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CrAzY CaNdY

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Het
OC (Own Character) Willy Wonka
08.07.2009
20.08.2016
66
129.872
14
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Dieses Kapitel
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08.07.2009 2.008
 
3. The First Day

So schnell wie möglich machte ich mich fertig, um rechtzeitig im Laden zu sein. Ich frühstückte, duschte und zog mich an und das alles in Rekordzeit. Innerhalb von 40 Minuten war ich fertig mit allem. Normalerweise brauchte ich früh immer eine ganze Stunde. Dennoch überlegte ich eine Weile vor dem Spiegel, was ich anziehen sollte. Aber schließlich kümmerte es niemanden, was ich trug, dachte ich mir im Nachhinein. Ich war ja nicht zum Vergnügen dort, aber ich wollte wenigstens versuchen für Mr. Wonka etwas ansehlich auszusehen. Immerhin war er der Chef und konnte sich immer noch anders entscheiden, was meinen Job anging. Es beruhigte mich jedoch, dass ich wohl später eine Uniform fürs Arbeiten bekommen würde, so wie alle anderen Mitarbeiter im Candy Store auch. Da wäre auch das Kleidungsproblem geklärt und ich musste mir nicht jeden Tag aufs Neue den Kopf über ein geeignetes Outfit zerbrechen.

Ich hastete aus der Wohnung und rannte fast den Weg bis zur Cherry Street, da ich merkte, dass ich etwas später dran war, als ich es geplant hatte. Völlig erschöpft kam ich im Laden an.

„Warum so eilig, Charlotte? Du hättest dir doch ruhig Zeit lassen können.“, hörte ich die Stimme von Mr. Bucket, der innerhalb weniger Sekunden vor mir stand.
„Ich hab gesagt…in einer Stunde…bin ich da…und daran halte ich mich auch.“, keuchte ich und merkte dabei, dass ich es nicht gewohnt war zu rennen. Der Schulsport war die einzige Gelegenheit, wo ich das tun konnte und da dieser nur einmal in der Woche stattfand, war ich nicht besonders gut ausgelastet.
„Komm mit! Ich soll dich zu Willys- ähm Mr. Wonkas Büro bringen.“, erklärte mir Mr. Bucket und ging wieder Richtung Lagerraum.
„Warum reden Sie Mr. Wonka immer mit Vornamen an?“, fragte ich ihn, neugierig, wie ich war.

Mr. Bucket zuckte die Achseln.

„Alle Angestellten hier tun das und er redet uns ebenfalls nur mit Vornamen an, insofern er sich diese merken kann.“, erklärte er mit einem amüsierten Unterton.
Mr. Bucket klopfte an die Tür, welche von Lagerraum aus wegging. Diese lag an der gleichen Wand, wie auch die Tür, die zurück ins Geschäft führte.
„Herein!“, ertönte Mr. Wonkas Stimme, von der ich immer noch fand, dass sie sehr ungewöhnlich für einen Mann in seinem Alter klang. Aber eine andere Stimme hätte zu ihm auch kaum gepasst, musste ich mir wohl oder übel eingestehen.

Mr. Bucket öffnete die Tür, drehte sich halb zu mir um und wedelte kurz mit der Hand, als Geste, dass ich ihm folgen sollte, was ich wohl auch ohnehin getan hätte.
Das Büro sah eher unspektakulär aus. Ein paar weiße Regale hingen an den Wänden, in welchen haufenweise Aktenordner gestapelt waren. Am hinteren Ende des Raumes konnte man durch ein Fenster direkt auf die gegenüberliegenden Läden der Cherry Street blicken. Ein Stück weiter davor stand ein Schreibtisch, welcher von Papier, Zetteln, Stiften und Ordnern regelrecht übersät war. Hinter dem Schreibtisch hatte ein samtrotener Sessel seinen Platz; Eindeutig der Chefsessel, dachte ich belustigt. Und überall, wo ich hinsah war das Logo des Ladens abgebildet: der Wonka-Schriftzug in roten Lettern. Insgesamt ein beinahe typisches Büro für einen Unternehmer.

Doch als Mr. Wonka uns entgegen lächelte, als wir den Raum betraten, verblüffte es mich wieder aufs Neue, wie jung er war. Er wirkte fast noch jünger, als ich ihn in Erinnerung hatte von letzter Woche. Vielleicht lag das an dem amüsierten Grinsen, welches auf seinen Lippen lag, oder auch an dem kindlichen Kichern, was nun wieder den Raum erfüllte.
„Da ist sie ja schon! Das Mädchen mit der Bewerbungsmappe.“, kicherte er munter, als er mich erblickte. Ich spürte wie mir erneut heiß wurde vor Verlegenheit. „Danke, dass du sie hergebracht hast, Joe. Wollen wir mal sehen, was sie taugt.“, fuhr er fort, als wäre ich nur Luft. „Du kannst gehen.“, ergänzte Wonka an Mr. Bucket gerichtet, der kurz nickte und den Raum dann verließ. Ohne Mr. Bucket im Rücken kam ich mir sehr hilflos vor, wie ich hier in dem Büro rumstand, die Hände zusammengefaltet, und wartete, dass Wonka das Wort ergriff.

„Willst du dich nicht setzen?“, fragte er ungläubig nach einer kurzen peinlichen Stille und deutete dabei auf einen spärlichen Stuhl vor seinem Schreibtisch.
„Sicher.“, sagte ich und ließ mich auf dem Stuhl nieder. Ich sah, dass Mr. Wonka sich nun ebenfalls in seinen Sessel setzte und in ein paar seiner Unterlagen herumwühlte, die auf dem Tisch ausgebreitet waren.
„Oh, da ist es ja!“, sagte er fröhlich und grinste, als er meine schwarze Bewerbungsmappe aus dem Zettelhaufen zog.
Ich lächelte zurückhaltend.
„Geht es Ihrem Auge wieder besser?“, fragte ich aus Höflichkeit, wobei ich mir dabei dumm vorkam, Wonka mit „Sie“ anzureden, obwohl er kaum viel älter war, als ich.
„Oh ja, der Eisbeutel von meinem Kollegen hat geholfen.“, antwortete er, während er meinen Lebenslauf überflog.
„Ich hab mich so schlecht gefühlt.“, gab ich offen zu und blickte beschämt auf meine zusammengefalteten Hände.
Mr. Wonka hob seinen Blick und runzelte verständnislos die Stirn.
„Solange du die Süßigkeiten nicht ruinierst, ist alles andere nicht so tragisch.“, erklärte er mit einem erneuten kindlichen Lachen.
„So, Charlotte…“, sagte er langsam. „Was genau-“  Er überlegte. „Was genau interessiert dich an dem Job?“
Er blickte mich durchdringend an. Mit so einer Frage hatte ich nicht gerechnet. Ich fand plötzlich, dass ich wohl ziemlich unvorbereitet war. Aber schließlich war das hier kein Bewerbungsgespräch…dachte ich jedenfalls.
„Die Süßigkeiten?“

Eine dumme Antwort, musste ich mir eingestehen, doch etwas Besseres fiel mir gerade nicht ein. Wonka jedoch kicherte unerwartet, woraufhin ich nicht anders konnte, als ihn ebenfalls anzulächeln.

„Natürlich!“, sagte er. „Eine dumme Frage, nicht?“
„Ähm…“
„Nein, sag nichts! Du bist 15, oder?“, fragte er.
„Soll ich nun nichts sagen oder Ihre Frage beantworten?“, fragte ich unsicher.

Sein überdrehtes Kichern schallte durch das Büro.

„Entschuldigung. Du sollst die Frage natürlich beantworten.“ Mir fiel auf, dass Wonka wohl leicht zum Lachen zu bringen war oder er war generell ein fröhlicher Mensch, weshalb ich nun auch verstehen konnte, warum er bei seinen Mitarbeitern so beliebt war.
„Ja, ich bin 15.“, sagte ich kurz angebunden.
„Gehst noch zur Schule?“

Ich nickte stumm.

„Und willst in deinen Ferien arbeiten?“
„Genau.“, lächelte ich. „Und danach auch, wobei ich dann nur weniger Zeit hätte, wenn nebenher Schule ist.“
„Verstehe! Wären dir 7 Stunden Arbeit am Tag recht in deinen Ferien?“
„Absolut“ Ich nickte zustimmend, um meine Bereitschaft zu zeigen, während Wonka einen Zettel hervorholte und etwas auf das Blatt kritzelte.
„Mit ungefähr 200 Dollar pro Woche wärst du auch einverstanden?“ Er schaute fragend zu mir.
„200 Dollar?“  Ich traute meinen Ohren nicht. „Ist… ist das nicht ein bisschen viel für einen Aushilfsjob?“

Ich war mir zwar nicht sicher, wie viel man in dem Job normal verdiente, aber ich empfand das ganze als eine recht hohe Summe für eine Aushilfskraft. Wonka blickte skeptisch hinunter auf sein Blatt.

„Findest du?“, fragte er zweifelnd und verzog den Mund.

„Na ja…“, begann ich unsicher. „Ich will mich ja auch nicht beschweren.“, nuschelte ich leise.
„Dann ist es gut.“ Er fuhr fort damit etwas auf das Blatt zu schreiben. „So.“, sagte er, als er geendet hatte. „Nun zu deiner Arbeit.“ Er erhob sich aus dem Sessel und lief an dem Schreibtisch vorbei.

„Komm schon!“, forderte er mich auf. Ich sprang von dem Stuhl auf und folgte Mr. Wonka schweigend aus dem Büro. Vor seiner Tür blieb er stehen und schaute sich prüfend im Lagerraum um, als suche er nach etwas. Dann hellte sich sein Blick kurz auf und er tippelte weiter in Richtung Fließband, wohin ich ihm ebenfalls neugierig folgte.
„Du!“, sagte Wonka und zeigte auf eine junge Frau mit kurzem braunem Haar, die gerade dabei war einige Zutaten für Süßigkeiten aus einer Kiste zu räumen.
„Ich?“, fragte die Frau.
„Ja. wie heißt du?“ Er fuchtelte dabei mit seiner Hand durch die Luft.
„Judy.“, entgegnete sie ruhig. Anscheinend war sie es schon gewohnt, dass ihr Boss sich keine Namen einprägen konnte. Jetzt sah ich auch, dass Judy mich mit einem interessierten Blick bedachte. Trotzdem wirkte ihr Ausdruck gleichzeitig verwundert, als ihr Blick an mir hängenblieb. Sie schaute zurück zu Wonka.
„Du wirst ihr erklären, was sie tun soll. Die erste Woche wird sie nur hier hinten arbeiten. Danach kann sie vielleicht auch ins Geschäft, wenn sie sich gut macht.“, erklärte Mr. Wonka seiner Mitarbeiterin namens Judy.
„Geht klar!“, sagte sie und nickte bestimmend.
„Vielen Dank.“, sagte er erleichtert. „Charlotte!“ Ich zuckte zusammen, als er meinen Namen nannte. In meinem Inneren freute ich mich jedoch darüber, dass er sich diesen  gemerkt hatte. „Sie ist jetzt sowas, wie deine Lehrerin, also mach, was sie dir sagt und sei eine gute Schülerin.“
„Ich geb mir Mühe.“, erwiderte ich, jedoch ein wenig enttäuscht darüber, dass nicht Wonka persönlich mir alles zeigen würde. Aber wahrscheinlich hatte er bloß keine Zeit für jemand Unwichtiges wie mich.
„Das hört man gern!“, sagte er nur und verschwand dann sofort wieder in seinem Büro. Ich blickte ihm noch hinterher, bis er verschwunden war.

„Hey!“  Ich erschrak, als die kleine Frau mit der Kurzhaarfrisur meine Gedankengänge unterbrach.
„Hallo!“, sagte ich knapp.
„Du musst Charlotte sein!“, vermutete Judy lächelnd.
„Ja, das ist richtig! Und du bist Judy?“, fragte ich.
„Ja, du kannst mich ruhig Judy nennen. Wir sind hier alle per Du!“, sagte sie heiter.
„Das ist mir bereits aufgefallen.“, grinste ich.
„Dann zeig ich dir mal, wie’s bei uns hier so zugeht.“, sagte sie.

Ich folgte ihr, als sie mit mir durch den riesigen Raum wanderte und mir alles erklärte: wer was zu tun hat; in welcher Reihenfolge; wie ich Lieferscheine überprüfte, Kisten aufmachen sollte, stapeln sollte, die Süßigkeiten verpacken sollte und so weiter.

Es erwies sich, dass Judy eine sehr nette Person war, mit der ich auf Anhieb gut klarkam. Während sie mir alles zeigte und erklärte, erzählte sie mir einige Dinge über sich. Danach wusste ich schon, dass sie 22 Jahre alt war, seit einem Jahr mit ihrem Freund zusammenlebt, vorher in Kalifornien wohnte und dort als Verkäuferin in einem Supermarkt gearbeitet hatte.

„Wie alt bist du?“, fragte sie mich nach einer Weile, als wir gerade dabei waren zusammen einige Kisten voll Schokolade zu verpacken.
„Erst 15.“
„Ich hätte dich für älter gehalten.“, gab sie erstaunt zu. „Vielleicht eher…“
„16?“, fragte ich und grinste ihr entgegen.
„Wohl eher 16 Einhalb.“, lachte sie.
„Sag mal“, ich senkte meine Stimme, als ich fort fuhr. „Wie alt ist eigentlich der Chef?“
Judy verzog ihre Lippen zu einem offenen Lächeln.
„Ich hab mir schon fast gedacht, dass du danach fragen würdest. Er sieht jung aus, nicht wahr?“

Ich nickte zustimmend.

„Ich glaube keiner von uns weiß, wie alt er wirklich ist, aber wir gehen alle davon aus, dass er so um die 19 sein müsste. Aber über sowas redet er nicht.“, meinte sie gelassen.
„Ich würde gern wissen, wie alt er tatsächlich ist.“, sagte ich hoffnungsvoll und seufzte.
„Das würden wir wohl alle gern.“, kicherte sie. „Du stehst wohl auf ihn?“, ergänzte sie im Flüsterton.
„Was? Nein!“, erwiderte ich empört.
„Du hast ihn vorhin aber so angesehen.“, stellte sie mit einem Grinsen fest und stieß mir leicht den Ellenbogen in die Rippen.
„Er sieht ja auch nicht gerade normal aus.“, verteidigte ich mich.
„Du hast Recht, aber wenn man ihn jeden Tag sieht, gewöhnt man sich daran.“, erklärte sie achselzuckend.
„Kann ich mir gut vorstellen.“, antwortete ich und rief mir das Bild von Mr. Wonkas seltsamer Gestalt in Erinnerung.

Er war tatsächlich ein recht merkwürdiger Mensch. Angefangen von seinem hysterischen Kichern, bis hin zu seinen extraordinären, bunt gemusterten Sachen, die er ständig trug. Aus irgendeinem Grund jedoch wollte ich, dass er mich mochte. Vielleicht um wieder gut zu machen, was mir vor einer Woche hier passiert war. Eigentlich hätte es auch schlimmer kommen können, dachte ich. Aber ich war froh, dass ich wenigstens schon eine Freundin hier gefunden hatte. So freute ich mich gleich noch mehr auf den darauffolgenden Arbeitstag.

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Ja, hab bei meiner Bekannten jetzt mal dieses kapitel hier on gestellt, damit ihr was zu lesen habt, auch wenn ich zurzieit immernoch kein internet hab XD

hoffe es hat gefallen^^
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