Reunion…See you again…Meet again

von reger02
GeschichteRomanze / P6
04.08.2009
04.08.2009
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Er lief gerade die Einfahrt rein und sah das große Gebäude vor sich an. Er lief darauf zu und stand jetzt vor dem County General. Dort drin befand sich seine Vergangenheit. Dort hatte er gute und auch schlechte Tage erlebt. Wenn er an seine schlechten Tage dachte, dann musste er unwillkürlich daran denken, wie er seine beiden Beine verloren hatte. Bevor er rein ging, atmete er noch einmal tief durch. Er setzte sich in Bewegung, und lief auf seinen Prothesen durch die Tür. Er ging geradewegs auf die Anmeldung zu. Verwundert sah er sich um, aber von Frank war weit und breit nichts zusehen. Erneut blickte er sich um, und ein leichtes Lächeln legte sich auf seine Lippen.

Wie sehr er doch diese Arbeit im County vermisste. Er liebte seinen Job in der Notaufnahme. Er hatte gerne hier gearbeitet, aber leider kam ja dieser Unfall dazwischen. Er zuckte leicht zusammen, als er eine Hand auf seiner Schulter spürte. Er drehte sich um, und sah in ein bekanntes Gesicht.
„Hey“, meinte er und sah sein Gegenüber lächelnd an. „Ray? Was machst du denn hier?“, fragte Pratt und nahm ihn freundschaftlich in dem Arm. „Ich bin hier, wegen eines Ärztekongresses“, klärte Ray Pratt auf und beide lösten sich aus ihrer Umarmung. Auf Pratts Lippen bildete sich ein kleines Lächeln und seine strahlend weißen Zähne kamen zum Vorschein. Greg sah Ray von oben bis unten an.

„Wie geht es dir, Mann. Gut siehst du aus.“, fiel es Pratt auf. „Ging mir nie besser.“, meinte Ray und beide lachten laut auf. Während sie sich unterhielten, kam Abby gerade auf die beiden zugelaufen. Ihre Augen wurden größer, als sie Ray dort bei ihrem Pratt stehen sah. „Ray? Das ist ja eine Überraschung.“, meinte sie und umarmte ihn. Ray erwiderte die Umarmung. „Was machst du hier?“, fragte sie und löste sich aus seinen Armen. „Ich hatte Sehnsucht nach euch.“, meinte Ray lächelnd und fing sich von Abby einen Schlang auf seine Schulter ein. Beide Männer fingen an zu lachen und sahen Abby verwundert an. „Sie schlägt um sich.“, meinte Pratt, und Ray nickte.
Böse funkelte Abby die beiden vor sich an. „Also sagst du es mir, oder nicht?“, fragte sie wieder und stemmte sich beide Hände in die Hüfte. Kurz sahen sich Ray und Pratt an.

„Ich bin hier, wegen eines Ärztekongresses.“, meinte Ray. Wie sehr er doch das alles hier vermisst hatte. Er war froh, dass er sich dazu entschlossen hatte, noch kurz vorbei zu schauen.

                                                            *****
 
Während sich die anderen gerade unterhielten, kam Neela um die Ecke. Ruckartig blieb sie stehen, und starrte auf die Anmeldung vor sich. Sie glaubte zu träumen, aber je öfter sie hinsah, desto bewusster wurde es ihr. Dort drüben stand Ray Barnett. Ihr Herz machte einen kleinen Sprung. Sie fragte sich, warum er hier war? Er hatte ein ganzes Jahr nichts von sich hören lassen. Aber sie freute sich ihn zusehen.

Eine ganze Weile stand sie wie angewurzelt an derselben Stelle und sah wie alle von der Notaufnahme, Ray begrüßten. Wie würde er auf sie reagieren, wenn sie plötzlich vor ihm stehen würde, nach allem was zwischen ihnen passiert war? Sie gab sich einen Ruck und lief, auf die anderen zu, die sich angeregt unterhielten. Sie stellte sich neben Pratt, und sah ihn an. „Pratt, deine Patientin ist oben.“, informierte sie ihn. Alle Augenpaare, waren auf sie gerichtet. Pratt, sah sie an und nickte. „Ich werde mal nach meiner Patientin sehen.“, sagte Pratt und sah zwischen Ray und Neela hin und her. Er hatte das Gefühl, als würde er gerade stören. Sie würden bestimmt miteinander reden wollen. „Es war schön dich zu sehen, Ray. Gehen wir nachher zusammen was Trinken?“, fragte Pratt ihn und sah seinen alten Kollegen an. „Ja klar.“, kam es von Ray nickend.

Er freute sich darauf, mit Pratt später was Trinken zugehen. „Okay. Bis dann.“, verabschiedete Pratt sich und klopfte Ray auf die Schulter. Als Pratt aus dem Blickfeld war, löste sich langsam die Runde auf und alle machten sich wieder an die Arbeit. Die Einzigen die noch dastanden, waren Ray und Neela. Kurz sahen sich die beiden an und Ray wollte sich gerade auf den Weg machen, aber Neela stellte sich ihm in den Weg. Fragend sah er sie an. „Hey“, meinte sie und verschränkte ihre Arme vor der Brust. „Hey“, kam es knapp von Ray und er wollte sich wieder in Bewegung setzten, aber Neela hielt ihn wieder auf.

Wieder sah er sie fragend an. Er fragte sich, warum sie das machte. Sie hatten doch alles zwischen ihnen damals geklärt. Er wüsste nicht, was es noch groß zu bereden geben würde? Das einzige, was er wollte war, so schnell es ging, von hier zu verschwinden, bevor er noch weich wurde. Denn er wollte absolut nicht mit ihr reden.
„Wie geht es dir?“, fragte Neela und funkelte ihn leicht böse an. „Gut“, kam es wieder knapp von ihm und blickte abwesend an die Anmeldung. Das brachte Neela auf die Palme. Warum benahm er sich nur so. Sie wollte doch nur ein Gespräch mit ihm führen. Mehr wollte sie doch gar nicht. Konnten sie sich nicht wie zwei ganz normale erwachsene Menschen unterhalten, egal was zwischen ihnen war?

Sie atmete einmal tief durch, und startete einen neuen Versuch. „Schön dich zusehen.“, sprach sie weiter und versuchte so, die Situation etwas zu lockern. „Du siehst gut aus.“, meinte sie weiter und beobachtete Ray. ‚Gut war gar kein Ausdruck, er sah besser aus als…ach als jemals’, dachte sie kurz. „Danke“, sagte er wieder nur knapp und sah angestrengt auf seine Uhr. „Ich muss los.“, murmelte er vor sich hin, setzte sich in Bewegung und lief an Neela vorbei in Richtung Ausgang.

Verblüfft und verwundert lief sie Ray nach. „Ray. Bitte. Warte kurz.“, rief sie ihm nach und stellte fest, dass sie schon draußen vor dem County in der Kälte waren. Genervt blieb Ray stehen, drehte sich um und sah sie an. „Was?“, fragte er schroff und sah sie auffordert an. „Warum bist du hier?“, fragte sie. Es ist nicht so, dass sie sich nicht freuen würde, Ray wieder zusehen, aber sie war einfach zu aufgeregt ihn wieder gegenüber zu stehen. Er durfte nicht so einfach wieder gehen. Außerdem war sie sehr neugierig.
Ernst sah Ray sie an. Er wusste nicht was sie das anginge, dachte er sich. „Ich bin nicht deinetwegen hier.“, sagte er gereizt und schüttelte mit dem Kopf. Er fragte sich wirklich warum sie das wissen wollte? Warum konnte sie nicht einfach nur ‚Hallo’ sagen und wieder gehen? Wieso musste sie ihn mit ihrer Anwesendheit quälen?

Genervt verdrehte sie die Augen. „Ray?“, ermahnte sie ihn. Sie konnte sich denken, dass es für ihn unangenehm sein musste ihr wieder zu begegnen, aber sie hatten ein ganzes Jahr keinen Kontakt zueinander, geschweige denn, dass sie sich gesehen hätten. „Ich wüsste nicht, was dich das angehen würde.“, meinte Ray und drehte sich um und wollte los laufen, aber Neela meldete sich zu Wort. „Hör zu, Ray. Es tut mir leid, was passiert ist, okay?“, sagte sie und sah Ray wieder an, der sich gerade wieder zu ihr umgedreht hatte und einen Punkt fixierte, nur um sie nicht ansehen zu müssen. „Okay“, sagte er leicht abwesend. „ Sonst noch was.“, fragte er weiter.

Neela stand Ray gegenüber. Sie sah ihn tief in die Augen. Sie sah, dass seine Augen leuchteten. Sie konnte darin sehen, dass er sehr glücklich war. Glücklich wieder hier zu sein, bei ihr, auch wenn es nur für einen Tag war. Auch wenn er es nicht zu geben würde, aber seine Augen verrieten es ihr. Ein kleines Lächeln legte sich auf ihre Lippen. Dieser Mann, raubte ihr ihre Sinne. Ihr Verstand schaltete sich komplett aus, und das alles nur weil der Mann, den sie sehr mochte, vor ihr stand.
Ihm ging es nicht anders. Nach allem was passiert war, nahm er an, dass seine Gefühle für diese Frau erloschen waren, aber da hatte er falsch gelegen. Er liebte sie nach wie vor, wenn nicht sogar noch mehr. Sein Herz machte einen kleinen Sprung, je mehr er ihr in die glänzenden, braunen Augen sah. In seiner Magengegend machten sich tausende Schmetterlinge breit, und sein Herz schlug ihm bis zum Hals.
Sie hatte sich nicht sehr verändert. Sie war noch genauso wunderschön, wie damals, als er sie zum letzten Mal sah. Er war so in seinen Gedanken vertieft, als er plötzlich eine Hand an seinem Arm spürte. Verwundert sah er auf ihre Hand, eher er sie wieder ansah.  

Neela nahm ihren ganzen Mut zusammen und öffnete leicht ihren Mund, um ihn gleich darauf wieder zu schließen. Es war gar nicht so leicht, wie sie dachte. Sie atmete einmal tief durch und setzte wieder an. „Ray. Du hast mir gefehlt.“, rückte sie mit der Wahrheit raus und war froh, dass sie es doch gesagt hatte. Sie fühlte sich um zehn Pfund leichter. Verwirrt sah er Neela an. Hatte er sich gerade verhört, oder hatte sie wirklich gesagt, dass er ihr gefehlt hatte?      

Liebevoll nahm Ray ihre Hand, die auf seinem Arm lag, legte sie in seine und drückte sie leicht. Beide starrten sich tief in die Augen und versanken darin. „Du hast mir auch gefehlt.“, flüsterte Ray so leise, dass Neela ganz genau hin hören musste. Ray hob seine Hand und legte sie auf Neelas Wange. Er kam näher mit seinem Gesicht auf das von Neela zu und ihre Lippen trafen sich darauf sehnsüchtig.
Sanft begann Ray mit seinen warmen Lippen, kleine Küsse auf ihrem Mund zu verteilen. Er streifte, ganz zärtlich mit seiner Zunge über ihre Lippen, und bat somit um Einlass. Neela schlang ihre Arme um seinen Nacken und öffnete langsam ihren Mund. Als sich ihre Zungen trafen zuckten beide leicht zusammen, denn es fühlte sich an, als ob tausend Blitze durch ihre Körper fahren würden. Sie küssten sich ganz sanft, erforschten gegenseitig ihre Mundhöhlen. Rays Hände wanderten von ihren Wangen hinunter zu ihrer Hüfte. Er zog Neela immer fester an sich, und ihre Küsse wurden leidenschaftlicher und wilder. Sie lösten sich immer wieder, um dann erneut zusammen zu finden. Beide vergaßen alles um sich herum, es gab nur noch sie und ihn.

Keuchend unterbrach Neela den Kuss und legte eine Hand an Rays Brustkorb. Ihr war gar nicht mehr kalt, obwohl sie hier nur in ihren blauen OP-Sachen stand und es unter null Grad dort draußen war. Sanft lächelte sie ihn an. Ihr Atem ging schwer und Wolken bildeten sich beim Ausatmen. Sie brachte nur ein: „Ich habe dich so sehr vermisst.“, heraus. Ray verstärkte den Griff um Neelas Hüfte. Sein Atem ging auch schwer und zu mehr Worten war auch er nicht fähig. „Ich habe dich auch so sehr vermisst.“, und er lächelte sie seinerseits sanft an. Beide standen noch eine Weile eng umschlungen da. Sie genossen beide die Wärme und Nähe des anderen. Keiner der beiden wollte sich von dem jeweils andern lösen.  

                                                       *****  

Pratt lief gerade auf dem Ausgang zu und wollte auf einem Krankenwagen warten, aber was er da sah, lies ihn seinen Bewegungen stoppen und lief rückwärts wieder in die Notaufnahme rein. Er beobachtete die Szene die ihn geboten wurde. Er sah, dass sich Ray und Neela über irgendetwas unterhielten und dass Ray darüber nicht gerade glücklich war. Plötzlich standen sie sich schweigend gegenüber. Aber was er dann sah lies ihn kurz dem Atem stocken. Ray und Neela begangen sich gerade zu küssen. Ein verschmitztes Lächeln legte sich auf seinen Lippen. Er freute sich für die beiden.  
„Das wird aber auch Zeit.“, murmelte Pratt vor sich hin und sein Lächeln wurde immer breiter.

Abby war ebenfalls für den ankommenden Krankenwagen eingeteilt und lief auf Pratt zu. Sie stellte sich neben ihn. Verwundert fragte sie ihm was er damit gemeint hatte. „Was wird auch langsam Zeit?“, fragte sie und sah Pratt neugierig an.
Pratt schaute Abby an und deutete mit dem Finger auf die Einfahrt. Verwundert sah sie hin und was sie da sah, ließ sie lächeln. „Na endlich. Das hat ja wirklich eine Ewigkeit gedauert“, stimmte sie Pratt zu und beide beobachteten weiter. In den wenigen Minuten kamen noch Sam, Morris und Frank mit dazu. „Sind das Ray und Neela?“, fragte Sam und sah verblüfft, auf das knutschende Pärchen da draußen. Pratt und Abby sahen sich an und mussten lachen. „Ja!“, kam es gleichzeitig von beiden.

„Ich wusste es. Ich wusste es.“, überkam es Morris und streckte triumphierend seine Hand in die Luft. Alle blickten ihn an und schüttelten mit dem Kopf. Alle fünf sahen wieder nach vorne und als sie bemerkten, dass Ray sie entdeckt hatte, lächelten sie und winkten ihm zu.

                                                           *****

Ray löste sich aus der Umarmung und sah Neela an. Als sein Blick auf die Tür fiel, und die anderen sah, schüttelte er mit dem Kopf. „Das ist doch unglaublich.“, meinte Ray und Neela sah ihn verwirrt an. „Was?“, fragte sie und sah ihn an. „Das da.“, sagte er und zeigte mit dem Finger auf die Tür. Neela drehte sich so, damit sie es sehen konnte. Mit hochgezogenen Augenbrauen sah sie die anderen an. Böse funkelte sie sie an. „Das ist wirklich unglaublich.“, stimmte sie Ray zu und auch sie schüttelte mit dem Kopf. „Hier hat man nicht mal seine Privatsphäre.“, sagte sie weiter und als die anderen immer noch lächelten, machte sich eine Wut in ihr breit.

Genervt von den anderen packte sie Ray an der Jacke und zog ihn zu sich runter. Sie sah noch kurz auf die anderen und küsste ihn dann ganz leidenschaftlich von neuem. Ray erwiderte den Kuss. Als sie sich lösten stellte sich Neela vor die Tür und presste ihre Hände in die Hüfte. Ray stand verdutz neben ihr und konnte es immer noch nicht glauben. „Wow…“, murmelte er vor sich hin. Er legte seinen Arm um Neelas Schulter und zog sie eng an sich. Beide standen da und sahen die anderen einfach nur an.

The Ende

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