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Seherin des Verborgenen

von Sarafina
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P18 / Gen
Dante Elise Gideon Lucan OC (Own Character) Tegan
26.07.2009
13.05.2016
174
159.546
6
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26.07.2009 1.325
 
Einige Stunden später wachte Leonie wieder auf. Marcel schlief neben ihr ruhig und friedlich. Nur ganz schwach pulsierten seine Dermaglyphen noch von der kürzlich eingenommen Nahrung. Sanft lächelte Leonie und stieg aus dem Bett. Auf Zehenspitzen schlich sie sich aus dem Schlafzimmer, hinüber ins Badezimmer. Nach kurzer Zeit trat sie wieder hinaus und sah zu Marcel. Sie hatte ihn nicht geweckt, durch das Geräusch des fließenden Wassers.
Lautlos schlich sie sich aus seinen Quartier und machte sich auf den Weg Richtung Esszimmer. Eigentlich erwartete sie um diese Zeit keine andere Gefährtin hier, doch als sie eintrat saßen Gabrielle, Tess und Dylan am Tisch. Sie sahen sie überrascht an und kamen dann lächelnd auf sie zu.
„Weder Lucan noch Marcel haben uns verraten das du wieder hier bist.“, sagte Gabrielle.
„Marcel hat, nach mir, wohl den größten Teil des Fluges geschlafen. Deswegen hat er wohl nichts erzählt. Warum Lucan nichts sagte, weiß ich nicht.“, meinte Leonie.
„Und? Was ist nun?“, fragte Tess neugierig.
Leonie zuckte die Schultern und sah Dylan an.
„Ich bin eine Nachahmerin.“, antwortete sie.
Gabrielle begann herzhaft zu lachen und umarmte Leonie vorsichtig, darauf bedacht, ihre Haut nicht zu berühren.
„Mir ist das völlig egal. Eher freue ich mich. Ich habe schon keine Geschwister oder sonstige Verwandte. Aber so werden ich wenigsten Tante.“, meinte sie.
„Lucan hat sich nicht so erfreut gezeigt.“, erwiderte Leonie leise.
„Das ist typisch für ihn. Er freut sich schon, obwohl er das nicht so deutlich zeigt. Er befürchtet nur jetzt schon das sein Neffe in Gefahr geraten könnte. Das dies passieren kann, ist nicht ausgeschlossen aber man sollte nicht immer gleich den Teufel an der Wand sehen. Darin ist Lucan scheinbar Meister.“, sagte Gabrielle.
„Rio hat sich deswegen auch Sorgen gemacht. Ich weiß nicht wie, aber irgendwann habe ich ihn beruhigen können. Zumal, Dante kommt auch nicht vor Sorge um. Er bleibt relativ ruhig.“, mischte sich Dylan ein. Wie aufs Stichwort wurde die Tür geöffnet und Dante trat ein. Er sah sehr verschlafen aus und brummte ein „Guten Morgen.“
Gabrielle, Dylan und Leonie erwiderten das Guten Morgen, während Tess aufstand und zu ihm kam.
„Hat Fabrizio dich geweckt?“, fragte sie.
„Nein. Er schläft noch.“, antwortete Dante, trat zu ihr und küsste ihren Hals.
Ungeachtet davon, stand Dylan auf und wandte sich an Leonie.
„Also ich weiß nicht wie es dir geht aber ich habe einen Riesenhunger.“
Wie zur Bestätigung knurrte Leonies Magen und sie lachte.
„Ja, ich denke, ich sollte auch mal was essen, bevor Marcel aufwacht.“, stimmte Leonie zu und stand auf.
„Ach, Leonie. Schön das du wieder da bist.“, begrüßte Dante sie. Er hatte von Tess abgelassen und grinste sie an.
„Was?“, fragte Leonie.
„Nun ja. Wie geht ess dir? Hast du dich endlich mit Marcel wieder vertragen oder müssen wir seine grottenschlechte Laune weiterhin ertragen?“, wollte er wissen.
„Ich denke, nein, müsst ihr nicht. Und wenn er wieder schlechte Laune bekommen sollte, dann hat das andere Gründe.“, erwiderte sie und verschwand mit Dylan nach nebenan.
Dante sah ihr nach und wandte sich an Tess.
„Was ist nun? Ist Leonie schwanger, ja oder nein?“, fragte er ungeduldig.
„Sag mal, Dante, wo hast du hingestarrt, als du mit Leonie sprachst?“, fragte Gabrielle lachend. Kurz warf er ihr einen Blick zu und runzelte die Stirn.
„Also wirklich, man kann es doch jetzt wohl kaum noch übersehen.“, meinte Gabrielle.
„Von meinem Standpunkt aus behindert der Stuhl leider meine Sicht und Leonie ist eine zierliche Gestalt, die sich gut in kleine Ecken verkriechen kann.“, widersprach Dante, als sich hinter ihm die Tür öffnete. Marcel, der genauso schlaftrunken aussah wie kurz zuvor Dante, trat ein und sah sich um, ehe er sich an Gabrielle wandte.
„Ist Leonie hier?“, fragte er.
„Nebenan. Dylan und sie wollten sich etwas zu essen machen.“, informierte sie ihn.
„Nein. Tess wir gehen. Das Essverhalten von schwangeren Gefährtinnen tu ich mir nicht erneut an.“, weigerte sich Dante.
„Ich habe auch Hunger, deswegen bleibe ich hier.“, widersprach Tess und setzte sich mit Gabrielle an den Tisch. Seufzend nahm Dante neben ihn Platz und Marcel setzte sich ihnen gegenüber.
„Oh bitte, bitte, lass es keine Extravaganzen werden.“, bat Dante murmelnd und richtete darauf seine Worte an Marcel.
„Ich warne dich nur vor, mit jedem Monat wird ihr Appetit schlimmer.“
Schweigend nickte Marcel nur und wartete. Es verging nur wenig Zeit, ehe sich die Tür öffnete. Dylan und Leonie stellten die ersten Schüsseln auf den Tisch und ehe Leonie mit Dylan davon gehen konnte, ergriff Marcel Leonies Hand. Sie drehte sich um und lächelte ihn sanft an.
„Na jetzt versteckst du dich wenigstens nicht mehr.“, unterbrach Dante die Ruhe.
„Ich habe mich nicht versteckt.“, meinte Leonie und trat einen Schritt auf Marcel zu und flüsterte in sein Ohr.
„Danke. Es beruhigt mich zu sehen, dass ich dich nicht bei Prostituierten vorfinden werde.“
Dann entwand sie ihm ihre Hand und half Dylan bei die restlichen Schüsseln.
Während nun Dante und Marcel beobachteten wie die Gefährtinnen ihr Frühstück einnahmen, verzogen sie immer wieder, wenn sie auf Leonies oder Dylans Teller sahen, das Gesicht. Zwischendurch legte sogar Dante die Hand vor die Augen und atmete tief durch.
„Möchtest du noch etwas von meinen Paprika? Ich schaffe es sonst nicht.“, wandte sich Dylan an Leonie. Diese nickte sofort und Dylan schob ihr den Teller hin.
„Nein, dass reicht jetzt. Wir gehen, Tess.“, protestierte Dante. Leonie und Dylan sahen zu ihm. Er sah leicht blass aus und Marcel machte keinen besseren Eindruck. Als dann Leonie ein Stück saure Gurke mit Ei, Paprika und Nudeln in den Mund schob, standen Dante und Marcel gleichzeitig auf und waren innerhalb von Bruchteilen verschwunden. Tess und Gabrielle dagegen lachten auf und rissen Lucan aus seinen Gedanken, der in dem Moment, etwas verwirrt zurückblickend, hinein kam.
„Was geht hier vor?“, fragte er.
„Ach nichts.“, antwortete Gabrielle lachend und trat zu ihm.
„Ihnen ist nur beim Frühstück der Appetit vergangen.“, sagte sie und Lucan schaute über ihre Schulter zu den anderen Gefährtinnen die im Esszimmer saßen. Dieser Blick genügte. Er gab Gabrielle einen Kuss, drehte sich um und verschwand wieder.
„Wir sind Gefährtenvertreiberinnen.“, scherzte Dylan, worauf die Frauen wieder in Gelächter ausbrachen und Leonie aufstand.
„Ich sehe mal wie es Marcel geht.“, meinte sie.
„Besser gesagt, du gehst mal schauen ob er sich übergeben hat.“, erwiderte Tess und Leonie nickte.
„Ich bin mir nicht sicher ob Dante deinen Appetit vertragen hat.“, wandte Dylan ein.
„Um ehrlich zu sein, er hat es nicht. Er hat zwar lange durchgehalten aber Mitte des 7 Monats wurde es ihm auch zu viel und die Sorgen, die er sich machte, furchtbar. Ab da wurde es mit meinen Tatendrang schlimmer und er konnte keine Nacht mehr richtig schlafen.“, sagte Tess.
„Oh oh. Mitte 7 Monat. Dann wird der Nächste Rio sein, der sich beklagt, dass er nicht mehr schlafen kann.“, erkannte Dylan.
„Und Marcel hat noch einen etwas Schonfrist und muss nur meine Essgewohnheiten ertragen.“, sagte Leonie und verließ den Raum.

Eilig ging Leonie durch die Korridore und betrat kurz darauf Marcels Quartier. Er saß auf der Couch und hatte seine Klingen um sich herum verteilt. Als er ihre Schritte vernahm, sah er auf.
„Ich dachte du bist noch beim Essen.“, sagte er und erhob sich um die Waffen weg zuräumen. Gerade als Leonie sich bücken wollte, um einen der großen Titandolche aufzuheben, war Marcel schon bei ihr und ergriff Diesen, ehe sie ihn in die Hände nehmen konnte. Sie sah ihn an und erkannte einen besorgten Ausdruck in seinem Gesicht.
„Ich bin nicht aus Glas, Marcel.“, sagte sie leise.
Er nickte und wandte sich von ihr ab.
„Fang nicht schon wieder damit an mich vor allem und jeden zu schützen.“, bat Leonie.
„Ich hatte mir sorgen gemacht, als ich aufwachte und das Bett neben mir leer war.“, offenbarte er.
„Deinen Hunger konnte ich vor Stunden spüren und selbst hatte ich gerade eben Hunger. Außerdem ist es besser wenn du nicht siehst, was ich esse. Das Dante und du geflüchtet seid, hat es bewiesen.“, meinte sie.
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