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Alte Narben und neue Wunden

von MikaTuk
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer / P16 / Gen
09.07.2009
21.08.2009
5
10.412
 
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09.07.2009 1.015
 
Hallo!
Dies ist mein neuestes Machwerk zu WoW. Ich schreibe im Moment daran, und ich weiß, das erste Kapitel ist nicht lang, aber.. naja, das zweite ist dafür länger *grinst*
Ich habe hier etwas neues ausprobiert, nämlich einfach mehr Zeilenabstände reinzubringen.. ich hab in letzter Zeit sehr viele Bücher gelesen und mir gedacht, so ist es weit einfacher und wollte es versuchen. Ich hoffe, meine Abstände sind richtig gesetzt.
Ein paar Worte gibt es noch am Ende!
~Tinwe

Es war eine Schande. Ich hatte mein Leben an der falschen Stelle verloren, und noch dazu war mein toter Körper in die Hände meiner Feinde gefallen. Innerlich kochte ich vor Wut. Warum hatte das gerade mir passieren müssen?
Die Schmach des Untodes ertrug ich nur unter größten Anstrengungen. Ich hasste mich, meine Unfähigkeit, mein totes Fleisch und die unerträglichen Nebenwirkungen der Geißel.
Durch den Blutverlust, den ich meiner Kriegsverletzung verdanke, ist meine Haut weiß wie Schnee geworden. Noble Blässe ist das eine, doch meine Haut war nun wirklich weiß wie Papier. Eigenartigerweise schimmerten keine Adern durch die Haut, doch ich erklärte mir das durch den fehlenden Blutfluss.
Meine Haare waren bei meinem Erwachen blau gefärbt und in Kinnlänge abgeschnitten gewesen. Den Grund kenne ich nicht; ich weiß nicht einmal, ob es künstlich und aus ästhetischen Gründen entstanden ist oder ein Nebeneffekt der Seuche. Doch ich gewöhnte mich sehr schnell an die neue Farbe und entschied mich für Make-up in einer passenden Farbe.
Das Schlimmste geschah jedoch mit meinen Ohren. Ich war mein Leben lang stolz auf die Länge und Form meiner Elfenohren gewesen, doch nun waren die Spitzen dunkel verfärbt, als wäre das Fleisch abgestorben und würde jeden Moment abfallen. Als ich das sah, dachte ich, ich falle in Ohnmacht. Mein Stolz, mein Aushängeschild war ruiniert. Von da an hasste ich mich nur noch mehr.
Manchmal, wenn die Wut über meine Unfähigkeit besonders heiß kocht, griff ich zu einem kleinen Messer oder nutzte meine langen Nägel, um mich zu kratzen. Ich wollte diese widerliche, verfärbte Haut loswerden. Ich wollte meinen Körper offenlegen und ausprobieren, ob ich dann vielleicht endlich sterben könnte. Doch es klappte nicht. Im Gegenteil. Das Aufkratzen, das Auseinanderreissen, das Schneiden.. nichts half. Es schmerzte nicht einmal wirklich. Natürlich spürte ich etwas, abgesehen vom Druck der Finger oder der Waffe auf meinen Armen. Doch der Schmerz fühlte sich an, als wäre er weit entfernt oder nicht von mir. Als wäre mein Arm nicht mehr mein Arm, sondern einfach etwas, das an mir herunterbaumelte und das ich bewegen könnte. Als wäre er.. künstlich.
Ich bin in keiner Weise stolz auf das, zu was ich gemacht wurde. Ich empfinde es als Schande und als Schmach, dass ich durch Unachtsamkeit meinen Körper in die Hände meiner erbitterten Feinde habe fallen lassen. Und das kann ich mir selbst nie verzeihen.

Mirlair sah sich um. Acherus wirkte ohne die bedrückende und überwachende Aura des Lichkönigs ganz anders. Es hatte etwas von einer normalen Festung, aber.. es wirkte immer noch eisig. Sie seufzte leise und schritt dann voran, aus dem Teleporter heraus. Ihr kam es dunkler vor, aber das war sicher nur Einbildung. Eine Nachtelfe kam auf sie zu.
„Wie ich sehe, gehörst du ebenfalls zu den Todesrittern, die die Schmach des Verrats von Arthas nicht hinnehmen. Melde dich bei Hochlord Mograine.“
Ihre Stimme klang gelangweilt und ihre eisblau leuchtenden Augen blickten hochmütig auf sie herunter. Mirlair kniff die Augen zusammen und nickte schweigend. Die Überheblichkeit ging ihr gewaltig auf die Nerven. Doch sie ignorierte die Elfe vor sich und ging an ihr vorbei.
Mograine war wohl noch am selben Ort wie sonst auch zu finden, als sie sich noch unter der Kontrolle des Lichkönigs befunden hatte. Sie presste die Lippen zusammen. An diese Zeit zurückzudenken fiel ihr schwer. Nicht nur, dass sie im Feindesland gefallen war, sodass es der verhassten Geißel gelangen konnte, sich ihres Körpers zu bemächtigen, so hatte sie auch herausfinden müssen, dass Arthas sie alle nur als Kanonenfutter verwenden wollte, um an Fordring und den Ashbringer zu kommen.
Sie schüttelte den Kopf. Wie hatte sie nur denken können.. Doch das war nun egal.
Als sie vor Mograine stand, streckte sie den Rücken durch und salutierte so höflich sie konnte. Mograines Blick war hinter dem schweren, geschwärzten Saronithelm nicht erahnbar.
„Dein Name, Todesritter.“ Die Stimme, die zu ihr sprach, war düster und widerhallend. Mirlair hatte das Gefühl, dass ihre Stimme den gleichen Klang hatte. Sie wollte erst ihren richtigen Namen sagen, doch dann fiel ihr etwas anderes ein.
„Fainne. Fainne Estai.“, murmelte sie leise und blickte ihn fest an. Er nickte nur und gab dem buckligen Untoten neben ihm ein Handzeichen. Dieser notierte daraufhin ihren Namen auf einem nicht enden wollenden Pergament. Die Feder in seiner Hand wirkte etwas zerrupft, doch der Schwung wirkte professionell. Mirlair dachte nicht länger darüber nach.
„Habt Ihr eine Aufgabe für mich, Hochlord Mograine?“, fragte die Elfe leise. Sie lächelte innerlich. Ja, auch ihre Stimme hallte eigenartig wider und hatte einen eisigen Beiklang.
„In der Tat, Todesritter.“ Er hatte ihren Namen schon wieder vergessen, zumindest schien es so. „Geht nach Orgrimmar. Euer Volk hat sich mit der Horde verbündet, bietet Eure Klinge dem Kriegshäuptling Thrall an.“ Er sprach den Namen eigenartig aus. Mirlair wusste, was das Wort in der Sprache der Menschen bedeutete. Wie so viele andere Blutelfen beherrschte sie Allgemen, doch sie sprach es nicht mehr. Schon lange nicht mehr.
„Ja, Hochlord.“ Mirlair senkte den Kopf, deutete eine Verbeugung an und drehte sich am Absatz um. Sie hatte nur einige Geschichten über Thrall gehört, Fetzen, mehr Gerüchte und Märchen als tatsächliche Ereignisse. Er hatte den Orcs ihren Willen zum Kämpfen zurückgegeben, und das war beträchtlich in Anbetracht dessen, was die Menschen ihnen angetan hatten. Sie war gespannt auf diesen Kriegshäuptling Thrall, der als Name das Wort „Sklave“ trug.
~Ende 1. Kapitel~

So.. für manche mag es eigenartig sein, dass Mirlair am Anfang sich selbst beschreibt, aber ich dachte mir, besser könnte man ihren Widerspruch und ihren Selbsthass nicht rüberbringen. Allerdings widerstrebte es mir, die ganze Geschichte in der Egoperspektive zu schreiben, deshalb ist dann später nach dem Prolog der Wechsel.
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