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BraveStarr: Amantes amentes

von MariLuna
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Brave Starr Stampede Tex Hex
27.07.2009
14.08.2009
28
56.753
1
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27.07.2009 2.296
 
Ja, ich habe das Rating korrigiert *gg*
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~ Brave Starr ~

Es ist dunkel, sowohl draußen wie auch im Inneren seines Zimmers. Aber seine Augen glühen in der Finsternis wie die eines Tieres, zwei schmale Ringe reinsten Keriumfeuers umgeben zwei schwärze Löcher, in denen es tatsächlich manchmal aufschimmert, sobald ein verirrter Mondstrahl sich in ihnen verfängt.
Das erinnert an die Augen eines Schakals.
Ich weiß nicht, ob das schon immer so war oder ob hier wieder die Nanobots ihre nicht vorhandenen Finger im Spiel hatten, aber eigentlich ist das alles gar nicht wichtig.
Es fasziniert mich einfach.
Genau wie der Rest von ihm.
Wir sitzen auf seinem Bett, unsere Stiefel, die Hüte und Handschuhe liegen irgendwo auf dem Boden und wir sind beide noch ganz atemlos von unserem letzten Kuß und obwohl es noch keine fünf Minuten her ist, daß er uns von Stampedes Höhle hierher teleportierte, scheint dieser Kuß eine Ewigkeit gedauert zu haben.
Je öfter und je länger ich ihn küsse, desto intensiver wird sein Geschmack. Er schmeckt tatsächlich genauso wie er riecht – wie ein ganzer Teeladen. Und jedes Mal entdecke ich eine neue Note. Diesmal war es tatsächlich Karamell.
Und der Honig. Honig ist immer mit dabei.
Gott, ich kann davon einfach nie genug bekommen. Ich glaube, so tief habe ich noch nie für jemanden empfunden. Mein ganzer Körper kribbelt. Ihn in den Armen zu halten, ach, ganz einfach schon ihn zu berühren, löst in mir einen wohligen Schauer nach dem anderen aus.
Und ich bin sogar der allererste, der ihn in seiner verbesserten Gestalt in die Finger bekommt – wortwörtlich.
Unerforschtes Neuland, in mehr als einer Hinsicht.
Und ich gestehe, dieser Gedanke beflügelt mich, erfüllt mich mit Stolz.
Mit schlichtem, egoistischen Besitzerstolz.
Alles mein.
Unberührt.
Und so lasse ich meine Finger weiterhin begeistert über sein Gesicht wandern, über diese weiche, jetzt völlig makellose Haut. Sanft fahre ich die Konturen seines Antlitzes nach, so vertraut und gleichzeitig so fremd, denn jetzt spüre ich unter meinen Fingerspitzen fein geschwungene Augenbrauen, eine Nase, die, ich schwöre es, in den letzten Stunden weiterhin an Konturen dazugewonnen hat, gerade und in einer frechen Spitze auslaufend und darunter das größte Wunder – Lippen.
Feingeschwungen, zart und sehr empfindlich, wie sich herausgestellt hat. Bei unserem letzten Kuß habe ich mich nicht zurückhalten können, an seiner Unterlippe geknabbert, daran gesaugt und bin immer wieder mit der Zunge darüber gefahren und wurde dafür mit einem wahrhaft himmlischen Stöhnen belohnt. Ja, sie sind sehr empfindlich und das liegt wahrscheinlich schlicht und ergreifend daran, daß er die letzten zehn Jahre keine hatte, sich also trotz allem wieder erst daran gewöhnen muß.
Und ich gebe zu, es macht mir Spaß, ihm dabei zu helfen.
Aber ich will noch weiter gehen, ich will ihm helfen, seinen ganzen Körper neu kennenzulernen, jeden einzelnen Zentimeter dieser wunderbar weichen, narbenfreien Lavendelhaut.

Ich vergrabe meine rechte Hand in seinem Haarschopf und ziehe ihn wieder zu einem besonders leidenschaftlichen Kuß zu mir heran, während sich meine Linke unter sein Hemd schmuggelt und über seine weiche, warme Rückenhaut streicht. Ein Rücken, der noch vor weniger als vierundzwanzig Stunden grauenhaft entstellt war, doch jetzt rein und jungfräulich unter meiner Hand liegt.
Und das alles gehört mir!
Schon allein dieser Gedanke genügt, mich auf Touren zu bringen.

Kompromißlos drücke ich ihn in die Kissen um mir endlich den mir zustehenden Anteil von diesem Kuchen namens Tex Hex zu erobern.
Aber besagter Kuchen scheint anderer Meinung zu sein, denn kaum liegen wir auf dem Bett, schlingt er seine Arme um meinen Nacken, vergräbt die Nase in meiner Halsbeuge und atmet wieder tief ein.
Schon wieder.
Es ist mir immer etwas unangenehm, wenn er auf diese Art und Weise an mir schnüffelt, ich frage mich dann immer unwillkürlich, ob ich vielleicht eine Dusche nötig habe. Außerdem kann ich jetzt so, in dieser Haltung, nicht das mit ihm machen, was ich eigentlich vorhatte.

„Tex …“ vorsichtig klemme ich meine Finger unter seine Kinnlinie und drücke seinen Kopf leicht nach oben.
So gut kann ich doch gar nicht riechen.“

„Tust du aber, mein Marshall“, murmelt er, drückt mir einen leichten Kuß aufs Kinn und senkt dann wieder den Kopf, beginnt, sich abermals Richtung Halskuhle vorzuarbeiten, diesmal jedoch mit sanften Küssen.

Ergeben rolle ich mich auf den Rücken, lege den Kopf in den Nacken und lasse weiter an mir herumschnüffeln und herumknabbern.

„Du riechst auch gut“, kann ich es mir nicht verbeißen zu bemerken, während sich eine meiner Hände seinem Rücken widmet und die andere durch seine Frisur wuschelt.

Wenn er schon an mir riechen darf, will ich wenigstens das tun, was ich so gerne bei ihm mache – seine Haare verwuscheln und seinen Nacken kraulen.

„Wie ein ganzer Teeladen. Aber trotzdem hänge ich nicht an dir wie eine Klette und versuche, mit der Nase in dich hineinzukrauchen.“ Mein sanfter, leicht ironischer Tonfall schwächt diese Worte etwas ab, denn schließlich will ich ihn nicht verletzen.
Aber Tex ist wohl der Letzte auf diesem Planeten, der sich von solchen Worten aus der Ruhe bringen läßt – und das mag zum Teil auch jener Tatsache geschuldet sein, daß er zur Zeit genau auf mir liegt und gewisse Dinge ganz genau spüren kann.

„Sicher“, murmelt er und leckt neckisch über mein linkes Schlüsselbein, was mir nur wieder einen leisen Seufzer entlockt, „aber mein Geruchssinn ist seit einiger Zeit eben viel empfindlicher. Und du riechst nach Kokos und Schokolade. Nach einem, entschuldige, daß ich das jetzt so sage, Bounty-Riegel. Und ich liebe alles Süße.“

Ein Bounty-Riegel? Das hat mir noch niemand gesagt.
Aber ich muß zugeben, das klingt nett. Außerdem war ich wohl eben ziemlich unfair, denn während er von meinem Geruch ganz berauscht wird, ist es bei mir eher sein Geschmack.
Oder … hm, das Gefühl dieser samtweichen, warmen Haut. Wie von selbst vergraben sich meine Finger in seinen Rückenmuskeln, pressen ihn noch enger an mich.

„Mein“, höre ich mich selber wispern, ich ziehe seinen Kopf an seinen Haaren zu mir hoch, begegne seinem leicht überraschten Blick, kümmere mich jedoch nicht weiter darum, sondern suche seine Lippen und nehme sie kurzerhand in Besitz.

Für einen winzigkleinen Moment spüre ich tatsächlich so etwas wie Widerstand, doch als ich dann auch noch kurz meine Bärenkräfte aktiviere und ihn derart auf die Kissen rolle, daß ich jetzt auf ihm zum Liegen komme, schmilzt dieser Widerstand wie Eis in der Sonne.

***

~ Tex Hex ~

Mein.
Ein sehr kleines Wort mit gerade mal vier Buchstaben. Aber es reißt mich aus meinem rauschartigen Zustand, in den mich sein einzigartiger Geruch immer katapultiert.
Mein?
Frechheit!
Ich bin niemandes Eigentum!
Nicht mal seiner!
Und ich habe mich nicht ein ganzes Jahrzehnt den Besitzansprüchen eines Semidrachen erwehrt, nur, um jetzt klein beizugeben.

Aber meine gerechte Wut währt gerade mal die Zeitspanne zwischen zwei Atemzügen, denn mit dem nächsten Luftholen ziehe ich wieder so viele seiner Duftmoleküle in meine Nase, daß alles andere um mich herum verschwimmt. Eine Sekunde später spüre ich sein Gewicht auf mir, seine Präsenz erdrückt mich regelrecht und plötzlich klingt dieses „mein“ gar nicht mehr so schlimm. Und als sich seine freche Hand an meinem Gürtel zu schaffen macht, wäre es mir auch egal, wenn er mich mit den dämlichsten Kosenamen dies- und jenseits der Galaxis betiteln würde.
So lange er nur nicht aufhört!

***

Ab und zu kehre ich tatsächlich aus diesem Rauschzustand zurück, doch immer nur für einige Sekunden, bevor mich diese grenzenlose Sinnesüberflutung wieder davonspült. Und dann dröhnt mir mein eigener Atem überlaut in den Ohren, mein Keuchen klingt so heiser und abgehackt, daß ich es beinahe nicht wiedererkenne, während mein Herz schmerzhaft gegen die Rippen trommelt und vor meinen brennenden Augen sehe ich Brave Starrs dunkles Gesicht, sein Blick bohrt sich tief in meine Seele oder ich erkenne wahlweise über mir nur die Zimmerdecke, weil seine Lippen sich gerade mit einem anderen Teil meines Körpers beschäftigen.
Jede einzelne seiner Berührungen jagt wahre Feuerstürme durch meine Nerven. Und plötzlich spüre ich, wie sich meine Fingernägel in seinen Rückenmuskeln verkrallen, dicht gefolgt von dem Drang, meine Zähne in sein warmes, weiches Fleisch zu vergraben. Zuerst halte ich mich noch zurück, aber als ich das nächste Mal aus meinem Rausch erwache, spüre ich sein Muskelfleisch zwischen meinen Kiefern und schmecke Blut.

Meine Güte, so etwas habe ich noch niemals erlebt!
Der Schock über meine Beißattacke reißt mich kurzzeitig wieder aus meinem Rausch, so daß ich tatsächlich die Kontrolle wieder gewinne. Hastig ziehe ich meine Zähne zurück und drehe meinen Kopf beiseite.

„’tschuldige, ’tschuldige“, höre ich mich selber murmeln.

Er vergräbt nur den Kopf an meinem Hals und stöhnt dumpf und eine Sekunde später geht mir auf, daß keiner von uns mehr auch nur einen Fetzen Stoff am Leibe trägt und er mich jetzt tatsächlich in Besitz genommen hat.
Soviel also dazu.

Ich scheine nicht der einzige zu sein, dem die Kontrolle abhanden gekommen ist.
Viel Zeit darüber nachzudenken bleibt mir nicht, mein letzter einigermaßen klarer Gedanke ist der Erkenntnis gewidmet, daß er tatsächlich seine Bärenkräfte einsetzt, bevor mich die altbekannte Woge wieder davonspült.

***

~ Brave Starr ~

Zuerst ist er wie Wachs in meinen Händen und sein verzückter Gesichtsausdruck verrät mir, daß ich seinen Verstand wohl schon längst ins Nirwana gejagt habe. Doch dann bricht seine Leidenschaft mit einer Heftigkeit aus ihm empor, wie ich es noch niemals zuvor erlebt habe.

Und dann spüre ich, wie etwas grenzenlos Wildes erwacht.
Was auch immer es ist, es existiert auf derselben Ebene wie meine Geisterkräfte, es ist dem Gefühl sehr ähnlich, das ich habe, sobald diese besonderen Fähigkeiten in mir erwachen, eine plötzliche, überaus kraftvolle Energie, die aus meinem Inneren emporsteigt. Bloß, daß diese hier nicht aus mir entsteigt, sondern aus dem Mann unter mir. Es ist wie ein Leuchtfeuer, das meine eigenen Kräfte dazu animiert, ebenfalls zu erwachen, ohne mein bewußtes Zutun.
Ich wehre mich kurz dagegen, weiß ich doch, wie gefährlich besonders meine Bärenkräfte für andere werden können, doch die fremde Macht lockt unermüdlich weiter, gibt nicht auf und als Tex sich in meine Schulter verbeißt, ist es, als hätten meine Geisterkräfte nur auf diese Einladung gewartet.

Kurz bevor mir alle Kontrolle entgleitet, begreife ich, daß sich jene Magie, die Tex von Stampede einst erhielt, durch die Nanobots grundlegend verändert hat.

***

Als ich allmählich wieder zu mir komme, liege ich auf der Seite und halte einen zitternden Tex Hex in meinen Armen.

Oh mein Gott – was habe ich getan?

Hastig betätige ich den Schalter an der Wand über dem Bett, um den von mir angerichteten Schaden bei Licht zu betrachten. Bei der plötzlichen Bewegung spüre ich ein leichtes, schmerzhaftes Ziehen im Rücken, doch ich achte nicht weiter darauf.

Weiches, goldenes Licht flammt auf und sofort wandert mein Blick über den Körper vor mir, auf der Suche nach der Verletzung, die ich ihm zugefügt habe. Aber ich kann nichts entdecken.
Stattdessen ertappe ich mich dabei, wie mein Blick von dem leichten Glanz des Schweißfilms auf dieser lavendelfarbigen Haut wie magisch angezogen wird. Dann gebe ich mir selbst eine mentale Ohrfeige.
Reiß dich zusammen, Brave Starr!

Ich erinnere mich, daß sein Immunsystem inzwischen genauso gut wie die Nanobots sein soll, also muß es nicht bedeuten, nur, weil ich keine sichtbare Verletzung an ihm erkenne, daß da nicht eine gewesen ist.
Wieso sonst sollte Tex so zittern?

Vorsichtig lege ich die Arme um meinen Lieblingsdesperado.

„Tex? Tex, hörst du mich? Tex…“ zu meiner großen Überraschung schmiegt sich dieser nur noch dichter an mich.
„Tex, es tut mir leid. Wenn ich dir irgendwie weh getan habe ..“

Tex murmelt nur ein einziges Wort, aber es ist so leise und undeutlich, daß ich mich höchstwahrscheinlich verhört habe.

„Was?“

Er kuschelt sich noch enger heran, dann langt er mit einem Arm über mich und zieht die Bettdecke über uns.

„Kalt“, wiederholt er etwas lauter, schlingt die Arme um meine Taille und zieht mich so fest zu sich heran, bis ich seine Haut auf meiner spüren kann.
Und noch wesentlich mehr.
Ich seufze unwillkürlich auf.

„Brave Starr“, meint er und küßt mich sanft, „hör auf, dir Sorgen zu machen. Mein Körper hält einiges aus. Jetzt mehr denn je.“

Wieder küßt er mich, während seine Hände sanft über meinen Rücken streichen. Als sie jedoch die frischen Wunden berühren, kann ich ein Zusammenzucken nicht verhindern.

„Oh“, macht er schuldbewußt und richtet sich auf, um den Schaden genauer in Augenschein zu nehmen.
„Ach, du Schande. Tut mir leid, tut mir wirklich schrecklich leid.“

„Ach, vergiß es“, erwidere ich nur und ziehe ihn wieder zu mir herunter, um mir einen besonders süßen, verheißungsvollen Kuß zu stehlen.

Ich bin nur froh, daß ihm die tiefe Bißwunde an meiner Schulter noch nicht aufgefallen ist. Ich weiß nämlich genau, daß der Schaden, den ich mit meinen Bärenkräften bei ihm angerichtet habe wesentlich größer ist und da ist es egal, wenn die Brüche und Quetschungen jetzt in Rekordzeit verheilen.

„Ich werde mich daran schon gewöhnen. Aber was ist mit dir? Glaubst du, du kannst es mit jemanden wie mir aushalten? Ich weiß nicht, ob ich nicht wieder die Kontrolle über meine Geisterkräfte verliere.“

Um seine Lippen zuckt ein verschmitztes Lächeln und jetzt, im Licht, kann ich auch sehen, wie sich dieses Lächeln in seinen Augen widerspiegelt und dies ist der Moment, wo ich mich nur noch mehr in ihn verliebe.

„Nun, so lange du mir keinen Finger abbeißt oder ein Auge ausreißt, habe ich damit kein Problem.“

Unwillkürlich grinse ich zurück.
Für die Dauer einiger Herzschläge blicken wir uns nur selbstvergessen in die Augen, dann blinzelt Tex mir plötzlich zu, drückt mich mit einer Hand entschlossen in die Rückenlage und verschwindet dann unter der Bettdecke. Dann spüre ich plötzlich seine Lippen an meiner Brust und wie sie sich unaufhörlich weiter nach unten arbeiten.

„Tex, was hast du vor?“

„Jetzt, wo ich wieder Lippen habe, will ich sie auch richtig ausprobieren“, tönt es schelmisch zurück.

Eine Sekunde später kann ich nur noch hilflos nach Luft schnappen.

***
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