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Hogwarts kocht

Kurzbeschreibung
GeschichteHumor / P16 / Gen
02.07.2009
24.12.2010
58
40.941
 
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Dieses Kapitel
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02.07.2009 941
 
Vielen Dank wieder für die lieben Reviews.

Heute kocht Millie für euch und das könnt ihr auch bis ins nächste Jahr mitnehmen :-)


Herbstmarmelade

„Rubeus Hagrid, wenn du nicht sofort hier bei mir an den Gewächshäusern bist, kannst du mal erleben, dass ich….“

Die plötzliche Stille erschreckte die Schüler fast genauso wie vorher das unerwartete Geschrei. Neugierig geworden, beugten sich einige Schüler über die Brüstung des Pausenhofes und aus den Fenstern der Gänge.
Von der Anhöhe des Schlosses konnte man die herbstlich verfärbten Wälder sehen und die tiefstehende Nachmittagssonne trug das Ihre zum leuchtenden Farbenspiel bei. Die Schüler kümmerten sich jedoch nicht um die grandiose Aussicht, viel mehr interessierte sie die Quelle des Geschreis.

Weit über die Mauern vorgebeugt konnten sie Professor Sprout entdecken, die mit einem Korb voller leuchtend gelber Früchte den Anhang hinauf zu den Gewächshäusern lief. Sie kam offenbar von der Streuobstwiese, die weit unterhalb des Schlosses an den See grenzte.
Die Tür von Hagrids Hütte flog auf und er kam schnellen Schrittes Pomona entgegen gelaufen und nur, wer ihn gut kannte und genau beobachtete, bemerkte das leicht nervöse Zucken in seinem Gesicht. Fang folgte Hagrid zuerst, besann sich jedoch und lief nun mit eingezogener Rute wieder zurück in die Hütte.

Als er sie erreicht hatte, hielten die Schüler die Luft an, erwarteten sie doch ein weiteres Donnerwetter der Professorin. Mit einem kurzen Blick an den Schlossmauern hinauf besann sie sich jedoch und begann, leise, aber sehr energisch auf Hagrid einzureden. Sie hatte den Korb auf die Wiese gestellt und gestikulierte mit weitausholenden Bewegungen, bald den Hang hinauf zu Hagrid Hütte deutend, bald hinunter zu den Streuobstwiesen und auf ihren Obstkorb. Hagrid hatte die Arme auf dem Rücken verschränkt und nickte Pomona immer wieder zu, doch auch wenn die Schüler die Ohren angestrengt spitzten, so konnten sie doch kein Wort verstehen. Bis die Weasley-Zwillinge ihre Langziehohren aus dem Schlafsaal geholt hatten, waren die beiden Kontrahenten verschwunden….

Am Abend besuchten Harry und seine Freunde Hagrid, was sie zwar auch sonst regelmäßig taten, heute jedoch waren sie neugierig, die Geschichte des Streits zu erfahren. Sie klopften kurz an, warteten wie üblich nicht auf das „Herein“  und traten ein.
Hagrid saß am Tisch und zerschnitt gelbe, leicht knubbelige Früchte und am Herd stand – Pomona Sprout.

„Ähm Hagrid, Professor Sprout – entschuldigen sie bitte – wir gehen wieder…“

Verlegen wollte Harry wieder rückwärts die Hütte verlassen, stolperte jedoch über Hermine und trat Ron auf die Füße.

„Schon, o.k. ihr könnt hierbleiben, nicht wahr, Pomona? Könnt helfen, mit den blöden Quitten hat man ja ne Sauarbeit.“
„Oh, schön, wir haben Hilfe“, lächelte Professor Sprout die drei Gryffindors an.
„Hier, setzt euch an den Tisch, hier sind Messer, aber Vorsicht, die sind sehr scharf und die Quitten widerspenstiger als Alraunen. Rutscht nicht mit dem Messer ab.“

Bevor die Freunde richtig wussten, wie ihnen geschah, saßen sie an Hagrids großem Holztisch und zerschnitten die Quitten, die Professor Sprout vormittags noch in ihrem Korb getragen hatte.

„Die verdatschten Stellen hier müsst ihr bitte rausschneiden, gewaschen und den Flaum abgerieben habe ich vorhin schon. Die Blütenansätze und das Kerngehäuse bitte raus, die Haut bleibt dran. Ihr könnt das ruhig großzügig rausschneiden, ich habe draußen noch etliche Körbe voll. Die Kerne bitte extra in diese Silberschüssel.“

„Professor Sprout, was genau wird denn daraus gemacht?“
Klar war es die wissbegierige Hermine, die diese Frage stellte.

Pomona lächelte und sagte: „Eigentlich wollte ich sie lagern und später daraus Quittengelee kochen. Dank Hagrid und seinem wildgewordenen Kürbis musste ich nun umdisponieren.“

Ron grinste: „Mensch Hagrid, ich weiß ja, dass du gerne wilde Haustiere hast, aber wildes Gartengemüse??“

Hagrid wurde rot, soweit man das hinter seiner wilden Gesichtsbehaarung überhaupt erkennen konnte.

„Ach naja, ihr wisst doch, dass ich immer für Halloween die Riesenkürbisse züchte. Und diesmal hab ich es wohl ein bisschen übertrieben mit dem Schwellzauber. Einer der Kürbisse lag so’ n bisschen am Rand vom Garten und da hat er nich‘ mehr an der Ranke gehalten und is‘ den Hang runter gerollt. Zwar knapp an den Gewächshäusern vorbei, aber leider genau auf zwei Quittenbäume von Pomona drauf – die sind dann umgestürzt und die Quitten sind halt auch alle runtergefallen.“

„Eigentlich baue ich die Quitten ja hauptsächlich als Heilmittel für Madame Pomfrey an“, fuhr nun Professor Sprout fort. „Der Quittenschleim, der durch das zwölfstündige Einlegen der Quittenkerne in etwas Wasser entsteht, heilt nämlich Entzündungen, Wunden und auch Sonnenbrand, wenn man ihn auf die Haut aufträgt. Innerlich gibt es ebenfalls einige Anwendungsgebiete, aber da fragt ihr besser Madame Pomfrey – oder Professor Snape. Aber glücklicherweise waren es nicht alle Bäume und einen der umgestürzten konnten wir wohl auch retten.“

Während der ganzen Unterhaltung hatten die beiden Lehrkräfte und Harry, Hermine und Ron eifrig gerührt und gekocht, so dass der unverwechselbare Duft von Quitte schon Hagrids Hütte erfüllte.

„Es tut mir ja echt leid, dass mein Kürbis die Bäumchen umgenietet haben, aber ich sag euch, Pomona hier, die kann fluchen – das glaubt ihr nich…“

Pomona Sprout versuchte, den Schülern gegenüber ernst zu bleiben, musste dann aber gegen ihren Willen doch breit grinsen.

„Nun, und als ich mich ein wenig beruhigt hatte und den Kürbis so zwischen meinen Quittenbäumchen liegen sah, fiel mir ein altes Rezept meiner Großmutter ein – Quitten-Kürbis-Marmelade!“


Quitten-Kürbis-Marmelade

Quitten gut waschen, den Flaum abreiben, Kerngehäuse entfernen, in Stückchen schneiden und mit etwas Wasser zu Mus verkochen.
Kürbis (am besten Hokkaido) in Stücke schneiden und ebenfalls zu Mus kochen.
Jeweils 500 g Quitten- und Kürbismus abwiegen und mit dem Saft von einer Zitrone, 1 Päckchen Vanillezucker und 500 g Gelierzucker (2:1) verrühren.
Vier bis fünf Minuten sprudelnd kochen lassen und sofort in heiß ausgespülte Gläser geben und verschließen.
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