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CrAzY CaNdY

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Gen
OC (Own Character) Willy Wonka
08.07.2009
20.08.2016
66
129.872
14
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08.07.2009 1.669
 
54. How Likely Is It That…. ?

“Was machst du da eigentlich?”, fragte Willy an mich gewandt.
“Stochastik.”, murrte ich, als ich grübelnd über meinen Mathehausaufgaben saß und seit etwa zehn Minuten zahllose Rechnungen auf ein Blatt Papier kritzelte.
“Wie bitte?”
“Wahrscheinlichkeitsberechnung.”, erklärte ich schroff. Ich war relativ verstimmt. Diese Aufgabe trieb mich in den Wahnsinn. “Und ich verstehe nicht einmal, was die überhaupt von mir wollen.”
Es war Mittwochnachmittag. Ich hatte gerade meine Schicht beendet und ich hatte Glück, dass Dad heute bei Susie zu Besuch war, nachdem ich schon an den letzten drei Tagen keine Möglichkeit gefunden hatte zu Willy zu gehen.
“Du bist nicht zufällig ein Rechen-Genie?”, fragte ich hoffnungsvoll an den Chocolatier gewandt.
“In der Schule war ich eigentlich immer ganz gut in Mathemathik. Das heißt, wenn ich mal aufgepasst habe.” ,kicherte er.
Ich seufzte.
“Und wie oft war das?”  
“Mindestens 3 von 2 Mal pro Woche.”
Vergnügt grinste er mich an.
“Du bist mir wirklich keine große Hilfe.”, entgegnete ich patzig.
“Was für eine Aufgabe ist es denn?”
Ich warf einen Blick ins Mathebuch und las dann laut vor:
“In eine Menge Teig werden M Rosinen geknetet, dann werden N Brötchen aus dem gesamten Teig geformt. Gib ein stochastisches Modell an. Wie viele Rosinen sollte man mindestens verwenden, damit ein Brötchen mit 95%-iger Wahrscheinlichkeit mindestens eine Rosine enthält?”
Willy wirkte höchstkonzentriert, als ich zu Ende gelesen hatte. Voller Zuversicht wartete ich auf seine Antwort.
“Nur eine Rosine für ein Rosinenbrötchen erscheint mir etwas wenig.”, erwiderte Willy nachdenklich. “Dann ist es doch kein Rosinenbrötchen, sondern eine Brötchenrosine.” Ich zog eine Braue in die Höhe. “Und was soll eigentlich M-Rosinen bedeuten? Mini-Rosinen?”
“M ist eine Variable.”
“Ja, allerdings. M kann genauso gut für Matsch-Rosinen stehen oder für Mickrige Rosinen. Das ist so variabel, dass damit keiner irgendetwas anzufangen weiß. Außerdem würde ich die Brötchen lieber mit Vanille machen. Das gibt ein viel besseres Aroma.”
“Wie bin ich eigentlich auf die irre Idee gekommen, dass ein Chocolatier mir bei Mathe helfen könnte?”, stöhnte ich hilflos und vergrub verzweifelt mein Gesicht in den Händen.  “Gib’s zu, du hast keinen Schimmer, worum es in der Aufgabe geht?”
“Na und? Du doch auch nicht.”, meinte er eingeschnappt. Ich schob beleidigt die Unterlippe vor und knabberte frustriert an meinem Bleistift. “Der Punkt geht wohl an mich.”, ergänzte er triumphierend.
“Pah, von mir aus. Die Aufgabe ist auch absoluter Schwachsinn. Als ob ich irgendwann mal beim Brötchenbacken die Wahrscheinlichkeit der Rosinen ausrechnen würde. Wenn eben in einem Brötchen keine Rosine ist, dann ist das halt Pech. Dann lass ich die Rosinen gleich weg.”
“Genau, wie ich schon sagte. Vanille wäre eh besser gewesen. Rosinenbrötchen sind abartig.”, stimmte Willy mir zu und verzog das Gesicht.
“Leider wird mein Mathelehrer das wohl nicht als Antwort akzeptieren. Wenn er Rosinenbrötchen will, dann muss ich ihm Rosinenbrötchen machen.”
“Soll der sich doch seine Brötchen selbst backen. Oder er geht halt zu einem Bäcker.”, meinte er schulterzuckend.
“Gute Idee. Den Vorschlag sollte ich morgen mal anbringen.”, rief ich euphorisch. “Oder er könnte sich einfach eine Frau suchen, die gut backen kann.”
“Dann hast du doch drei gute Lösungsmöglichkeiten gefunden.” Ich grinste ihn belustigt an. Er konnte mir zwar nicht bei Mathe helfen, aber meine Laune hatte sich jetzt eindeutig gebessert. Mathematik mit Willy konnte richtig unterhaltsam sein. Ich konnte mir  jetzt auch ansatzweise vorstellen, wie er in der Schule gewesen sein musste. Kein Wunder, dass die Lehrer sich alle über ihn aufgeregt haben. Anscheinend hatte er die Übungen nie besonders ernst genommen.
“Zumindest weiß ich, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ich diese Aufgabe bis morgen gelöst habe gleich Null ist und die Wahrscheinlichkeit, dass ich dafür großen Ärger bekomme sehr hoch.”, äußerte ich laut meine Gedanken.
“Wenn du das hinschreibst, sieht er, dass du dich zumindest mit der Materie auseinandergesetzt hast.”, sagte er in fachmännischem Ton.
Ich klappte mein Mathebuch vor mich hinfluchend zusammen. Ich hatte keine Lust mehr mich mit dieser einen Aufgabe herumzuquälen. Vielleicht bestand die Möglichkeit von irgendeinem Mitschüler in der Pause abzuschreiben.
“Man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist, oder? Und genau das tue ich jetzt.”
“Wann musst du eigentlich wieder zu Hause sein?”, wechselte er das Thema.
“Mein Dad hat diese Woche Nachtschicht, deshalb bleibt er gleich bei Susie und fährt von ihr aus auf Arbeit. Er kommt also erst morgen früh nach Feierabend wieder.”, erklärte ich und konnte meine Freunde darüber nicht in Zaum halten. “Ich kann also länger bleiben als sonst.”

Ich bekam nichts als ein fahriges Lächeln zur Antwort. Die Nervosität erkannte ich an dem für Willy-typischen Zucken der Mundwinkel. Er konnte seine Gefühle nicht vor mir verbergen. In dieser Hinsicht war er ein offenes Buch.  Und wahrscheinlich dachte er, wenn er jetzt möglichst interessiert genug auf sein Blatt Papier vor sich starrte, würde ich das nicht bemerken. Lautlos trat ich an den Schreibtisch heran und schnappte ihm das Blatt vor der Nase weg. Ungehalten sah er auf.
“Deine Arbeit muss ja wirklich fesselnd sein.” , keifte ich.
Missmutig versuchte er mir den Zettel zu entwenden, doch ich ließ nicht locker.  Irgendwann stöhnte er genervt auf.
“Charlotte. Ich finde das nicht witzig.”
“Ach nein? Ich schon.”, entgegnete ich mit kessem Grinsen und versteckte den Zettel hinter meinem Rücken. Willy stand entrüstet vor mir, die Hände in die Hüften gestemmt und versuchte sich krampfhaft an einem autoritärem Gesichtsausdruck, doch so richtig wollte es ihm nicht gelingen.
“Das ist ein wichtiges Dokument.”, betonte er in scharfen Ton. Ich wich etwas zurück bis ich mit der Wand hinter mir kollidierte. Willys erneuter Versuch mir das Blatt zu entreißen, erwies sich als weiterer Fehlschlag.
“Einen Versuch hast du noch.”, frohlockte ich.

Willys entzürnter Blick gefror für einige Sekunden. Ich legte den Kopf schief, doch Willy schien in einen Dämmerzustand abgetaucht zu sein. Womöglich war das aber auch nur ein Trick, um mich abzulenken. Verkampft umklammerte ich den Zettel in meiner Hand, um auf alles gefasst zu sein. Doch auf das, was dann geschah, war ich in keinster Weise auch nur annähernd gefasst, wie ich feststellen sollte. Es geschah so schnell, dass ich die Bewegung von Willy als solche kaum registrierte. Er stand plötzlich einfach vor mir, drängte mich an die Wand und legte seine Stirn an meine. Unsere Nasenspitzen berührten sich zärtlich und in meinem Kopf surrte es. Das Dokument war längst vergessen. Willys Hand umfasste meine Hüfte, allerdings glaubte ich seine Hände beben zu spüren. Doch auch mir erging es nicht besser. Willy verharrte in der Position, was mich ein wenig verunsicherte. Ich blickte ihn durch meine Wimpern hindurch an, als er sich nicht regte. Seine Augenlider waren jedoch gesenkt.  Mit einer weiteren schnellen unvorhergesehenen Bewegung , bemächtigte er sich seines Zettels. Ich wollte schon lautstark protestieren, doch er hinderte mich daran indem er unversehens meine Lippen mit seinem Mund versiegelte. Sein Kuss war nicht wie der von vorheriger Woche. Er war auch nicht wild oder besonders leidenschaftlich, aber auf eine Art herausfordernd und einnehmend, als wolle er mich damit wegen seines entwendeten Papiers in die Schranken weisen.  Und er wollte eindeutig nicht, dass ich ihm ein weiteres Mal Kontra gab. Meine Hand legte sich auf seine Schulter, während meine andere Hand aufgelöst an Willys Jackett zupfte. Als er den Kuss beendete, bedachte er mich mit einem konsequent eindringlichem Gesichtsausdruck.  

“Tu das nie wieder!”, sagte er warnend, doch ich wusste er meinte es spielerisch, denn seine Lippen formten sich zu einem kurzen winzigen Lächeln.  
“Ich weiß gar nicht, wovon du redest.”, sagte ich und setzte einen unschuldigen Blick auf.
“Du bist ein wirklich unverschämtes Gör.”, erwiderte er schmollend.  
“Und du ein wirklich griesgrämiger Chocolatier.”
Ich streckte ihm die Zunge heraus.
“Ich bin dein Arbeitgeber.“, lamentierte er und reckte demonstrativ das Kinn in die Höhe. “Du solltest also aufpassen, was du sagst.”
“Willst du mir vielleicht drohen?” Ich probierte mich an einem schelmischen Lächeln.  “…mit einem weiteren Kuss?” , ergänzte ich flüsternd.
Kaum hatte ich das ausgesprochen, küsste er mich erneut, diesmal jedoch nur flüchtig, auf die Lippen.
“Das war nicht ganz überzeugend, Mr. Wonka.”
Ich kostete es eindeutig aus, jetzt wo er angefangen hatte, wagemutiger zu werden. Dadurch fiel es auch mir viel leichter mich an das neue Gefühl zu gewöhnen. Nämlich von jemandem geliebt zu werden. Es war das schönste Gefühl der Welt, wenn das, was ich die ganze Zeit für ihm empfunden hatte, plötzlich von ihm erwidert wurde. Ich konnte mein Glück eigentlich kaum in Worte fassen und wahrscheinlich würde ich es erst glauben, wenn ich genug Zeit hatte über die Geschehnisse nachzudenken.
Willy hob sein wichtiges Dokument von Boden auf. Anscheinend muss es so bedeutungsvoll gewesen sein, dass er es versehentlich fallen gelassen hatte. Dann griff er zum Telefonhörer.
“Es ist schon spät. Ich ruf dir ein Taxi.”, erklärte er und war schon dabei eine Nummer anzuwählen.
“Bitte nicht!”, sagte ich flehend. “Kann ich nicht noch ein bisschen bleiben?”
Willy legte erstaunt den Hörer auf die Gabel.
“Warum?”  
Ich ging zu ihm und kuschelte mich schutzbedürftig an ihn.
“Darum.”, sagte ich und schloss die Augen. Er umfing mich liebevoll mit den Armen und schwieg.
Und ich schwieg mit ihm.
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Awww..ich glaube ich übertreibe es mal wieder mit den beiden. Ich hab den Zwang nur noch von den beiden zu Schreiben. Haltet mich bitte davon ab und sagt mir, dass ich die anderen Charaktere nicht außer Acht lassen darf!!!
Judy, Zoey, Richie, Ruby, Ryan....alle fühlen sich vernachlässigt von mir xD

Okay, Themawechsel: Kennt ihr schon den Film "Benny & Joon"? Ein toller Film mit Johnny Depp, den ich nur wärmstens empfehlen kann, auch wenn er schon von 1993 ist. In dem Film erinnert er mich manchmal an einen jungen Willy Wonka. Muss bestimmt am Kleidungsstil liegen, aber auch seine ganze Mimik wirkt so Wonkahaft, ich weiß auch nicht. Ich liebe den Film einfach. Total süß und romantisch :)

PS: Ja, ich spiele gerne die Filmberaterin ^^

PPS: Die Rosinenaufgabe in dem Kapitel hab ich aus dem Internet geklaut *rot anlauf* Das ist also kein willkürlicher Wortschwall  (uhh eine Alliteration) aus meiner Fantasie.
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