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Hier kommt Lyss

von Aykiko
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Ryan Atwood Seth Cohen
25.07.2009
06.02.2010
6
6.911
 
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Dieses Kapitel
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25.07.2009 2.072
 
Das ist meine erste FF hier. Ich hoffe sie gefällt euch. Bitte nicht vergessen mir ein Feedback zu geben ;)
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Es war vor 3 Jahren, als ich Ryan und die Cohens zum ersten Mal traf.
Damals war mein fünfzehnter Geburtstag, daran erinnere ich mich genau.

Ich war wieder einmal sehr spät dran. Schnell verabschiedete ich mich von meiner Clique, den Sparks', mit denen ich immer in Chino rumhing, und machte mich auf den Weg nach Hause. Die Sparks', das waren Gina, Cindra, Johnny, Dean, Thorben, Sam, Ricky und ich, Lyss.
Die Nacht war klar,die Luft eisig. Ich wusste, dass meine Mutter austicken würde, wenn ich erst jetzt käme, deshalb überlegte ich, einfach heute nicht nach Hause zu gehen und bei einem Freund zu übernachten. Einer der Sparks' hatte immer einen Platz frei. Aber ich kam auf das Ergebnis, dass das letztendlich nur noch mehr Ärger geben würde, also stellte ich mich dem Donnerwetter lieber früher. Ich seufzte und strich mir durch meine langen, glatten Haare. Zwei Kerle, die vielleicht siebzehn oder achtzehn waren liefen an mir vorbei. Einer von ihnen rempelte mich an. Ich reagierte wie immer: Ich rempelte zurück und rief ihm "Idiot" hinterher. Als ich mich umdrehte, sah ich, dass er stehen geblieben war. Er war mindestens zwei Köpfe größer als ich und schien darüber nachzudenken etwas zu erwidern. Er hatte dunkelblondes, kurzes Haar, das Pony leicht hochgestellt und trug einen grauen Kapuzenpulli. Der zweite Typ stand etwas weiter weg und sah relativ beunruhigt aus, vermutlich rechnete er mit einer Schlägerei. Er hatte schwarzes lockiges Haar, trug ein blau-weiß gestreiftes T-Shirt und sah abwechselnd seinen Kumpel und mich an.
Der blonde schaute immer noch ins Leere. Es beunruhigte mich etwas, dass sein Freund wohl mit einer Schlägerei rechnete und darum hielt ich mich bereit, um wenn nötig, schnell auf einen Schlag oder Tritt reagieren zu können. Doch es passierte gar nichts. Der Typ gab ein halblautes "Hmpf" von sich und ging zu seinen Kumpel. Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Entweder meckerten mich die Leute zurück an, oder sie ließen es drauf ankommen und begannen eine Schlägerei. Ich lachte über meine Dummheit und schüttelte diese unbedeutenden Gedanken ab.
Langsam ging ich weiter. Ein Hund kam aus einer Nebenstraße, schaute mich an und wedelte freundlich mit seinem Schwanz. Dann schnüffelte er kurz an meinem Bein und drehte wieder um.
Ich glaube Hunde sehen stets nur das Gute im Menschen.
Ein Auto bog in meine Straße ein. Mit Schrecken sah ich, dass es sich um die Polizei handelte. Schnell zog ich meine Kapuze auf und bog auch in die Nebenstraße ein. Offensichtlich war ich entdeckt worden, denn ich hörte eine Autotür zuschlagen und schnelle Schritte hinter mir. Ich rannte los. Würde man mich kriegen, dann würde man mich wahrscheinlich in eine Jugendstrafanstalt stecken, denn Ricky und Johnny ließen gerne mal etwas mitgehen und da ich nunmal immer mit ihnen rumhing, ging die Polizei auch davon aus, dass ich klaute. Natürlich hatten sie damit nicht ganz Unrecht, doch ich ließ niemals so teure Sachen mit gehen, wie zum Beispiel Ricky. Erst vor einer Woche hatte er eine Uhr im Wert von 70$ mitgehen lassen. Natürlich waren die Sparks' alle dabei gewesen und deshalb waren wir jetzt auch als höchst kriminell eingestuft.
Ich rannte weiter. Bog wahllos in enge Gassen ein und lief durch Gärten, damit ich meinen Verfolger abhing. Plötzlich wurde ich von Scheinwerfern angestrahlt. Ich blinzelte ins Licht und erblickte ein Polizeiauto. Also war inzwischen also schon mehr als einer hinter mir her. Ich sprang schnell über einen Zaun und kletterte eine Fluchtleiter an einem Haus hoch. Ich stand geduckt auf dem Dach und wartete etwas ab. Vor der Leiter standen zwei Polizisten und sahen sich suchend um. Auf die Idee, dass ich die Leiter hochgeklettert und nun über ihnen sei, kamen sie nicht. Ich grinste zufrieden und wartete bis sie abrückten. Ich kletterte die Leiter wieder hinunter, wobei ich von der dritt letzten Stufe leichtfüßig absprang. Na super, jetzt hatte ich wieder eine halbe Stunde Zeit verschwendet und der Ärger wuchs unaufhaltsam. Ich seufzte und ging Richtung zu Hause. Es waren noch locker fünzehn Minuten. Wenn meine Mutter wütend war, konnte sie echt unausstehlich sein. Seitdem sie nicht mehr Drogen vertickte, verstanden wir uns eigentlich recht gut. Sie hatte mir versprochen damit aufzuhören, als sie mal wieder einen Prozess am Hals hatte. Für dieses Versprechen war ich ihr sehr dankbar.  
Eine Katze sprang aus der Hecke und ich hätte sie beinahe getreten, wenn ich nicht aufgepasst hätte. Dieser Vorfall riss mich zum Glück aus meiner Vergangenheit. Ich dachte nicht gerne darüber nach, wie es früher war. Meine Mutter und ich hatten uns niemals etwas zu sagen. Die Schule besuchte ich nur unregelmäßig, dafür war ich bei der Polizei fast regelmäßig.
Ich schüttelte die Gedanken an die Vergangenheit erneut ab.
Endlich war ich der Straße angekommen, in der ich wohnte. Ich hörte Schritte hinter mir, aber ich wollte mich nicht umdrehen, weil ich sonst Ärger befürchtete. Langsam steckte ich den Schlüssel ins Schloss und drehte. Es klickte und ich ging leise zur Tür hinein. Wenn ich Glück hatte, schlief Mum schon und ich konnte etwas bei der Uhrzeit schummeln. Meine Hoffnungen wurden zerstört, als ich sie den Flur langgehen hörte. „Lyss! Du wolltest schon seit zwei Stunden zu Hause sein! Wo-“ Sie wurde vom Klingeln an der Tür unterbrochen. Mit einer Handbewegung machte sie mir klar, dass ich gehen und die Tür öffnen sollte. Das tat ich und fragte mich, wer uns um diese Uhrzeit noch besuchen wollte. Als ich die Tür aufmachte klappte mir vermutlich die Kinnlade runter. Die beiden Typen, der blonde und der Lockenkopf standen da und lächelten leicht.
Was wollen die hier?
Ich trat zur Seite und ließ sie rein. „N'Abend“, sagte Powerlocke und sah zu meiner Mum. Ich schaute ebenfalls zu ihr. „Kennst du die?“, fragte ich verwirrt. Sie gingen an uns vorbei in die Küche. Ich hörte wie sie mit jemanden redeten. „Das ist jetzt nicht die Frage“, wich meine Mutter aus, „wo warst du solange? Du warst hoffentlich nicht bei deiner Clique, diesen Sparks'“ Mir gefiel es nicht, wie sie den Namen betonte, doch ich sagte nichts. Na super, jetzt hatten die Typen wahrscheinlich auch verstanden, dass etwas passiert sein musste, denn als ich sie traf, hätte ich nur noch fünf Minuten bis nach Hause gebraucht. Ich schaute zu Boden. „Ich habe dir verboten dich mit ihnen rumzutreiben“, erwiderte Mum streng. Und das war die Seite an ihr, die ich hasste.
„Wir haben nichts verbrochen, Mum. Wir waren nur etwas unterwegs.“
„Das nur unterwegs kenne ich. Ich lasse mich von dir nicht für dumm verkaufen!“
Mir war klar, dass sie austicken würde, aber sie hielt sich für ihre Verhältnisse zurück, was mich zum Nachdenken brachte. „Haben wir Besuch?“, fragte ich beiläufig, als mir wieder die beiden Typen einfielen. Diesmal war es meine Mutter, die zu Boden schaute. Ich erwartete das schlimmste. Sie ging vor in die Küche und wartete in der Tür. Ich ging ihr langsam nach, auf alles vorbereitet. Ich blieb neben ihr stehen und schaute in die Küche. Da saßen vier Leute. Eine blonde Frau mit schönen langen Haaren, ein schwarz haariger Mann mit Locken und die beiden Typen, Powerlocke und Blondie. Sie alle schauten uns an und lächelten leicht. „Wer ist das?“, brachte ich heraus und schaute sie misstrauisch an. Meine Mutter antwortete nicht. Ich schaute in die Runde.
„Alles Gute zum Geburtstag“, sagte der Mann und lächelte. Jetzt war ich endgültig total verwirrt. Ich nickte und wartete auf eine Erklärung. Da Mum nicht antwortete, räusperte sich der Mann und stellte sich und seine Familie vor: „Ich bin Sandy Cohen. Das sind Ryan und Seth“, er zeigte auf die beiden Typen, die ich schon kannte, „und das ist meine Frau Kirsten.“
„Ja... also eigentlich..“ Meine Mutter versuchte gerade zu erklären, was die Cohen's hier wollten, doch sie fand nicht die richtigen Worte. Ich sah mich um, um Hinweise zu finden. Und tatsächlich: Auf den Tisch vor Mr. Cohen lag ein dicker Ordner. Er sah genauso aus wie „Ein Anwalt?“ Meine Mutter nickte. Das konnte nicht sein. Das durfte nicht sein! Sie hatte es versprochen. Versprechen bricht man nicht! Ich schaute sie an. Sie bekam Tränen in die Augen. Es war mir egal. Ich schüttelte nur den Kopf. „Du hast es versprochen“, brachte ich mühsam heraus und schaute sie weiter an.
„Wir brauchen das Geld.“ Schlechte Ausrede. Ich spürte die Blicke der Cohen's im Rücken, drehte mich aber nicht um. Ich wartete immer noch auf eine angemessene Erklärung.
„Nun, deine Mutter wird sich vor einem Gericht verantworten müssen“, sagte Mr. Cohen.
Ich drehte mich zu ihm um.Dann machte ich eine Drehung und schenkte meiner Mutter einen tödlichen Blick. Sie schaute wieder zu Boden.
Wütend ging ich in den Flur, nahm meine blaue Jeansjacke vom Haken und ging raus. Ich knallte provozierend die Tür und lief zum Treffpunkt der Sparks'. Es war tatsächlich noch jemand da. Ricky stand in der Ecke vor dem verlassenen Fabrikgebäude und rauchte. Da es Ricky war, verlangsamte ich mein Tempo, weil er es hasste, wenn man anrannte. Er rechnete dann immer mit der Polizei. Langsam ging ich auf ihn zu und stellte mich zu ihn. Er schaute mich an und zog an seiner Zigarette. „Na, wieder Stress?“ Ich antwortete nicht. Er nickte und schaute wieder ins Leere. Natürlich war es dumm von mir zu erwarten, dass er nicht merken würde, was los war. Die Sparks' waren meine Familie. Auf meine Mutter konnte ich nicht zählen, aber die Sparks' waren immer da.
„Und wieso bist du noch hier?“
„Mein Dad ist heute nach Hause gekommen“, antwortete er tonlos. Das war ein guter Grund abzuhauen. Sein Vater war oft auf Geschäftsreisen und es kümmerte ihn eigentlich nicht, wie schlecht es Ricky's Mutter oder Ricky ging. Er war nur bei Ricky's Mutter, damit er eine Wohnung hatte. Die Sparks' wussten das, Ricky's Mutter wollte es nicht wissen. Wenn Ricky sich gegen seinen Vater wehren wollte, mit Worten, dann wurde sein Vater schon oft brutal. Es wäre nicht das erste Mal, dass sie sich prügeln würden. Deshalb verschwand Ricky lieber für ein paar Tage von zu Hause, auch wenn er dann regelmäßig von der Polizei aufgegabelt wurde.
„Wann ist er wieder weg?“, fragte ich.
„Weiß nicht.“
„Wann willst du dann wieder nach Hause?“
Er antwortete nicht. Ich glaube ich muss ziemlich große Augen gemacht haben, denn er musste sich offensichtlich zusammenreißen, um nicht loszulachen. „Was denn?“, fragte er belustigt.
„Du hast meine Frage nicht beantwortet.“
„Ich gehe nicht mehr nach Hause.“ Das war die Antwort, die ich befürchtet hatte.
„Das scheint dich ja nicht zu stören“, bemerkte ich. Er lächelte leicht.
„Mich kann nichts mehr erschüttern. Außerdem glaube ich, dass der Sack (damit meinte er seinen Vater) nicht gleich morgen wieder fährt. Und auch nicht übermorgen. Eigentlich sogar nie mehr. Er wurde gefeuert.“ Ich sah Ricky genau an, um zu sehen, ob ihm das gefiel oder nicht. Er machte ein Pokerface. „Naja... zu Hause hält man es nicht mehr aus. Er säuft nur noch, macht mit meiner Mum rum und meint mich, nach fünf Jahren ohne ihn, erziehen zu müssen. Da hab ich keinen Bock drauf. Deshalb haue ich ab.“ Er zog seinen grünen Rucksack hinter seinem Rücken hervor und nahm sein Portemonnaie heraus. „Ich hab schon lange Geld für so einen Fall gespart.“ Er schaute mich an und nickte zu seiner Hand. „Es reicht auch für zwei Leute.“
Ich schaute zu Boden. Abhauen. Verlockend. Ich dachte an meine Mum. Es würde keinen Unterschied machen. Entweder würde ich abhauen, oder ich würde in ein Kinderheim kommen, weil sie im Gefängnis saß.
Ich schaute Ricky an. „Wo willst du hin?“
Er lächelte. „Wusst' ich doch, dass du mitkommst.“ Ich grinste. Er kannte mich einfach zu gut.
„Wir dürfen aber den anderen nichts sagen, deshalb... sollten wir vielleicht besser jetzt gleich los.“
Ich nickte. „Aber wo willst du hin?“, fragte ich noch einmal. Er trat seine Zigarette aus und seufzte. „Was weiß ich? Ich mache mir keine Sorgen mehr um die Zukunft. Einfach weit, weit weg. Wir finden schon was. Erstmal können wir in Hotels übernachten.“ Toller Plan. Einfach weg. Auf uns gestellt. Ich war relativ entspannt, wenn man davon ausging, dass wir gerade planten abzuhauen, ohne einen konkreten Plan. Aber ich war einverstanden.
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