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BraveStarr: Amantes amentes

von MariLuna
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Brave Starr Stampede Tex Hex
27.07.2009
14.08.2009
28
56.753
1
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27.07.2009 1.406
 
grummel, dies ist wieder einer dieser Tage ... wo alles schief geht... jetzt muß ich erst mal runterkommen, also gibt es erst mal dieses kurze Kapitel hier ...
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***

~ Tex Hex ~

Ich erwache, weil ich plötzlich Durst verspüre. Schlaftrunken reibe ich mir über die Stirn – ich weiß nicht, ich werde das Gefühl nicht los, daß ich dort eben weiche Lippen gespürt habe, Lippen, die nicht Brave Starr gehören.

Sekundenlang liege ich nur still da und starre an die Decke. Es ist dunkel hier, heute ist Neumond, aber ich kann alles sehen - manchmal ist das wirklich wie ein Fluch.
Die Dunkelheit kann etwas Tröstendes an sich haben.
Ich lausche auf Brave Starrs ruhige Atemzüge neben mir, die mir verraten, daß er tief und fest schläft. Ich habe immer noch Durst.

Wehmütig verlasse ich die wohltuende Wärme seiner Umarmung und gleite aus dem Bett. Schnell das T-Shirt und eine Shorts übergezogen, dann husche ich hinaus Richtung Küche.

Ich verzichte darauf das Licht anzuschalten, ich sehe bestens, und betrete die dunkle Küche. Glühende Augen bohren sich in meine eigenen und mir stockt sofort der Atem. Diese eisige Klaue der Furcht ist wieder da und legt sich um mein Herz. Doch Selbstdisziplin und jahrelange Übung lassen mich ausgesprochen cool wirken, als ich langsam zum Kühlschrank gehe.

„Hallo, Stampede.“

Als wäre es das Normalste der Welt, daß der Semidrachen in Gestalt von Stella an meinem Eßtisch sitzt, hole ich mir erst einmal einen Starblazer aus dem Kühlfach – denn den habe ich jetzt wirklich nötig.

Ganz, ganz langsam drehe ich mich um, kratze mein letztes bißchen Mut zusammen und gehe dann zu ihr hinüber an den Tisch, wo ich mich auf einen der Stühle fallen lasse.

Diese Stelle auf meiner Stirn beginnt plötzlich wie wahnsinnig zu jucken, leise brummend reibe ich mit meiner Hand darüber und – erstarre.
Ist das dort etwa Lippenstift auf meinem Handrücken?

Stella mustert mich durchdringend und zuckt dann mit den Schultern.

„Sorry, Liebchen. Ich komme nicht dagegen an. Ihr seht so süß aus, wenn ihr schlaft.“

Mir wird plötzlich kalt, eiskalt.

„Warum sitzt du um diese Uhrzeit in der Küche?“ frage ich sie möglichst ruhig.

Manchmal bin ich genau wie Dingo Dan und stelle keine Fragen, auf die ich die Antwort gar nicht wissen will.
Und ich will nicht wissen, was sie noch so in unserem Zimmer treibt, wenn wir schlafen. Oder gar, wie lange das schon so geht.

„Mir war so danach“, erwidert sie lapidar.

Ich verbeiße mir ein zynisches Grinsen. Ja, Stampede war schon oft nach vielem – vor allem danach, mich in Grund und Boden zu trampeln. Er brauchte nicht einmal einen besonderen Grund dafür. Wieso also sollte Stella nicht auch mal „nur nach etwas“ sein?
Wenigstens war ihr nicht „nur mal so“ danach, mir wieder eine Hand in die Brust zu stecken und mein Herz zu umklammern.

„Ich mag dich, Liebchen“, erklärt sie plötzlich und dann legt sie mir eine Hand auf den linken Unterarm und streichelt sanft darüber. Ich erstarre mal wieder zu Eis und lasse sie gewähren.

„Ich mag dich wirklich. Und ich bin dir dankbar, daß du hier bleibst, obwohl du bei all dem Geld, das dir bald gehört, jederzeit ins nächste Raumschiff steigen und verschwinden kannst.“

Innerlich krümmt sich etwas in mir zusammen. Woher weiß sie…? Aber diese Frage ist eigentlich müßig, sie ist Stampede, herrgottnochmal! Sie weiß alles, was in den Badlands vor sich geht.

„Und ich bin dir sehr dankbar, daß du morgen mit auf das Fest kommst.“

Ich starre so versunken auf ihre Hand, die meinen Arm streichelt, daß ich ihre Worte fast gar nicht richtig verstehe.

„Sei vorsichtig mit deiner Gestalt“, meine ich nur. „Wenn du zu lange als Stella rumläufst, kannst du dich am Ende gar nicht mehr zurückverwandeln.“

Das war der erste Tip, den mir Stampede damals auf den Weg gegeben hat, als ich meine Transformationskräfte ausprobierte. Es ist irgendwie seltsam, daß ich glaube, meinen Herrn und Meister ausgerechnet in seinem Metier belehren zu müssen. Aber irgendwie kommen die Worte wie von selbst.

„Und du weißt, es gibt auch noch andere Umstände, die eine Rücktransformation erschweren. Oder unmöglich machen.“

Sie lächelt und es wirkt sogar freundlich.
„Ich weiß, Liebchen.“

Ich hole einmal tief Luft.
„Und warum läufst du dann jetzt als Stella herum?“

„Weil …“ erwidert sie sanft, „ich nur als Stella das machen kann.“

Und ehe ich es mich versehe, steht sie neben mir, beugt sich zu mir hinab, platziert eine Hand unter meinem Kinn und dreht mein Gesicht in ihre Richtung. Ich ahne, was kommt, aber ich kann nichts dagegen machen.

Als ihre Lippen meine berühren, schmecke ich Joghurt und Himbeeren und warte voller Entsetzen darauf, daß sie mir wieder ihre Zunge zwischen die Mandeln schiebt – diesmal müßte sie nicht einmal Gewalt anwenden, denn ich habe gegen sie sowieso keine Chance. Ich benötige einige Sekunden, bis ich begreife, daß sie den Kuß beendet und wieder von mir abgelassen hat.

Ich öffne die Augen. Ihr Gesicht ist keine zehn Zentimeter von meinem entfernt, sie ist mir so nahe, daß ich ihren warmen Atem auf meiner Haut spüren kann. Sie lächelt immer noch.
Ihre Hand an meinem Kinn wandert hinunter, über meinen Hals, berührt sanft meine Halsschlagader und ist plötzlich fort.

„Ich würde unser Bündnis gern erneuern“, flüstert sie leise und mit einem seltsamen Funkeln in den smaragdgrünen Augen. „Ich möchte dich nämlich nicht verlieren. Und es gibt verschiedene Arten anderen zu dienen, wie ich jetzt weiß.“

Ich kann sie nur anstarren und begreife nichts.

„Tex Hex“, ihre Stimme wird immer sanfter und dann streicht sie mir tatsächlich eine Haarsträhne aus dem Gesicht, „möchtest du mir weiterhin dienen? In Freundschaft?“

Ich weiß nicht, was das zu bedeuten hat oder was sie zu so etwas bewegt, aber ich denke an diese Hand um mein Herz und daß sie genau das auch bei meinen Freunden und Brave Starr machen kann – jederzeit.
Also nicke ich.

„Danke!“

Noch ein letztes, strahlendes Lächeln, ein kurzer, hingehauchter Kuß mitten auf die Stirn und Mylady Stella teleportiert sich von dannen.

Ich sitze noch einige Zeit wie erstarrt auf meinem Stuhl, dann greife ich zu meinem Starblazer.
Meine Hände sind eiskalt und zittern wie Espenlaub.

Als ich eine halbe Stunde später wieder zurück ins Bett an die Seite meines Marshalls krieche, bin ich hoffnungslos betrunken.

***

~ Brave Starr ~

„Brave Starr...“

„Hm...“

Schlaftrunken strecke ich die Hand aus, orientiere mich an der Wärme, ertaste eine schmale Taille und ziehe meinen Lieblingsdesperado auf mich. Ich spüre, wie sein sehniger, warmer Körper auf mich sinkt, nehme die andere Hand hinzu und drücke ihn ganz fest an mich.
Hm, der richtige Druck an genau den richtigen Stellen. Weiches Haar kitzelt mich an Schulter und Hals, sein Atem streichelt meine Wange. Eine dunkle, rauchige Stimme direkt an meinem Ohr.

„Mein Marshall...“

Unwillkürlich rümpfe ich die Nase.
„Puh, Tex, du hast getrunken.“

„Brave Starr...“ er lehnt sich schwer auf mich, den Kopf auf meiner Schulter, Nase in meiner Halsbeuge. Seine Hände streicheln über meine Rippen.
„Ich glaube, Stella hat mir die Freundschaft angeboten...“

„Was?“ von einer Sekunde auf die andere hellwach stütze ich mich auf die Ellbogen und richte mich etwas auf.

Er brummt leise und schmiegt sich enger an mich. Ich rutsche weiter nach hinten, bis ich die Kissen und den Bettrahmen in meinem Rücken spüre, ziehe ihn mit und tippe ihm auf die Schulter.

„Erzähl mir alles noch mal ganz von Anfang an, Texie.“

„Hatte Durst. In der Küche war Stella. Beobachtet uns jede Nacht. Sie will mein Freund sein.“

Ich brauche einige Sekunden um das zu sortieren.

„Okay“, meine ich dann gedehnt, „und du hast nichts besseres zu tun als dich dann mit ihr zu besaufen?“

„Nö“, murmelt er an meiner Schulter, „war allein.“

Erschüttert kraule ich ihm den Nacken. Seine Angst vor dem Semidrachen muß wirklich sehr tief sitzen, wenn er sich in Alkohol flüchtet.

„Dadurch wird es auch nicht besser“, tadele ich ihn sanft.

Er schnieft und leckt genüsslich über mein Schlüsselbein.
„Weiß ich. Aber vielleicht vergesse ich es.“

„Du hast nur vergessen, daß dein Körper Alkohol jetzt doppelt so schnell abbaut. Mit Filmriß ist da nicht mehr viel.“

„Ach, shit.“ Er schnaubt und beginnt dann mit den Hüften zu kreisen. „Hm, Brave Starr, wo du schon mal wach bist ...“

Dieser Mann ist wirklich unersättlich. Mit einem lüsternen Grinsen lasse ich die Hände hinunter zu seiner Kehrseite wandern. Eine andere Aufforderung braucht er nicht.

***

weiter geht es mit dem neuen Posting "Fiesta in Fort Kerium"
hier ist erstmal "Ende"
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