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Hogwarts kocht

Kurzbeschreibung
GeschichteHumor / P16 / Gen
02.07.2009
24.12.2010
58
40.941
 
Alle Kapitel
82 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
02.07.2009 1.782
 
Heute kommt wieder imoD mit einer ganz bezaubernden Geschichte.

Danke an alle SCHWARZLESER und SCHWARZKÖCHE, an unsere treuen Reviewer und die Favo-Liste.

Ein Herbsttag bei Oma[/b]
mit einem Rezept für Spaghetti mit Pfifferlingssoße

Es war ein trüber Herbsttag von vielen und der kleine Albus Severus stand am Fenster der Wohnküche und guckte in das nasskalte Wetter hinaus. Er langweilte sich. Seine Oma war währenddessen damit beschäftigt, Etiketten von eingemachtem Obst und Gemüse zu sortieren, die dank irgendeinem Streich von irgendeinem Frechdachs durcheinandergeraten waren, und fluchte dabei immer wieder.
"Oma", sagte Albus, "Oma, wann kommen Mama und Papa wieder?"
"Da wirst du noch etwas warten müssen, mein Schatz", sagte Molly, ohne von ihrer Arbeit aufzuschauen.
Albus stöhnte. Natürlich hatte seine Papa ihm erklärt, dass er noch mal dringend in die Aurorenzentrale musste, aber wie konnte es sein, dass an einem Wochenende die doofe Arbeit wichtige war als er, wo schon seine Mama an den Wochenenden nie da war.
"Oooooma, wann bist du fertig?", fragte Albus.
"Gleich, mein Schatz", antwortete Molly, aber wenn Albus sich das Chaos auf dem Tisch so ansah, konnte er sich an einer Hand ausrechnen, dass sie log.
"Oma, ich habe Hunger!", quengelte Albus.
Molly schaute von ihrer mühsamen Arbeit auf. "Wir haben doch erst vor zwei Stunden gegessen, mein Schatz!", sagte sie. Albus hasste es, von ihr immer "mein Schatz" genannt zu werden, aber er hatte inzwischen eingesehen, dass es keinen Sinn hatte, es ihr zu sagen, da sie es ohnehin ignorierte. Ebenso verhielt es sich mit den Küssen zur Begrüßung und zum Abschied. "Es gibt erst in drei Stunden Abendessen!"
"Ich hab aber JETZT Hunger!", maulte Albus, "Kann ich einen Schokofrosch haben?"
"Aber du hast doch eben erst zum Nachtisch DREI von den Dingern verputzt! Nein nein, mein Schatz, das ist schlecht für deine Zähne."
Einige Minuten gucke Albus wieder beleidigt aus dem Fenster. Aber beleidigt sein wurde auch schnell langweilig, wenn es niemanden interessierte.
"Oma, spiel mit mir!", rief er.
Molly guckte hoch und lächelte dann: "Gut, Albus, du hast gewonnen. Du hast Hunger? Du möchtest etwas unternehmen? Wir verbinden beides. Wir gehen in den Wald und sammeln Pilze!"
"Und dazu müssen wir uns den Wald?", staunte Albus, "Kannst du die nicht einfach hier herzaubern?"
"Oh doch, natürlich kann ich das", lächelte Molly, "Aber weißt du was mein Kleiner, ich verrate dir ein Geheimnis: Die hergezauberten Pilze sind immer so wässerig. Die, die man im Wald findet, sind wesentlich aromatischer."

Albus war Feuer und Flamme. Endlich musste er sich nicht mehr langweilen! Er zog sich warm an und stapfte hinter seiner Oma her aus der Tür. Einige Minuten ging es durch das nasse Laub bis zu dem kleinen Wäldchen. Es dauerte nicht lange, da zeigte Molly auf einen kleinen, dünnen, braunen, lustig aussehenden Pilz und sagte: "Das hier ist ein Pfifferling. Die suchen wir heute." Sie zeigte Albus den Pilz noch einmal, während er auf ihrer Handfläche lag, dann ließ sie ihn in ihren Korb fallen. "Wer zuerst... zehn Pilze gesammelt hat!"
Pfifferlinge zu finden war in diesem Wald nicht schwer, sie wuchsen überall. Schon nach wenigen Minuten kehrte Albus zurück zu seiner Oma und zeigte ihr seine kleinen Hände voller Pilze. "Toll, mein Schatz! Wenn du so weitermachst, dann sind wir ja ganz schnell fertig!"
Eifrig suchte Albus weiter, immer mehr Pilze fand er, manche standen einfach so in seinem Weg rum, andere versteckten sich unter Blättern oder hinter Steinen und wollten gesucht und gefunden werden. Albus fühlte sich wie der größte Held - er fand sie alle. Mit roten Wangen kam er immer wieder zurück zu seiner Oma um zwei Hände voller Pilze zu bringen.
"Das reicht, das reicht!", rief Molly schließlich, "Das hast du ganz toll gemacht, mein Schatz! Aber jetzt gehen wir zurück zum Fuchsbau. Schließlich sollen die Pilze auch heute noch auf den Tisch kommen!"

Auf dem Heimweg zupfte Albus am Umhang seiner Oma. "Du Oma? Gibt es heute nur Pilze?"
"Aber nein!", lachte Molly, "Davon wird man doch nicht satt! Wir machen ein schönes, nahrhaftes Abendessen. Ich weiß doch, was mein Schatz gerne isst! Und du wirst mir beim kochen helfen."
Albus bezweifelte, dass er seiner Oma, die eine so gute Köchin war, wirklich helfen konnte, aber wenn er helfen durfte, war ihm wenigstens nicht mehr so langweilig.

Im Fuchsbau angekommen setzten sich Molly und ihr Enkel an den großen Tisch. "So, mein Schatz", sagte sie, "EIGENTLICH müssten wir die Pfifferlinge jetzt putzen. Aber das macht niemand gerne. Im Gegensatz zum Pilze sammeln kann man das Pilze putzen getrost der Zauberei überlassen!" Sie murmelte noch zwei Worte, die Albus noch nicht verstand, und schon ein paar Sekunden später lagen die Pilze geputzt vor ihnen.
Neugierig fragte Albus: "Oma, was kann ich denn jetzt machen?"
"Hol mir mal eine Zwiebel aus der Speisekammer!", sagte Molly. "Oh, und bring auch ein Stück Schinken mit!"
Albus rannte in de Speisekammer, die immer chaotisch war. Den Schinken fand er sofort, nach den Zwiebeln musste er eine Weile suchen, aber schließlich fand er doch noch eine hinter einem Kürbis.
Als er zurück in die Wohnküche kam, hatte Molly bereits Wasser aufgesetzt.
"Machen wir Nudeln, Oma?"
"Aber ja, mein Schatz. Hast du alles gefunden, was du mir bringen solltest?"
"Klar", strahlte Albus und legte seine Schätze auf den Tisch.
"Sehr gut", sagte Molly, murmelte wieder einige Worte, und schon lag die Zwiebel geschält und in kleine Würfel geschnitten vor ihnen. Auch der Schinken war geschnitten, in etwas größere Würfel.
"Und was machen wir jetzt?", frage Albus.
"Jetzt schicke ich dich noch einmal in die Speisekammer, damit du Nudeln holst. Du darfst dir aussuchen, welche Sorte wir machen!"
Begeistert lief Albus erneut in die Speisekammer. Aus einer reichlichen Auswahl an Nudeln wählte er eine Packung Spaghetti aus und überreichte sie seiner Oma, als er wieder in die Küche kam.
"Eine sehr gute Wahl", sagte Molly, "Spaghetti passen wirklich am besten zu Pfifferlingen."
In der ganzen Küche roch es inzwischen nach Zwiebeln und Schinkenwürfeln, die Molly inzwischen in einer riesigen Pfanne angebraten hatte. In das Wasser, das in zwischen lustig blubberte, ließ sie die Spaghetti gleiten. Dann warf sie nach und nach die Pfifferlinge in der Pfanne. "Wir müssen jetzt ein wenig warten", sagte sie, als sie sah, wie Albus neugierig in die Pfanne schielte, die randvoll von Pfifferlingen war. "Keine Sorge, die schrumpfen noch", sagte sie, und dann machen wir eine köstliche Soße daraus. Kannst du kurz auf die Pilze aufpassen, damit ich die restlichen Zutaten zusammensuchen kann?" Albus nickte eifrig und guckte sehr aufmerksam auf die Pilze in der Pfanne, während seine Oma den Raum verließ und kurz darauf wiederkam.
Molly goss etwas Wasser aus der Pfanne, das anscheinend aus den Pfifferlingen rausgelaufen war, denn diese waren inzwischen kleiner geworden, wie versprochen. Albus überlegte sich, ob die Pilze vielleicht schwitzten, aber er ahnte schon, dass dies eine ziemlich dämliche Frage wäre, und deshalb hielt er den Mund.
Inzwischen fügte Molly zu der Mischung in der Pfanne Sahne und Schmelzkäse hinzu, wartete ein wenig und rührte dann um. Jetzt sah es schon fast wie eine Soße aus!
"Das Wichtigste fehlt natürlich noch!", sagte Molly, und mit einem Wink ihres Zauberstabes flog ein Glas quer durch die Küche zu ihr und ließ etwas von seinem Inhalt in die Soße fallen. "Frische Kräuter!", kommentierte Molly. "Jetzt brauchen wir vor allem noch Salz, Pfeffer und Muskatnuss." Auch diese Gewürze kamen, eines nach dem anderen, wie von Geisterhand zu Albus' Oma geflogen. Das Salz forderte sie sogar noch einmal an, nachdem sie abgeschmeckt hatte.
"Nun sind wir schon fast fertig!", sagte Molly, "Aber ich glaube, ich habe da grade jemanden im Garten gehört, guckst du mal, wer da kommt?"
Da klopfte es auch schon an der Tür. Inzwischen war es schon ziemlich dunkel geworden, und Albus ahnte schon, wer da endlich gekommen war, als es an der Tür klopfte. Er riss die Tür auf und rannte in die Arme des Mannes, der das stand und ihn gleich hochhob und in die Luft warf. "PAPA!", rief Albus, "ENDLICH bist du da!"
"Hey mein Großer!", sagte Harry, "Hattest du einen schönen Nachmittag?"
"Wir haben Pilze gesammelt!", sagte Albus stolz.
"Lecker, Pilze!", sagte Harry, "Molly, es riecht köstlich!"
"Danke, Harry-Schatz, schön, dass du da bist, du hast doch sicher Zeit, mit Albus noch zum Essen zu bleiben?"
"Da kann ich doch nicht widerstehen!", lächelte Harry seine Schwiegermutter an. "Ich habe übrigens eben Arthur getroffen - Er wird es wohl nicht zum Abendessen schaffen, aber wir machen es uns einfach zu dritt schön gemütlich."
Molly seufzte. "Ja ja, das habe ich mir schon gedacht. Seit er Zaubereiminister ist, arbeitet er viiiel zu viel!"
Albus zupfte am Umhang seines Vaters. "Papa, ich habe auch geholfen beim Kochen!"
"Prima, Partner!", sagte Harry und zwinkerte seinem Sohn zu. "Dann wollen wir doch mal probieren, wie es schmeckt!"
Molly hatte inzwischen die Nudeln abgegossen und servierte die dampfenden Spaghetti und die Soße in großen Schüsseln, und als Albus seine "selbstgekochten" Spaghetti mit der Pfifferlingssoße probierte, war er begeistert und auch Harry und Molly schmeckte es. Zum Nachtisch gab es für Albus einen Schokofrosch, und als er später müde in sein Bett fiel, hatte er das Gefühl, an diesem Tag richtig viel geschafft und gelernt zu haben.

Zutaten (für ca. 4 Personen):
- ca. 500 g Pfifferlinge
- 500 g Spaghetti
- 200 ml Sahne
- ca. 200 g Schinkenwürfel
- 1/2 Zwiebel
- 1 Pkg Streichkäse Sahne (gern auch Streichkäse Sahne und Streichkäse Kräuter halb und halb)
- evtl. frische Kräuter, Petersilie etc
- Gewürze nach Geschmack, auf jeden Fall: Salz und Pfeffer und ganz wichtig: Muskatnuss

- Nudeln wie gewohnt kochen
- Zwiebel schneiden und anbraten
- Schinkenwürfel dazu
- Pfifferlinge dazu, dann eine Weile auf niedriger Stufe braten, zwischendurch immer wieder Wasser abgießen
- Am besten nebenbei in einem Topf Schmelzkäse schmelzen und Sahne dazu - geht aber auch gleichzeitig in der Pfanne bei den Pfiffis.
- Soße und Pfiffs mischen.
- Dann mit Kräutern und Gewürzen mischen
- Und ganz wichtig, noch eine Weile ziehen lassen damit die Pfiffis noch etwas von der Würzung abbekommen.
- Guten Appetit!
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