Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Ein unmoralisches Angebot

GeschichteDrama / P18
Draco Malfoy Hermine Granger Ronald "Ron" Weasley
30.07.2009
28.09.2009
20
30.145
25
Alle Kapitel
207 Reviews
Dieses Kapitel
6 Reviews
 
 
30.07.2009 1.632
 
Hi zusammen,
diese FF habe ich bereits auf einer anderen Seite gepostet, aber hier ist es meine zweite FF. Würde mich sehr über Kommis freuen.
Viele Grüße & viel Spaß beim Lesen!


Hermine saß zusammen mit Ron im Wohnzimmer und blätterte im Tagespropheten. Eine peinliche Stille lag zwischen ihnen. Beide dachten über den gestrigen Tag nach, der ein totales Fiasko gewesen war und obendrein noch mit einer Katastrophe endet:

Es war der erste August, der fünfte Hochzeitstag der beiden, den Ron – mittlerweile zum zweiten Mal – vergessen hatte. Da Hermine aufgrund ihres Jobs im St. Mungo Hospital Schichtdienst, besonders häufig jedoch Frühschicht hatte, war sie nicht überrascht, als sie an diesem Morgen aufstand und kein großer Blumenstrauß oder gedeckter Tisch auf sie wartete. Ron schlief meistens länger als sie, wenn morgen um halb fünf der Wecker klingelte, nahm sie es Ron auch nicht Übel, dass er sich noch mal umdrehte und erst zwei Stunden später aus dem Bett kroch, um dann ins Ministerium zu gehen.

Doch nach diesem langen Arbeitstag heute hatte Hermine, als sie in ihre kleine, gemeinsame Wohnung in London zurückkam, zumindest einen freudestrahlenden Ron erwartet, der sie mit einem (kleinen) Geschenk begrüßte. Allerdings lag Ron, als Hermine nach Hause kam, auf dem Sofa, in der einen Hand eine Flasche Butterbier, in der anderen ein halb verzehrtes Schinkensandwich. Hermines Hoffnung blieb jedoch vorerst bestehen, denn Ron legte das Sandwich beiseite und stand auf, um Hermine einen schmatzenden Kuss zu geben. Hermine schmiegte sich an ihn, doch schon ließ er von ihr ab und glitt wieder zurück auf das Sofa. Enttäuscht blickte Hermine ihn an. Doch Ron wäre nicht Ron, wenn er den Blick zu deuten gewusst hätte. Möglicherweise hätte er dann noch etwas retten können.

„Machst du uns etwas zu Essen, Mine? Ich verhungere schon fast.“, mampfte Ron und stopfte sich den Rest des Sandwichs in den Mund. Bevor Hermine etwas erwidern konnte, klingelte jedoch das Telefon. „Ja?“ Hermine nahm den Hörer ab. Obwohl sie Ron schon an die hundert Mal erklärt hatte, wie ein Telefon funktionierte, kannte er sich immer noch nicht gut genug damit aus, um ein normales Gespräch damit zu führen. „Ginny, hi! Oh, vielen Dank, dass ist aber wirklich lieb von dir. Wie nett, dass du daran denkst.“ Hermine sprach beabsichtigt lauter als gewöhnlich, sodass Ron mitbekam, wie sie redete. „Ein Geschenk? Ich bitte dich, du kennst doch deinen Bruder. Fürs Erste würde es ja schon mal reichen, wenn er überhaupt dran denken würde. (…) Ich meine, ich hab ja auch keinen Diamanten oder einen Urlaub im 5-Sterne Hotel erwartet, aber…“ Hermine wurde der Hörer aus der Hand gerissen und sie nahm nur noch wahr, wie Ron in die Muschel schrie: „Sie ruft dich zurück, okay Ginny?“ Dann wurde sie von zwei Armen fest umschlungen und Ron drückte ihr einen Kuss auf den Scheitel. „Es tut mir Leid… Es tut mir so leid, Mine! Ich hab gar nicht daran gedacht, dass unser Hochzeitstag näher rückt. Gerade jetzt, wo doch George endlich mit Angelina zusammen ist und die beiden bald heiraten wollen. Ich…“ Hermine stieß ihn von sich. „Weißt du, Ron, es ist ja schön, dass du dich um die Familie sorgst und an sie denkst, aber darüber solltest du deine Frau nicht vergessen.“ Ihre Stimme klang kühl, obwohl Hermine eigentlich zum Weinen zu Mute war.

Hermines Gedanken schweiften ab…
Nur wenige Tage nach dem großen Kampf gegen Voldemort hatte Ron ihr einen Heiratsantrag gemacht und sie hatte ihn, völlig überrascht, dass er sich tatsächlich getraut hatte, freudestrahlend angenommen. Kaum zwei Monate später waren sie verheiratet und hatten sich eine kleine Wohnung gemietet. Anfangs hatten ihre Freunde und die Familie gestaunt, dass sie alles „überstürzten“, wie Ginny sich ausdrückte, doch in den Wochen und Monaten nach Voldemorts Tod war alles so durcheinander, schnelllebig und einfach nur ein kurzes Vorbeigleiten, dass Hermine und Ron sich sicher waren, genau das Richtige zur richtigen Zeit zu tun. Die erste Zeit war wunderbar gewesen und Hermine hatte sie wie im Traum erlebt. Ron hatte ihr jeden Wunsch von den Augen abgelesen und Hermine konnte kaum glauben, dass es sich um denselben, schüchternen Ron handelte, den sie seit ihrem ersten Schuljahr kannte.

Doch dann fing alles wieder von Vorne an. Die Streitereien, die Funkstille danach – nur das diesmal kein Harry da war, der zwischen ihnen vermittelte. Dieser lebte glücklich mit Ginny, mit der er seit zwei Jahren verheiratet war, in Edinburgh und kam nur alle paar Wochen nach London, um seine besten Freunde zu besuchen. Hermine vermisste Harry manchmal schmerzhaft. Sie liebte Ron zwar über alles, aber mit Harry hatte sie Dinge besprechen können, die Ron nicht interessierten oder die er nicht nachvollziehen konnte (oder wollte…). Und die wöchentlichen Briefe oder Telefonate konnten diese persönlichen Gespräche nicht annähernd ersetzen.

Harry selbst wusste, wie es zwischen Hermine und Ron zuging, doch sooft er auch mit Ron redete, es brachte einfach nichts. Ron war nun einmal Ron und er würde sich nicht ändern. Dabei liebte er Hermine von ganzem Herzen, das wusste Harry. Nur leider konnte Ron Hermine dies nie so zeigen, wie sie es sich wünschte oder es verdient hätte. Mehr als einmal hatten Harry und Ginny in ihrem großen Wohnzimmer vor dem Kamin gesessen und beratschlagt, ob und wie sie ihren Freunden helfen konnten. Doch sie waren zu dem Schluss gekommen, dass Hermine Ron entweder so akzeptieren musste (was als Freund viel leichter war, als als Ehepaar), wie er nun einmal war oder sie sich irgendwann von ihm trennen würde. Sowohl Harry, als auch Ginny hofften auf Ersteres. Aber ganz sicher waren sie sich da beide nicht, obwohl sie es nicht laut auszusprechen wagten.

„Hermine, wie könnte ich dich je vergessen?“, sagte Ron gerade und holte Hermine in die Gegenwart zurück. „Du hast es ja gerade getan!“, stieß sie hervor und starrte ihren Mann verletzt an. Ron senkte schuldbewusst den Blick. „Weißt du, eigentlich habe ich den Hochzeitstag gar nicht wirklich vergessen. Nur in dem Moment. Ja, ich wollte dich nämlich zum Essen einladen, aber bevor ich dir den Vorschlag machen konnte, hat Ginny schon angerufen und…“ Hermine unterbrach ihn wütend. „Wie kannst du nur so dreist sein, Ronald? Ich weiß ganz genau, dass du unseren fünften Hochzeitstag vergessen hast, also warum kannst du dich nicht einfach entschuldigen und versuchen, uns noch einen schönen restlichen Abend zu bescheren?“ Sie schrie nun schon fast und Rons Ohren hatten mittlerweile ein dunkles Rot angenommen. „Entschuldige Hermine. Das war dumm von mir.  – Was hältst du davon, wenn ich uns etwas beim Italiener bestelle – du magst doch dieses Muggelzeug so gerne – und in der Zwischenzeit… bringe ich dich ein bisschen auf andere Gedanken.“

Er kam auf sie zu und zog sie in seine Arme. Dann begann er, ihren Hals zu küssen und zog sie ins Schlafzimmer. Hermine seufzte innerlich, während sie zuließ, dass Ron sie (wenn auch etwas ungeschickt) entkleidete. Ron war der Meinung, dass Sex nach einem Streit die Wogen glättete und Hermine so weit besänftigte, dass danach alles wieder in Ordnung war und sie das Thema des Streits fallen ließ. Dabei bemerkte er jedoch gar nicht, dass Hermine nach einem Streit viel lieber allein sein wollte, um sich zu beruhigen und beim Sex gar nicht abschalten konnte. Also blieb sie auch diesmal fast unbeweglich auf dem Rücken liegen und wartete ab, bis Ron fertig war und sich danach schwer atmend neben sie legte. Dann küsste er sie stürmisch und zog sie fest an sich. Kurze Zeit später war er eingeschlafen.

Hermine jedoch lag noch lange wach und dachte nach. Sie liebte Ron, doch hatte sie sich ein Zusammenleben, eine Ehe mit ihm so vorgestellt? Natürlich kannte sie seine kleinen Macken und sie wollte ihn ja auch gar nicht ändern. Aber war ein bisschen Rücksicht, Zärtlichkeit und eine liebevolle Art zuviel verlangt? Bei Harry und Ginny klappt es doch auch, aber die beiden waren sich auch vom Charakter her recht ähnlich. Ron und Hermine waren Grund verschieden. Dabei sagte man doch eigentlich, dass sich Unterschiede anziehen würden. Aber in ihrem Fall schien das nicht zu stimmen. Wie oft hatte sie schon versucht, mit Ron darüber zu reden, dass sie sich vernachlässigt vorkam und sich etwas mehr von einer Beziehung erhoffte?

Doch Ron schien sie immer falsch zu verstehen. Er hörte ihr zwar zu und entschuldigte sich auch hundert Mal bei ihr, aber unter Aufmerksamkeit verstand er Sex. Und den gab er Hermine dann zur Genüge, obwohl diese ab und zu von gemeinsamen Abenden vor dem Kamin träumte, aneinander gekuschelt und intensive Gespräche führend. Somit hatten sie sich immer weiter voneinander entfernt.

Hermine verbrachte viel Zeit mit ihren Freunden aus Hogwarts oder denen, die sie im  St.  Mungo kennen gelernt hatte. Dort fühlte sie sich verstanden und akzeptiert. – Unter diesen Freunden war auch Blaise Zabini, den sie bei der Arbeit näher kennen und auch schätzen gelernt hatte. Außerhalb der Schule, ohne Draco Malfoy und die anderen Slytherin, kam eine völlig neue Seite an ihm zum Vorschein und irgendwann hatten sich die beiden angefreundet. Ron mochte diese „Verbindung“, wie er zu sagen pflegte, nicht, aber da er sich in regelmäßigen Abständen immer noch mit Lavender Brown traf, um Neuigkeiten auszutauschen, sah Hermine keinen Grund dafür, warum sie die freundschaftliche Beziehung zu Blaise kippen sollte.

Schließlich fiel auch Hermine in einen unruhigen Schlaf. Minuten später, wie es ihr schien, wurde sie durch das Klingeln des Telefons aus ihren Träumen gerissen. Orientierungslos löste sie sich aus Rons Umklammerung und tastete nach dem Lichtschalter. Blinzelnd sah sie auf ihren Wecker. Ein Uhr nachts. Wer rief denn um diese Uhrzeit bei ihr an? Sicher Ginny, die sich Sorgen machte, weil Ron das Telefonat so schnell beendet hatte. Hermine griff nach dem Hörer. „Hallo?“ „Hermine, Schatz. Hier ist dein Vater. Es ist etwas geschehen, deine Mutter ist zusammen gebrochen. Ich bin hier im Krankenhaus. Du musst sofort kommen. (…)“

tbc...
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast