Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Ein unmoralisches Angebot

GeschichteDrama / P18
Draco Malfoy Hermine Granger Ronald "Ron" Weasley
30.07.2009
28.09.2009
20
30.145
26
Alle Kapitel
207 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
30.07.2009 1.563
 
Einen schönen Samstagmorgen wünsche ich euch!
Vielen lieben Dank an coen042 und Erdbeerchenx3 für eure Kommis. Freut mich, dass euch zumindest schonmal das erste Kapitel gefallen hat. ;-)
Hier geht es auch schon weiter:


Ron schlug langsam die Augen auf, während Hermine schon aus dem Bett sprang und in ihrem Schrank nach ein paar geeigneten Klamotten suchte. „Was’n los?“, gähnte Ron und setzte sich langsam auf. „Meine Mum… Sie ist zusammen gebrochen und man hat sie ins Krankenhaus gebracht. Sie liegt im Koma.“ Hermine unterdrückte ein Schluchzen und versuchte, sich die Sporthose über die Arme zu streifen. Ron kam ihr zur Hilfe und zog ihr das Shirt über den Kopf, während er ihr die Sporthose in die Hand drückte, damit sie sie an der richtigen Stelle platzierte.

„In welchem Krankenhaus sind sie?“, wollte Ron wissen, während er sich selber anzog. Doch als Hermine den rechten Schuh an den linken Fuß ziehen wollte, nahm er ihn ihr ab und drückte sie sanft auf das Bett. Als sie beide angekleidet waren, nahm Ron Hermines Gesicht in beide Hände. „Wir schaffen das schon, Mine. In welches Krankenhaus haben sie deine Mum gebracht?“ „keine Ahnung, ich…“ „Okay, kein Problem. Ich hole das Auto und du wartest hier. Sie werden bestimmt im St. Jones sein, dass ist von deinen Eltern aus am nächsten. Bleib hier sitzen, ich bin in fünf Minuten wieder da, okay?“ Hermine nickte nur und presste die Hände vor die Augen, um nicht zu weinen. Wie gut, dass Ron alles in die Hand nahm. Sie konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen.

Kaum hatte Ron das Auto zum stehen gebracht, riss Hermine die Tür auf uns sprang hinaus. Ungeduldig wartete sie, bis Ron aus dem Wagen gestiegen war und die Tür abgeschlossen hatte. Dann ergriff sie seine Hand und schleifte ihn mit sich.
„Wir wollen zu Mrs. Jane Granger.“, keuchte Hermine außer Atem, als sie an der Anmeldung ankamen. „Die Empfangsdame blickte skeptisch auf das Paar und suchte dann in ihrem aufgeschlagenen Buch nach dem Namen. „Zimmer 301. Das ist aber die Intensivstation, Sie dürfen da nicht einfach…“ Doch den Rest bekam Hermine nicht mehr mit. Sie lief eiligen Schrittes auf die Fahrstühle zu und drückte unaufhörlich auf dem Knopf für das dritte Stockwerk rum, bis Ron ihre Hand ergriff und sie sanft festhielt. Hermine trat von einem Bein auf das andere und schob eine Mitfahrende zur Seite, um als Erste durch die sich gerade erst öffnende Tür zu kommen. Ron warf der erbosten Damen, die gerade den Mund aufmachen und sich beschweren wollte, einen entschuldigenden Blick zu und folgte seiner Frau. Hermine sah kurz auf die Wegweiser und eilte dann nach links, stieß die Tür auf und fand sich gleich darauf in den Armen ihres Vaters wieder.

„Dad!“, rief die junge Frau aus und krallte sich an Mr. Granger. „Wie geht es ihr? Wo ist sie? Kann ich sie sehen?“ Mr. Granger strich seiner Tochter beruhigend über den Haarschopf, doch auch er wirkte verzweifelt. „Sie liegt noch im Koma. Die Ärzte wissen noch nicht genau, was ihr fehlt. Sie wollen die Nacht abwarten und morgen dann einige Untersuchungen machen.“ „Aber warum machen sie das nicht mehr heute? Ihr muss doch geholfen werden und das so schnell wie möglich!“ Hermines Stimme klang schrill und hörte sich so gar nicht nach ihrer eigenen an. „Sie können momentan nichts für sie tun, sagt der Arzt. Sie ist zurzeit – stabil und sie wollen abwarten, was die Nacht ergibt. Vielleicht wacht sie von alleine wieder auf und…“

„Was soll das heißen? Natürlich wird sie von alleine wieder aufwachen! Aber die verdammten Ärzte müssen doch trotzdem…“ „Mine, beruhig dich.“ Ron legte beschwichtigend einen Arm um sie. „Wenn du dich weiter so aufführst, lassen sie dich vielleicht gar nicht zu ihr.“ Das brachte Hermine zur Vernunft und als nun die Nachtschwester auf sie zukam, sagte sie schon mit wesentlich ruhigerer Stimme: „Ich möchte zu meiner Mutter. Kann ich sie sehen?“ „Aber natürlich, kommen Sie mit mir. Sie müssen vorher nur noch diese Sachen hier überziehen.“ Die Schwester reichte den dreien Kittel, Mundschutz und Gummihandschuhe.

Wenige Minuten später betrat Hermine, gefolgt von ihrem Vater und Ron, die Intensivstation. Außer ihrer Mutter befanden sich noch drei andere Personen auf der Station, doch Hermine beachtete sie nicht. Sie ging schnurstracks auf das Bett zu und musste erst einmal schlucken, als sie die vielen Schläuche und Geräte sah, die unaufhörlich piepsten und jede kleine Veränderung des Körpers ihrer Mutter wahrnahmen. Ein Muggelkrankenhaus war eben doch etwas anderes als das St. Mungo. „Hi Mum.“, flüsterte Hermine und strich sachte den Handrücken ihrer Mutter entlang. Fast verzweifelt hoffte sie darauf, dass ihre Mutter sich bewegte oder die Augen aufschlug. Doch Mrs. Granger rührte sich nicht. So zog Hermine einen Stuhl heran, setzte sich und nahm die Hand ihrer Mutter in die ihre. Ihr Blick blieb am Gesicht Mrs. Grangers haften. Ihr Vater setzte sich auf die Bettkante und Ron stellte sich, die Hände auf ihre Schultern gelegt, hinter Hermine.

Niemand wusste, ob fünf Minuten oder fünf Stunden vergangen waren, als ein Arzt herein kam. Mr. Granger und Hermine sprangen auf und sahen dem Arzt entgegen. „Wir werden Mrs. Granger nun mehreren Untersuchungen unterziehen. Dafür kommt sie natürlich in ein anderes Zimmer. Das Ganze kann einige Zeit dauern, also sollten sie vielleicht nach Hause fahren und sich ein bisschen ausruhen.“ Er lächelte, doch Hermine und ihr Vater schüttelten gleichzeitig den Kopf. „Wir bleiben.“ „Nun gut, wie Sie möchten. Gehen Sie in den Wartesaal, ich werde einer Schwester Bescheid sagen, dass Sie Ihnen ein paar belegte Brote und Kaffee bringt.“ „Vielen Dank.“, sagte Mr. Granger müde und blickte dem Arzt hinterher, der mit einer Krankenschwester das Bett aus dem Raum schob. Dann schob er seine Tochter sanft hinterher und Ron folgte ihnen.

Sie wollten gerade den Wartesaal betreten, als auch schon eine Schwester zu ihnen trat, mit einem großen Tablett in der Hand. „Essen Sie ein wenig, Ihre Frau und Mutter wird es Ihnen nicht danken, wenn Sie uns hier zusammen klappen.“, sagte sie und ein, wie Hermine fand, gütiges Lächeln erschien auf ihrem Gesicht. Sie bedankten sich und ließen sich in zwei Sessel im Wartesaal sinken. Ron nahm sich sofort einen Kaffee und gab Hermine dann einen Abschiedskuss. „Wo willst du hin?“, fragte sie überrascht. „Na, Arbeiten. Es ist bereits sieben Uhr.“ „Aber.. du kannst doch jetzt nicht einfach gehen!“ Hermine war entsetzt. „Wieso? Du hast doch den Arzt gehört. Momentan kannst du eh nichts tun. Ich bin bei der Arbeit jederzeit erreichbar und in der Mittagspause schaue ich vorbei, um zu sehen, was es Neues gibt.“ Mit diesen Worten gab Ron seiner Frau einen letzten Kuss und verschwand, nachdem er sich bei Mr. Granger verabschiedet hatte. Hermine starrte ihren Vater ungläubig an und beide griffen, wie auf Kommando, zu den übrig gebliebenen Kaffeetassen. Sie versuchten, auch etwas zu Essen, doch keiner der beiden brachte einen Bissen hinunter. Somit saßen sie sich schweigend gegenüber und harrten der Dinge, die da kommen sollten.

Die Stunden vergingen und Hermine versank immer wieder in einen kurzen, unruhigen Schlaf. Um die Mittagszeit schaute Ron vorbei, doch die Untersuchungen waren noch nicht abgeschlossen und Hermine teilte ihm knapp mit, dass er wieder Arbeiten gehen und sie mit ihrem Vater alleine lassen sollte. Am frühen Nachmittag trat ein Arzt in den Warteraum und kam auf Hermine und Mr. Granger zu. „Mr. Granger, Mrs. Weasley? Ich bin Dr. Smith. Wir haben die Untersuchungen vorerst abgeschlossen. Bisher sind wir noch keine konkrete Ursache für den Zusammenbruch Ihrer Frau und Mutter gefunden. Wir haben einige Proben ins Labor geschickt, die Ergebnisse bekommen wir heute in einer Woche. Erst dann können wir die endgültige Diagnose stellen.“ Hermine ergriff die Hand ihres Vaters, der diese fest drückte.

„Was genau haben Sie für Untersuchungen angestellt?“, wollte Hermine wissen und, nach einem fragenden Blick des Arztes fügte sie hinzu: „Ich bin selbst Ärztin.“ Daraufhin folgte ein zehnminütiges Gespräch in Fachsprache und nachdem der Arzt gegangen war, erläuterte Hermine alles ihrem Vater. „Sie haben alles getan, was sie hätten tun können. Jetzt müssen wir die Ergebnisse abwarten.“, schloss Hermine schließlich erschöpft. „Gut, dann werden wir das tun. Und du wirst nun nach Hause fahren, denn du brauchst Schlaf. Ich werde den Rest des Tages hier bleiben und dich informieren, falls es etwas Neues geben sollte. Da du morgen Spätschicht hast, kannst du deine Mutter morgen früh besuchen. Doch vorher möchte ich dich nicht mehr hier sehen.“ Hermine setzte zum Erwidern an, doch ihr Vater schüttelte nur den Kopf. „Ich dulde keine Widerrede, Hermine. Ich bin bei deiner Mutter und wenn sie aufwacht, werde ich dich sofort anrufen. Und nun geh.“ Widerwillig verabschiedete sich Hermine von ihrem Vater und machte sich auf den Weg nach Hause.

Ron war noch nicht von der Arbeit zurück gekehrt, daher sprang Hermine schnell unter die Dusche, aß ein Sandwich – denn langsam bekam sie doch Hunger, schließlich hatte sie seit Stunden nichts mehr zu sich genommen außer ein paar Tassen Kaffee – und fiel dann übermüdet ins Bett. Es dauerte lange, bis sie endlich einschlief und in ihren Träumen erschienen immer wieder Ausschnitte aus dicken Wälzern für Ärzte, in denen bestimmte Krankheiten beschrieben wurden. Fachbegriffe und Vokabeln, grausame Diagnosen, Nebenwirkungen und Behandlungen schwirrten im Traum vor ihren Augen und als Hermine am nächsten Tag in den frühen Morgenstunden erwachte, hatte sie ein bleiernes Gefühl im Magen, dass ihr sagte, dass sie keinesfalls auf eine positive Diagnose hoffen konnte.

tbc...
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast