Die große Stunde der Taelons

von 19Harm87
GeschichteAbenteuer / P6
Liam Kincaid
18.07.2009
13.06.2012
18
21474
 
Alle Kapitel
39 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
Die große Stunde der Taelons

Er schien einen langen, steilen Hang zu erklimmen. In weiter Ferne, sah er ein schwaches Licht. Er stolperte unbeholfen. Wo ging er eigentlich? Er konnte es nicht erkennen, weil nirgends eine Lampe vorhanden war. Da sah er nur dieses Licht, zu dem er unbedingt hin wollte. Mittlerweile bewegte er sich auf allen Vieren vorwärts. Der Boden unter seinen Händen, fühlte sich angenehm warm und stabil an. Jetzt erst bemerkte er, dass er sich langsam aber sicher abkühlte.
“Komm, hier finden wir auch nichts mehr. Die haben wirklich wieder alles zerstört, “ hörte er eine Männerstimme, die vom Licht zu kommen schien, sagen.
Er bewegte sich weiter auf Händen und Knien vorwärts, obwohl er große Angst verspürte, musste er weiter. Das Licht wurde heller.
Dann hörte er eine andere Stimme, bei deren Klang er noch mehr Angst bekam. Sofort verharrte er an der Stelle mitten im Gang, wo er gerade auf allen Vieren hingekrabbelt war und erstarrte.
Einen Moment tat er überhaupt nichts. Um nicht gehört zu werden, hielt er sogar den Atem an.
“Hey, hier ist noch eine Tür, “ hörte er wieder die zweite Stimme sagen.
“Da sind doch auch bloß Laboratorien. Und die wurden bestimmt alle zerstört, als sie hier alles verlassen haben, “ antwortete der Andere langsam.
Man konnte aus der Stimme genau heraushören, dass diese Person nur gelangweilt war. Trotzdem jagte sie ihm große Angst ein. Er tastete sich zur Wand und drückte sich gegen sie.

4 Jahre später

<Die Zeit ist reif, > seit er heute Morgen aufgestanden war, hallten diese Worte in seinem Kopf wieder.
Er wusste nicht, was diese Worte genau bedeuteten sollten, nur das er hierher kommen musste. Mit diesem Gedanken, betrat er diese Menschenüberfüllte Kneipe, die Flat Planet hieß. Langsam trat ein. Es schienen sich darin mehr Leute aufzuhalten, als eigentlich rein passen sollten. Das machte ihm Angst, er war noch nie mit so vielen Menschen in einem Raum gewesen. Etwas verängstigt, blickte er sich um. Über dem roten, langen Tresen an der gegenüberliegenden Wand stand, hing ein großer Banner, auf dem mit großen blauen Buchstaben ‘HAPPY BIRTHDAY LIAM’ stand. Er wurde also zu einer Geburtstagsparty geführt. Aber was sollte er hier?
Für einen kurzen Moment sah er ein Gesicht, dass er noch nie zuvor gesehen hatte, vor seinem inneren Auge. Er hatte es zwar nur sehr kurz gesehen, aber er wusste, dass es die Person war, die er hier suchte. In Gedanken versunken, wurde er von einer Gruppe von Leuten zum Tresen geschoben.
“Hey, Kleiner was machst du hier? “, wurde er von einem farbigen mit einer seltsamen Brille auf der Nase gefragt.
“Ich... ich suche jemanden, “ stotterte er.
“Wen suchst du denn hier? “, fragte er weiter, als ihm der Junge nichts rechtes sagen wollte.
“Ich weiß es nicht, “ antwortete er leise.
“Wie kannst du denn wissen, wen du suchst, wenn du es nicht weißt? “, fragte der Mann hinter der Theke weiter.
“Ich weiß es eben, “ seine Antwort klang entschlossen.
Im nächsten Moment wurde sein Gegenüber von einer Männerstimme, hinter ihm, weggerufen. Doch bevor er ging, meinte er noch zu ihm:
“Lauf nicht weg, ich werde versuchen dir zu helfen. “
Er nickte nur zustimmend. Was sollte er auch anderes tun, außer auf ihn zu warten? Dieses Gefühl, welches ihn hierher geführt hatte, fing langsam an ihm Angst einzuflößen. Eine Angst, die er vor Jahren besiegt geglaubt hatte.
Auf einmal tauchte wie aus dem Nichts jemand neben ihm auf. Er konnte ihn nur aus dem Augenwinkel sehen, weil er zu große Angst hatte, seinen Blick zu heben. Für den Moment versuchte er den Mann nicht zu beachten, dadurch erhoffte er sich, dass er wieder gehen würde. Doch dieser Fremde beobachtete ihn aufmerksam, dass spürte er ganz genau. Er hoffte, dass der Andere das Interesse dann verlieren würde und sofort wieder verschwand.
Falsch gedacht!
“Wo kommst du denn her? “, versuchte der Fremde ein Gespräch anzufangen.
Die Stimme, des Fremden, kam ihm irgend woher bekannt vor. Weshalb er sich nun doch dazu durchrang, ihn anzusehen. Dann fiel es ihm regelrecht wie Schuppen von den Augen, er hatte ihn noch vor ein paar Minuten vor seinem inneren Auge gesehen. Langsam erweckte dieser Unbekannte sein Interesse. Er hatte ihn gesucht und durch Zufall auch gefunden. Sicherheitshalber, sah er sich noch einmal nach hinten um, das machte er aber eher aus Reflex, weil noch nie jemand wirklich ihn gemeint hatte, in seinem bisherigen Leben.
“Aus Virginia, “ antwortete er knapp.---
Der Mann vor ihm war ziemlich groß, vielleicht 1,88m, weswegen er zu ihm hochsehen musste. Seine Gesichtszüge hatten etwas an sich, dass in ihm Vertrauen erweckte. Das hatte bisher noch kein anderer Mensch geschafft.
“Wie heißt du eigentlich, Kleiner? “, fragte er weiter.
“Harmon, “ er wendete seinen Blick unter seinem Forschenden wieder ab.
“Harmon? Klingt ungewöhnlich, “ meinte er bedächtig.
“Ja, wie heißen Sie? “
“Liam Kincaid, für dich Liam, “ erklärte sein Gegenüber breit grinsend.
Zaghaft lächelte Harmon zurück.
Liam hatte damals, als die Taelons noch auf der Erde waren, zwar nur durch Zufall von einem Projekt ‘HARMON’ gehört. Es war nicht für seine Ohren bestimmt gewesen, was ihn aber nicht davon abhielt, dass er es sich für später gemerkt hatte. Liam nahm sich fest vor, dass er sich darüber in den alten Taelon-Datenbanken, die der Widerstand vor viereinhalb Jahren noch schnell ergattert hatte, schlau machen würde.
“Waren Sie nicht Da’ans Protector? “, fragte Harmon, der gerade einen sehr abwesenden Blick in den Augen gehabt hatte.
“Ja, woher weißt du das? “, etwas verbittert blickte Liam drein.
“Ich... ich wollte Ihnen nicht zu Nahe treten, “ entschuldigte sich Harmon. Er wollte aufstehen und weglaufen, doch Liam hielt ihn zurück. Für einen Moment blitzte es vor Harmons Augen, als Liams Hand seinen Arm berührte. Er konnte sich für einen kurzen Moment wieder erinnern. ---
Doch dann war fast alles wieder weg. Er wollte gehen und über seine neugewonnenen Erinnerungen nachdenken. Auch wenn es nur Bruchstücke waren, musste er sie genau analysieren und ordnen. Aber wie sollte er sich entschuldigen? Harmon wollte Liam nicht vor den Kopf stoßen.
Liam sah in dem Moment, als er den Jungen berührte, ein Laboratorium. Er kannte es nicht, noch nicht. Aber er wollte sich auch darum kümmern.
“Ähm. Liam, “ holte Harmon ihn wieder in die Realität zurück.
“Ja? “
“Ich... ich muss los, “ als Beweis hob er seine Uhr hoch. “Ich meine, ich darf nicht so lange wegbleiben. “
“Verstanden, “ Liam lächelte. “Sehen wir uns wieder?  Morgen, hier? Ich werde da sein, “ versprach er.
“Ja, ich komme, “ erwiderte Harmon und verschwand wieder durch die Eingangstür.
Liam sah ihm noch eine Weile nach.
“Er hat’s dir wohl angetan? “, fragte Augur amüsiert, als er das nachdenkliche  Gesicht seines besten Freundes gesehen hatte. ---
“Hm, was? “, fragte Liam, als er bemerkte, dass Augur ihn wie gebannt ansah.
“Liam, ich hab’ dich was gefragt, “ meinte Augur dann amüsiert und sah seine Frage als beantwortet an.
“Was hast du mich denn gefragt? “, wollte Liam wissen.
“Vergiss es. “
“Gut. Dann kannst du mir ja einen Gefallen tun, “ Liam versuchte es beiläufig klingen zu lassen.
“Och, Liam. Heute ist dein Geburtstag. Kannst du da nicht mal an was anderes Denken, als an einen Gefallen, den ich dir erfüllen kann. “
“Hey, ich bin das Geburtstagskind, “ verteidigte sich Liam.

Bei Harmon

Er lag auf dem Rücken auf seinem Bett und starrte nachdenklich die Decke an.  Er wusste nicht mehr, was er denken sollte. Vor vier Jahren wurde er verwahrlost von der Polizei aufgegriffen und in ein Heim gebracht worden, aus dem er vor einer Woche weggelaufen war. Er wollte und konnte dort nicht mehr bleiben. Wie durch eine unsichtbare Kraft wurde er dann hierhergeführt. Es war eine Art Laboratorium. In einem großen Raum, sah es wirklich nach einem Labor aus, weil überall Reagenzgläser von verschiedenen Größen und andere Laborutensilien verteilt herumlagen oder standen. Die anderen Räume sahen da ganz anders aus, in dem einen größeren war ein Büro, mit allem drum und dran eingerichtet worden und in den restlichen waren Quartiere. Sie waren komfortabel eingerichtet. In jedem stand ein Bett und eine Art Schrank. Das ganze war auf verschiedenen Ebenen unter der Erde verteilt worden. Harmon hatte sich auf der Obersten eingerichtet. Er hatte sich das beste Zimmer von dieser Ebene genommen und dann aus den restlichen alles zusammen gesucht, was er noch so brauchte. In einem hatte er sogar etwas Nahrung gefunden. Die jetzt aber schon fast aufgebraucht war. ---
Eigentlich müsste er sich schleunigst neue Vorräte besorgen. Doch das interessierte ihn im Moment recht wenig. Er wollte wissen, was das alles zu bedeuten hatte. Harmon hatte nun das Wissen über die Computeranlage, die hier unten stand. Das Beste war, er konnte sie Mithilfe seines erlangten Wissens wieder in Gang bringen! Vor ein paar Tagen hätte er das nicht einmal zu träumen gewagt.
Ruckartig sprang er vom Bett und rannte durch den langen Korridor, der ihn zum Raum des Hauptcomputers bringen würde. Er wollte nicht weiter über Liam und alles weitere nachdenken. Es bereitete ihm schlicht und einfach Kopfschmerzen. Endlich erreichte er den Raum, völlig außer Atem.
Review schreiben