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Das Geheimnis des schwarzen Spiegels

von HLxas
GeschichteAbenteuer / P16
Skeletor
30.07.2009
13.06.2010
18
67.577
1
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30.07.2009 2.226
 
Teil 1 : Alltag in Snake Mountain


Die Luft war übersät von dichtem Rauch und ohrenbetäubender Gefechtslärm war zu hören. In den Straßen von Eternis tobte eine erbarmungslose Schlacht. Überall waren gefallene Soldaten der königlichen Wache oder tote Monsterkämpfer zu sehen. Skeletor führte einen Großangriff auf den Palast durch und diesmal zeichnete sich eine klare Niederlage für König Randor ab. Die Krieger des Bösen kesselten die Stadt immer mehr ein und drängten die königlichen Truppen zurück in den Stadtkern.  

Evil-Lyn steuerte zusammen mit Trap-Jaw einen Land-Shark und kämpfte sich langsam zum Regierungsviertel vor. Kurz bevor sie am Palast ankamen, stellte sich ihnen ein Attack-Track in den Weg „Da ist schon wieder einer, der versucht uns aufzuhalten. Den kralle ich mir!“, sagte Trap-Jaw und sprang aus dem Fahrzeug. An seinen rechten Arm hatte er einen Raketenwerfer angebracht mit dem er das Fahrzeug sofort anvisierte. Der Attack-Track eröffnete das Feuer auf den Land-Shark und beschädigte ihn so stark, dass er nicht mehr weiterfahren konnte. Jetzt kam Trap-Jaw ins Spiel. Er feuerte auf den Attack-Track, der daraufhin mit einem großen Knall explodierte.

Nun stieg Evil-Lyn aus dem Fahrzeug. Sie war unverletzt, denn der Land-Shark hatte ihr genug Schutz geboten. „Los, wir gehen in den Palast. Gib mir Deckung, Trap-Jaw!“, sagte die Hexe. Gemeinsam stürmten sie in den Palast. Trap-Jaw ersetzte den Raketenwerfer an seinem Arm durch ein Maschinengewehr. Sie liefen durch lange Gänge und Räume und stießen dabei auf keinen nennenswerten Widerstand. Schließlich erreichten sie den Thronsaal des Königs. Skeletor und He-Man lagen vor ihnen blutüberströmt und regungslos am Boden. Sie hatten sich in einem Kampf gegenseitig die Schwerter in die Leiber gerammt und waren tot. Vor ihren Körpern stand König Randor, der ratlos rein schaute. In seinem Gesicht war die pure Verzweiflung geschrieben.

„Das Spiel ist aus, Randor, kapituliere und knie vor mir nieder!“ befahl Evil-Lyn dem König. Randor erhob sein Schwert gegen sie, doch Evil-Lyn schleuderte aus ihrer Kristallkugel einen Blitz. Der König war schon sehr geschwächt von vorangegangenen Kämpfen und konnte der Hexe eigentlich nichts mehr entgegen bringen. Sein Schwert entglitt ihm aus der Hand, er war nun wehrlos. „Los knie nieder, ich sage es nicht noch einmal!“ forderte Evil-Lyn den König erneut auf.
Es fiel Randor sehr schwer, vor der Hexe zu knien. Er hatte sich viele Jahre lang gegen die Mächte des Bösen verteidigen können, doch heute war der Tag der Niederlage gekommen. Um weiteres unnötiges Blutvergießen zu vermeiden, musste er sich Evil-Lyn unterwerfen. Er sang auf den Boden und bat um Vergebung für sich und die Überlebenden seines Volkes.

Evil-Lyn nahm den König die Krone ab, um sie sich selbst aufzusetzen. Dann versetze sie ihm einen Tritt, der ihn endgültig zu Boden warf. Sie sah Trap-Jaw an und führte ihren rechten Daumen an ihrem Hals vorbei. Der Mann mit dem Stahlkiefer wusste sofort, was zu tun war. Er erschoss den König.

Währenddessen ging Evil-Lyn zu den beiden Leichen von He-Man und Skeletor. Sie nahm das Zauberschwert und zog es aus Skeletors Leib. Dann setze sie sich auf den Thron von König Randor.  Die Hexe lachte laut und war überglücklich. Denn jetzt hatte sie es endlich geschafft. Sie war nun die neue Herrscherin über Eternia.



***


„BEEP, BEEP, BEEP, …“
Das Geräusch des Weckers übertönte die restlichen Sinne und riss Evil-Lyn aus ihrem Traum. Reflexartig haute sie mit ihrer Hand gegen das Gerät, welches daraufhin verstummte. Die Hexe öffnete ihre Augen und fand sich in ihrem Bett wieder. Müde und leicht benommen rappelte sie sich auf. Zu gerne hätte sie noch ein bisschen geschlafen, doch sie musste aufstehen. Skeletor hatte es gar nicht gerne, wenn man zu spät zu seiner allmorgendlichen Besprechung kommt.

Sie stieg also aus ihrem Bett und begab sich vor einen Spiegel, um sich ihre weißen Haare zurecht zu machen. Sie dachte daran, was sie gerade geträumt hatte. Die alleinige Herrschaft über Eternia wünschte sich die Hexenmeisterin schon von dem Zeitpunkt an, an dem sie Skeletor kennen gelernt hatte. Sie war fest davon überzeugt, dass dieser Wunsch eines Tages Wirklichkeit werden wird.

Aber allen voran musste sie endlich mal wieder hinaus aus der Festung, die sich Snake Mountain nannte. Wochenlang hatte sie Innendienst schieben müssen. Entweder musste sie zerschossene Kriegsmaschinen zusammenflicken, Aufklärungsdrohnen und Roboter-Falken montieren oder Beastmans Flugmonster füttern. Allesamt Tätigkeiten, die nicht besonders interessant waren. Besonders nicht für eine so große Zauberin wie Evil-Lyn, die ihre schwarze Magie schon lange nicht mehr einsetzen konnte. Sie spürte, dass ihre Zauberkraft immer mehr einrostete und irgendwann würde sie ganz verschwinden.

Doch fühlte sie auch, dass heute etwas ganz besonders passieren würde. Ihr sechster Sinn sagte dies, und dieser Sinn hatte sie noch niemals belogen. Sie glaubte fest daran, dass sie heute zu einer Mission eingeteilt wird und dass sie endlich mal wieder kämpfen und töten dürfte und sogar töten musste.

Evil-Lyn setzte sich ihre schwarze Kappe auf, nachdem sie etwas gefrühstückt und ihre Morgentoilette erledigt hatte. Sie nahm sich ihre Kristallkugel und begab sich durch die dunklen Gänge des Schlangenberges zum Thronsaal.

Schließlich erreichte sie den Thronsaal von Snake Mountain, wo sich bereits Skeletor, Trap-Jaw, Tri-Klops, Two-Bad, Beastman, Spiktor, und andere Kämpfer des Bösen versammelt haben.
Skeletor saß wie gewöhnlich auf seinen Thron und wartete schon auf seine Zauberin. "Ah, da ist ja unsere Evil-Lyn. Dann können wir ja beginnen.", eröffnete Skeletor die Runde. Die Sitzung verlief genauso, wie die vorangegangenen der letzten Tage und Wochen. So lange lag der letzte große Angriff gegen He-Man und Grayskull schon zurück. Und auch heute legte Skeletor keinen grundlegenden Plan zur Eroberung Eternias vor. Er verteilte Routineaufgaben an seine Untergebenen. Hatte Evil-Lyns Sechster Sinn sie diesmal getäuscht? Eigentlich war ihr das noch nie passiert. Doch es zeichnete sich ab, dass es so sein würde. Evil-Lyn bekam wieder eine Aufgabe im Inneneren von Snake Mountain. Diesmal sollte sie zusammen mit Tri-Klops Arbeiten in der Radar-Zentrale durchführen. Der Herr des Bösen schloss seine Konferenz und die Krieger des Bösen gingen ihrem befohlendem Tagesgeschäft nach.

Skeletor wollte den Raum gerade verlassen, als Evil-Lyn ihn zurückhielt: „Skeletor, wir lungern uns jetzt schon seit Wochen hier herum. Unsere Leute wollen endlich wieder kämpfen. Wann starten wir einen neuen Angriff auf He-Man?“ Der Herr des Bösen ging langsam zu seiner Stellvertreterin hin. Lächelnd erhob er seine rechte Hand und strich mit zwei Fingern über ihre linke Wange. Er sagte zu Evil-Lyn: “ Ich weiß, dass unsere jetzige Situation nicht besonders schön ist für unsere Gefährten. Aber wir müssen He-Man noch etwas einschläfern, und dann wird er sein blaues Wunder erleben. Er fühlt sich jetzt sicher, ganz bestimmt. Wenn wir noch ein bisschen warten, wird der nächste Angriff ihn so hart und überraschend treffen, dass wir ihn besiegen werden." Der Herr des Bösen lachte siegessicher. Dann verschwand er durch eine der vielen Türen in die unendlich wirkenden Gänge des Schlangenberges.

   
Währenddessen blieb Evil-Lyn zurück. Sie war nun alleine im Thronsaal. Alle anderen waren bereits verschwunden, um ihrer Arbeit nachzugehen. Die böse Hexe war mit Skeletors Worten überhaupt nicht einverstanden Mit der Idee He-Man einzuschläfern konnte sie sich gar nicht anfreunden. So etwas würde ganz sicher in die Hose gehen.

Aber es half alles nichts, sie musste ran ans Werk. Tri-Klops war auch schon gegangen und sie musste ihm bei seiner Arbeit heute helfen. Also nahm sie sich ihre Kristallkugel, die sie neben sich an ihrem Platz abgestellt hatte. Sie würde sie heute sowieso nicht gebrauchen, wie auch die ganzen Tage zuvor auch. Aber Evil-Lyn beschloss, die Kugel trotzdem mitzunehmen. Wenn eine Hexe für längere Zeit nicht zaubert, würde sie nach und nach ihre Zauberkraft verlieren. Genauso wie ein Sportler, der nicht trainiert, seine Leistungsfähigkeit verlieren würde. Und Evil-Lyn hatte ihre schwarze Magie schon lange nicht mehr trainiert, geschweige denn richtig eingesetzt. Sie fühlte geradezu, dass ihre Zauberkräfte langsam nachließen. Trotzdem wollte sie einmal ihre Fähigkeiten ausprobieren, um zu sehen, wie gut bzw. schlecht es derzeit stand. Sie richtete ihre Kugel auf eine große Schiebetür, die ebenfalls aus dem Thronsaal hinaus in die zahlreichen Gänge des Schlangenbergs führte.

„Mächte des Bösen, ich rufe euch her zu mir.
Öffnet vor mir diese aus Stein gefertigte Tür!“

Blitze zuckten aus der Kristallkugel hervor und erfassten die Schiebetür. Wie von Geisterhand schob sie sich nun langsam zur Seite und machte einen Weg aus dem Thronsaal frei. Evil-Lyn war zufrieden. Offensichtlich hatte sie doch noch ein gewisses Spektrum an Magie in sich. Sie machte sich gerade auf, um durch diese Tür zu gehen. Da begann sich die Tür plötzlich wieder zu schließen. Die Hexe konnte gerade noch durchlaufen, dann schloss sie sich mit einem großem Rums.

Jetzt war es gewiss, Evil-Lyns Zauberkräfte ließen nach, und das von Tag zu Tag. Dagegen musste sie dringend etwas tun. Zum Glück wusste sie eine magische Quelle im Norden Eternias. Dort musste sie am besten noch heute hin und ihre Zauberkraft wieder aufladen, sonst würde Skeletor sie früher oder später von Snake Mountain verbannen und der Traum von letzter Nacht würde im wahrsten Sinne des Wortes ausgeträumt sein.

Doch zunächst ging es darum, Tri-Klops in der Radar-Zentrale zu helfen. Sie ging durch die langen und dunklen Gänge des Schlangenberges bis sie vor einer weiteren großen Schiebetür stand. Sie öffnete die Tür und ging hindurch. In einem großen und langen Raum fand sich die Hexe wieder, der sich völlig von den übrigen dunklen und unheimlichen Räumen und Gängen Snake Mountains unterschied. Grelles, steriles Licht schien von rechteckigen Strahlern herab, die in der drei Meter hohen Decke eingearbeitet waren. Überall an den aus Stahl gefertigten Wänden waren riesige Schalttafeln angebracht. Lichter blinkten daran in den unterschiedlichsten Farben, Formen und Abständen. Monitore zeigten eine Vielzahl von Eternias Gegenden und überall waren neben riesigen Geräten und merkwürdigen Maschinen Computer-Arbeitsplätze vorhanden. Der Raum war übertönt vom Piepsen, Summen, Pfeifen und Rauschen. Dies war die Radar-Zentrale von Snake Mountain. Hier liefen alle Erkenntnisse, die Tri-Klops von seinen Roboter-Vögeln und Doom-Seekern erhielt, zusammen und wurden ausgewertet. Es war ein sehr wichtiger Raum, denn hier wurden die meisten Angriffspläne und Ideen Skeletors geboren. Der Mann mit dem Radar-Auge stand an einem riesigen Tisch und justierte etwas an einen Roboter-Falken, als er Evil-Lyn bemerkte.




„Hallo Evil-Lyn. Schön, dass du mir heute helfen willst. Anscheinend hat Skeletor endlich begriffen, dass Beastman doch besser in der Werkstatt aufgehoben ist.“, begrüßte er seine neu eingeteilte Partnerin.“ „Auf dem Weg hierhin habe ich bemerkt, dass meine Zauberkräfte nicht mehr so ganz in Ordnung sind.“, antwortete ihn Evil-Lyn, „Glaubst du, dass ich danach ins Eisgebirge fliegen kann? Dort gibt es eine geheime magische Quelle.“

Der Kundschafter des Bösen schloss seine Justierung am Roboter-Falken ab. Dann setzte er sich an einen der vielen Arbeitsplätze und betätigte einige Hebel und Schalter. An der Wand öffnete sich eine riesige Pforte, die ins Freie führte. Der Roboter-Falke erhob sich in die Lüfte und flog durch das geöffnete Portal nach draußen. „Wir müssen ein paar Erkundungsprotokolle erstellen, aber ich denke das geht schnell. Wir sollten bis heute Mittag damit durch sein.“ Tri-Klops ließ seinen Helm drehen und schaltete all seine künstlichen Augen einmal durch. „Ich möchte gerne mitkommen. Auf dem Rückweg können wir dem Dorf Krag einen Besuch abstatten. Mein Schwert möchte ich auch endlich wieder etwas schwingen und an unschuldigen Leuten abwetzen, hehe. Wir können den Doom Buster nehmen. Beastman sollte bis dahin mit der Reparatur durch sein.“ „Hehe.“, Evil-Lyn lachte begeistert, „Ich wusste, dass auch du mal aus dem Mief von Snake Mountain raus willst.“

Froh gelaunt setze sich die Hexe an eines der vielen Monitore. Die Stunden vergingen und die Kämpfer verrichteten ihre Arbeit. Sie werteten Protokolle aus, starteten Drohnen und Roboter-Falken, bestimmten Masters-Standorte und diskutierten über Bewegungen div. feindlicher Fahrzeuge.
                               
Auf einmal ertönte ein lautes Signal und an einem anderen Monitor-Platz blinkte ein großes rotes Licht. Tri-Klops setzte sich an diesen Platz und schaltete den Alarm aus. Dann lies er seine ganzen 10 Finger über die vor ihn liegende Tastatur fliegen und wechselte den Blick ständig zwischen Tastatur und Bildschirm.

"Tri-Klops, was ist los? Haben deine Drohnen etwas Besonderes entdeckt?" Evil-Lyn setze sich neben ihren Kameraden. Tri-Klops schaltete mehrere Bilder durch, und plötzlich tauchte auf dem Monitor etwas auf, was beide erschreckte. "Du meine Güte, da kommt echt Ärger auf uns zu!", sagte eine plötzlich wie zu Stein erstarrte Evil-Lyn. Der Kundschafter des Bösen fügte hinzu: „Ich fürchte, das mit Krag und der Quelle können wir vergessen. Wenn das Ding erstmal aktiviert ist, können wir alle unser Grab schaufeln.“ Die friedliche Ruhe in Snake Mountain, in den letzten Tagen hatte Evil-Lyn und höchstwahrscheinlich auch Tri-Klops diese Ruhe total verachtet. Doch von einem Moment auf den anderen würde man sich diese Ruhe sehnlichst zurück wünschen. Denn im Vergleich zu der schrecklichen Waffe, die nun auf dem Monitor zu sehen war, dies mehr als ein erholsamer Urlaub.

Währenddessen entfernte sich Tri-Klops schnellen Fußes vom Platz und setze sich an einem anderen Tisch, wo riesige Funkgeräte aufgebaut waren. Hastig sprach er in eines der vielen Mikrofone: "Skeletor, bitte komm sofort in den Radar-Raum! Es ist sehr dringend!"



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