschwunden zu sein.
„RODRIGO!!!! WENN DU HIER NICHT SOFORT ANTANZT, FLIEGST DU AUS DER BAND!!!!“ schrie Bela unvermittelt durch die einzig offen stehende Tür. Ich zuckte zusammen.
„So ein Idiot. Lässt uns mit so einem unter Drogen stehenden Fan allein. Ich geh ihn suchen.“ schimpfte Bela und verschwand durch die Tür.
„Ich steh nicht unter Drogen!“ rief ich ihm noch nach, doch ich glaube nicht, dass er es hörte. Ich sah nun langsam zu Farin, der mich nun interessiert musterte.
„Und, hältst du mich auch für verrückt?“ fragte ich sarkastisch. Im Moment war mir eh alles egal. Ich glaubte seit einer halben Minute sowieso daran, dass dies alles nur ein Traum war.
„Nein, eigentlich nicht. Ich frag mich nur, warum Rod uns angelogen hat.“ sagte Farin leise und machte Anstalt, sich aufs Sofa setzten zu wollen. Ich zog schnell meine Beine zu mir und Farin nahm Platz. Auch wenn es ein Traum war, es war doch ziemlich cool, dass Farin Urlaub nur ein paar Zentimeter von mir entfernt auf dem Sofa saß.
„Weißt du, es ist nur ein paar Monate her, da hat er seinen Geldbeutel verloren. Ich sah zufällig rein und entdeckte das Foto eines kleinen Babys, dass erst wenige Monate alt war. Als ich ihn fragte, wer das ist, druckste er erst rum und sagte schließlich etwas von entfernter Nichte oder so. Ich fand‘s aber merkwürdig, weil es das einzige Foto in seinem Portmonee war und na ja, so ein Gefühl sagte mir, dass da was faul ist. Und etwa zur gleichen Zeit tauchte eine Frau auf, während einer unserer Proben. Ich hatte sie noch nie gesehen, doch sie und Rod schienen sich gut zu kennen. Sie stritten sich ziemlich, doch Dirk und ich haben nicht mitbekommen, worüber, nur, dass es um eine Sache ging, der vor etwa 16 Jahren geschehen war.“ Ich musterte ihn nun ebenso interessiert, wie er mich vorhin musterte. Interessant, wie mein Gehirn im Traum auf solch eine Idee kam. Ich hatte wohl ziemlich komplexe Gedankengänge.
„Jetzt kann ich wirklich aufwachen.“ murmelte ich leise vor mich hin.
Farin lachte leise.
„Hey, dass ist kein Traum, auch wenn du es dir vielleicht wünschst.“ sagte er grinsend und zwickte mich in die Seite, dass es schmerzte. Und mit einem Schlag wurde mir klar: Es war doch kein Traum.
 
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