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Licht in der Dunkelheit

von vordano
Kurzbeschreibung
GeschichteMystery / P12 / Gen
Brennan Mulwray Jesse Kilmartin Shalimar Fox
09.08.2009
14.02.2010
29
69.712
 
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09.08.2009 1.321
 
Licht in der Dunkelheit


Brennan, Shalimar, Jesse und Lexa sahen schwer atmend zu dem explodierenden Gebäude, dem Hauptstützpunkt Dominions, zurück. Adam, ihr ehemaliger Anführer, hatte die Helix in die Luft gejagt, die sie auf dem Dach des Gebäudes abgestellt hatten, um ihnen die Flucht zu ermöglichen. Unglücklicherweise wurde Adam selber von Dominion und dem Schöpfer gefangen genommen.
„Und was sollen wir jetzt tun?“, fragte Jesse verzweifelt, wobei er seine verletzte Hand mit der gesunden abstützte.
Lexa, die direkt neben ihm stand bemerkte:
„Wir müssen versuchen, Adam zu finden! Ich meine, abgesehen von Jesse, leben wir sonst nicht mehr lange!“  
„Ja“, rief Shalimar gehetzt, „aber die Zentrale ist weg, die Helix ist weg und Dominion wird…..“
„Nein, nein, nein…!“, widersprach Brennan bestimmt, während er seinen rechten Arm fest an seinen Körper drückte, um den Schmerz erträglicher zu machen, der in seiner Schulter wühlte. Bei der Flucht aus ihrer Zentrale hatte eine Kugel seinen Oberarm von hinten durchschlagen und war vorne an der Schulter wieder ausgetreten.
„…Wir sind noch nicht am Ende, die gewinnen nicht!“
Die Gruppe zuckte erschrocken zusammen, als hinter ihnen eine weitere, laute Explosion den Nachthimmel erhellte.
„Wenn wir nicht von hier abhauen, dann doch!“,  rief Jesse und begann zu rennen.
„Kommt schnell!“
Die anderen beeilten sich, ihm zu folgen und so rannten sie durch einsames, unwegsames Gelände Richtung Stadt. Keiner von ihnen wusste im Moment, wie es weitergehen sollte und wohin sie gehen konnten, doch eines war klar:
Alle wollten zuerst einmal möglichst weit weg vom brennenden Stützpunkt Dominions. Keiner von ihnen legte Wert auf eine weitere Konfrontation mit deren Agenten.
Erst nach einer halben Stunde blieben sie stehen und Shalimar schaute konzentriert in die Richtung, aus der sie gekommen waren. Sie hob leicht ihren Kopf an und ihre braunen Augen verwandelten sich in die eines Raubtieres.
Nach einer Weile trat Brennan neben sie.
„Und? Werden wir verfolgt Shal?“
„Nein, ich denke nicht. Es wird wohl das Beste sein, wenn wir bis zum Stadtrand gehen und uns dort einen Unterschlupf suchen. Nachdem wir uns etwas ausgeruht haben, überlegen wir wie es weitergeht.“
Shalimar sah ihre Begleiter fragend an und die Verzweiflung, die sie im hellen Mondschein in deren Augen erkennen konnte war Schuld, dass ihr Herz sich schmerzhaft zusammenzog. Zwar war ihr bewusst, dass in ihren Augen dieselbe Verzweiflung lag, aber als Wilde wollte sie ihr Rudel, welches aus den Mutant X Mitgliedern bestand, beschützen. Ihre tierische DNA ließ ihr in diesem Punkt keine andere Wahl und ihre jetzige Situation schürte die Angst in ihr, dass es ihr in diesem Fall vielleicht nicht möglich war.
Brennan, der Shalimars Rudelverhalten und Instinkte - wie auch alle anderen im Team - nur zu gut kannte, legte ihr tröstend seine linke Hand auf die Schulter.
„Wir schaffen das schon, Shal. Wenn wir uns erst einmal ausgeruht haben, wird uns schon etwas einfallen. Komm, wir sollten weitergehen.“
Jesse und Lexa nickten zustimmend und setzten sich in Bewegung.
Brennan und Shalimar sahen sich noch einmal in die Augen und marschierten dann hinterher. Besser fühlte sich Shalimar allerdings nicht, denn sie hatte deutlich den Schmerz, den seine Verletzung hervorrief,  in Brennans Augen lesen können und ihre feinen Instinkte nahmen seine veränderte Atmung war. Außerdem glaubte sie nicht, dass der leichte Schweißfilm auf seinem blassen Gesicht nur vom schnellen Laufen herrührte. Sie blickte auf Jesses Rücken und atmete hörbar aus, da sie spürte, dass es auch ihm nicht gut ging.

Sie brauchten fünf Stunden, bis sie auf ein Fabrikgebäude am Stadtrand stießen. Es sah verlassen aus, was wahrscheinlich daran lag das Wochenende war. Der hohe Zaun, der das Gelände absicherte, war kein Hindernis, da Jesse ihn mit seiner Fähigkeit einfach entmaterialisierte und seine Freunde und schließlich auch er selbst einfach durch den Zaun hindurchgingen. Was Jesse allerdings erschreckte war, dass ihn diese Aktion ungemein angestrengt hatte. Er war froh, dass Brennan die abgeschlossene, elektronisch gesicherte Tür durch einen leichten Energiestoß, den er aus zwei seiner Finger blitzen ließ, öffnete. Dabei vermied der Elementar es das Schloss zu zerstören, damit niemand ihr Eindringen entdecken würde. Sie traten in eine riesige Halle, in der mehrere Maschinen und Rollenbahnen standen.
„Dann wollen wir mal hoffen, dass heute niemand hier ist", meinte Lexa und sah Shalimar fragend an.
„Ich kann niemanden in dieser Halle spüren", antwortete diese mit konzentrierten Gesicht und sagte bestimmend:
„Ihr bleibt hier, ich schau mich mal um und suche uns einen etwas gemütlicheren Platz zum Ausruhen!“
Ohne eine Antwort von den anderen abzuwarten, schlich sie katzenhaft davon. Lexa überlegte kurz ob sie der Wilden folgen sollte, entschied sich aber nach einem Blick auf Jesse, der neben ihr stand, dagegen. Unter seinen Augen lagen dunkle Schatten und sein kreidebleiches Gesicht, auf dem rot-blaue Flecken schimmerten, gefiel ihr gar nicht.
„He Jesse, vielleicht solltest du dich hinsetzen, bis Shalimar wieder hier ist. Du siehst nicht gerade wie das blühende Leben aus.“
Jesses Mund verzog sich zu einem kurzen, ergebenen Grinsen. Es gefiel ihm zwar nicht, dass Lexa erkannte, dass es ihm nicht gut ging, aber es zu leugnen wäre sinnlos gewesen. Mit der Absicht sich an die Mauer hinter ihnen zu setzen, drehte er sich um und blickte auf Brennan hinunter, der mit geschlossenen Augen auf dem Boden saß und bereits an der Wand lehnte. Der Elementar drückte seinen rechten Arm, den er in seine halb geöffnete Jacke geschoben hatte, an seinen Körper. Er atmete schnell und flach und sein Gesicht war von einem glänzenden Schweißfilm überzogen. Besorgt sah Jesse Lexa an:
„Ich bin wohl nicht der Einzige hier, der nicht wie das blühende Leben aussieht!“
Der Molekular ging vor Brennan in die Knie und berührte ihn vorsichtig an seinem gesunden Arm.
„He Bruder, ich denke, du brauchst einen Arzt.“
Brennan öffnete seine Augen und schüttelte leicht seinen Kopf.
„Du weißt, dass das viel zu gefährlich ist Jesse. Dominion wartet wahrscheinlich nur darauf, dass wir in einem Krankenhaus oder bei einem Arzt auftauchen. Ich brauche nur ein wenig Schlaf, das ist alles!“ Nach einem Blick in Jesses Gesicht und auf dessen verletzte Hand fuhr er fort:
„Dir würde ein wenig Schlaf auch nicht schaden.“
Er wandte sich an Lexa:
„Vielleicht könnt ihr hier ja irgendwo Desinfektionsmittel und Verbandszeug auftreiben, wenn Shal zurück ist.“
„Klar Brennan, wir werden danach suchen.“
Mit einer tiefen Falte zwischen ihren Augen drehte sie sich um und trat einige Schritte von den Männern weg, um Ausschau nach Shalimar zu halten. Sie hoffte, dass Jesse wirklich nur Schlaf und Ruhe benötigte, denn sie war sich nicht sicher, wie sein Körper auf die Folter durch Dominion reagierte. Seiner Wunde auf der Hand war sicherlich mit Desinfektionsmittel und einem Verband beizukommen, sie durfte sich nur nicht entzünden. In Bezug auf Brennan war sie sich allerdings ziemlich sicher, dass er ärztliche Hilfe benötigte. Selbst wenn es sich um einen glatten Durchschuss handelte, der hoffentlich keinen Knochen verletzt und offenbar keine Arterie getroffen hatte, da die Wunde nicht stark blutete, musste die Verletzung versorgt werden. Auf keinen Fall durfte die Wunde sich durch Bakterien infizierern, was allerdings, je länger sie nicht behandelt wurde, immer wahrscheinlicher wurde.Ein paar Stoffreste im Einschusskanal würden schon ausreichen. Auch wenn sie und Brennan sich anfangs nicht gut verstanden hatten und er ihr gegenüber immer etwas misstrauisch gewesen war - nicht ganz zu unrecht, gestand sich Lexa ein - so mochte sie ihn mittlerweile wirklich gerne. Trotz seines Misstrauens hatte Brennan ihr immer versucht zu helfen. Mutant X war zu ihrer Familie geworden - allerdings würde die Mutantin das niemals offen zugeben.
Nach zehn Minuten sah sie Shalimar zurückkommen und eilte ihr entgegen.
„Ich mache mir Sorgen um Jesse und Brennan, Shalimar. Ihnen geht es nicht besonders gut.“
„Ich weiß Lexa! Im oberen Stockwerk, wo sich die Büroräume befinden, habe ich ein Besprechungszimmer gefunden in dem außer Sessel auch Sofas stehen. Außerdem gibt es eine Küche, wo ich Mineralwasser und ein paar Kekse gefunden habe.“
Lexa nickte:
„Gut, dann können die Jungs sich da oben etwas ausruhen, während wir nach Desinfektionsmittel und Verbandszeug suchen.“
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