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Hogwarts kocht

Kurzbeschreibung
GeschichteHumor / P16 / Gen
02.07.2009
24.12.2010
58
40.941
 
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82 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
02.07.2009 908
 
Das 1. Rezept stellt Euch heute Whitangel vor.
Die Rezepte sind enstanden aus einem unserer Wettbewerbe "Zwischenhappen"

Viel Spaß beim Lesen und Nachkochen!

Würstchen im Tarnumhang von WHITEANGEL



Man nehme:

500 g Hackfleisch
1 Packung Tiefkühl-Blätterteig, denn Selbermachen ist Zauberei!
1 Eigelb
1 kleine Zwiebel
Salz, Pfeffer
1/2 Teelöffel Majoran, frisch oder aus der Gewürzdose
eine Spur Zimt

Eine ganz besondere Leckerei aus der Küche der Zauberwelt sind die Würstchen im Tarnumhang. Sie sind ein wenig schwierig vorzubereiten und zu essen, allerdings sollte das für den geübten Küchenzauberer kein Problem darstellen.

Der Zwiebel sollte man behutsam und diskret aus ihrer Jacke helfen. Je rücksichtsvoller man sich dabei verhält, desto freundlicher wird es einem die Zwiebel danken. Sicherlich wird sie nun nichts mehr dagegen haben, wenn man sie in kleine Würfelchen zerkleinert. Sollte die Zwiebel nicht damit einverstanden sein, gewürfelt zu werden, so wird sie mit einer kleinen Attacke den Zauberer zum Weinen bringen.

Nun muss man die Zwiebel dem Hackfleisch vorstellen. Das Hackfleisch ist aufgrund seiner alt-britischen Abstammung sehr höflich und legt großen Wert auf feine Umgangsformen. Mal davon abgesehen: es ist doch nachvollziehbar, dass man einer wildfremden Zwiebel erst vorgestellt werden möchte, bevor man einfach so mit ihr vermengt wird, oder?

Dann wird die Masse gesalzen und gepfeffert. Der erfahrene Küchenzauberer wird dabei sehr behutsam vorgehen, denn viele der Zauberfamilien haben seine sehr eigene Meinung davon, was gut gewürzt ist oder nicht. Den Majoran, ein altes Zauberkraut das neben seinem guten Geschmack auch den Vorteil hat, sehr gut mit dem muggelschen Darm zu kooperieren, lässt man dann wie einen Sommerregen auf die Hackfleischmasse einrieseln. Erwartet man ürigens Besucher, die man eigentlich nicht leiden kann, hat es sich immer schon bewährt, der Masse mit ein wenig gemahlenem Chili etwas Feuer zu geben. Am Ende lässt man heimlich den Zimt, die geheime und ungewöhnliche Zutat, in der Masse verschwinden.

Anschließend gibt man den Zutaten zu verstehen, dass man sie nun beabsichtigt, sie anzufassen, und vermengt sie ausführlich und mit Gefühl.

Besonders clevere Küchenzauberer erwärmen jetzt rasch eine kleine Pfanne und braten einen kleinen Fitzel der Masse an, um zu testen, ob die Zutaten auch wirklich miteinander auskommen. Dazu nimmt man das Gebratene mit einer Gabel aus der Pfanne und legt es auf seine Zunge, um es zu kauen. So merkt man recht schnell, ob die Zutaten miteinander harmonieren oder ob noch etwas Salz oder Pfeffer fehlen.

Blätterteig ist eine Muggelbezeichnung für einen noch unreifen Tarnumhangstoff. Dieser wurde zwischen 4 und 6 Wochen vor der Reife geerntet und mit einem Apreskihatschii-Zauber schockgefroren. Damit er mit uns zusammen arbeitet und artig ist (er befindet sich in der Regel in diesem Alter in der Trotzphase), nimmt man ihn aus der Tiefkühltruhe und breitet die einzelnen Rechtecke auf einem Backblech mit Backpapier aus. Damit gibt man dem Tarnumhangstoff etwa 10 Minuten Zeit, seine starre Haltung aufzugeben und wenigstens ein bisschen weich zu werden. Dabei schadet es nicht, ihm das Lied "Wahnsinn" vom berühmten Wortezauberer Wolle Petry vorzusingen, denn der Tarnumhangstoff hat eine lyrische Ader und ist für zarte und sinnvolle Reime immer zu haben, so dass es dazu beitragen kann, ihn ein wenig geschmeidiger zu machen.

Anschließend stellt man dem höflichen Hackfleisch, das sich mittlerweile mit den anderen Zutaten arrangiert haben sollte, den Tarnumhangstoff vor und verteilt es dann gleichmäßig in einer Wurst in der diagonalen Mitte des Stoffs. Die Ecken des Tarnumhangstoffs bestreicht man mit den FIngerspitzen mit ein wenig Wasser, er muss schließlich noch wachsen und braucht dafür eine Menge Flüssigkeit. Um die Diskretion zu bewahren, legt der gewitzte Küchenzauberer nun die beiden Ecken über die Hackfleischmasse. Dass dabei oben und unten Kopf und Füße herausschauen, ist dem Hack-Gemisch nicht wichtig, es ist nicht so prüde.

Noch ist der Tarnumhang nicht reif. Um die Pubertät zu beschleunigen - denn erst dann kann man ihn verwenden - muss man ihn ein wenig täuschen. Er ist aufgrund seines Alters sehr naiv und damit leicht hinter´s Licht zu führen, so dass das auch für unerfahrene Zauberer kein Problem darstellen sollte. Da es nun für muggelsche wie auch für zauberische Mägen ein wenig eklig ist, die Pubertät des Stoffs durch echten Pickel-Eiter zu beschleunigen, benutzt man hierzu den Eiter-Austauschstoff Eigelb. Hierzu wird das Eigelb, unsichtbar für den Tarnumhangstoff, rücksichtslos von dem Eiweiß getrennt und mit der Gabel ein wenig verprügelt. Das macht dem Eigelb nichts, es ist bekannt dafür, fett zu sein und das Fett lässt es die Schläge kaum spüren.
Man führt nun den Tarnumhang an der Nase herum, indem man ihn obendrauf mit dem Eigelb bestreicht. Er wird nun denken, dass er bald erwachsen ist, und daher alles dafür tun, so schnell wie möglich zu wachsen. Da er bekanntlich sehr eitel ist, wächst er am besten, wenn er unter die Sonnenbank darf. Das stärkt sein Selbstewusstsein und lässt ihn richtig aufblühen.

Statt Sonnenbank tut es auch ein herkömmlicher muggelscher Ofen. Den stellt man auf 200°C ein und lässt die romantische Verbindung aller Zutaten etwa 10-15 Minuten hinter verschlossener Tür knackig bräunen.

Der unangenehme Nebeneffekt ist, dass der Tarnumhang, sobald er abgekühlt ist, seine Fähigkeiten voll entfaltet, was dazu führt, dass er anschließend unsichtbar ist. Von daher bietet es sich an, die Würstchen im Tarnumhang warm zu servieren, da man sie in diesem Stadium noch sehen kann. Abgekühlt eignen sie sich vor allem als Mahlzeit für einen Stromausfall oder für einen DVD-Abend, da man bei diesen Veranstaltungen das Essen eh ertasten muss.
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