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Secret Heart

von Eilith
KurzgeschichteLiebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Draco Malfoy Harry Potter
15.08.2009
15.08.2009
1
4.339
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Dieses Kapitel
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15.08.2009 4.339
 
Secret Heart


Übersetzung: Die Geschichte stammt aus der Feder von Alaana Fair und wurde mit ihrem Einverständnis übersetzt. Die Originalgeschichte ist unter folgendem Link zu finden: http://www.thehexfiles.net/viewstory.php?sid=11443
Disclaimer: Alle Charaktere gehören JK Rowling, sowie verschiedenen Verlegern wie Bloomsbury Books und Warner Bros. Inc. Weder ich, noch die Autorin verdienen hiermit Geld.
Pairing: H/D
Rating: NC-17
Summary: [Übersetzung] HP/DM One-Shot, Animagus-Story von Alaana Fair. Harry ist ein Auror und ein Animagus. Leider hat er ein klitzekleines Problem mit dem Zurückverwandeln und die einzige Person, die mit seiner Animagusform umgehen kann, ist Draco Malfoy. Und Draco ist nicht begeistert. Überhaupt nicht. Oder doch? EWE

Secret Heart



„Ach, verdammte Scheiße, nicht schon wieder!“ fluchte Draco, als er die zwei höchst unwillkommenen Auroren vor seiner Vordertür stehen sah.

Ron und Blaise tauschten ein wissendes Lächeln aus.

„Also gut“, sagte Draco ungehalten. „Bringt das Vieh rein. Ich hab die Möbel ja grade vom letzten Mal, als er hier war, repariert. Mir war fast schon wieder langweilig.“

Mit einem kurzen Schwenken seines Zauberstabes hob Ron den großen Käfig, in dem ein schlafender Tiger lag, an und manövrierte ihn durch die Tür, quer durch die Halle ins Wohnzimmer.

„Was ist diesmal passiert?“, fragte Draco, als er sich gänzlich ungraziös in seinen neuen Sessel fallen ließ.

„Äh“, begann Ron zögernd, während er zu seinem Partner hinüber schielte. „Eine Hetzjagd in Muggel-London.“

„In Muggel-London? Er verwandelt sich in einen Tiger um die Bösen Jungs zu jagen - in Muggel-London?“, schnaubte Draco. „Idiot.“

„Naja“, ergänzte Blaise mit einem Grinsen. „Immerhin hat er sie erwischt.“

Rons Glucksen brachte ihm einen wütenden Blick ein.

„Oh, gut. Solange ‚Wunder-Tiger‘ die Bösen fängt, ist die Welt ja in Ordnung“, schnaubte Draco erneut und erhob sich; sein langer, zielsicherer Schritt auf die Bar gerichtet, um sich selber ein großes Glas Whiskey einzuschenken.

„Ist es nicht ein bisschen früh, um etwas zu trinken?“, stichelte Blaise.

„Du kannst mich mal, Zabini. Es ist nicht zu früh. Ihr hättet eine Eule schicken sollen, dann wäre ich schon betrunken gewesen, bevor ihr hier überhaupt angekommen seid.“

„Ach, komm schon, Draco. Es ist doch gar nicht so schlimm. In ein oder zwei Wochen verwandelt er sich zurück. Du weißt, dass das Manor der einzige sichere Ort ist.“

Draco bot den beiden Männern keine Drinks an. Sie waren offensichtlich noch im Dienst – nicht dass er ihnen unter diesen Umständen einen Drink angeboten hätte, wenn sie es nicht gewesen wären. „Was ist mit Hogwarts? Jede Menge Platz für ihn zum Umherstreifen.“

„Ja klar, Malfoy. Ein dreihundert Pfund Tiger, der über das Schulgelände streift und Schüler, die sich dabei zu Tode ängstigen. Was könnte da schon schief gehen?“

Blasie boxte Ron in die Schulter um ihn zum Schweigen zu bringen. „Draco“, sagte Blaise ruhig. „Du bist der einzige weitere Animagus-Tiger in Großbritannien. Du kannst mit ihm umgehen, richtig? Das hast du schon bewiesen. Und denk dran, du schuldest ihm etwas.“

„Ja, ja“, wies Draco mit einem verärgerten Winken ab, während er den Inhalt seines Glases hinunterkippte und sich ein weiteres auffüllte. „Wie oft muss ich das Vieh noch babysitten, bis ich diese verfluchte Lebensschuld beglichen habe?“

Blaise grinste, ging zu Draco und nahm ihn das Glas aus der Hand. „Du kennst den Ablauf. Er wird in ein paar Stunden aufwachen und hungrig sein.“

Draco schnaubte ließ sich zurück in den Sessel fallen, die Arme mit einem Stöhnen dramatisch vor sein Gesicht haltend.

„Wir kommen nachher nochmal vorbei und schauen, wie es ihm so geht. Gib uns bescheid, wenn er versucht dich zu verspeisen, ok?“

Nachdem er weiteres Lachen ignoriert hatte, signalisierte ihm das Rauschen vom Kamin den Abgang der beiden und Draco hob seinen Kopf. Er versuchte genügend Feindseligkeit aufzubringen, um den schlafenden Tiger einen bitterbösen Blick zuzuwerfen, konnte es aber nicht so recht zu Stande bringen. Er war vielleicht fähig alle anderen zu täuschen, aber nicht sich selber.

Ein Rausch der Dankbarkeit durchfuhr ihn beim Gedanken Harry wieder ganz für sich alleine zu haben. Selbst als Tier war Harry aufregender, als jede andere Person, die Draco kannte. Er wünschte sich nur, dass Harry sich erinnern würde, nachdem er sich wieder zurückverwandelte. Sie waren sich nicht sicher, warum er es nicht konnte; Granger hatte etwas gefaselt über einen schwebenden Zustand zwischen seiner Animagusform und seiner menschlichen Form. Aber Draco gab nicht viel auf diese Theorie.

Mit einem Schnippen seines Zauberstabes öffnete er den Käfig und wartete auf ein Zeichen, dass der Tiger wieder zu sich kam. Für Draco, der nicht gerade für seine Geduld bekannt war, dauerte es allerdings zu lange.

Er verwandelte sich in den Sibirischen Tiger, dessen Form er zu lieben gelernt hatte, und bewegte sich auf den Käfig zu. Mit der Nase schubste er die Tür auf. Draco wusste, dass der Käfig zu klein für zwei Tiger war, aber es störte ihn nicht wirklich. Er folgte seinen tierischen Instinkten und schnüffelte und leckte bis der mächtige schwarz-gelb gestreifte Schwanz zuckte und große Pfoten spielerisch nach ihm schlugen. Es war ein komisches Gefühl, diese Verwandlung von einem Menschen in eine Raubkatze. Der seltsame Mix aus menschlicher Intelligenz und animalischer Kraft konnte manchmal berauschend wirken, aber in Momenten wie diesen war das Gefühl schier überwältigend.

Sie gingen durch ihr übliches Ritual, beidem Harry ihre Schnurrhaare aneinander rieb und mit seiner rauen Zunge und scharfen Zähnen über sein Fell strich. Es war das pure Vergnügen sowohl als Raubkatze, als auch als Mann und Draco genoss jede Minute, bis schließlich Harry mit einem lauten Brüllen verkündete, dass er Hunger hatte.

Draco zog sich, unwillig den Komfort des warmen Körpers aufzugeben, aus dem Käfig zurück, während Harry ihm, stupsend zur größeren Eile drängend, folgte.

Draco verwandelte sich zurück und rief nach einem Hauself, der das frischeste Fleisch bringen sollte, das aufzutreiben wäre. In diesem Zustand mochte Harry frisches Fleisch, wie es nur ein Raubtier zu würdigen wusste. Draco verstand das besser als jeder andere. Einige seiner wertvollsten Erinnerungen handelten von der Jagd durch den malfoy’schen Wald an Harrys Seite. Zu beobachten, wie der andere Tiger sich mit Präzision an seine Beute heranschlich und sich schließlich mit ungeheuerlicher Schnelligkeit auf das ahnungslose Mahl stürzte, war immer wieder berauschend. Und Harry war großzügiger, als ein Tiger sein sollte. Er war immer gewillt die besten Stücke mit seinem Partner zu teilen.

Mimsy tauschte mit einem Steak fast so groß wie sein eigener Kopf auf. Seine Augen waren vor Furcht weit aufgerissen, während er die große Raubkatze beobachtete. Mit einem Wink seines Zauberstabes ließ Draco das Stück Fleisch aus den Händen des Elfs vor seinen Füßen auf den Boden schweben.

„Es dauert nicht mehr lange, mein Wilder“, sagte Draco liebevoll, als er den Tiger hinter den Ohren kraulte und ihm damit ein Schnurren aus der tiefen Kehle entlockte. „Später gehen wir in den Wald und jagen einen netten, dicken Fuchs, okay? Aber bis dahin muss es so gehen.“

Der Tiger scheuerte seinen Kopf gegen Dracos Hüfte und stieß ihn damit beinah um, bevor er sich dem Stück Fleisch widmete, das für ihn nur ein kleiner Snack war. Draco lachte leise.

Verdammt, wie oft waren sie schon durch das Ganze gegangen? Acht, vielleicht neun Mal? Und jedes Mal versprach Harry, dass es das letzte Mal gewesen wäre und jedes Mal brach Dracos Herz ein wenig mehr, wenn er sich klarmachte, dass sie nie das Gleiche als Menschen teilen würden, was sie als Tiger verband. Kameradschaft, Verständnis, Vertrautheit, Liebe. Draco lachte bei dem Gedanken an Letzteres. Er hatte sich schon seit langem eingestanden, dass er dem Tiger verfallen war, aber er weigerte sich immer noch zuzugeben, dass das gleiche auch für den Mann galt. Dieses Eingeständnis würde einfach zu viel kosten.

~~~~~~~~~~

„Ähem.“

Draco öffnete ein Auge und griff nach seinem Zauberstab, bereit einen Fluch zu hexen, ganz gleich wer seinen friedvollen Schlaf unterbrochen hatte, Freund oder Feind.

„Ich nehme an er hat sich noch nicht zurückverwandelt?“, fragte Weasley mit diesem unausstehlichen schiefen Grinsen.

Auf sein Schoß hinabblickend, auf dem der schlafende Tiger auf dem magisch vergrößerten Sofa ausgebreitet lag, grinste Draco. „Offensichtlich nicht, Weasley. Es waren erst drei Tage.“

„Jaha, aber er hat daran gearbeitet. Ich hatte gehofft, er hätte es diesmal schneller geschafft.“

Draco stieß den Tiger an, um das Blut wieder in seine Beine fließen zu lassen. „Sieht nicht danach aus.“

Ron setze sich auf einen Stuhl, soweit wie möglich von dem Sofa entfernt. Er wusste es besser, als dass er es darauf ankommen lassen würde Harry zu nahe zu kommen. Wenn Harry in dieser Form war, konnte nur Draco ohne Gefahr nah an ihn ran. Diese Tatsache erfreute Draco mehr, als es sollte.

Harry riss sein Maul in einem gewaltigen raubtierhaften Gähnen auf, bevor er Ron warnend anfauchte.

„Ach, hör auf“, schimpfte Draco als er sich aufsetzte. „Er wird dir nicht weh tun.“

Der Tiger streckte sich besitzergreifend über Dracos Schoß, sein Kopf dabei unter Dracos Arm schiebend, was Draco leise lachen ließ. Das Gewicht hätte ihn erdrücken müssen, aber Harry hatte einen Weg gefunden sich auszubalancieren, sodass Draco sich stattdessen sicher und beschützt fühlte.

„Er wird mir auch nichts tun. Zumindest nicht heute“, ergänzte Draco und versuchte dabei verzweifelt die Zuneigung aus seiner Stimme zu verbannen.

„Also gut, ich wollte nur nachsehen, ob du etwas braucht“, sagte Ron und stand auf.

„Ja, ich könnte eine neue Flasche Glenlivet gebrauchen, wenn du schon Besorgungen machst“, antwortete Draco mit einem schadenfrohen Grinsen.

„Ach ja?“, gab Ron zurück. „Welches Jahr?“

„Neunzehn-achtzig.“

Ron schnaubte, als er in das Feuer zum Flohen trat. „Wenn du Glück hast.“

Draco blickte auf den Tiger hinab, dessen Augen leuchteten und grinste. „So, glaubst du, du kannst lange genug wachbleiben für einen Spaziergang?“

Harry streckte sich und sprang vom Sofa, Draco mit seiner Schnauze schubsend. Er schubste den Tiger spielerisch von sich bevor er seine Animgusform annahm. Wenn er die Bestie nicht bald nach draußen bekäme, würde er seine neue Garnitur zu Kleinholz verarbeitet sehen.

Sie schlichen zur Tür, während Harry ihn ungeduldig kneifte. Sobald sie die Schwelle des Hauses hinter sich gebracht hatten, fing Harry an auf den Wald zu zu rennen. Ein Fangspiel also? Dachte Draco mit einem animalischen Grinsen, beidem Weasley sich wahrscheinlich in die Hosen gemacht hätte. Sein Lachen erklang als lautes Brüllen. Draco nahm die Verfolgung auf.

Dies hier war besser als jedes Quidditschspiel. Harry war pure Muskelkraft und unbändiges Feuer. Es war prächtig anzusehen und Draco hätte ihn noch stundenlang betrachten können. Harry war viel schneller als er selber. Letztendlich würde er sich immer fangen lassen, wenn er bereit war sich zu Boden werfen zu lassen. Sie würden danach mit Sicherheit ein weiteres Nickerchen benötigen und Harry würde sichergehen, einen angenehmen Platz für sie beide in der Sonne zu finden.

Draco konnte den Geruch des Waldes wahrnehmen, die blühenden Blumen, das modrige Gras nach dem Morgenregen, die Angst der Kleintiere, die sich in ihren Höhlen verkrochen, wenn Harry und er an ihnen vorbeischlichen. Aber am Überwältigsten war der Geruch von Harry selber; der Geruch nach Stärke und Vertrauen, der praktisch aus jeder Pore strömte, war berauschender als irgendein Alkohol jemals sein konnte. Der Gedanke, dass dies das letzte Mal sein könnte, dass sie so beisammen sein würden, ließ Draco seinen Kopf in das warme Gras vergraben. Er würde dies alles mehr vermissen, als er bereit war zuzugeben.

~~~~~~~~~~~

Das Geräusch des aktivierten Flohnetzes ließ Draco von seinem Buch aufblicken. „Habt ihr alle vergessen, wie man die Tür benutzt?“

Blaise grinste. Seine Augen richteten sich unruhig auf den Tiger zu Dracos Füßen. Die Raubkatze, von zerfetzten Möbelteilen umgeben, kaute auf etwas, was mal Teil eines luxuriösen Stuhls gewesen war.

„Aber dann müsstest du aufstehen und an die Tür gehen. Wäre das nicht ein Ding der Unmöglichkeit?“

Draco warf das letzte heilgebliebene Kissen nach seinem Kopf.

„Versuch du mit so einem Biest klarzukommen und sag mir dann, dass du nicht erschöpft wärst. Was willst du überhaupt hier? Weasley hat gestern nach ihm gesehen.“

Blaise schenkte sich selber ein Glas ein bevor er sich setzte, während Harry ihn aus zugekniffenen Augen beobachtete.

„Ich bin hier, um mit dir zu reden.“

Draco hob eine Augenbraue. Blaise sprach in diesem Ton, was nie ein gutes Zeichen war. Harry musste sein Unbehagen gespürt haben, denn er ließ von seinem zerfetzten Spielzeug ab und sprang auf das Sofa neben ihn. Aus Gewohnheit kraulte Draco ihn hinter den Ohren und wurde mit einem sanften Grollen belohnt.

„Über was willst du mit mir reden?“, fragte Draco.

„Über Harry. Ron sagte, dass er dabei war herauszufinden, wie er sich zurückverwandeln kann. Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass es das letzte Mal war, dass er in seiner Tigerform steckenbleibt.“

Draco zuckte mit den Schultern. Seine Finger griffen unbewusst tiefer in das Fell, als würde er sich daran festhalten können. „Was hat das mit mir zu tun?“

„Das bedeutet, dass es deine letzte Chance sein könnte.“

„Meine letzte Chance für was, Blaise? Das Biest zu babysitten? Gott verbiete es.“

Der Mann hatte die Dreistigkeit zu lachen. „Draco, du weißt, dass du niemanden an der Nase rumführen kannst mit deinem ganzen Genörgel. Jeder außer dir und Harry kann sehen, wie viel er dir bedeutet.“

Draco verzog das Gesicht. Er hätte wissen müssen, dass Blaise ihn durchschauen würde. „Tja, du täuschst dich offensichtlich. Wenn ich ein Haustier haben wollte, würde ich mir eine nette Katze kaufen, die nicht die ganzen Möbel anpissen würde.“

„Schau, du kannst es leugnen so viel du willst, aber tu uns allen ein Gefallen, ok? Wenn er sich diesmal zurückverwandelt und fragt, was er tun kann, um dir zu danken, frag ihn, ob er dich zum Essen einlädt.“

Draco kaute nervös auf seiner Unterlippe und blickte auf den Tiger hinab, der den Kopf in seinen Schoß gelegt hatte. Wenn er auch nur für eine Minute glauben könnte, dass Harry mehr als Freundschaft wollen würde; er würde keine Sekunde zöger, aber er würd ihn nicht dahingehend manipulieren. „Blaise“, sagte er ruhig. „wenn Harry mich hätte fragen wollen, hätte er es bereits getan. Er ist der Gryffindor, schon vergessen? Der Mutige. Derjenige, der sich dort hineinstürzt, wo sonst nur ein Narr sich hintrauen würde.“

„Fuck, Draco. Wer glaubst du ist immer der Erste, der den Vorschlag macht, dass ich dir eine Eule schicken soll, damit du dich uns anschließt, wenn wir nach der Arbeit einen Trinken gehen? Merlin, ich glaube der einzige Grund, warum er mit mir befreundet ist, ist dass er es als Ausrede benutzen kann, um mit dir zu reden.“

Ein Hoffnungsschimmer erblühte in Dracos Brust, aber er unterdrückte ihn schnell. Blaise war Slytherin, ein Meister der Manipulation. Es entsprach wahrscheinlich nicht mal der Wahrheit.

„Sieh mal, Draco, der Mann hatte in fast zwei Jahren keine Dates. Jedes Mal, wenn sein Auge auf eine Person im Pub fällt, ist sie groß, mager und ziemlich blond. Er ist genauso stur wie du, das ist alles.“ Blaise stoppte für eine Antwort, aber Draco weigerte sich eine zu geben.

„Du weißt, dass du ihn gern hast“, drängte Blaise und lehnte sich in seinem Stuhl vor.

„Das hab ich nie gesagt“, antwortete Draco unbehaglich und schubste den schweren Kopf von seinen Schoß, sodass er sich einen Drink mixen konnte, um seine Nerven zu beruhigen.

„Nein, aber du hast auch nie gesagt, dass du ihn nicht magst, was bedeutet, dass du es doch tust.“

Draco warf Blaise einen Blick zu, der Dämonsfeuer hätte gefrieren lassen. „Es ist völlig ohne Bedeutung, ob ich ihn mag oder nicht. Ich werde eine absolut erträgliche Beziehung mit diesem Mann nicht ruinieren, indem ich ihn Unbehagen bereite. Wenn er mich will, weiß er wo er mich findet. Ende der Diskussion.“

Blaise seufzte und erhob sich zum Gehen. „Also gut, dann schwelge in deiner Einsamkeit, bis er jemanden findet, der deinen Platz einnimmt, aber dann komm nicht zu mir und jammer, wenn es so weit ist.“

Draco hätte ihn zu gern verhext, aber er wusste, dass Blaise recht hatte. Es war nur eine Frage der Zeit, bis jemand daher käme und sich den Retter schnappen würde. Und was würde Draco dann tun? Er war erstaunt, als sich eine tröstende Hand auf seine Schulter legte und mehr noch bei dem heftigen Brüllen, das von Harry kam, als der vom Sofa sprang.

Blaise wich schnell zurück und blickte nervös auf den Tiger, der schützend an Dracos Seite stand.

„Fuck, Draco. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich behaupten er sei eifersüchtig.“

„Eifersüchtig auf dich?“, schnaubte Draco und war bei dem Gedanken irgendwie erfreut. „Wir wissen beide, dass er schlauer ist.“

Blaise hob neugierig seinen Kopf. „Ach? Also, das ist genau der gleiche Blick, den Harry draufhat, wenn der Barmann von ‚The Green Pixie‘ mit dir flirtet. “

Draco winkte ab. Er weigerte sich mehr von diesem Unsinn zu hören. Wenn Blaise und Weasley nicht Partner wären, würden er und Harry sich nie sehen. Die Tatsache, dass sie bei Gelegenheit gut miteinander klarkamen, bedeutete nichts weiter. Harry war freundlich, weil das Harrys Art war und Blaise war ein Idiot da mehr hineinzulesen als da war.

„Denk einfach mal darüber nach, ok? Mehr verlang ich nicht.“

Er weigerte sich erneut eine Antwort zu geben und Blaise flohte mit einem lauten Schnaufen davon. Draco sah auf seinen Beschützer und lächelte. „Was denkst du, mein dummer Freund? Glaubst du, dass ich je eine Chance hätte?“

Der Tiger schnurrte und Draco kniete sich nieder um die Arme um seinen Nacken zu schlingen. „Wenn du dich nur erinnern könntest“, flüsterte er verdrossen. „Aber das kannst du nicht, nicht wahr? Nichts von all dem hier ist von Bedeutung, wenn du dich zurückverwandelst. Du wirst wieder zu dem Mann, den alle verehren. Ein Mann, den man von weitem beobachtet und bewundert, von dem man träumt, aber den man nie berührt.“ Draco lehne seinen Kopf an den Nacken des Tigers und wünschte sich zum hundertsten Mal, dass er die Augen öffnen und Harry ihn ansehen würde.

~~~~~~~~~~~

Am fünften Tag wachte Draco panisch durch den Verlust eines Gewichtes auf seinem Körper auf. Seine Augen schossen auf der Suche nach dem Tiger hektisch hin und her und landeten auf Harry Potter, der in einem Stuhl nahebei saß.

Nun, dachte Draco traurig, das war’s dann also, nicht wahr? „Potter, wie ich sehe hast du es endlich zurück in die Menschlichkeit geschafft.“

Harry lächelte verlegen und Dracos Herz stockte bei dem Anblick.

„Ja, ich wollte nicht gehen, ohne mich bei dir zu bedanken.“

Draco schwang seine Beine vom Bett und streckte sich, während er sein Unmut zu verbergen versuchte. „Ja, nun, du hast mir gedankt. Du solltest jetzt wahrscheinlich schnell zu deinen kleinen Freunden rennen und sie wissen lassen, dass es dir gut geht. Sie waren besorgt.“

„Nein, waren sie nicht“, antwortete Harry ohne sich zum Gehen zu bewegen.

Draco blickte ihn ungläubig an. „Woher willst du das wissen? Du kannst nicht mal sagen, wie lange du hier gewesen bist. Es könnten Monate vergangen sein.“

Harry sah mit einem seltsamen Ausdruck auf dem Gesicht auf. „Es waren fünf Tage.“ Er erhob sich und überraschte Draco, als er sich zurück in einen Tiger verwandelte und mit einer natürlichen Anmut auf das Bett sprang.

„Fuck, Harry! Was machst du?“ Draco fing an zu fluchen, als der Schock nachließ. „Jetzt dauert es wieder eine Woche bevor du-“ Die Wörter erstarben auf seinen Lippen, als Harry sich verwandelte in … Harry.

Draco starrte in sanfte grüne Augen. „Wie?“

„Ich kann mich seit fast einem Jahr selber zurückverwandeln.“

„Was?“ Dracos Stimme zitterte als die Frage in seinem Hals stecken zu bleiben drohte.

„Ich nahm mir immer wieder vor nicht zurückzukehren, aber … Ich konnte mir nicht helfen.“

„Dann erinnerst du dich an-“

„Alles.“

„Alles?“

Harry grinste und kroch auf Händen und Füßen über das Bett. „Alles“, sagte er sanft und fing Dracos Lippen zu einem zärtlichen Kuss ein. Dracos Innerstes zog sich zusammen.  Er wollte den Mann von sich stoßen und ihn ins Vergessen hexen, dafür dass er ihn an der Nase herumgeführt hatte. Aber Harrys Körper presste sich an seinen und es war so warm, so tröstlich, so … perfekt, dass er es nicht konnte.

„Also… was Blaise über dich gesagt hat, ist wahr?“, fragte Draco, fast schon verlegen, dass er dabei so hoffnungsvoll klang.

„Jedes einzelne Wort. Insbesondere der Teil über den Barmann im The Green Pixies. Ich war einige Male versucht mich in den Tiger zu verwandeln, damit ich ihn zerfleischen kann.“

Draco lächelte als er ein eifersüchtiges Aufflackern in Harrys Augen brennen sah.

„Aber du lagst falsch, was mich und Tapferkeit betrifft. Nicht wenn es sich um sowas handelt“, flüsterte Harry. „Es tut mir leid, dass ich dich angelogen hab, aber ich … hatte Angst, dass wenn du wüsstest-“

„Ich dir die Eier nach Südamerika weghexen würde, dafür dass du überall auf meinen Teppich gepinkelt hast?“

Harry setzte sich zurück und grinste. „Ja, etwas in der Art. Aber nachdem Blaise gegangen war, was du gesagt hast… Du hast mehr als nur eine Chance, Draco. Ich bin ein Idiot, dass ich so lange gewartet hab.“

Draco schüttelte den Kopf; er sollte wütend sein, er wusste es. Er sollte schreien und mit Sachen werfen und dem Kerl vorwerfen, was für ein komplettes Arschloch er wäre. Aber der Nachgeschmack des Kusses war noch auf seinen Lippen; der Kuss, von dem er monatelang geträumt hatte, Jahre genauergesagt. „Wäre es nicht einfacher gewesen mich zu fragen, ob ich mit dir  ausgehen würde?“

Harry lachte und verwandelte sich den Tiger, um Draco auf das Bett niederzudrücken, wo er dann mit der Nase an seinem Nacken schnupperte. Er verwandelte sich zurück und schüttelte den Kopf. „Ich hatte Angst, du würdest nein sagen.“

Draco schlang seine Arme um Harry und zog in zu einem weiteren Kuss zu sich hinab.

„Das hätte durchaus sein können“, flüsterte er. „Du bist viel niedlicher als Tiger.“

„Jah, aber es gibt da ein paar Dinge, die als Mensch viel lustiger sein können, meinst du nicht?“, fragte Harry während er seine Hände über Dracos nackte Brust unter den Rand seines Pyjamas wandern ließ.

„Wie? Hast du es etwa nicht genossen, die Eingeweide aus hilflosen Tieren zu reißen?“

Harry lachte leise, seine Augen funkelten voller Übermut. „Nicht so sehr, wie ich das hier genießen werde.“ Seine Hand umfasste Dracos Schwanz und alle Gedanken an Füchse und Wälder und unter Sternen zu schlafen verschwanden aus Dracos Geist und wurden ersetzt durch die Realität. Wie oft hatte er hiervon geträumt? Wie oft hatte er sich vorgestellt, anstelle des Tigers neben diesem prachtvollen schwarzhaarigen Mann aufzuwachen. Zu oft, um es zu zählen.

„Weasley und Blaise werden stinkwütend sein, wenn sie rausfinden, dass du sie an der Nase herumgeführt hast“, gelang es ihm zu sagen.

Harry schnaubte und der Luftstoß gegen Dracos Nacken ließ seine Seele schmelzen. Harrys Hand war grob und sanft zugleich – die perfekte Kombination zwischen Kontrolle und Behutsamkeit. Es ließ Dracos gesamten Körper mit einem Verlangen durchströmen, wie er es noch nie gefühlt hatte.

„Wer sagt denn, dass sie es rausfinden müssen?“, flüsterte Harry und sein warmer Atem nahm den letzten Rest Selbstkontrolle mit, der Draco geblieben war. Er griff nach Harrys Hand aus Angst sofort und in diesem Moment zu kommen.

Harry zog sich zurück, sein Gesichtsausdruck fragend, fast schon ängstlich und Draco realisierte, dass sein tapferer Tiger eine Zurückweisung  genauso fürchtete, wie er. Er lächelte aufmunternd. „Es ist eine Weile her. Ich… will nicht, dass es so schnell vorbei ist.“

Harry erwiderte sein Lächeln mit aus Erleichterung scheinenden, grünen Augen. „Es ist noch früh und ich muss heute nicht zur Arbeit… oder morgen, wenn wir schon dabei sind.“

Die Worte fuhren durch Dracos Venen und erfüllten ihn mit der Idee, Harry ganz für sich allein zu haben – als Mann, nicht als Tier. Und mit dem Gedanken die Gelegenheit zu bekommen einige seiner Fantasien, die er über die Jahre hatte, zu verwirklichen.

Als Harrys Hand wieder zu seinem Schwanz glitt, hinderte Draco ihn nicht daran und als Harrys Lippen über seinen Kinn fuhren und dann weiter zu seinem Schlüsselbein wanderten, konnte er ihn nicht mehr stoppen. Es war pure Ekstase. Atem und Wind und Sonne reduzierten sich zu einer Einheit und als er mit einer Litanei unverständlichen Stöhnens kam, schaffte er es gerade so seine Augen offen zu halten und Harry anzusehen, der ihn mit einer Emotion beobachtete, die Draco nicht zu nennen wagte.

„Du bist wunderschön“, flüsterte Harry und fing Dracos Lippen mit der ganzen Leidenschaft, die der Tiger bei einer guten Jagd bewies und Draco erkannte, dass Harry und der Tiger doch nicht so unterschiedlich waren.

Er konnte Harrys Schwanz an sich gepresst fühlen und alles, woran er denken konnte, war wie gut es sich anfühlen würde, wenn Harry in ihn stoßen würde. Wenn er ihn da berühren würde, wo er schon so lange nicht mehr berührt worden war. „Nimm mich, Harry.“

Harry richtete sich auf und öffnete den Mund, um etwas zu sagen, aber Draco schnitt ihm das Wort ab. „Wenn du jetzt fragst, ob ich mir sicher bin, werde ich dir einen Fluch auf den Hals hexen. Ich habe das zu lange gewollt, als dass ich auch nur eine Sekunde länger warten könnte.“

Das Lächeln, das daraufhin über das Gesicht des Mannes flog, war gierig und hungrig und ließ Draco beinah voller Befriedigung aufschreien; Harry wollte ihn offensichtlich genauso sehr, wie er Harry wollte.

„Gleitmittel ist im Nachtschränkchen und … es ist eine Weile her, also -“ Harry küsste ihn: warme, beruhigende Küsse, die Sanftheit versprachen und dass er sich Zeit nehmen würde und dass Harry ihm niemals weh tun würde. Draco fühlte sich so sicher, wie er sich zuletzt als unschuldiges Kind gefühlt hatte. Es war ein unausgesprochenes Versprechen, dass Harry zehnfach erbrachte. Als der Moment kam, in dem Harry seinen Schwanz in Dracos Körper gleiten ließ, bat und flehte er mit allem was er besaß und es war besser als jeder Traum, den Draco je hatte.

„Fuck, Daco, du fühlst dich so gut an. Ich könnte für immer so bleiben.“

„Gut“, antwortet er und bewegte sich gerade soweit, um Harry aufstöhnen zu lassen. Harry hielt nicht lange durch, aber Draco war nicht geneigt sich zu beschweren. Er hatte den Mann endlich genau da, wo er ihn haben wollte und er hatte nicht vor, ihn jemals wieder gehen zu lassen.

~fin~
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