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alles hat seinen preis

von MiiRii
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P6 / Gen
Lord Asriel Marisa Coulter Ruta Skadi Serafina Pekkala
05.08.2009
06.08.2009
2
1.410
 
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05.08.2009 961
 
"Marisa, wach auf. Wir landen." Mrs Coulter schlug benommen die Augen auf. Geschlafen hatte sie nicht. Lord Asriel steuerte den Intentionsgleiter auf den Landeplatz zu. "Steig aus.", die Stimme des Lords klang heiser und müde. Die Frau gehorchte schweigend. Eine Hand voll Techniker stürzte sich sofort auf den Gleiter. "Schwierigkeiten, Mylord?", wollte einer von ihnen wissen. Asriel nickte. "Wir mussten einmal notlanden.", berichtete er kanpp, "Kümmern sie sich um das Poblem, sofern sie es finden." Der Mann nickte und eilte davon. Marisa konnte ihre Augen kaum noch offen halten. Zu viel hatte sie an diesem Tag erlebt, zu viel hatte sie gesehen, zu viel durchmachen müssen...Eine Welle der Verzweiflung packte sie, kaum dass sie das Turmzimmer betrat. Sie hatte sich gewünscht, schlafen zu können, doch nun spürte sie, dass dies nicht möglich sein würde. Die Angst kroch ihr in die Glieder. Lyra. Ihr einziger Gedanke war nun der an ihre Tochter. Asriel hatte sie vergessen. Er war weggegangen und sie wusste nicht, wohin. Es klopfte an der Tür. "Mrs Coulter?", ein junger Diener verbeugte sich elegant vor ihr, bevor er erklärte: "Der Herr wünscht, dass ich Sie frage, ob Sie etwas brauchen." Die Frau lächelte. Also hatte er sie doch nicht vergessen. "Bringen Sie, was Sie wollen.", antwortete sie.
Der Diener wollte gerade gehen, als sie ihn zurückhielt. "Ach ja und...wären sie so freundlich und würden mir den Alethiometisten Lord Asriels schicken?" Der Mann dachte kurz nach. Eigentlich hatte der Alethiometist genug zu tun. Doch als der Diener die flehenden Augen Mrs Coulters sah und ihre atemberaubende Schönheit, konnte er einfach nicht anders, als ihr zu sagen, sie möge sich einen Augenblick gedulden.
Lord Asriel saß währenddessen, über eine riesige Landkarte gebeugt in seinem Arbeitszimmer. Wie lange hatten sie noch Zeit? Die Bewegung des Feindes ließ erkennen, dass ihnen nur noch wenige Tage blieben, bevor er sie erreicht hatte. Doch die Gedanken des Lords schweiften immer wieder ab. War die Hexe, welche Mrs Coulter hatte umbringen wollen wirklich tot? Wie konnte er Marisa beschützen? "Verdammt Asriel!", die Stimme seines Daemons ließ ihn aufschrecken, "Weshalb denkst du denn schon wieder über diese Frau nach? Das hast du früher auch nie getan." Der Lord lächelte Stelmaria an. "Nun...sag du mir, wie es schaffen kann, nicht über sie nachzudenken, in Anbetracht dessen, dass jemand ihr das Leben nehmen will.", antwortete er ihr ruhig. Die Schneeleopardin knurrte etwas unverständliches, legte ihren schönen Kopf auf die Pfoten und begann, wieder vor sich hinzudösen. Asriel lehnte sich müde in seinem Stuhl zurück. Die Besprächung mit König Ogunwe und dem Engel Xaphania würde gleich beginnen. Er durfte auf keinen Fall einschlafen.
Mrs Coulter lächelte. Lyra ging es soweit ganz gut, Will war bei ihr.
Eben war die Frau aus einem wenig erholsamen Schlummer erwacht.
Sie lauschte den Stimmen, die aus dem Arbeitszimmer zu ihr herüberdrangen. Der Alethiometist hatte ihr versichert, dass die Bombe ihrer Tochter nichts hatte anhaben können. Marisa hörte, wie Stühle geschoben wurden. Leises Gemurmel, dann wurde eine Tür geöffnet, kurz daruf wieder geschlossen. Schritte verhallten draußen auf dem Flur. Asriel war nun allein im Arbetszimmer. Schwankend erhob sich Mrs Coulter. Doch gerade, als sie den Türknauf drehen wollte, um zu ihm zu gehen, packte jemand sie an der Schulter. Serafina Pekkala starrte die Frau aus vor Zorn wild funkelnden Augen an. Hinter ihr erschien eine völlig vernarbte Ruta Skadi. Das Feuer hatte sie so zugerichtet, dass man ihr einst so hübsches Gesicht kaum noch wiedererkannte. Serafina Pekkala schien einigermaßen heil davongekommen zu sein, aber auch sie hatte einige Wunden davongetragen. "Asriel!", Mrs Coulter versuchte verzweifelt, sich dem eisernen Griff der Hexen zu entwinden. Serafina hatte fest ihre Kehle gepackt, und drohte nun, sie zu erwürgen.
"Asriel!". Der Lord schrak zusammen. Marisa!, dachte er. Was war nur los? Hastig suchte er seinen Dolch hervor. Mit einigen Sätzen war er an der Tür. Er versuchte, sie zu öffnen, doch vergeblich. Er hörte, wie auf der anderen Seite jemand röchelte. "Marisa!", rief er. Mit aller Kraft stemmte er sich gegen die Tür. Er musste es einfach schaffen.
"Brich sie auf!" Stelmaria starrte ihn aus stahlblauen Augen an. Der Lord nickte. Er spannte alle seine Muskeln an, nahm anlauf, rannte los, schmiss sich mit seinem ganzen Gewicht gegen die Tür. Ein Krachen hallte durch den Raum. Der Dolch in Asriels Hand sauste durch die Luft. Serafina Pekkala schrie. "Niemand wird ihr jemals etwas antun!", brüllte er und stürzte sich auf die Hexen. Ruta Skadi starrte ihn verdutzt an. Als der Lord sie sah, schlich sich ein Grinsen auf seine Lippen. Verdient hat sie es, dachte er.
Er stach zu und durchbohrte das Herz der Hexe mit einem einzigen sauberen Hieb. Er sah sich um, doch Serafina war wieder einmal entkommen. Er nahm Rutas leblosen Körper und schmiss ihn aus dem Fenster. "Asriel.", Mrs Coulters Stimme brachte ihn zur Ruhe. "Geht es dir gut?", fragte er so beiläufig wie möglich. Sie nickte. "Das war kanpp...", flüsterte sie. Lord Asriel zitterte. "Komm her.", sagte er leise und nahm Marisa in den Arm. Er schloss die Augen, als er ihre Hände spürte, die sanft durch sein verschwitztes Haar fuhren. Zärtlich presste er seine Lippen gegen ihren Hals. Mrs Coulter keuchte leise, schmiegte sich fester an ihn. Asriel hob sie hoch und legte sie liebevoll auf seinem Bett nieder. Er sah, dass sie weinte. Eine glitzernde Träne ran ihre Wange hinab in ihren Mundwinkel. Der Lord küsste sie. "Ist ja gut.", flüsterte er. "Niemand wird dir etwas tun...ich verspreche es dir."
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