Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

CrAzY CaNdY

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Gen
OC (Own Character) Willy Wonka
08.07.2009
20.08.2016
66
129.872
14
Alle Kapitel
298 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
08.07.2009 1.217
 
7. The Invitation

„Oh, hallo Charlotte!“ Er grinste mich an und lief auf mich zu. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich ausgerechnet hier einen meiner Mitarbeiter treffen würde.“
„Ich hätte auch nicht gedacht Ihnen hier zu begegnen. Ich dachte Sie würden Samstagnachmittag arbeiten.“, sagte ich und hob die Augenbrauen. Wonkas Blick wurde noch eine Spur wärmer.
„So ist es normalerweise auch.“, meinte er nachdenklich. „Aber ich habe über das nachgedacht, was du mir vor drei Tagen ans Herz gelegt hast und ich denke, dass du vielleicht Recht hast. Deshalb versuche ich nun meine Zeit anderweitig zu vertreiben.“

Eine Antwort wie diese hatte ich nicht erwartet, denn ich hielt es eigentlich nach unserem letzten Gespräch für unmöglich, dass er meinen Rat befolgen würde.

„Dann sind Sie vernünftiger, als ich dachte.“, grinste ich.
„Jaaa.“, sagte er langsam. „Dennoch habe ich ein Problem.“
„Ein Problem?“, wiederholte ich mit fragendem Blick. Er nickte.
„Das mit dem ‚Pause machen‘ fällt mir schwerer als ich dachte.“, gab er ehrlich zu.
„Ach wirklich? Wenn Sie wollen, helfe ich Ihnen. Das ist nämlich etwas, worin ich ziemlich gut bin.“, sagte ich mit gespieltem Stolz in der Stimme und einem leichten Lächeln um die Lippen.
Wonka kicherte sein typisches Kichern.

„Vielleicht kannst du mir tatsächlich helfen.“, sagte er anschließend mit munterem Ausdruck. Ich sagte nichts, sondern legte stattdessen verständnislos die Stirn in Falten und wartete darauf, dass er fortfuhr.
„Mir kam gerade der Gedanke, dass ich mich in ein Café setzten könnte, um mir die Zeit etwas zu vertreiben.“
„Dann tun Sie das doch.“
„Ja, aber wenn ich das alleine tue, besteht die Gefahr, dass ich mich wieder von meiner Arbeit ablenken lasse.“, erklärte er in nüchternem Ton. Es sah nicht so aus, als würde er Witze machen, doch ich wusste im ersten Moment nicht, wie ich auf diese indirekte Einladung reagieren sollte, wenn es denn eine war.
„Und wie kann ich Ihnen jetzt helfen?“, fragte ich in der Hoffnung, dass ich das Ganze vielleicht falsch aufgefasst hatte. Wonkas hysterische Lache hallte durch die Buchhandlung. Einige Leute starrten uns daraufhin böse an.

„Du kommst natürlich mit.“, meinte er gelassen, ohne auf die Reaktion der Leute zu achten. „Dann komm ich wenigstens nicht in Versuchung.“
„Sehr witzig.“, war meine ironische Antwort.
„Was findest du daran witzig?“, fragte er ungläubig.
„Na ja, Sie haben gerade gesagt, dass ich mich mit Ihnen in ein Café setzten soll…wenn ich das richtig verstanden habe.“, fügte ich schnell hinzu.
„Ja.“, sagte er knapp. Ich lachte kurz auf. „Das war mein Ernst.“
Mein belustigter Blick erlosch und an dessen Stelle trat Unglauben.
„Ja, aber…“, begann ich unsicher. „Sie sind…“  Ich schluckte. “…mein Chef.“
„Na und?“

Ich schwieg lange.
Seine Miene wandelte sich und ging in einen enttäuschten Ausdruck über.

„Wenn du mir natürlich nicht helfen möchtest.“, sagte er traurig. „Ich kann dich nicht zwingen.“
Ich wusste, dass ich jetzt nicht ‚Nein‘ sagen konnte und seinem Blick nach zu urteilen, wusste er es auch. Wenn er es wenigstens anders formuliert hätte, dann hätte ich vielleicht einen Weg gefunden auszuweichen, aber nicht, wenn er es so sagte, dass ich ihm andernfalls meine Hilfe verweigern würde, wenn ich nicht darauf einging. Das war nicht fair, dachte ich und biss mir auf die Lippe.
„Meine Freundin wartet auf mich…“, sagte ich tonlos und zeigte dabei auf den Laden auf der anderen Straßenseite. „Ich hab versprochen mit ihr einkaufen zu gehen.“
Zur selben Zeit fiel mir auf, dass es begonnen hatte zu regnen, so wie ich es vor wenigen Minuten noch erhofft hatte. Jetzt wünschte ich, es würde wieder aufhören.
„Bei dem Wetter möchte sie bestimmt nicht länger durch die Straßen wandern.“, sagte Wonka fast so als hätte er meine Gedanken gelesen. Dann sah ich, wie Zoey mit einem Regenschirm in der Hand aus ihrem Klamottenladen gestürzt kam, direkt Richtung Buchladen.
Als sie mich erblickte, lief sie sofort zu mir.

„Ich glaube das mit dem Einkaufsbummel können wir jetzt vergessen, Charly! Bei dem Regen habe ich echt kein Bock. Aber wir können ja zu mir gehen und einen Film gucken. Was meinst du?“
„Ich ähm-..“ Doch Zoeys Blick wanderte fragend zu Wonka und dann wieder zurück zu mir.
„Das ist Mr. Wonka.“, erklärte ich ihr daraufhin. „Wir haben uns gerade zufällig getroffen.“ Ich legte meine Betonung auf das Wort ‚zufällig‘, aber nicht so, dass es sarkastisch oder übertrieben klang. Zoeys Augen weiteten sich und sie starrte Wonka erneut fasziniert an.
„Du bist Willy Wonka?“, fragte sie fassungslos. „Wow.“
Ich schloss meine Augen und versuchte ein genervtes Stöhnen zu unterdrücken.
„Ja, der bin ich.“, grinste er etwas peinlich gerührt.
„Ich bin Zoey Winter! Na ja, eigentlich Zonefey, aber alle nennen mich Zoey.“, sprudelte sie munter vor sich hin. „Ich liebe deine Schokolade.“
„Ja, ich auch.“, kicherte Wonka gekünstelt.
„Zoey!“, mahnte ich sie. „Vielleicht machen wir das mit dem zu dir gehen und Film gucken ein andermal. Heute ist mir irgendwie nicht danach.“
„Oh.“, meinte sie etwas enttäuscht. „Na gut“  Ihr Blick schweifte erneut zu Wonka und sie setzte eine leicht verführerische Miene auf. „Dann wird ich wohl wieder abhauen.“, ergänzte sie und wandte ihren Blick schlagartig von ihm ab.
„Bis irgendwann.“, sagte sie und verließ ohne einen weiteren Kommentar den Laden.
„Ja. Das war meine Freundin Zoey.“, erwiderte ich nach einer kurzen Pause und schaute ihr noch hinterher. Dann blickte ich in das Gesicht von Mr. Wonka.
„Also, was ist nun?“, fragte er und inspizierte mich mit einem neugierigen Ausdruck.
„Ähm“
„Das hast du vorhin auch schon gesagt.“, stellte er fest, ohne den Blick von mir abzuwenden.
„Okay, ich helfe Ihnen.“, gab ich schließlich nach. Was hätte ich auch sagen sollen, ohne unhöflich zu klingen?
„Prima!“, freute er sich und klatschte einmal in die Hände. „Lass uns gehen!“, meinte er und war auch schon losgelaufen, bevor ich eine weitere Antwort formulieren konnte.

Schön, dachte ich mir, jetzt gehe ich auch noch einen Kaffee mit meinem Chef trinken, den ich eigentlich kaum kenne.
Aber vielleicht braucht er ja wirklich meine Hilfe. Es ist eigentlich schade, wenn man darüber nachdenkt, dass er außer seiner Arbeit nichts anderes im Leben zu haben schien, was ihn glücklich machte. Doch anscheinend störte ihn das weniger. Mit einem heiteren Lächeln auf dem Gesicht spazierte er durch die Straßen, mit seinem schwarzen Gehstock in der Hand und wirkte dabei wie ein vornehmer Herr aus den 20ern, der aufgeregt war vor einem Theaterbesuch. Ich dagegen hastete ihm mehr oder weniger verwirrt hinterher und wirkte dabei sicherlich genauso fehl am Platz wie Wonka in einer Buchhandlung.. Der Regen hatte inzwischen wieder etwas nachgelassen. Es kamen nur noch ein paar einzelne Tropfen von Himmel gefallen, aber ich hatte das Gefühl, dass der Regenschauer heute noch nicht vorüber war.

„Was hältst du vom Greystone Café?“, fragte er nach einer Weile des Schweigens.
„Ja, gerne!“, antwortete ich gehetzt, da ich versuchte mit ihm Schritt zu halten.

Doch Wonka stolzierte weiter schnurstracks die Straße entlang, so als würde er dies kaum wahrnehmen. Und wieder kam mir der Gedanke, dass er ein wirklich eigenartiger Mensch war. Viele Leute um uns herum betrachteten ihn mit einem verblüfften Gesichtsausdruck. Mich dagegen nahmen sie kaum wahr. Doch Mr. Wonka ließen die Blicke der Menschen vollkommen kalt. Sein Blick war geradeaus gerichtet und sein Gesicht war immer noch mit einem munterem Lächeln durchzogen.

-----------------------
Sorry. das Kapitel war ein wenig kurz, aber das nächste wird wieder länger^^
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast