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Hostage

von SGreenD
GeschichteDrama / P18 / Gen
Dr.Naomi Bennett Dr.Sam Bennett William "Dell" Parker
06.08.2009
06.08.2009
1
2.869
 
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06.08.2009 2.869
 
Das hier ist meine erste „Private Practice“-Fic. Die Idee kam mir spontan, und ich fand sie zu wertvoll, um sie einfach zu verwerfen. Also, sie spielt nach der Folge „Spiel mit dem Feuer“, Staffel 2, Episode 20, und handelt von Dell und dem inneren Kampf, den er mit sich selber führt... aber wer wird als Gewinner hervorgehen???
Disclaimer: Mir gehört weder „Private Practice“ noch Dell (leider, leider) und ich verdiene hiermit kein Geld.
Viel Spaß!!!



Hostage




Es war nun schon 2 Tage her, dass Sam zu Dell gesagt hatte, er solle sich zusammenreißen und seinen Job machen, und seitdem war Dell nicht mehr zur Arbeit erschienen. Naomi wurde zunehmend nervös, denn sie wusste, wie sehr der Verlust von Betsy an ihrem jungen Kollegen nagte. Als nun der Abend des zweiten Tages anbrach und sie immer noch nichts von ihm gehört hatte und er auch nicht ans Telefon ging, beschloss sie, ihm einen Besuch abzustatten.

Als sie schließlich vor seiner verschlossenen Apartmenttür stand und Sturm klingelte, wusste sie, dass irgendetwas hier vollkommen falsch lief. Sie wusste nicht, was sie tun sollte. Als sie sich bückte, um wie ein kleines Mädchen durch das Schlüsselloch luken zu können, fiel etwas leise klingend aus ihrer Manteltasche... eine Haarnadel.

„Nein“, murmelte sie. „Nein, Naomi, das kannst du nicht machen.“

...oder konnte sie es doch? Sie hatte das Gefühl, nein, sie WUSSTE, dass Dell dringend Hilfe brauchte, um wieder einen klaren Kopf zu bekommen. Seit Heather mit Betsy verschwunden war, vernachlässigte er seinen Job, sein Leben und vor allem sich selbst, und Naomi wollte und konnte das nicht länger mit ansehen.

Im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt, dachte sie, als sie die Nadel aufhob, und das hier ist ein bisschen was von beidem. Sie hatte so etwas vorher noch nie gemacht, aber sie hatte Videos im Internet gesehen... so schwer konnte das doch nicht sein.

Sie begann, mit der Haarnadel in dem Türschloss herumzustochern, erst vorsichtig, dann immer aggressiver. Was, kam ihr plötzlich der Gedanke, war, wenn hier jemand vorbei kommt und denkt, ich will einbrechen und dann die Polizei ruft? Bevor sie sich eine gute Ausrede hatte zurecht legen können, machte es plötzlich vollkommen überraschend 'Klick' und sie konnte die Tür aufdrücken.

Zögernd trat sie ein in die viel zu stille Wohnung. Sie schluckte. Sollte sie sich nicht irgendwie vorher anmelden?

„Dell?“, fragte sie, wenn auch nicht besonders laut. Sie war noch nie in seinem Apartment gewesen und wusste nicht, wo sich welche Räume befanden. Sie sah eine kleine verwüstete Einbauküche und ein sicher einst gemütliches, nun aber mit Essensresten und dreckigen Klamotten angefülltes Wohnzimmer, als sie auf eine Tür zusteuerte, von der sie sicher war, dass sie zum Schlafzimmer führte.

Sie legte die Hand auf die Klinke, plötzlich von Angst erfüllt darüber, was sie hinter dieser Tür vielleicht vorfinden würde. Sie schüttelte den Gedanken ab. Dell war nicht der Typ, der einfach aufgab.

Sie öffnete die Tür, und da saß er. Dell. Die blonden Haare ein einziges Chaos, die Jeans und das dunkelblaue T-Shirt zerknittert und fleckig... es waren dieselben Sachen, die er vor zwei Tagen angehabt hatte. Dann wanderte ihr Blick zu seiner rechten Hand, in der er ein riesiges Messer hielt, an dessen Klinge etwas verdächtig rot blitzte, und sie sah sofort das Blut, das von seinem linken Handgelenk herunterlief.



„DELL!!!“ Sie schrie ihn förmlich an.

Erst jetzt hob er den Blick und bemerkte überhaupt erst einmal, dass sie im Raum war.

„Naomi“, murmelte er.

Sie stürzte auf ihn zu. „Was hast du getan?!“ Sie setzte sich an die linke Seite seines Bettes und hob seinen Unterarm hoch. Erleichtert stellte sie fest, dass der Schnitt sehr oberflächlich war. Ihre Augen wanderten zu seinem Gesicht, seine waren vollkommen abwesend auf den Boden gerichtet.

„Dell“, sagte sie sanft. „Was hattest du vor?“

Er antwortete nicht. Falls es ihn wunderte, dass sie plötzlich unangemeldet und ohne, dass er sie eingelassen hatte, in seiner Wohnung war, zeigte er es nicht.

Sie strich ihm über die Wange und er zuckte zurück. Erst jetzt sah er sie direkt an.

„Naomi?“, er war sehr verwirrt, sie sah es in seinen geröteten Augen. „Was... was machst du hier?“

„Ich habe mir Sorgen gemacht.“ Auf seinen unverständlichen Blick hin sagte sie: „Du warst zwei Tage lang nicht zu erreichen und bist nicht zur Arbeit erschienen... ich hab mir Sorgen gemacht, dass... dir etwas passiert ist...“

„Was? Dass ich mir etwas antue?“ In seiner Stimme klang Ironie mit.

Ihr Blick wanderte zu dem großen Küchenmesser, das er hielt, und er sah es auch an, so als sähe er es zum ersten Mal. „Dell...“

„Warum sollte ich das nicht tun, Naomi? Ich habe den einzigen Menschen verloren, den ich liebe. Jetzt sehe ich in allem keinen Sinn mehr.“

„Aber, nein, Dell! Betsy ist doch nicht tot, sie ist nur...“ Hier wusste sie nicht weiter. Er übernahm es für sie.

„Sie ist weg, und sie kommt nicht wieder. Sie ist weit weg, und dort, wo sie ist, braucht sie ihren Daddy nicht...“ Er beobachtete, wie sich das Licht der Deckenlampe in der Klinge spiegelte, es barg zweifellos einer gewissen Faszination.

„Nein, Dell, sag doch sowas nicht.“ Ihre Hand wanderte langsam zu dem Messer, um es ihm aus der Hand zu nehmen, doch plötzlich riss er den Arm hoch und rutschte von ihr weg. „Verschwinde, Naomi! Ich kann jetzt niemanden gebrauchen, der mir sagt, dass alles nicht so schlimm ist, dass alles MACHBAR ist, denn NICHTS ist machbar, und nichts könnte schlimmer sein. Es ist doch nicht nur Betsy. Ich meine, ich weiß nicht, wann es angefangen hat, aber... ich höre morgens meinen Wecker klingeln, und ich stelle ihn ab, und dann... suche ich nach einem Grund, um aufzustehen, und ich- ich finde keinen.“

Seine Blicke durchbohrten sie. „Ich kann einfach keinen Grund finden, um morgens aufzustehen. Irgendwann schaffe ich es natürlich trotzdem, aber es hat keinen Sinn. Es macht alles keinen Sinn mehr.“ Sie holte Luft, um etwas zu sagen, doch er unterbrach sie scharf.

„Und sag jetzt bloß nicht, dass ich doch meinen  Job habe! Denn der macht genauso wenig Sinn wie alles andere. Ich meine, weiß ich denn, ob es meine Bestimmung ist, Geburtshelfer zu werden? Bringt es mir etwas?“

„Niemand weiß, was seine Bestimmung ist“, erklärte sie ihm sanft.

„Das weiß ich doch, nur... das einzige, was meinem Leben in den letzten Monaten noch Sinn gegeben hat, war, dass ich Vater war, dass ich mich um dieses Mädchen kümmern musste, und nun ist das auch vorbei...“

Naomi beobachtete ihn voller Sorge, doch sie wagte nicht, etwas zu erwidern, da es ihn vielleicht nur noch wütender machen würde.

Dell betrachtete sein blutendes Handgelenk. „Ich habe das früher schon einmal gemacht“, murmelte er gedankenversunken. „Als Teenager. Ich kenne meinen Vater nicht, meine Mutter hat sich nicht für mich interessiert, und ich wurde immer unbeachtet in die Ecke geschoben... und damit ich diese Schmerzen nicht mehr fühlen musste, die Schmerzen, die man fühlt, wenn einen die eigene Mutter nicht liebt, wenn einen NIEMAND liebt, habe ich mich geschnitten... es hilft. Man fühlt nur noch den physischen Schmerz, alles andere ist wie weggeblasen... aber es dauert nicht lange an.“

Sie konnte sich nicht beherrschen. „Ich kann dir helfen, Dell. Wir alle können dir helfen.“ Das Zittern in ihrer Stimme spiegelte die Tränen wieder, mit denen sich ihre Augen füllten.

„Nein“, sagte er laut und schluckte hart. „Sag mir nicht, dass du mir HELFEN willst. Ich brauche keine Hilfe, ich WILL keine Hilfe. Betsy ist nicht einfach der einzige Mensch auf dieser Welt, den ich von ganzem Herzen liebe, sie ist auch die einzige Person, die MICH liebt, und jetzt... jetzt reicht ein einfacher Schnitt nicht mehr. Ich will, dass es aufhört.“

Sie konnte die Tränen nicht mehr am Fließen hindern, und mit einem Gefühl der Erleichterung sah sie, dass auch bei ihm eine einsame Träne über seine Wange lief. Vielleicht konnte sie zu ihm durchdringen. Sie war sich sicher, dass Dell es nicht über sich bringen würde, den entscheidenden Schritt zu tun. Sie konnte ihm helfen. Aber erst brauchte sie etwas Unterstützung.

„Dell“, sagte sie vorsichtig. „Wann hast du das letzte Mal etwas gegessen?“

„Ich weiß nicht... gestern Vormittag vielleicht...“

„Und...“, sie war sich sicher, dass sie bei ihm leichte Zeichen von Dehydration sah, „wann hast du das letzte Mal etwas getrunken?“

„Ich weiß nicht... ich bin nicht durstig.“

Sie stand auf und sah ihn an, sich um ein beruhigendes Lächeln bemühend. „Ich glaube, du bist dehydriert, und deswegen hole ich dir jetzt ein Glas Wasser, okay? Ich bin gleich wieder da.“ Er sah sie seltsam ausdruckslos an, und sie trat aus dem Zimmer und schloss die Tür hinter sich, ohne seine Zustimmung abzuwarten.

Dann, mitten in dem verdreckten Wohnzimmer stehend, holte sie ihr Handy raus. Wen sollte sie anrufen... Addison? Nein, die war zu sehr mit diesem verheirateten Arzt beschäftigt. Cooper? Nein, er musste sich doch um Violet kümmern. Was würde sie dafür geben Violet anrufen zu können... aber die Psychologin war hochschwanger. Sie seufzte kurz, bevor sie Sams Nummer anwählte und das Gerät ans Ohr führte. Sie war zu vertieft in ihre Gedanken und das Tuten am anderen Ende der Leitung, um zu bemerken, wie Dell aus dem Schlafzimmer kam.

Nach einer schieren Ewigkeit hob Sam endlich ab. „Bennet?“

„Sam!“, sagte sie erleichtert. „Ich dachte schon, du gehst nicht dran.“

„Naomi? Wo bist du? Was ist los?“

„Ich bin bei Dell.“ Unwillkührlich senkte sie ihre Stimme. „Sam, du musst sofort herkommen, es geht ihm nicht gut, ich glaube, er wollte sich u--“

Weiter kam sie nicht. Dell riss ihr das Handy aus der Hand, warf es auf den Boden und zertrat es zu Trümmern. „Das hättest du nicht tun sollen, Naomi“, sagte er bedrohlich ruhig, und zum ersten Mal, seit Naomi den blonden, jungen Mann kannte, empfand sie bei dem Blick in seine babyblauen Augen nichts als nackte Angst. Sie wollte sich abwenden, zur Wohnungstür laufen, oder sonstwohin, nur WEG von ihm, aber er war schneller: Er packte sie um die Taille und schleppte und zog sie zu seinem Badezimmer. Er stieß sie hinein und schloss die Tür von außen ab.

„Es tut mir Leid“, murmelte er gegen das Holz, bevor er sich abwandte und zu seinem Schlafzimmer zurückkehrte, zu seinem Platz auf seinem Bett, mit dem Messer und dem immer stärkeren Verlangen, einfach allem ein Ende zu setzen.

„Nein! Nein, Dell! DELL!!!“ Naomi trommelte gegen die Tür, bis sie keine Stimme und keine Kraft mehr hatte. Sie machte 5 Minuten Pause und fing dann von neuem an. Irgendjemand musste diesen Krawall doch hören! Irgendwann musste Sam doch kommen! Er musste doch gemerkt haben, dass etwas nicht in Ordnung war! Hatte sie ihm gesagt, wo sie war? Sie war sich nicht sicher. Das Gespräch hatte keine 20 Sekunden gedauert. Was, wenn Sam sie gar nicht verstanden hatte? Sie wusste nicht, was Dell in der Zwischenzeit tat. Bei der logischsten aller Möglichkeiten drehte sich ihr der Magen um und sie begann hysterisch zu weinen.




Eine Dreiviertelstunde nach Naomis mysteriösem Anruf stand Sam vor Dells Apartment. Er war sich nicht mal sicher, ob er sie richtig verstanden hatte und sie wirklich gesagt hatte, dass sie bei Dell war. Vielleicht war alles nur ein großes Missverständnis. Mit Dell lief seit einiger Zeit sowieso alles schief. Er schien unter der Trennung von seiner Tochter sehr zu leiden, und es tat Sam schon fast Leid, ihn so angefahren zu haben. Als er nun vor Dells Tür stand und überlegte, ob er wirklich klingeln sollte, bemerkte er plötzlich, dass sie offen war. Ein ungutes Gefühl beschlich ihn, und er drückte die Tür auf.

„Hallo?“, sagte er laut und deutlich. „Hallo, ist jemand da? Dell? Naomi? Irgendjemand?“

Als keine Antwort erfolgte, trat er langsam und vorsichtig ein... und hörte sofort das Klopfen und Rufen. Er versuchte es zu lokalisieren und stand schnell vor einer weiß getünchten Tür. Der Schlüssel steckte von außen im Schloss. Er drehte ihn um und öffnete die Tür.

Naomi war noch nie in ihrem ganzen Leben so froh gewesen, die Stimme ihres Ex-Mannes zu hören. Sie begann erneut, wie wild gegen die Tür zu trommeln und zu schreien, und als er plötzlich die Tür aufriss und sie in seine Arme stolperte, klammerte sie sich an ihn wie eine Ertrinkende. Er war da, jemand war da, um ihr zu helfen, jetzt würde alles gut werden, jetzt würden sie Dell retten...

„DELL!!!“, rief sie erschrocken aus.

„Naomi!“ Sam packte sie an den Oberarmen und zwang sie, ihn anzusehen. „Naomi, sieh mich an! Was ist passiert?“

„Ich- ich wollte nachsehen, wie es ihm geht, und dann saß er da... mit einem Messer, und er- wie lange ist es her, dass ich dich angerufen hab?“

„Circa 45 Minuten. Ich war mitten in einem Meeting, wa-“

„Oh, nein, Dell!“ Sie riss Sam am Ärmel mit sich zu Dells Schlafzimmertür. Sie öffnete die Tür.

Und die Welt hörte auf, sich zu drehen.




Die weißen Laken waren getränkt mit Blut. ALLES war getränkt mit Blut. Überall war Blut, nur Blut, und mittendrin lag Dell, die Augen halb geschlossen, das Messer war ihm aus der Hand auf den Boden gefallen.

Naomis Hände wanderten zu ihrem Mund. Sie begann zu zittern und zu wimmern, ohne es zu merken. Während Sam neben ihr vollkommen erstarrt war, eilte sie zu Dell hin und kniete sich neben ihn, mitten in eine Blutpfütze, die die Knie ihrer hellen Jeans rot färbte, aber sie merkte es nicht. Sie wollte seine Hand nehmen, aber sie sah die tiefen Einschnitte an beiden Handgelenken, und so musste sie nur noch mehr wimmern.

„D-D-Dell“, brachte sie schließlich heraus. „D-Dell, bitte, du musst aufwachen, du m-musst... durchhalten...“ Ihre Stimme brach.

„Naomi...“ Seine Stimme war so leise, und unendlich langsam wandten sich seine glasigen Augen ihr zu. „... es tut... gar nicht mehr... weh...“ Seine Lider flatterten und fielen zu.

„Nein, nein, Dell!“ Jetzt liefen die Tränen, und sie schien in diesem Moment alles, was sie je über Medizin gelernt hatte, vergessen zu haben. Sie hockte nur neben Dell auf seinem blutgetränkten Bett und beweinte ihn, und weinte und weinte.

Es kam ihr wie Stunden vor, die sie da an Dells Seite saß und weinte, aber es waren tatsächlich nur 10 Sekunden, bis Sam seine Starre überwunden hatte. Das Entsetzen lähmte ihn innerlich immer noch, als er in den Arzt-Modus umschaltete und die weinende Naomi grob zur Seite stieß, um Dells Vitalzeichen zu überprüfen.

„Naomi!“ Er schüttelte seine weinende Ex-Frau. „Naomi, komm zu dir! Naomi! Er hat einen Puls, okay? Er hat einen Puls! Er ist nicht tot!“ Er hätte beinahe 'noch nicht' gesagt, aber wollte Naomi und auch in gewisser Weise sich selbst nicht die Hoffnung nehmen. Da Naomi in einem zu starken Schockzustand war, übernahm er alles selbst, rief einen Krankenwagen, suchte in dem Badezimmer, in dem Naomi eingesperrt gewesen war, nach Verbandszeug, um die Blutung wenigstens etwas zu stillen, versuchte, Dell aus der Bewusstlosigkeit zu holen und ihn mit aller Kraft am Leben zu halten.

Die 5 Minuten, die der Krankenwagen brauchte, um anzukommen, waren die längsten in Sams Leben. Er stieg mit in den Wagen ein, sein Auto konnte er holen, wenn alles wieder in Ordnung war (obwohl eine leise Stimme in seinem Hinterkopf fragte, ob das jemals wieder in Ordnung kommen würde), und Naomi wurde gleich mit eingeladen, da die Sanitäter in ihr eine Patientin sahen, was Sam nicht verneinen konnte, denn sie hatte die letzten 7 Minuten mit nichts als Wimmern und Zittern zugebracht.

Es grenzte an ein Wunder, dass Dell nicht schon auf der Hinfahrt zum Krankenhaus starb. Und es war ein noch viel größeres Wunder, dass er die Nacht überlebte und in den Morgenstunden sogar einen halbwegs stabilen Zustand erreichte. Sam und Naomi verbrachten die ganze Nacht an seiner Seite. Sie bekam ein Beruhigungsmittel und den dringenden Rat, einen Psychologen aufzusuchen, und Naomi versicherte ihm , dass sie das sowieso schon vorhatte.

Ja, Violet. Und Addison und Cooper und Pete... wie sollte sie ihnen nur erklären, was passiert war? Dell hatte versucht, sich umzubringen, und sie war direkt nebenan gewesen und hatte nicht verhindern können, dass es ihm beinahe gelungen wäre.

Bei diesem Gedanken kamen ihr wieder die Tränen. Sam legte den Arm um sie. Zum ersten Mal seit langer Zeit war sie wirklich dankbar für seine Nähe.

„Sam“, sagte sie und unterdrückte einen Schluchzer. „Was sagen wir den anderen?“

„Ich weiß es nicht“, erwiderte er. „Du bist die einzige, die weiß, was passiert ist. Nur du kannst es den anderen sagen. Und damit schließe ich mich ein.“

Aber als sie um halb 9 das Krankenhaus verließen und mit dem Taxi zur Praxis fuhren, hatte sie keine Idee, wie sie das, was sie am vergangenen Abend erlebt hatte, jemals in Worte fassen sollte.









Okay, also, das wars fürs erste. Eigentlich arbeite ich ja momentan an einer anderen Fic, aber diese Idee kam mir ganz spontan in den Sinn und ich musste sie einfach aufschreiben, bevor ich sie vergesse. Bin die halbe Nacht dafür aufgeblieben und es war auch sehr emotional für mich, deswegen würde ich mich SEHR freuen, wenn ich dafür ein paar Reviews kriege. Es ist ein One-Shot, aber wenn es Feedback gibt, schreib ich vielleicht noch einen zweiten Teil.
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