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BraveStarr: Amantes amentes

von MariLuna
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Brave Starr Stampede Tex Hex
27.07.2009
14.08.2009
28
56.753
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27.07.2009 2.813
 
~ Tex Hex ~

Irgend etwas kitzelt mich an der Nase.
Noch halb im Schlaf, streiche ich mir die Haarsträhne, rabenschwarz und nach Kakaobohnen duftend aus dem Gesicht und werde mir erst dann langsam des schweren Körpers bewußt, der halb auf meiner Brust liegt. Meine Finger ertasten warme, samtige Haut und starke Muskeln, gleiten dann weiter über die verschorften Male, die meine Krallen hinterlassen haben, über die eine oder andere Bißwunde – es tut mir so leid, Brave Starr, du magst auch noch so oft betonen, daß es dir nichts ausmacht, so ganz glauben kann ich es dir nicht – und beschäftigen sich dann mit den Wirbeln seines Rückgrats.
Sein Atem streichelt meine rechte Brustwarze – huh, das kitzelt – und für einige Augenblicke liege ich nur still hier und genieße einfach.

Das ist einer dieser Momente, die von mir aus ewig andauern könnten.

Marshall Brave Starr in meinem Bett, an mich gekuschelt, Kopf und den halben Oberkörper auf meine Brust gebettet, sein zerzaustes Haar kitzelt mich, vermischt sich mit meinem langen Schnauzer und meinem eigenen, weißen Haar und ich spüre, wie sich sein Brustkorb bei jedem Atemzug hebt und senkt.
Gleichmäßig, beständig.

Seinen rechten Arm hat er über meiner Schulter derart drapiert, daß Unterarm und Hand neben mir auf dem Kissen liegen, wenn ich jetzt den Kopf ein wenig drehe, kann ich meine Wange in seine Handfläche schmiegen.

Sie andere, die linke Hand – also wirklich, was macht sie da?
Unwillkürlich halte ich die Luft an, versuche still zu liegen, doch seine Finger rutschen direkt an meinen Rippen entlang, Richtung Hüfte.

„Hey“, hastig fange ich sie mit meiner rechten Hand ein.
„Das kitzelt.“

Ich glaube, er ist wach, er muß wach sein.

„Hmmm… Texie…“ brummt er, und so verwaschen, wie das klingt, befindet er sich noch im Halbschlaf.

Mir wird plötzlich bewußt, daß ich noch nie gesehen habe, wie er aufwacht. Entweder war er vor mir wach oder – so wie gestern – ich habe ihn schlafen lassen.
Oder aufgeweckt.
Aber dieses langsame, friedliche Emportauchen aus Morpheus’ Armen habe ich bei ihm noch nie erlebt.
Also öffne ich jetzt endlich meine Augen und schiele zu ihm hinunter, versuche, einen Blick auf sein Gesicht zu erhaschen.
Gerade rechtzeitig.
Ein Zucken, fast nicht wahrnehmbar und fast ebenso unsichtbar kehrt die Spannung in diese bislang friedlichen, entspannten Gesichtsmuskeln zurück – aber meine verbesserten Augen erkennen den Unterschied.
Dann folgt das erste Blinzeln des Tages. Goldene Irisflecken, die sich schlagartig erhellen, umgeben von warmen Braun in den verschiedensten Abstufungen.
Sofortiges Wiedererkennen.
Hellwach, bereit, den Tag zu beginnen.
Die Unternehmenslust der Jugend.

„Hi Texie…“ gurrt er und seine Hand kehrt zurück an meine Rippen, sucht sich ihren Weg tiefer.

Unternehmungslust, tatsächlich.
Ich stöhne unwillkürlich auf und dränge mich dieser Hand entgegen.
Auf diese Art den Tag zu beginnen ist etwas, woran ich mich wirklich gewöhnen kann.

***

Geisterkräfte, die sich mit meiner eigenen Magie vereinen. Nervenenden, die vibrieren und immer neu stimuliert werden. Durch eine Berührung, hauchzart oder etwas härter; einen Kuß oder auch nur den leisen Hauch seines Atems, heiß, versengend wie die drei Sonnen.
Der Geruch von Kokos und Schokolade – frisch, süß, vermischt mit salzigem Schweiß und ein Geschmack, der diesem Geruch in nichts nachsteht, begleitet von dem metallischen Aroma frischen Blutes.

Verdammt, ich beiße ihn schon wieder!

Hastig eine Entschuldigung murmelnd, ziehe ich meine Zähne aus seiner Schulter zurück und lecke besänftigend über die Wunde.

Mein Marshall stößt ein leises Grunzen aus, verschlingt meine Lippen und meine Zunge in einem leidenschaftlichen Kuß und murmelte dann atemlos in mein Ohr:

„Hör nicht auf…“

Aber ich will ihn nicht verletzen, seine Verwundungen heilen schließlich nicht so schnell wie meine. Ich verstehe sowieso nicht, woher das kommt, dieser Drang zu beißen, das war früher so gar nicht meine Art.

Es fällt mir schwer, bei klaren Verstand zu bleiben, allein seine überwältigende Nähe würde ausreichen um mich wieder ins Nirwana zu katapultieren, doch irgendwie schaffe ich es zumindest in jenen Augenblicken mein Hirn wieder einzuschalten, sobald meine Zähne seine Haut berühren.
Es gelingt mir sogar, den beginnenden Biß in einen Kuß umzuwandeln.

Ich gebe mir soviel Mühe, daß ich mich diesmal gar nicht richtig fallen lassen kann und das bemerkt mein Marshall natürlich.
Er rutscht ein wenig fort, nicht sehr viel, nur so weit, daß er mir forschend ins Gesicht sehen kann.

„Tex … was ist los?“

Meine Stimme ist nur ein heiseres Murmeln.
„Will dich nicht beißen … nicht kratzen … nicht verletzen … lieb dich doch …“

Ich hebe eine Hand und streiche ihm eine verschwitzte Haarsträhne aus dem erhitzten Gesicht. Dann wandert meine Hand hinunter zu seiner Schulter, zu einer dieser Bißwunden, einer älteren, denn sie schillert schon in allen Regenbogenfarben. Ich wage kaum sie zu berühren und so bleiben meine Finger an den Wundrändern liegen, dort, wo seine Haut gesund und braun ist.

Er seufzt einmal tief auf und küßt mich.

„Glaubst du nicht, daß ich mich beschweren würde, wenn es mich stört?“

Er lächelt und blickt mich abwartend an. Ich zögere, denke kurz darüber nach und nicke dann. Es stimmt, Marshall Brave Starr weiß Dinge, die ihm nicht gefallen, immer zur Sprache zu bringen. Trotzdem …

„Es heilt nicht so schnell wie bei mir.“

Er gibt einen Ton von sich, der sich wie die Mischung aus einem Grollen und einem Lachen anhört.

Doch plötzlich wird er ernst.

„Tex, soll ich meine Bärenkräfte besser beherrschen? Soll ich dich weniger fest drücken?“

Ehrlich entsetzt starre ich ihn an. „Nein!“

„Dann hör auch nicht auf zu beißen.“

Seine linke Hand, die bisher ruhig auf meinem Oberschenkel geruht hatte, gleitet jetzt zur empfindlichen Innenseite und berührt eine besonders sensible Stelle. Ich kann gar nicht mehr anders als aufjapsen und mich wieder an ihn drängen. Und es dauert gar nicht mehr lange, da windet sich mein Körper wieder unter seinen geschickten Händen.
Dennoch … als ich ihm das nächste Mal liebestrunken in die Schulter beiße, fühle ich, wie sich bei dem Geschmack des Blutes etwas Uraltes in mir regt.
Etwas Dunkles. Noch sehr schwach zwar, aber sehr präsent.

Und zum ersten Mal seit drei Tagen kommt mir der Gedanke, ob Doc Clayton nicht doch recht hatte und diese zwei Prozent reaktivierter Gene zu einem Problem werden könnten.

Sehr viel Zeit mir darüber Sorgen zu machen bleibt mir nicht, denn da werde ich schon von Brave Starrs Leidenschaft mitgerissen.

***

~ Brave Starr ~

Manchmal frage ich mich wirklich, was im Kopf meines Süssen wohl so vor sich geht.
Wie kommt er nur auf die Idee, daß mich seine Beißattacken stören?
Dabei ist es doch gerade diese wilde Leidenschaft, die mich immer so mitreißt, mir die Gelegenheit gibt, mich selbst restlos fallen zu lassen.
Vielleicht hätte ich wirklich etwas dagegen, wenn er ausschließlich ein Beißer wäre, aber da er hauptsächlich eher der sanfte, anschmiegsame Typ ist – ja, das ist er wirklich, sechzig Prozent des Tages ist er ein Kuschelbärchen, die restlichen vierzig ein wildes Raubtier – empfinde ich es als sehr anregend.
Nicht als störend.
Also wirklich …

Und ich mit meinen Geisterkräften bin ja auch kein Unschuldsengel, oder?

Ich hoffe jedenfalls, ich habe meinen Standpunkt jetzt deutlich gemacht.

Und ich gebe mir diesmal besonders viel Mühe, ihn an den Rand des Wahnsinns zu treiben mit und ohne Geisterkräfte und bin wirklich, wirklich erleichtert, als er wieder wie gewohnt die Zähne in meinem Fleisch vergräbt.
Direkt in die Schulter.
Ich keuche auf, höre mich grollen und dann antworte ich ihm auf dieselbe Weise.
Genauso wild und heftig.

Nein, wir bleiben uns niemals etwas schuldig, von daher verstehe ich seine Sorgen manchmal wirklich nicht.

Andererseits fühlt es sich gut an, wenn man weiß, daß da jemand ist, der sich Sorgen um einen macht, der behütet und beschützt – jemand anders als die üblichen Verdächtigen in dem Fall.
Mein Ziehvater und meine Freunde, das ist eine Seite – die andere, nun, das ist Tex.
Noch vor etwas mehr als drei Wochen war er mein größter Feind, eine Gefahr, wenn auch eine ziemlich berechenbare, ein Mann, dessen Charakter sehr einfach gestrickt schien – einfach nur feige, böse, oberflächlich und gierig.
Dachte ich jedenfalls in meiner Naivität.
Bis ich einen Blick hinter diese Fassade werfen durfte.
Dank eines reichlich dämlichen Trinkspiels.

Und plötzlich frage ich mich, wie eine Überdosis Alkohol wohl auf unsere liebe Stella wirkt …

***

Da dieser Tag wieder besonders heiß zu werden droht – dafür braucht man wirklich nicht den Wetterbericht, zumal die Badlands auf deren Karte immer nur ein dicker, weißer Fleck sind – beschließen wir alle – also Tex und meine Wenigkeit sowie Vipra und Skuzz – diesen Sonntag am und im Schwimmbecken zu verbringen.

Nach einem ausgiebigen Frühstück – wieder diese vorzüglichen Waffeln, ich lobe Skuzz dafür und er wird tatsächlich puterrot – durchforsten Vipra und Skuzz die Küche um Cocktails, Häppchen und sonstige Leckereien für unseren Bade-Wellness-Tag zu viert vorzubereiten.
Und als Vipra schüchtern anfragt, ob wir auch J.B. einladen wollen, verspreche ich ihr, die Richterin anzufunken – allerdings erst etwas später, da meine beste Freundin nicht gerade zu den Frühaufstehern gehört – jedenfalls nicht am Sonntag.

Außerdem müssen Tex und ich noch das Problem mit meiner fehlenden Badehose lösen – ja, jetzt geht das ja natürlich nicht nackt, nicht, wenn Damen anwesend sind, da bin ich etwas prüde.

Er ist sich sicher, daß er noch irgendwo eine alte von sich hat, die mir passen müßte und das wäre wirklich gut, denn ich möchte J.B. ungern aus den Federn scheuchen, nur, weil ich an meinen Schrank muß. Schließlich hat sie sich für die Dauer meiner Abwesenheit ja in meinen vier Wänden einquartiert.
Sie braucht wirklich dringend eine eigene Wohnung.

Also sitze ich schließlich auf Texies Bett und sehe ihm dabei zu, wie er seinen Kleiderschrank durchwühlt. Ich habe ihm zwar angeboten zu helfen, aber er meinte, der einzige, der sein Chaos durchblicke, sei er selbst.
Und so hocke ich jetzt hier und bewundere den Anblick.
Tex und diese dunkelgrüne Bootcut-Jeans, das ist etwas, woran ich mich niemals sattsehen kann. Und dazu trägt er heute auch noch das blaue Shirt, das ich damals bei ihm „vergessen“ hatte.
Ich habe seinen erleichterten Seufzer noch im Ohr, daß er es endlich mal wieder anziehen könne, schließlich hat Stella versprochen, uns heute in Ruhe zu lassen. Nachdem ich seinen traurigen Gesichtsausdruck gesehen habe, mit dem er gestern das von ihr zerfetzte Shirt weggeworfen hat, verstehe ich, wie er es meint.
Und es rührt mich, daß er an diesem alten Fetzen so hängt, eben, weil er von mir ist.

Wie konnte ich ihn jemals für oberflächlich halten?

Und als ich sah, was er heute anhat, konnte ich der Versuchung natürlich nicht widerstehen und habe meinerseits meine „Trophäe“ herausgeholt – sein weißes T-Shirt, das mir so perfekt paßt. Und ja, ich weiß, daß dadurch mein dunkler Teint besonders gut zur Geltung kommt.
Wie gesagt, wir bleiben uns nichts schuldig.

Tex’ Kleiderschrank ist erstaunlich groß dafür, daß ich ihn jahrelang nur in seiner grünen Kluft erlebt habe. Und ich bin verdammt gespannt auf die Gesichter all der braven Bürger, wenn diese ihn am Dienstag – übermorgen, das ist ja schon übermorgen! – in etwas anderem als dieser grünen Kluft sehen.
Einen ersten Vorgeschmack, wie die meisten reagieren, habe ich ja schon am Freitag erhalten, als wir zum Lunch aßen, aber das hier ist ein Fest, da sind alle, wirklich alle!

Wenn ich nur an diese umwerfende Fransenjacke denke…

„Was willst du zum Stadtfest eigentlich tragen?“ frage ich ihn geradeheraus.

Er zögert, hört auf, ein halbes Dutzend bunter T-Shirts von vorne nach hinten zu packen und dreht sich dann zu mir um.

„Keine Ahnung“, gibt er zu. „Darüber habe ich noch nicht nachgedacht. Was zieht man denn da so an?“

Ich kann mein Glück kaum fassen – ich habe soeben einen Freifahrtschein mit dem Aufdruck „du darfst ihn nach deinem Geschmack stylen“ gewonnen.

„Nichts besonderes“, erwidere ich, erhebe mich und trete zu ihm heran. „Manche werfen sich in Anzüge, andere kommen in ihren Alltagsklamotten. Es gibt keine Vorschrift außer jener, sich zu benehmen und keine Waffen zu tragen.“

Und plötzlich will ich in diesem Kleiderschrank stöbern. Nicht nach einer Badehose für mich, sondern nach Klamotten für ihn, fürs Fest, Klamotten, die an ihm so umwerfend aussehen, daß alle vor Neid erblassen.
Und schon lasse ich meine Blicke begehrend über seine schlanke, sehnige Gestalt wandern.
Er scheint meine Gedanken zu erahnen, denn er grinst plötzlich.

„Meine Hosen sind alles Jeans. Alles der gleiche Schnitt und meist dunkelgrün oder schwarz. Hemden und Shirts hab ich dagegen Dutzende in allen Formen und Farben, die es gibt. Bis auf schweinchenrosa, da kriegt mich keiner rein.“

Plötzlich fällt ihm etwas ein und das Funkeln in seinen Augen ist schon mal sehr vielversprechend.

„Ich hab da noch was. Und gar nicht mal so alt. Und es paßt auch hervorragend zu deiner Lederjacke.“

Schwungvoll schiebt er eine andere Tür des Schrankes zur Seite, langt erstaunlich zielsicher hinein, stockt jedoch plötzlich.

„Ach, hier ist sie.“ Er grinst und wirft mir dann eine schlichte dunkelblaue, noch originalverpackte  Badehose zu.
„Müßte dir passen, oder?“

Einigermaßen verblüfft starre ich auf die Verpackung in meinen Händen. Nur flüchtig registriere ich, daß es tatsächlich meine Größe ist.

„Die ist ja noch neu.“

„Ja“, ein wenig verlegen zuckt er mit den Schultern. „Gehört unter die Kategorie ‚Fehlgriff’. Als Sonderangebot leider nicht umtauschbar. Ich hatte beim Kauf ganz vergessen, daß ich eine Nummer kleiner nehmen muß.“

„Wie das?“

Ich mustere ihn wieder von Kopf bis Fuß. Seine Figur hat sich, seit ich ihn kenne, nicht verändert. Er war schon immer so dünn und schmaler gebaut als ich. Ich werfe wieder einen Blick auf die Größe der Badehose in meinen Händen.
Soll das bedeuten, es gab eine Zeit, wo er genauso gebaut war wie ich – oder zumindest ähnlich?
Wie geht das denn, bitteschön?
Er ist außerdem eine ganze Handbreit kleiner als ich – kann ein Mensch in dem Alter schon so schrumpfen?

Tex seufzt tief.

„Gut“, knirscht er unwillig hervor, „ich hab dir versprochen, offen zu dir zu sein. Also bitte – aber frage mich nie wieder danach, klar? Und wehe, du erzählst es weiter, das weiß nur Skuzz und das auch nur, weil er dabei war.“
Er holt tief Luft und starrt mich grimmig an. „Als Stampede mich in einen Skullhead verwandelte, hat er mich etwas zusammengestaucht. Ich war mal zehn Zentimeter größer und war nicht immer so schmal gebaut wie jetzt. Und ich habe verdammt viel dafür getan, um wieder wenigstens annähernd so viele Muskeln zu haben wie damals.“

Sprachlos starre ich ihn an. Das erklärt verdammt viel, vor allem, warum mir sein altes Shirt aus Studienzeiten wie angegossen paßt.

„Ich bin froh, daß er es getan hat“, erkläre ich, ziehe ihn in eine Umarmung und stehle mir einen Kuß, „denn sonst hätten wir uns niemals kennengelernt. Und noch etwas – ich liebe deinen zierlichen Knochenbau. Und deine Muskeln sind einfach nur perfekt.“
Ich halte inne und lege je eine Hand auf seine Hüftknochen. „Und die hier laden geradezu dazu ein, dich einfach nur ganz fest zu halten.“

Ich lasse meinen Worten Taten folgen, indem ich ihn an eben jenen Hüften packe und zu mir heranziehe. Seine Wangen schimmern tatsächlich wieder dunkelviolett.

„Danke“, raunt er leise und lehnt sich in unseren folgenden Kuß hinein.

„Und was“, frage ich ihn, als wir uns ziemlich atemlos wieder voneinander lösen, „ziehst du nun am Dienstag an?“

Über Tex’ Gesicht huscht plötzlich ein spitzbübisches Grinsen, als er in den Schrank hineinlangt.

„Eine dunkle Hose“, wispert er mir zu, „und dazu das hier.“

Mit diesen Worten holt er einen Bügel hervor, auf dem ein keriumrotes Polo-Shirt hängt.

„Und das“, fügt er an und bei dem, was er jetzt aus dem Schrank zieht, weiten sich meine Augen unwillkürlich.

Für einen Augenblick bleibt mir glatt die Spucke weg. Jetzt weiß ich, was er mit seiner Bemerkung bezüglich meiner Lederjacke meinte. Vorsichtig, beinahe andächtig strecke ich die Hand aus und berühre solide gearbeitete Nähte einer pechschwarzen Lederweste.
Viele Taschen, tailliert geschnitten, Schulter- und seitliche Schnürung. Conchos an der Frontleiste.
Jetzt fehlt eigentlich nur noch die dazu passende Harley Davidson.

Er kichert plötzlich.
„Das Teil hab ich Dingo Dan beim Pokern abgeluchst.“

Dingo Dan! Ich muß herzhaft lachen. Ja, so etwas paßt zu diesem Wüstendingo. Aber meinem Texie steht sie garantiert noch viel besser.

„Ich sehe schon“, ich ziehe ihn fester an mich und mustere ihn mit gespieltem Ernst. „Auf dich muß ich sehr gut aufpassen während dieses Festes. Die holde Weiblichkeit wird dich regelrecht belagern.“

„Das mußt gerade du sagen, du Frauenschwarm“, entgegnet er im gleichen Tonfall. „Wer von uns beiden ist denn hier der Held, Marshall Brave Starr, Hüter des Rechts, Beschützer der Schwachen?“

„Touchez“, ist alles, was mir dazu einfällt.

Dann ziehe ich ihn in einen übermütigen Kuß, der sehr schnell sehr, sehr leidenschaftlich wird.

„Texie, Süßer“, schnurre ich schließlich in sein Ohr, und dränge ihn schon Richtung Bett, „glaubst du, Vipra und Skuzz sind uns sehr böse, wenn wir etwas später zu ihnen stoßen?“

Er schüttelt nur den Kopf.

Poloshirt und Lederweste landen genauso auf dem Teppich wie meine Badehose.
Und wenig später gesellen sich auch noch unsere anderen Klamotten dazu.

***
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