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CrAzY CaNdY

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Gen
OC (Own Character) Willy Wonka
08.07.2009
20.08.2016
66
129.872
14
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
4 Reviews
 
08.07.2009 2.063
 
5. Mr. Wonka

Ohne überhaupt Nachzudenken hastete ich zu ihm und beugte mich über seinen reglosen Körper. Vor lauter Panik wusste ich im ersten Moment nicht, was ich tun sollte. Ich streckte meine Hand aus, packte ihn an der Schulter und drehte ihn auf den Rücken.

„Mr. Wonka?“, rief ich und merkte dabei, dass meine Stimme zitterte.

Ich legte meinen Finger vorsichtig an seinen Hals. Tot war er jedenfalls nicht, dachte ich erleichtert, als ich seinen Puls hämmern hörte und stellte außerdem fest, dass er auch schwach atmete. Ich erhob mich und griff hecktisch zu dem Telefon, das auf dem Schreibtisch stand. Meine Hände waren so unruhig, dass mir der Hörer fast aus der Hand geglitten wäre und ich es nur mühsam schaffte den Notruf zu wählen. Eine Männerstimme meldete sich. Ich setzte sofort zum Sprechen an.

„Bitte schicken Sie sofort einen Arzt zum Candy Store in die Cherry Street! Hier ist jemand zusammengeklappt.“, presse ich zwischen zusammengekniffenen Lippen hervor. „Bitte beeilen Sie sich!“, ergänzte ich mit einem weiteren Blick auf den Körper meines Bosses.

Ich legte auf und wartete auf die Ärzte, die in hoffentlich wenigen Minuten eintreffen würden, so wie es der Mann am Telefon versprochen hatte. Währenddessen entdeckte ich, dass ein Waschbecken in dem Büro angebracht war. Ich ging hin und wickelte meinen dünnen Schal ab, den ich trug. Ich hielt ihn unter das kalte Wasser und wrang ihn dann wieder aus. Mr. Wonka hatte sich noch immer keinen Millimeter gerührt. Ich faltete den Schal sorgsam zusammen und befeuchtete damit sein blasses Gesicht. Seine Haut war sogar noch heller als heute Vormittag und ich stellte auch fest, dass seine Augen nun rot und geschwollen waren. Ich wusste nicht, wieso ich das tat, aber ich begann langsam meinen Zeigefinger gegen seine blasse Wange zu drücken. Seine Haut war unglaublich heiß, fast so als hätte er hohes Fieber. Ich versuchte jetzt noch besser ihn Mithilfe des kalten Wassers zu kühlen. Plötzlich zuckte er mit der Wimper, was mich kurz zusammenfahren ließ.

„Mr. Wonka?“, wiederholte ich. Auch seine Finger bewegten sich nun wieder und er öffnete in Zeitlupe die Augen. „Oh, mein Gott! Bin ich erleichtert.“, brachte ich nur hervor, während Wonka mir einen verwirrten und zugleich skeptischen Blick zuwarf. Er legte seine Hand an seine Stirn und begann damit sich aufzurichten.
„Was machst du hier?“, fragte er irritiert und wandte den Blick nicht von mir ab.
„Ich ähm…“ Wie sollte ich ihm erklären, dass ich hier war, obwohl ich eigentlich gar nicht dazu befugt war hier zu sein? Ich entschied mich für die Wahrheit. „Ich habe etwas gesucht und dann bemerkt, dass in Ihrem Büro noch Licht brennt. Doch niemand hat geantwortet, als ich geklopft habe, also bin ich einfach reingegangen und hab Sie hier dann ohnmächtig gefunden. Sie haben mir einen ganz schönen Schrecken eingejagt.“

Wonka schien das Ganze zu verarbeiten.

„Aber wie bist du hier reingekommen? Es müsste doch eigentlich abge-“ Er brach ab. „Oje, ich hab noch nicht abgeschlossen.“, bemerkte er mit einem Anflug von Panik und versuchte sofort sich aufzurappeln.
„Sie bleiben hier liegen. Ich mach das schon!“, sagte ich bereitwillig. „Außerdem kommt gleich ein Arzt.“, teilte ich ihm mit.
„Ein Arzt?“, fragte er ungläubig.
„Ja, ich hab den Notruf gewählt. Was hätte ich sonst tun sollen? Wo ist der Schlüssel?“, fragte ich ihn anschließend, ohne auf eine Antwort auf meine erste Frage zu warten.

Er griff in seine Jackentasche und holte einen silbernen Schlüssel hervor und reichte ihn mir dann.

„Danke!“, sagte ich.
„Ich muss dir wohl danken! Ohne dich-“
„Ohne mich wären Sie vielleicht nur später aufgewacht.“, versuchte ich ihm klarzumachen.
„Du hast mir geholfen!“, versicherte er mir.
„Ich hab gar nichts gemacht.“, stieß ich störrisch hervor. „Die Hauptsache ist, dass es Ihnen wieder gut geht. Es geht Ihnen doch gut, oder?“, fragte ich stirnrunzelnd.
„Im Moment schon.“, erwiderte er. „Abgesehen von den plagenden Kopfschmerzen, die ich zuvor schon hatte.“
Ich seufzte.
„Wie ist das überhaupt pa-…oh!“ Ich hörte, dass die Glocke im Laden läutete. „Das werden die Ärzte sein.“

Ich rannte eiligst vor zur Tür, wo auch schon zwei Ärzte bereitstanden. Hinter ihnen konnte ich einen Krankenwagen ausmachen. Ich hätte nicht gedacht, dass sie gleich mit einem Krankenwagen anrücken würden. Hatte ich so panisch geklungen?
Ich öffnete den beiden Männern die Tür, schloss diese erst einmal ab und begleitete sie zu Wonkas Büro. Der hatte sich inzwischen, wie es schien, wieder etwas erholt und lehnte am Fenster, als ich mit den Doktoren den Raum betrat. Ich bemerkte jedoch, dass Wonka noch immer sehr blass war und jetzt, wo er wach war, kamen seine geröteten Augen noch mehr zur Geltung. Die Ärzte befragten ihn zu seinem Gesundheitszustand, maßen Blutdruck und machten ihre Routineuntersuchungen, während ich beschlossen hatte, draußen vor der Bürotür zu warten. Sicher wäre es für Mr. Wonka unangenehm gewesen, wenn ich auch noch dabei zugeschaut hätte.

Normalerweise hätte ich auch gehen können, aber ich würde mir unhöflich vorkommen einfach so zu verschwinden. Nach ungefähr zehn Minuten kamen die beiden Ärzte wieder aus dem Büro und verabschiedeten sich von mir. Als sie wegfuhren, ging ich zurück zum Büro, wo sich Mr. Wonka gerade auf dem Waschbecken abgestützt hatte und sein blasses Ebenbild im darüber hängenden Spiegel betrachtete. Als er bemerkte, dass ich den Raum betreten hatte, zuckte er kurz zusammen und atmete dann erleichtert auf, als er feststellte, dass ich es war. Anscheinend hatte er gedacht, ich wäre bereits gegangen.

„Tut mir Leid, dass ich noch hier bin! Sie wollen sicher alleine sein.“, murmelte ich mit entschuldigender Miene.

Wonka jedoch setzte sein typisches Lächeln auf. Ich hatte jedoch den Eindruck, dass es schwächlicher wirkte, als sonst. Er sah noch immer ziemlich mitgenommen aus.

„Das ist schon in Ordnung!“, sagte er.
„Ich mach mir nur Sorgen, wissen Sie. Was haben die Ärzte denn gesagt?“, wollte ich nun wissen und fragte mich im selben Moment, ob es nicht ein Wenig unhöflich war meinen Boss so etwas zu fragen. Er kicherte jedoch aufgesetzt.
„Ich glaube das wissen sie selbst nicht.“

Ich runzelte die Stirn.

„Irgendetwas müssen sie doch gesagt haben.“ Ich zögerte. „Wenn Sie’s mir natürlich nicht sagen wollen, ist das auch okay.“, ergänzte ich im Flüsterton.

Ich sah, wie Wonka den Kopf schüttelte.

„Ich wäre angeblich zu gestresst.“, erklärte er mir mit einer abweisenden Geste und einem gekünstelten Lachen, was darauf hinwies, dass er kein Wort davon glaubte. Ich hingegen war anderer Meinung.
„Das würde ich durchaus glauben.“, gab ich offen zu. Wonka musterte mich verblüfft, als ich fortfuhr. „Sie arbeiten viel zu viel. So wie mir zu Ohren gekommen ist, verlassen Sie das Geschäft meistens erst 11 Uhr abends. Wenn Sie jeden Tag bis dahin arbeiten, ist es kein Wunder, dass Sie solche Schwächeanfälle bekommen und Kopfschmerzen haben.“

Wonka ließ seinen Blick sinken und setzte einen schuldbewussten, nachdenklichen Ausdruck auf, fast so, als hätte ihm jemand eine Standpauke erteilt. Ich biss mir auf die Lippe. Hatte ich etwa zu viel gesagt? Ich ging spontan einen Schritt auf ihn zu und versuchte ihm fest in die Augen zu sehen.

„Es ist großartig und lobenswert, wie sehr Sie Ihren Job lieben und wie rührend Sie sich um Ihre Mitarbeiter kümmern, aber auch Sie, Mr. Wonka, brauchen mal eine Pause. Keiner verlangt von Ihnen Höchstleistungen und Sie wissen, dass wir alle hinter Ihnen stehen, besonders wenn es Ihnen nicht gut geht. Sie sollten sich eine Auszeit gönnen. Wirklich!“, versuchte ich ihm mit ruhiger Stimme nahezubringen.

Wonka schien es hingegen die Sprache verschlagen zu haben. Er starrte mich ungläubig an, nachdem ich meine Rede beendet hatte.

„Du hast Recht. Ich liebe meinen Job.“, gab er nach einer Weile zu. Ich legte meinen Kopf schräg und warf ihm ein freundliches Lächeln zu. „Aber ich glaube kaum, dass es gut wäre, einfach  Urlaub zu machen.“
Mein Lächeln erlosch.
„Wieso nicht?“
„Ich nehme nie Urlaub.“, meinte er stur.
„Hat das einen Grund?“, fragte ich nun leicht genervt.
„Ich tu es aus Prinzip nicht. Ohne mich ist der Laden hier aufgeschmissen.“, erklärte Wonka.
„Halten Sie uns alle für blöd?“, trotzte ich.

Wonka erstarrte.

„Oh Nein! So war das nicht gemeint.“ Er fuchtelte abwehrend mit seiner Hand.
„Wie dann?“ Ich verschränkte die Arme.
„Ich-“, begann er unsicher. „Wer sollte sich denn um das Erfinden der Süßigkeiten kümmern?“
„Ein besseres Argument fällt Ihnen nicht ein?“, stellte ich enttäuscht fest. Wonka setzte einen schmollähnlichen Ausdruck auf.
„Du bist ganz schön vorlaut für dein Alter.“, gab er zu Bedenken. Ich riss empört die Augen auf. „Was hast du eigentlich hier gesucht?“

Er wollte also vom Thema ablenken, dachte ich bissig. Und gerade mir unterstellte er ich sei vorlaut. Gut, vielleicht bin ich mit meinem Trotz etwas zu weit gegangen. Es war normalerweise nicht meine Art jemanden so anzugiften, aber schließlich hatte ich recht, was seine Arbeit betraf.

„Ich sagte doch schon, dass ich etwas verloren habe.“, entgegnete ich und versuchte das etwas ruhiger klingen zu lassen.
„Das heißt nicht, dass du dazu befugt bist hier herumzuwandern nach Ladenschluss.“

Ich errötete. Diesmal nicht ausschließlich vor Verlegenheit, sondern es schwang auch etwas Zorn mit, den ich aber, so gut es nur ging versuchte, abklingen zu lassen.

„Entschuldigen Sie, aber der Gegenstand, den ich verloren habe, war mir sehr wichtig.“
„Nun gut, Ich verzeihe dir, aber nur, weil du mir geholfen hast, Mädchen.“, lächelte er nun und sah dabei auch schon etwas gesünder aus als zuvor.
„Ich hab auch einen Namen.“, erinnerte ich ihn.
„Charlotte.“, berichtigte er sich und ließ sein lebhaftes Kichern ertönen, welches ich schon irgendwie vermisst hatte.
„Wenn du möchtest, verspreche ich dir, nicht mehr so lange zu arbeiten, aber Urlaub kommt nicht in Frage.“

Ich seufzte leise.

„Und, soll ich dann, um das zu überprüfen jeden Tag noch hier um diese Zeit vorbeikommen?“, fragte ich in sarkastischem Ton. Wonka warf mir einen heiteren Blick zu, wobei seine Augen wieder zu leuchten begannen, so wie es sein sollte.
„Ich sagte, ich verspreche es dir.“, kicherte er leise. „Aber nur, wenn du versprichst mich nicht mehr zu ‚Siezen‘“

Er blickte triumphierend zu mir hinab. Ich machte einen Schmollmund.

„Das ist Erpressung.“, sagte ich mit zusammengebissenen Zähnen.
„Ich verlange ja keine Unmöglichkeit von dir, oder?“
Doch, dachte ich, sprach es aber nicht laut aus.
„Eigentlich kann es mir ja auch egal sein.“, sagte ich schulterzuckend. „Es ist ja Ihre Gesundheit, die Sie dabei riskieren.“
„Du willst also lieber verantworten, dass mir das nochmal passiert, als dass du einfach mit dem albernen Gesiezte aufhörst?“
„Sie verstehen es wirklich einem ein schlechtes Gewissen zu machen.“, meckerte ich.
Wonka lächelte.
„Überleg dir‘s, Charlotte!“, sagte er liebevoll. „Und danke nochmal für deine Hilfe. Du bist eine gute Mitarbeiterin. Josef hatte recht, was dich betrifft. Ich bereue meine Entscheidung nicht.“

Das Blut schoss mir erneut ins Gesicht, als er mich mit diesem Lob überschüttete.

„Wir sehen uns morgen.“, sagte er zu mir.
„Sie werden jetzt nicht weiterarbeiten, oder?“, fragte ich ihn zögerlich. Er kicherte.
„Keine Sorge!“, entgegnete er und grinste müde. „Ich werde das Gebäude auch gleich verlassen.“
„Gut.“, sagte ich und nickte. „Bis morgen dann!“

Ein letztes Lächeln huschte über seine Lippen, als ich den Raum verließ und anschließend auch das Geschäft. Dad machte sich sicher schon Sorgen und fragte sich, wo ich blieb. Mit Enttäuschung fiel mir ein, dass ich mein Anhänger noch immer nicht wiederhatte. Dafür hatte ich einen ereignisreichen Abend gehabt. Mr. Wonka schien ein ausgesprochen netter Mensch zu sein, so wie ich schon vermutet hatte. Ich hatte das Gefühl, dass er tatsächlich so ist, wie er ist und sich nicht verstellte. Auch sein ständiges Kichern war ehrlich gemeint, auch wenn es manchmal nicht danach klang, aber ich war mir sicher dass Wonka eine aufrichtige Person war, die es mit allen gut meinte und seinen Job, sowie seine Süßigkeiten liebte. Somit war ich froh, dass ich ihn ein wenig näher kennengelernt hatte, wenn auch nicht viel näher… aber immerhin. Ich hatte schon mal einen Pluspunkt bei ihm gesammelt.

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So, wieder einmal sitz ich hier in der Bibliothek, da mir immernoch kein eigenes Internet zur Verfügung steht XD und diesmal hat meine Textdatei hier funktioniert^^

Wie gefällt euch eigentlich mein CAST???


Uhh ja, Danke auch für eure Favoriteneinträge^^

Übrigens würde ich mich freuen, wenn nicht nur kleinDan kommentieren würde, denn in der Favoritenliste zu "Crazy Candy" stehen immerhin 4 Personen.....und ich mach mir so eine Mühe und fahr jedesmal extra zur Bibo, um ein Kapitel on stellen zu können......und das ist dann der Dank.....
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