Can't hide my heart away any longer

von kuyami
GeschichteRomanze / P12 Slash
Die deutsche Nationalmannschaft Werder Bremen
03.08.2009
03.08.2009
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So, hier nun der zweite Teil, den ihr euch ja alle gewünscht hab *g* Ich hoffe, er gefällt euch so :)
(hier der erste Teil, wens interessiert: http://www.fanfiktion.de/s/4a107a500000513c06d00fa2) =)

Pairing: Noch immer Per Mertesacker und Clemens Fritz :)
Disclaimer: Mir gehört leider auch hier nichts, bis auf meine Ideen und Geld verdiene ich damit leider auch nicht.
Warnung: Fluff X) Aber nur am Ende, würde ich jetzt Mal behaupten *g*
Und das Wichtigste zum Schluss:
Widmung: Wieder meiner lieben Sammy-chan gewidmet, die auch bei diesem Teil wieder viel Zeit und Geduld investiert hat und sich als Beta angeboten hat. Danke =)

Nun wünsch ich viel Spaß und lasst schön viele Reviews da, ich freu mich über alles :))

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Stille. Schweigen. Abstand.
Das war es, was an diesem Morgen beim Training zwischen ihnen herrschte. Das genaue Gegenteil zu letzter Nacht. Ein Gegenteil, das ihm nicht gefiel.
Und doch brachte er es nicht über sich, diesen Abstand zu verkürzen oder sich gar zu ihm zu gesellen.
Denn das würde bedeuten, er würde das Risiko eingehen, dass Per an seinem Blick sehen konnte, was er fühlte. Nach letzter Nacht war es ihm nämlich noch nicht gelungen seine Wand aus freundschaftlicher Zuneigung wieder aufzubauen, auf die er Pers Blick immer prallen ließ, um seine wahren Gefühle zu verbergen.
Und nach all den Gefühlen, die er gestern an den Tag gelegt hatte und nach all der Liebe, die er von Per bekommen hatte, wusste er auch nicht, ob er sie jemals wieder würde aufbauen können.
Er wurde in seinen Gedanken unterbrochen, als Torsten plötzlich neben ihm auftauchte und ihn ansprach: „Na?“
„Na?“, antwortete Clemens mit einer Gegenfrage. Das Letzte worauf er jetzt Lust hatte, war ein Gespräch.
„Bist du mit Per gestern dann noch gut nach Hause gekommen?“
Als er Pers Namen hörte, lief unwillkürlich ein Schauer über seinen Rücken. Normalerweise war der immer sehr warm und angenehm gewesen, doch jetzt... jetzt war alles anders. Die letzte Nacht hatte nicht nur die Atmosphäre zwischen ihnen verändert. Auch der Schauer war anders. Denn jetzt war er kalt und unangenehm. Auch sorgte er dafür, dass er bei Torstens Frage zusammenzuckte und Angst hatte, dass dieser wusste, was letzte Nacht zwischen ihnen geschehen war.
Unsicher schluckte er und nickte kurze Zeit später einfach nur. Zu viel Angst hatte er, dass er sich mit einer zittrigen Stimme verraten könnte, oder dass am Ende doch alles aus ihm herausplatzte, wenn er erst Mal anfing zu reden.
„Na dann is ja gut.“, klopfte Torsten ihm auf die Schulter und war auch schon wieder verschwunden.
Gut? Ob das nun alles so gut gewesen war, war allerdings die Frage. Irgendwie fühlte er sich sogar etwas schlecht, wenn er daran dachte, dass er der ganzen Sache immer noch etwas Positives abgewinnen konnte. Denn... scheiße, natürlich hatte er mit Per geschlafen, was bedeutete, dass nun nichts mehr zwischen ihnen wieder genau so werden würde, wie es früher war und es war vielleicht sogar so, dass sich an ihrer Freundschaft etwas ändern würde oder sogar schon geändert hatte. Außerdem wusste er ganz genau, dass er nach der letzten Nacht ganz bestimmt nicht mehr normal mit ihm umgehen konnte, geschweige denn, sich von ihm fernhalten konnte.
Und doch... ja, doch brannte seit letzter Nacht ein Feuer in ihm, das ihn vorantrieb, das ihn am Leben hielt und das ihm versicherte, dass er trotz alledem mit Per geschlafen hatte. Er hatte mit ihm geschlafen, das war Fakt. Eine ganze Nacht lang hatte Per ihm all seine Liebe geschenkt. Und diese Liebe war es auch, weswegen er jetzt seinen Blick auf den Boden sinken ließ, als Per näher kam.
Denn er hatte Angst. Angst, dass jemand genau diese Liebe, die er nur für Per empfand,  in seinen Augen sehen konnte und noch viel mehr Angst, dass Per die Liebe, die  für ihn ganz allein bestimmt war, darin erkennen konnte.
Vielleicht sollte er wirklich einfach mit ihm reden. Ihm sagen, dass es ein einmaliger Ausrutscher gewesen war und das auch bleiben würde. Danach konnte er dann ja nach Hause gehen und versuchen, sein blutendes Herz zu trösten. Dort würde es niemand sehen.
Dennoch musste er mit ihm reden. So viel stand fest. Da kam er nicht drumherum. Irgendetwas Vernünftiges und gut Durchdachtes musste er sagen. Doch was, darüber konnte er jetzt nicht nachdenken. Dafür schlug sein Herz gerade zu schnell. Dafür war Per ihm gerade viel zu nahe gekommen.
„Hey, ich...“, hörte er leise an seinem Ohr und versuchte, die Gänsehaut an seinen Armen zu verbergen, die der, nun wieder angenehme, Schauer, den Pers Stimme über seinen ganzen Körper gejagt hatte, verursacht hatte.
Doch weiter kam er nicht, denn mit einem letzten Pfiff war das Training beendet und die anderen Spieler trabten Richtung Kabine, unter anderem auch Diego, der fröhlich angesprungen war und ihnen beiden von hinten die Arme um die Schulter gelegt hatte.

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Innerlich seufzte Per auf. Doch äußerlich konnte er es nicht zeigen. Konnte seine Enttäuschung darüber nicht zeigen, dass ihm nicht mal mehr dieser kleine Moment gegönnt war, in dem Clemens' Arm wie ganz selbstverständlich seinen eigenen streifte, so als wäre nie etwas passiert. Diese Momente genoss er schon seit Monaten, doch wieder hatte sich jemand zwischen sie  geschoben und ihre Körper auseinander gedrängt.
Doch nicht nur körperlich fühlte sich Per nun von Clemens getrennt, sondern es fühlte sich fast so an, als wäre ihre ganze emotionale Bindung, die sie zueinander aufgebaut hatten, plötzlich durchtrennt. Sie hatten sich heute noch kein einziges Mal in die Augen gesehen und Per war es heute auch noch nicht vergönnt gewesen, Clemens' wunderschönes Lachen zu hören, das Strahlen in seinen Augen zu sehen und dabei eigentlich die ganze Zeit nur damit beschäftigt zu sein, sein Herz dazu zu bringen doch wieder etwas leiser zu schlagen.
Und jetzt hatte er mit ihm reden, hatte dieses kalte Schweigen zwischen ihnen unterbrechen wollen, doch auch das war ihm nicht gewährt worden. Irgendwie musste er ihm doch erklären, dass das zwischen ihnen eine einmalige Sache gewesen war und dass es nichts bedeutet hatte.
Das war nicht einmal gelogen, für Clemens hatte es schließlich nichts bedeutet. Für ihn dagegen umso mehr.
Und schon wieder ziepte sein Herz ganz unangenehm, als Torsten ihn jetzt zu sich rief und er nur von weitem beobachten konnte, wie Diego seinen Arm noch immer um Clemens Schulter gelegt hatte und ihn in die Kabine manövrierte, während er vermutlich wieder irgendein schweinisches Wort auf deutsch wissen wollte. Zumindest schloss er das aus Diegos verschmitztem Grinsen, das er immer bei diversen Fragen aufsetzte.
Doch das störte ihn nicht, solche Fragen stellte Diego eben manchmal. Viel mehr störte ihn Diegos Arm, der um Clemens' schlanken Körper lag und ihn festhalten durfte. Ihn einfach so festhalten durfte, als wäre es das Normalste auf der Welt.

Endlich in der Kabine angekommen, war Per heute noch mehr versucht, seine begierigen Blicke zurückzuhalten, wenn Clemens sich das Trikot über den Kopf zog und ihm seinen muskulösen Rücken offenbarte, der von einem leichten Schweißfilm überzogen war. Frustriert schloss er die Augen und öffnete sie erst wieder, als er in seinem Spind nach seinem Duschgel kramte.
Zu präsent waren seine Erinnerungen an die letzte Nacht. Noch immer. Noch immer spürte er Clemens' Haut unter seinen großen Händen, hörte sein leises Stöhnen in seinem Ohr und noch immer konnte er seinen Kuss schmecken.
Mit einem lauten Knall flog seine Spindtür zu und er machte sich auf den Weg in die Dusche. Kalt. So viel stand fest.

Als er wieder kam und sich gerade die Hose zuknöpfte, konnte er gerade noch Clemens' blonden Haarschopf erkennen, der aus der Tür verschwand. Der konnte doch jetzt nicht einfach abhauen, schließlich musste er doch noch mit ihm reden, es gab so Vieles zu klären.
Schnell warf er sein Zeug in seine Sporttasche, warf sie sich über die Schulter und eilte mit langen Schritten nach draußen.
„Clemens!“
Angesprochener blieb stehen und war seltsamerweise auch noch nicht sehr weit gekommen. Als Per  vor ihm zum Stehen kam, brauchte er eine kurze Zeit, um sich zu sammeln, bis er es schaffte, ihm endlich in die Augen zu sehen. Dort konnte er einen seltsamen Schimmer aufblitzen sehen, konnte ihn aber nicht einordnen.
Dann öffnete er den Mund, schloss ihn aber kurze Zeit später wieder. Plötzlich schienen all die Worte, die er sich unter der Dusche zurechtgelegt  hatte, verschwunden zu sein. Sie machten einfach keinen Sinn mehr, weil es ihm nicht möglich war, das, was er fühlte in Worte auszudrücken. Außerdem brachte er es nicht über sich. Er konnte einfach nicht laut aussprechen, dass alles nur ein Ausrutscher gewesen war, denn das würde es irgendwie zu einer Tatsache machen. Und allein bei der Vorstellung, dass er Clemens nie wieder so würde berühren dürfen, drehte sich ihm der Magen um. Anstatt etwas wirklich Sinnvolles zu sagen, stammelte er schließlich nur:
„Also, was ich ... ich...vorher eigentlich s...sagen wollte...“, während Clemens ihn immer noch schweigend ansah. Kam es ihm nur so vor, oder hatte Clemens heute überhaupt noch kein Wort gesprochen? Doch weiter kam er nicht, da er von hinten hörte:
„Ihr zwei denkt aber schon an heute Abend, oder?“
Und schon war Torsten neben ihnen aufgetaucht. Oh, richtig. Grillfeier bei Torsten. Eigentlich freute er sich schon seit Tagen darauf, aber heute... dennoch nickte er halbherzig und ging ohne ein weiteres Wort zu seinem Auto, da Torsten zusammen mit Clemens in die andere Richtung ging, während er ihn an alle möglichen DVDs erinnerte, die er sich ausgeliehen hatte und heute Abend nicht vergessen sollte.
Bei seinem Auto angekommen trat er kurz frustriert gegen seine Reifen und fluchte anschließend laut auf. Das durfte doch alles nicht wahr sein. Jetzt war er gerade schon so weit gewesen, dass er wenigstens ein paar Worte mit Clemens gesprochen hatte und da kam wieder jemand dazwischen. Und jetzt wusste er nicht ein Mal, ob er sich darüber freuen sollte oder nicht. Denn er hätte sowieso nicht gewusst, wie er es am Besten sagte, andererseits wäre es dann wenigstens raus gewesen. Mit einer Wut im Bauch, von der er nicht genau sagen konnte, wo sie überhaupt her kam stieg er schwungvoll in sein Auto und blieb dabei mit dem Kopf am Türrahmen hängen.
Noch lauter fluchend rieb er sich den Kopf und schlug die Tür hinter sich zu. Als er den Motor startete, überlegte er ernsthaft, ob er heute Abend wirklich zu Torsten gehen sollte. So abwesend wie er im Moment mit seinen Gedanken war konnte er froh sein, wenn er bei dem Bremer Verkehr überhaupt heil zu Hause ankam.

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Stunden später stand Clemens hilflos in seinem Schlafzimmer, sämtliche mögliche Klamotten auf seinem Bett ausgebreitet. Jetzt musste er sich nur noch entscheiden.
Eigentlich war es wirklich nur ein kleines Grillfest, zu dem man nichts Besonderes anziehen musste. Doch andererseits hatte er dann wenigstens etwas anderes über das er sich Gedanken machen konnte. Kaum hatte er sich jedoch dafür entschieden, ein Hemd anzuziehen, war Per schon wieder in seinen Gedanken präsent. Gestern Nacht hatte dieser ihm ein schwarzes Hemd von den Schultern gestreift. Seine sanften Hände, wie sie seine nackte Haut gestreichelt hatten, konnte er noch immer fühlen.
Schnell hängte er das schwarze Hemd wieder in den Schrank und knallte die Tür zu, wobei er hoffte, dass er seine Erinnerungen damit auch im Schrank eingeschlossen hatten. Zielstrebig zog er sich das weiße Hemd über und trottete dann ins Bad, um seine Haare noch etwas zu stylen. Schließlich wollte er ja heute Abend Per gefallen.
Nein, was dachte er denn da schon wieder? Natürlich wollte er Per nicht gefallen. Er... wollte ihn einfach nur. Und allein schon beim Gedanken daran, dass er womöglich nie wieder neben ihm schlafen konnte und nie wieder in seinen Armen aufwachen durfte, drehte sich ihm der Magen um. Nie wieder.

Als er dann zwanzig Minuten später in sein Auto stieg musste er zugeben, dass er sich doch ganz allein für Per heute Abend hübsch gemacht hatte und dass er außerdem fast zwei Stunden zu früh bei Torsten war. Nur um nicht mehr über Per nachdenken zu müssen.
Verdammt. Schon wieder Per. Immer noch Per. Per. Wie immer.
Etwas verzweifelt klingelte er wenig später an der Frings'schen Haustüre. Natürlich hatte er die DVDs, an die Torsten ihn extra noch erinnert hatte, vergessen. Kein Wunder. Per.
Doch trotz seiner Vergesslichkeit und seinem viel zu frühen Auftauchen, wurde er von Petra freundlich hereingebeten und gleich auf die Terrasse geschickt.
„Bier?“
Wurde er ein weiteres Mal an diesem Tag aus seinen Gedanken gerissen und realisierte erst jetzt, dass Torsten mit zwei Flaschen vor ihm stand.
Dankend nahm er eine der Flaschen entgegen und grummelte: „Ich sollte heute eh lieber nach Hause laufen.“, bevor er sich einen großen Schluck genehmigte.
„Letzte Nacht nicht viel geschlafen?“
„Doch. Nein. Egal, so gut wie schon lange nicht mehr. Aber wenn man dann im Nachhinein feststellt, dass das vielleicht doch gar nicht so gut war, weil man damit alles nur schlimmer gemacht hat und dieser Person vermutlich nie wieder in die Augen sehen kann, dann wünscht man sich, dass man doch allein geschlafen hätte. Oder dass man diese Person nie kennen gelernt hätte. Oder dass sie ihn einfach nie so angesehen hätte, dass man nie wieder ohne sie aufwachen will. Scheiße...“, sprudelte plötzlich alles aus ihm heraus und es herrschte einen Augenblick Stille, in dem Torsten ihn mit offenem Mund unverblümt entgeistert anstarrte. Eigentlich hatte er nur einen Witz machen wollen.
Dann fand er doch seine Sprache wieder und fragte vorsichtig:
„Von wem genau reden wir jetzt?“
„Von niemandem.“, antwortete Clemens bitter, nahm einen tiefen Schluck aus seiner Bierflasche, knallte selbige dann auf den Tisch und stand auf.
„Ich glaube, wir sollten schon mal den Grill anheizen, die anderen müssten bald kommen.“ Und schon war er in den Garten verschwunden.
Etwas verdattert folgte ihm Torsten, sprach ihn jedoch nicht weiter auf das Thema an, da er sehr wohl bemerkte, dass Clemens' Monolog über die verschiedenen Arten zu Grillen und welche davon seine Liebste war nur ein verzweifelter Versuch war, so zu tun, als hätte er nie etwas gesagt.

Auch sah er, wie Clemens, vielleicht auch unbewusst, erleichtert aufatmete, als sie hinter sich ein lautes Kreischen hörten und er dadurch in seinem Monolog unterbrochen wurde.
Noch während Lena und Lisa auf ihn zu stürmten, fragte sich Clemens, warum er nicht einfach den Mund gehalten hatte, wenigstens ein einziges Mal. Gott sei Dank hatte er wenigstens Pers Namen gerade noch so verschluckt. Auch wenn er dafür jetzt schon wieder in seinem Kopf herum spukte. Und langsam wurde Clemens auch nervös.
Bald würden die anderen kommen. Bald würde Per hier sein.
„Willst du auch einen?“
Mit einem breiten Grinsen hielt Lena ihm jetzt einige Lollis vor die Nase und er nahm ihr lächelnd einen ab. „Danke.“, nuschelte er und wollte besagten Lolli sofort in seine Hosentasche verschwinden lassen, als Lena jedoch Hilfe von ihrer Schwester bekam, die ihn sofort mit einem bösen Blick bestrafte und ihn anwies: „Denn musst du aber gleich essen!“
„Stimmt ja.“, antwortete er nur, wickelte den Lolli aus und steckte ihn sich in den Mund.
Kirsche.
So hätte Per schmecken können. Nach Kirsche. Oder Erdbeer, Banane oder auch Vanille. Ganz egal, nach irgendetwas.
Aber so hatte er nicht geschmeckt. Nicht nach Kirsche, nicht nach Erdbeer und auch nicht nach Banane oder Vanille. Denn er hatte einfach nur nach Per geschmeckt. Einfach nur nach Per. So intensiv, so sanft, so aufdringlich, so zart.
So sehr nach Per, dass er diesen Geschmack nie mehr würde vergessen können.

„Lena, Lisa, kommt ihr?“
Petra war auf der Terrasse und winkte die Kinder zu sich. Die strahlten Clemens noch ein Mal glücklich an, da dieser nun endlich ihren Lolli angenommen hatte und rannten dann zu ihrer Mutter.
„Also wir fahren dann!“
„Tschüss.“, kam es gleichzeitig aus Torstens und Clemens' Mund, während sie auch noch beide gleichzeitig winkten.
„Ach ja, ein Auto ist gerade vorgefahren. Ich glaube es ist Per. Also tschüss dann.“
Und schon war sie mit den Kindern verschwunden und hatte Clemens mit einem schalen Geschmack im Mund zurückgelassen. Per kam. Jetzt. Aber was wollte er schon hier? Es war doch noch viel zu früh. Er hatte eigentlich damit gerechnet, dass Per erst frühestens in einer halben Stunde hier ankam und hatte sich fest vorgenommen, kurz vorher noch ein Mal auf die Toilette zu verschwinden, um sich wenigstens etwas zu sammeln. Doch daraus wurde jetzt wohl nichts, denn schon sah er Per durch die Tür nach draußen in den Garten treten.

Für einen kurzen Moment setzte sein Herz aus und er ließ die Schaufel für die Kohlen fallen. Dankbar, dass er sich selbst eine Gelegenheit geschaffen hatte, um wenigstens einen kurzen Moment auf den Boden sehen zu können, bückte er sich extra umständlich und als er sich wieder aufrichtete, stand Per schon vor ihm, vermied es aber ihm in die Augen zu sehen.
Leise flüsterte er noch „Hey“, bevor er anfing, geschäftig die Kohlen in den Grill zu schaufeln.
Innerlich tobte er, was sich äußerlich jedoch nur dadurch äußerte, dass seine Hände zitterten.

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Per war noch nie so froh gewesen, als er hinter sich plötzlich die Stimmen von Diego, Claudio und Markus hörte. Dankbar drehte er sich um und lief ihnen entgegen.
Er hätte Clemens'Anblick keine Sekunde länger ertragen. Schnell hatte er sich von ihm abgewandt, hatte sich zu Diego und den anderen gesellt, um diesem Anblick zu entkommen. Wenigstens für einen Moment.
Doch noch immer klopfte sein Herz wild gegen seine Brust.
Und trotz allem hatte er sich schon länger nicht mehr so elend gefühlt, wie im Moment. Denn war Clemens' Verhalten beim Training schon anstrengend genug gewesen, so war es jetzt kaum noch auszuhalten.
Nicht ein Mal richtig in die Augen gesehen hatte er ihm und das deprimierte ihn, es machte ihn regelrecht fertig.
Schon nach diesem einen Tag vermisste er Clemens einfach nur als Freund, mit dem er reden konnte, mit dem er lachen konnte, der einfach ein fester Bestandteil seines Lebens war. Doch der fehlte jetzt und es zerriss ihm das Herz, weil er sich mittlerweile nicht mehr ganz so sicher war, ob es das wirklich wert gewesen war.
Denn wenn er es sich recht überlegte, würde er diese eine Nacht niemals gegen ein ganzes Leben mit Clemens eintauschen. Schließlich hatte sich nichts geändert. Noch immer versteckte er seine Gefühle und war sich sicher, dass er diese niemals offenbaren würde.
Das einzige, was sich geändert hatte war, dass Clemens' Nähe nun noch viel schwerer zu meiden und gleichzeitig auch auszuhalten war, weil er jetzt wusste, wie es sich anfühlte, von Clemens geliebt zu werden. Wie gut es sich anfühlte, seine Lippen auf seinen eigenen zu spüren, neben ihm liegen zu können, ihn berühren zu dürfen.

Mit einem Seufzen wandte Per sich wenig später dem Gespräch zwischen Markus und Diego zu, der ihm gerade all die schweinischen Worte unterbreitete, die er heute Nachmittag von Clemens gelernt hatte. Dieser saß nur unbeteiligt neben Per und versuchte offenbar so zu wirken, als würde er sich an Torstens und Claudios Gespräch beteiligen oder zumindest zuhören.
Obwohl sie sogar nebeneinander auf einer Bank saßen, hatten sie bisher immer noch kein Wort miteinander gesprochen, sich noch nicht ein Mal in die Augen gesehen. Der einzige Kontakt, den sie bisher gehabt hatten, war, als Clemens vorher aus Versehen mit seinem Bein gegen Pers gestoßen war. Und allein das hatte schon ausgereicht, um Pers Herz wieder zum Rasen zu bringen.

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Langsam war Clemens wirklich dabei zu verzweifeln. Es konnte doch gar nicht sein, dass Per ihn nun nicht Mal mehr eines Blickes würdigte. Er hatte sogar schon den verzweifelten Versuch unternommen und war einfach kurz energisch mit seinem Bein gegen Pers Bein gestoßen, doch selbst da hatte er nicht ein Mal zu ihm herüber gesehen. Da er Per jedoch keine blauen Flecken verpassen wollte, hatte er dann enttäuscht beschlossen, weitere Versuche dieser Art zu unterlassen und hatte stattdessen so getan, als würde er sich an Torstens und Claudios Gespräch beteiligen.

Und obwohl er nicht wirklich zugehört hatte, horchte er bei dem Satz: „Okay, Jungs. Wir sollten mal langsam anfangen zu Grillen. Wer holt Besteck und Salate von drinnen?“ sofort auf und war auf den Beinen, ehe einer der anderen auch nur reagieren konnte.
„Ich mach das.“, erklärte er noch schnell, bevor er nach drinnen in die Küche floh. Hier war er vorerst sicher. Und außerdem war sie hier weg.
Diese Spannung, die irgendwie zwischen ihm und Per herrschte, fast so, als hätten sie sich gestritten und wüssten beide, dass eigentlich alles wieder in Ordnung war, aber keiner traute sich, den ersten Schritt zu machen.
Doch sie hatten sich nicht gestritten. Ganz im Gegenteil. Sie hatten sich geliebt.
Nun, zumindest hatte er Per geliebt. Bei Per war das Ganze wohl doch nur auf das Körperliche reduziert gewesen.

Als er in der Besteckschublade nach Messern kramte, bemerkte er erst, wie seine Hände zitterten. Hatten sie vorher auch schon so gezittert? Und hatte er vorher auch schon gemerkt, wie sehr ihm diese Situation, dieses Schweigen zwischen ihnen zu schaffen machte?
So konnte er nicht weitermachen. Denn es war in Ordnung, wenn Per seine Gefühle nicht erwidern konnte. Gut, es war nicht in Ordnung, aber es war immerhin auszuhalten. Im Gegensatz dazu, Per im Moment nicht ein Mal mit Sicherheit noch als seinen Freund bezeichnen zu können, schien ihm die Gewissheit, sich einfach nur unglücklich verliebt zu haben, geradezu einfach zu ertragen.
Noch während er überlegte, wann wohl die passendste Gelegenheit sein würde, um Per darauf anzusprechen, hörte er hinter sich schlurfende Schritte und dann eine Stimme, die fragte: „Nimmst du das Besteck mit und ich den Rest?“
Pers Stimme.
Langsam drehte er sich um und nickte einfach nur geistesabwesend. Das hier war sie also. Die Gelegenheit. Doch statt etwas zu sagen, beobachtete er Per nur, wie er die Teller aus dem obersten Regal holte, wie dabei sein T-Shirt ein Stück höher rutschte, womit er ein Stück seines Bauches offenbarte und wie er ihn noch kurz anlächelte, bevor er sich umdrehte und auf den Weg zur Tür machte.
„Per, warte!“, hörte er sich plötzlich selbst sagen, ohne dass er es gewollt hatte.

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Langsam drehte Per sich zu ihm um. Jetzt war er also gekommen. Der Moment, den er provoziert hatte, dadurch, dass er Clemens nachgelaufen war, dadurch dass er ihn zuerst angesprochen hatte und dadurch, dass er ihn angelächelt hatte.
Doch wie er Clemens jetzt mit einem schiefen Lächeln fragen hörte: „Ist alles okay zwischen uns?“, wusste er, dass sich dahinter doch nur dieselbe Unsicherheit verbarg, die auch er zu verstecken suchte.
Diese Frage erleichterte und beunruhigte ihn gleichermaßen. Denn einerseits wusste er nun, dass Clemens wollte, dass zwischen ihnen alles wieder wie früher war, andererseits war das auf eine bizarre Art und Weise doch nicht das, was er sich wünschen würde.
Er ließ sich einen Augenblick Zeit, um ungestört noch etwas länger Clemens' Schönheit bewundern zu können, die durch seine Unsicherheit und Verlegenheit fast ihren Höhepunkt erreicht hatte, bevor er mit ruhiger Stimme und einem Lächeln auf den Lippen antwortete: „Natürlich ist alles okay.“
Als er langsam seinen Blick abwärts wandern ließ, blieb er an Clemens' Händen hängen, die sich verzweifelt an ein paar Gabeln festklammerten und unhaltsam zitterten.
Er schenkte ihm ein liebevolles Lächeln, während er die Teller abstellte und Clemens dann die Gabeln aus der Hand nahm. Noch immer schaute dieser ihn so unsicher an, dass Per ihn jetzt am liebsten sofort geküsst hätte.
Stattdessen flüsterte er jedoch nur: „Komm mal her.“, und zog ihn sanft in seine Arme. Glücklich spürte er, wie Clemens' Arme sich um seinen Körper schlangen und ihn fest an sich drückten. Zufrieden lächelte er und streichelte kurz Clemens' Rücken, bevor ihm klar wurde, was er hier eigentlich tat und er ihn abrupt losließ. Clemens lächelte ihn noch kurz an, bevor er die Gabeln wieder an sich nahm und nach draußen lief.

Per blieb noch einen Moment in der Küche zurück, fuhr sich mit den Händen übers Gesicht und fragte sich, was es war, warum er Clemens nie widerstehen konnte.
Hätte er ihn auch nur eine Minute länger in seinen Armen gehalten, er hätte für nichts garantieren können. Und doch wurde er gerade von einem ganz anderen Gefühl übermannt. Er war glücklich. Ja, auf eine seltsame Art und Weise glücklich. Auf eine masochistische Art und Weise.
Denn das Schlimmste, was er sich vorstellen konnte, war nicht passiert. Clemens war noch immer an seiner Seite. Als Freund.
Als guter Freund. Als guter Freund, mit dem er geschlafen hatte. Als guter Freund, mit dem er geschlafen hatte und in den er sich verliebt hatte.  Als guter Freund, mit dem er geschlafen hatte, in den er sich verliebt hatte und....
„Kommst du?“ Clemens' grinsendes Gesicht ragte durch die Tür in die Küche und brachte Pers Herz für einen kurzen Augenblick in Schwierigkeiten. Schon wieder. Wie immer.
Dieser kurze Moment machte ihm bewusst, wofür er das alles tat. Clemens.
Unwillkürlich legte sich ein Lächeln auf seine Lippen und er folgte ihm nach draußen.

Wenn die Stimmung zwischen ihnen beiden vorher noch angespannt war, so war sie jetzt geradezu ausgelassen. Sie redeten miteinander, lachten zusammen, machten ihre Witze und konnten sich auch einfach wieder ganz normal in die Augen sehen. Alles war wie immer. Per traute sich sogar, Clemens bei einem Scherz wieder freundschaftlich auf die Schulter zu klopfen, wie es eigentlich ganz normal bei ihnen beiden war.
Auch wagte Clemens es, so zu tun, als würde er sich an Pers Schulter ausweinen, als Torsten wieder eine Anspielung auf seine im Badezimmer verbrachte Zeit gemacht hatte und Per hatte ihm daraufhin, gespielt mitfühlend, den Rücken getätschelt. Alles war wie immer.

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Doch dann hatten Diego und Claudio ihr benutztes Geschirr nach dem Essen in die Küche getragen und hatten danach offensichtlich noch etwas das Haus durchstöbert.
Zumindest kamen sie mit einer Sofortbildkamera wieder nach draußen und sahen Torsten fragend an. „Dürfen wir?“
Torsten überlegte einen kurzen Moment, stimmte dann jedoch zu: „Aber macht sie mir bloß nicht kaputt, ihr wollt gar nicht wissen, wie viel die kosten.“
„Ja ja.“, war Diegos abwesende Antwort und er begann sofort fröhlich drauf los zu knipsen.
Alles war ganz normal.
Doch als Diego plötzlich den Fokus auf Per und Clemens richtete und offensichtlich ein Foto von ihnen machen wollte, da setzte bei Clemens irgendwie plötzlich sein Verstand aus. Denn er verkündete sofort begeistert: „Oooh, ich liebe Sofortbildkameras!“ und anstatt einfach nur nett in die Kamera zu lächeln, umfasste er liebevoll Pers Gesicht und drückte ihm mit einem breiten Grinsen im Gesicht einen dicken Schmatzer auf die Wange.
Der Blitz, der kurz die Szene erhellte, schien seine Gedanken wieder anzuregen und er sprang sofort erschrocken wieder in seinen Stuhl zurück. Er hatte Per nicht gerade eben wirklich einen Kuss auf die Wange gedrückt und sich dabei auch noch fotografieren lassen, oder?
Doch zu seinem Erstaunen schien es nicht groß Aufsehen erregt zu haben. Torsten nahm das Foto an sich, wartete, bis man es ganz erkennen konnte, kommentierte es mit einem kurzen „Süß.“ und legte es achtlos auf den Stapel der anderen Fotos, die Diego bereits geknipst hatte. Dort lagen viele Fotos. Und jetzt auch eines, auf dem Clemens Per auf die Wange küsste.

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Unbewusst fasste Per sich an die Wange und berührte seine Haut, die noch immer brannte, als wären Clemens' Lippen noch immer auf ihr.
Clemens' Lippen waren heiß gewesen, seine Wange war heiß geworden und jetzt wurde ihm ganz heiß. Ohne, dass er es verhindern konnte, lief er jetzt auch noch rot an, was jedoch auf Grund der Dunkelheit, die mittlerweile herrschte und nur durch ein paar Kerzen erhellte wurde, offensichtlich unbemerkt blieb.
Warum hatte Clemens das getan? Sie hatten doch vorher schon abgeklärt, dass zwischen ihnen alles in Ordnung war, da brauchte ihm Clemens das doch jetzt nicht mehr beweisen. Und schon gar nicht so.
Doch er hatte es getan. Er hatte ihn geküsst. Zwar nur auf die Wange, aber er hatte ihn geküsst. Schon wieder. Genau wie letzte Nacht. Per wurde noch heißer, als er nun plötzlich Clemens' Lippen wieder auf seinem ganzen Körper spürte, wo sie ihn genauso sanft und vorsichtig geküsst hatten, wie gerade eben. Schnell trank er einen Schluck Wasser und verbarg dann seine zitternden Hände in seinem Schoß und versuchte, sich wieder am Gespräch zu beteiligen, so als wäre nichts geschehen.

Stunden später lag Per in seinem Bett. Allein. Und er war einsam. Clemens war nicht hier. Keine Haare, die an seiner Wange kitzelten, kein Kopf, der auf seiner Brust lag, keine verschwitzte, heiße Haut unter seinen Finger, kein Geruch, der ihm in die Nase stieg. Nichts.
Nicht einmal das Foto hatte er an sich nehmen können. Als er wenig später nämlich im Haus auf der Toilette gewesen war und wieder in die Küche zurückkam, da hatte er den ganzen Stapel Fotos unschuldig auf dem Tisch liegen sehen. Und ehe er sich versehen hatte, da war er auch schon vor dem Tisch  gestanden und hatte hastig alle Fotos durchgesehen. Er wollte dieses Foto haben. Er brauchte es einfach.
Doch er hatte es nicht finden können. Alles was er gefunden hatte, waren schiefe Fotos von Bäumen, Fotos von ihrem Essen, Fotos von Torsten, Fotos von Markus, sogar ein Foto auf dem Diego den großen Küchenchef spielte. Jedoch kein Foto, auf dem Clemens ihm einen Kuss auf die Wange drückte.
Sorgfältig hatte er alle Fotos noch ein zweites Mal durchgesehen, hatte dann aber doch frustriert feststellen müssen, dass das Foto nicht dabei war. Einfach verschwunden.
Missmutig war er wieder nach draußen getrottet und hatte Markus in ein Gespräch verwickelt, wobei er in Gedanken doch die ganze Zeit nur bei dem Foto gewesen war und dabei, wie es so einfach hatte verschwinden können.

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Clemens seinerseits lag in seinem Bett, hatte sich in die Decke, unter der Per geschlafen hatte, eingekuschelt, genoss, dass die Bettwäsche noch immer nach ihm roch und betrachtete mit einem seligen Grinsen das Foto in seiner Hand. Liebevoll strich er über Pers Gesicht, das seltsamerweise keinen Spur von Unverständnis trug, stattdessen grinste er genauso breit wie Clemens.
Vorsichtig fuhr er mit dem Finger über Pers zerstrubbeltes Haar und wenn er die Augen schloss, konnte er noch immer spüren, wie er es ihm letzte Nacht selbst verwuschelt hatte.
Mit einem Blick auf die Uhr entfuhr ihm ein leises Seufzen, er strich noch ein Mal kurz liebevoll über Pers Gesicht, so als würde er gerade neben ihm liegen, und verstaute das Foto dann sorgfältig in seiner Nachttischschublade und knipste das Licht aus.
Doch das war sein Fehler gewesen. Denn eben, von Pers Geruch umgeben und mit dem Foto in seiner Hand, war alles noch ganz normal gewesen, ganz in Ordnung.
Doch nun, wo die Dunkelheit ihn umgab, fühlte sich das alles plötzlich nicht mehr so gut an. Per war nicht hier. Nur sein Geruch in seiner Bettwäsche und sein Gesicht auf einem Foto. Aber das war nicht dasselbe . Das war nichts im Vergleich zu letzter Nacht.
In ihm keimte eine Sehnsucht auf, die so tief saß, dass sie nur von Per selbst würde gestillt werden können.
Aber als Clemens die Augen schloss, war Per plötzlich da. Er lag neben ihm, lächelte ihn an, strich ihm das Haar aus der Stirn und drückte ihm einen Kuss auf die Wange.
Hastig glitten Clemens' Hände an seinem Körper hinab und er versuchte, dieses unendliche Verlangen, diese Sehnsucht zu stillen.

~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~

Plötzlich fand Per sich vor seinem Bett wieder, wie er sich gerade eine Hose überzog. Danach rauschte er in den Flur, schlüpfte wahllos in irgendwelche Schuhe, schnappte sich seinen Autoschlüssel vom Schlüsselbrett und schon war er auf dem Weg zu seinem Auto.
Erst, als die kalte Nachtluft ihn empfing und ihn leicht frösteln ließ, wurde er sich bewusst, was er hier tat. Er war gerade eben aus dem Bett gesprungen und stürmte jetzt zu seinem Auto.
Noch eine Sekunde länger hätte er es nicht mehr ausgehalten, er musste einfach zu ihm. Clemens. Länger hielt er es ohne ihn nicht aus. Es ging nicht. Er musste zu ihm. Jetzt.

Bereits einige Minuten später stand er vor Clemens' Haustür und betätigte die Klingel. Seine Hände zitterten, so dass er sie in seinen Hosentaschen verbarg. Doch sie zitterten nicht vor Kälte. Sondern vor Angst, vor Bangen und vor diesem unendlichen Hoffen. Und würde Clemens ihn nun fragen, was er hier wollte, so könnte er es ihm nicht sagen. Er wusste es ja selbst nicht. Er wusste nur, dass er von einem tiefen inneren Bedürfnis geleitet worden war, das ihn beim Gedanken an Clemens immer überfiel.

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Gerade als Per sich seinen Weg von Clemens' Bauch abwärts küsste, wurde er plötzlich von einem lauten Klingeln unterbrochen. So unvorbereitet wieder in die Realität zurückgeholt, blieb Clemens keine Zeit nachzudenken. Stattdessen sprang er auf und eilte zur Tür.
Warum war es ihm nicht wenigstens in seinen Gedanken vergönnt, dass Per bei ihm blieb? Wenigstens in seinen Gedanken. Waren sie doch die einzigen, mit deren Hilfe sich Clemens seine sehnlichsten Wünsche erfüllen konnte.
Seufzend öffnete er die Tür und erstarrte.
Per, der ihn eben noch so hingebungsvoll geküsst hatte, stand ihm gegenüber. Nur in einer alten Trainingshose, einem T-Shirt und vestrubbelten Haaren. Er sah einfach nur anbetungswürdig aus.
Eigentlich musste er ihn jetzt fragen, was er hier mitten in der Nacht bei ihm wollte. Doch er tat es nicht. Er konnte es nicht und wollte es auch gar nicht. Wollte nur, dass Per hier war, hier bei ihm. Er wollte es, aus diesem tiefen inneren Bedürfnis heraus, das ihn beim Gedanken an Per immer überfiel.

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Wie Clemens ihm so dir Tür geöffnet hatte, da gab es für ihn keine Frage mehr, wieso er mitten in der Nacht aus dem Bett gesprungen und zu ihm gefahren war. Am liebsten würde er ihn jetzt einfach nur an sich drücken, wie er da nur in Boxershorts, einem viel zu weiten alten T-Shirt, zerstrubbelten Haaren und roten Wangen vor ihm stand. Dann sah er ihn auch noch so an. So durchdringend, ohne dass er selbst etwas von seinen Gefühlen preisgab.
Doch war er sich nicht sicher, ob er ihn hereinlassen würde. Nachdem er jedoch ein leises und nervös klingendes „Hey.“ gestammelt hatte, gewann Per irgendwie an Sicherheit.
Und ohne zu wissen, woher dieser plötzliche Selbstbewusstseinsschub kam, betrat er mit gestraffter Brust Clemens' Wohnung, versuchte vergeblich, den leichten Geruch seines Aftershaves zu ignorieren, und ging einfach durch ins Wohnzimmer. So wie sie es immer gemacht hatten.
Selbst als Clemens sich neben ihm niederließ und ihn unsicher von der Seite her anblickte, fühlte er sich noch immer so stark wie nie. Mutig rückte er ein Stück zu Clemens, noch immer ohne ein Wort zu verlieren.

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Die gesamte Situation verunsicherte ihn. Warum war Per mitten in der Nacht bei ihm aufgetaucht? Warum hatte er noch kein einziges Wort verloren? Und warum musste er ihm nun so intensiv in die Augen blicken, dass seine Knie ganz weich wurden?
Scheu wandte er seinen Blick ab und besah sich stattdessen genauer sein Handy, das auf dem Wohnzimmertisch lag. Er war sich sicher, würde er Per noch ein Mal in die Augen blicken, dann könnte dieser all seine Gefühle in seinem Blick erkennen.
Eigentlich war es genau das, was er wollte. Gerade in diesem Moment war ihm klar geworden, dass er nichts sehnlicher wollte, als dass Per endlich Bescheid wusste. Schon viel zu lange hatte er all seine Gefühle verborgen.
Dennoch konnte er sich nicht überwinden, brachte kein Wort über die Lippen und wurde von Sekunde zu Sekunde nervöser.
Doch als könnte Per seine ganze Unsicherheit und Nervosität fühlen und so, als würde er dasselbe fühlen, wie er, rückte er plötzlich ein Stück näher an ihn heran.
Erschrocken zuckte er zusammen, als er plötzlich eine Hand an seinem Kinn spürte, die sein Gesicht sanft in Pers Richtung drehte.
Und der sah ihn an. Aus seinen warmen Augen schenkte er ihm einen liebevollen und doch so  durchdringenden, intensiven Blick, dass es Clemens regelrecht den Atem raubte.
Noch bevor er überhaupt wusste, was los war, war Per noch etwas näher zu ihm gerückt und er fand sich mit dem Kopf in Pers Schoß gebettet wieder.
Ab diesem Moment war ihm klar, dass das alles ein Traum war. Es konnte nur ein Traum sein. Per würde niemals seinen Kopf in seinen Schoß ziehen. Per würde ihn nicht mal so intensiv ansehen. Da er den Traum so lange wie möglich aufrecht erhalten wollte, schloss er die Augen und versuchte, jedes Detail genau in sich aufzusaugen, so dass er später, wenn er aufwachte, noch alles genau wissen würde.
Pers Geruch umgab ihn und er genoss es, seine Muskeln unter seinem Kopf zu spüren. Viel zu schön, um wahr zu sein.
Wenig später zuckte er zusammen, als er plötzlich große, warme Hände auf seinem Gesicht spürte.
Hände, die sich sogar für einen Traum zu real anfühlten.
Doch Per würde niemals so liebvoll sein Gesicht streicheln. Niemals. Und die Gewissheit, dass das alles nur ein Traum war, schenkte ihm jetzt den Mut, der ihn leise flüstern ließ:
„Per, ich... ich kann mich nicht länger von dir fernhalten.“
Kaum hatte er es ausgesprochen, hielten die sanften Hände auf seinem Gesicht inne, Pers gesamter Körper spannte sich an und er schien für einen Augenblick den Atem anzuhalten.
Das hier war kein Traum. Das hier war die Realität.
Das wurde ihm schlagartig bewusst und er kniff seine Augen noch etwas fester zusammen, unsicher, ob er jetzt schon zu viel oder noch zu wenig gesagt hatte.
Ein leises Räuspern von Per ließ ihn zusammenzucken, bevor seine Stimme, leise, vorsichtig, zitternd, an sein Ohr drang: „Verarsch mich nicht, Clemens.“
Angesprochener kniff die Augen noch etwas fester zusammen und schüttelte den Kopf. Jetzt war es auch schon egal, jetzt konnte er auch weiterreden. Es gab nichts mehr zu verlieren.
„Ich verarsch dich ganz bestimmt nicht, aber... wegen letzter Nacht.“
„Clemens, bitte. Wenn du das seit letzter Nacht empfindest, dann redest du dir das nur ein. Mehr nicht.“, antwortete Per mit harter Stimme und zusammengebissenen Zähnen.
Ruckartig öffnete Clemens die Augen und setzte sich energisch auf. Verstand Per ihn wirklich nicht, oder wollte er ihn einfach nur nicht verstehen? Es kostete ihn einige Überwindung, aber dann sah er ihm doch fest in die Augen und antwortete leise:
„Nicht erst seit letzter Nacht. Schon länger. Schon immer.“

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In Per tobte es. Das konnte Clemens doch alles nicht ernst meinen. Wieso? Wieso jetzt? Clemens musste einfach gerade nur seinen Spaß mit ihm haben, indem er ihn so durcheinander brachte. Aber so war Clemens nicht. So war er noch nie gewesen.
Und auch der Blick, den er ihm nun schenkte, und der so voller Ehrlichkeit und auch Verzweiflung war, überzeugte ihn davon, dass Clemens das alles ernst gemeint hatte.
Die Hände, die sich sanft auf sein Gesicht legten, ließen schließlich keinen Zweifel mehr offen.
Er wusste, dass es stimmte, wusste es einfach.
Denn wenn er jetzt in Clemens' Augen blickte, konnte er nun all seine wahren Gefühle erkennen. Er stieß nun nicht mehr auf eine Wand von rein freundschaftlicher Zuneigung, sondern auf Liebe.
Und obwohl er wusste, dass all das stimmte, was er aus Clemens' Blick lesen konnte, obwohl er es wusste, wollte er es dennoch ausgesprochen hören. Wollte hören, wie Clemens es sagte, mit einer Stimme, die ihm schon vom ersten Augenblick an eine Gänsehaut bereitet hatte.
Langsam griff er nach Clemens' Hand, hielt sie fest in seiner, streichelte sie und lächelte. Lächelte und fragte: „Du meinst also...?“

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Clemens wusste genau, was Per hören wollte. Und jetzt konnte er es ihm auch sagen. Endlich. Nach Monaten, in denen er versucht hatte, sich seine Gefühle auszureden, nach Monaten, in der er nicht nur seine Gefühle, sondern auch sich selbst verleugnet hatte, konnte er jetzt endlich er selbst sein.
Endlich konnte er sein tiefstes Inneres in Worte fassen und sie die Person wissen lassen, die ihm mehr bedeutete als alles andere. Noch etwas zaghaft streichelte auch er Pers Hand und beobachtete einige Augenblicke, ganz in dem Anblick versunken, ihre ineinander verschlungenen Finger, bevor er lächelte. Er lächelte und antwortete:
„Ja, Per. Ich hab mich in dich verliebt. Und zwar schon seit ich dich das erste Mal gesehen habe.“
Als Per nun plötzlich seine losließ, da überkam ihn kurzzeitig die Angst, doch schon, als er Pers Hand in seinem Nacken spürte, wo sie erst seinen Haaransatz kraulte, um ihn dann zu sich zu ziehen, da war er wieder von diesem warmen, weichen Gefühl der Sicherheit und der Geborgenheit umgeben, das er letzte Nacht zum ersten Mal hatte spüren dürfen.
Pers Lippen auf seinen waren schön. Und anders. Alles war anders mit Per. Und so schön.
Als sie sich voneinander getrennt hatten, fand Clemens sich in Pers Armen wieder. Er hielt ihn fest, sah ihm tief in die Augen, streichelte sein Gesicht und lächelte ihn die ganze Zeit über an.
„Willst du vielleicht noch ein bisschen bleiben?“, flüsterte Clemens heiser, während er sanft an Pers Haaren zupfte und fragte sich im nächsten Moment, warum er so unnötige Fragen stellte und damit diese vertraute Stille, die zwischen ihnen herrschte, einfach so zerstörte, wusste er ja doch, was Per antworten würde.
Doch Pers Antwort war anders. Und schön.
„Ich würde gerne für immer bleiben, wenn es dich nicht stört.“
Eine unglaubliche Wärme und Wohlbefinden breitete sich in Clemens aus und strahlend stürzte er sich auf Per und fand sich auf seinem Schoß wieder, ehe er genau wusste, wie er da hingekommen war. Als er Pers Hände auf seinem Rücken spürten, die ihn streichelten und sah, wie seine Lippen immer näher kamen, da wusste er, dass alles gut war, und dass seine spontanen Aktionen vielleicht gar nicht so schlecht waren.
Noch immer mit einem Lächeln auf den Lippen versanken sie beide in einen Kuss und Clemens drängte sich noch etwas näher an Per. Er genoss jeden einzelnen Augenblick, jede kleine Berührung, jede Bewegung.
Vorsichtig berührte er Pers Gesicht,  streichelte seine roten Wangen, über das leicht stoppelige Kinn, bis hinab zu seinem Herzen. Dort legte er seine Hand ab und schloss für einen Moment die Augen.
Dann ließ er sich nach vorne, direkt in Pers Arme fallen, ließ sich von ihm auffangen, so wie er es sich immer gewünscht hatte.

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Per schloss die Augen und genoss das Gefühl, von Clemens Wange, die sich an seine drückte. Und noch mehr genoss er seine Hand, die genau auf seinem Herzen lag. Endlich berührte er ihn dort so, wie er es schon beinahe nicht mehr zu träumen gewagt hatte.
Ein wohliger Schauer jagte über seinen Körper, als Clemens ihm leise ins Ohr flüsterte: „Schlägt genauso schnell wie meines.“
Per nickte nur atemlos, nicht im Stande auch nur ein Wort mehr zu sagen.
Stattdessen zog er Clemens' Gesicht sanft zu seinem, strich ihm über die Wange und küsste ihn. Danach küsste er ihn noch Mal. Und wieder. Er konnte einfach nicht mehr damit aufhören, er hatte das Gefühl, alle Küsse seines Lebens, die er mit Clemens hätte haben müssen, nachholen zu müssen.

„Komm mit.“, flüsterte Clemens mit einem Grinsen auf den Lippen, stand auf und half Per beim Aufstehen. Stürmisch zog er ihn wieder in seine Arme und küsste ihn. Er wollte nie wieder etwas anderes tun, nur für sein restliches Leben Per küssen.

Langsam stolperten sie ins Schlafzimmer und brauchten dafür keine Worte. Es war alles gesagt. Jetzt brauchten sie nur noch sich. Und wie letzte Nacht fanden ihre Hände selbstständig unter die Kleidung des anderen, erforschten sanft jeden Zentimeter Haut. Sie ließen sich Zeit, zogen sich nur langsam aus, ließen dabei jedoch nie von den Lippen des anderen ab.
Und wieder schmeckte Clemens Per. Nur Per. Er musste lächeln, wusste er doch, dass er Per ab sofort immer würde schmecken können. Jeden einzelnen Tag. Und Per war besser als jeder Kirschlolli.

Sanft drückte Per Clemens aufs Bett und setzte sich dann über ihn. Noch nie hatte es sich so gut angefühlt, sich jemandem völlig hinzugeben. Doch jetzt gab er sich Clemens völlig hin. War vollkommen bei ihm, mit seinen Gedanken, seinen Berührungen, seinem Herzen und seiner Seele. War ganz bei Clemens.
Und als sie endlich ineinander versunken, ineinander verschlungen waren, da war Per klar, dass es das war, wonach er immer gesucht hatte.
Hier fühlte er sich sicher, fühlte sich geborgen, fühlte sich geliebt. Hier war er vollständig. Hier bei Clemens. Zusammen mit Clemens. Nicht nur ihre Körper waren eins, sondern er konnte förmlich spüren, wie sich zwei glückliche Seelen aneinanderschmiegten und ineinander verschlungen waren. Glücklich, weil sie endlich zueinander gefunden hatten. Endlich das gefunden hatten, wonach sie ihr ganzes Leben lang gesucht hatten.

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Clemens glaubte, bei jeder Berührung, jedem Kuss vor Glück platzen zu müssen. Doch er tat es nicht. Er konnte nicht zerplatzen. Und er würde nie wieder zerspringen. Seine Seele würde nie wieder zerspringen und sein Herz würde nie wieder zerbrechen. Denn jetzt war er bei Per. Per war bei ihm. Und er würde ihn beschützen, würde alles Übel von ihm abhalten. Hier fühlte er sich sicher und geborgen. Hier wollte er sein. Und nirgendwo anders. Hier bei Per.

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Es dämmerte schon, als Per sich einige Stunden später erschöpft neben Clemens in die weichen Kissen fallen ließ. Eine Hand auf seine Wange gelegt, beobachtete er ihn. Bald würde die Sonne aufgehen. Und dann würden sie immer noch hier zusammen liegen. Dieses Mal zerplatzte, durch die aufgehende Sonne, kein Traum. Dieses Mal würde alles heil bleiben.
Wenn die Sonne aufging, würde sie Clemens wieder in dieses Licht setzen. In dieses besondere Licht. Genau wie gestern Morgen. Und heute würde er ihm sagen können, wie wunderschön er war. Ab sofort würde er es ihm jeden Morgen sagen können. Sagen, wie wunderschön er war.
Doch jetzt schob er erst Mal vorsichtig einen Arm unter Clemens Kopf, damit dieser sich wie letzte Nacht wieder an seine Brust kuscheln konnte. Dort hin, wo sein Herz war. Jetzt war sein Herz bei ihm, seine Liebe, sein Leben. Clemens.

Und Clemens schmiegte sich an ihn, verschwitzt, mit glühenden Wangen und leicht geschwollenen Lippen. Sie lächelten sich an. Eine Ewigkeit schien zu vergehen, bevor Per seinen Blick wieder von ihm loseisen konnte.
Die Sonne stieg langsam höher und brachte die Müdigkeit mit sich. Er musste lächeln, als er daran dachte, wovon und vor allem von welcher Anzahl er so müde war.
Er drückte Clemens einen Kuss auf die Wange, schmiegte sein Gesicht gegen Clemens' und flüsterte mit einem breiten Grinsen auf den Lippen: „Ich liebe Hattricks.“
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