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Resurrection, damnit!

von LeS Lenne
GeschichteHumor / P18 / MaleSlash
Seishiro Sakurazuka Subaru Sumeragi
02.07.2009
07.01.2011
18
25.130
 
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02.07.2009 1.999
 
Die Wunde war am nächsten Morgen nicht vollständig abgeheilt. Er spürte dies schon, bevor er vorsichtig den Verband entfernte. Zwar waren keine offenen Stellen mehr zu sehen, allerdings war die Haut stark gerötet, dünn und narbig. Wenn er früher eine Nacht in diesem Haus verbracht hatte, waren am nächsten Tag alle Wunden restlos verschwunden. Er führte das darauf zurück, dass er nicht mehr Teil dieses Hauses war. Er wurde geduldet, aber seine Magie war versiegelt und nur weil der Hausherr ihn hier einsperrte, durfte er überhaupt anwesend sein.

Es wäre nicht das erste Mal gewesen, dass ein Eindringling, der keine oder nur wenig Magie besaß, bei Betreten des Hauses gestorben wäre. Seishirou hatte es selbst ein paar Mal erlebt – doch wie töricht waren auch jene gewesen, die Assassine schickten, um den Sakurazukamori-Clan auszurotten.

Seishirou rollte sich aus dem Bett und streifte den Kimono ab. Der schwere Stoff verursachte einen Druckschmerz in seiner noch nicht ganz abgeheilten Schulter. Er durchforschte Subarus Kleiderschrank, der ehemals sein eigener gewesen war, und zog ein weißes Hemd heraus. Subaru hatte noch kein einziges Mal eine andere Farbe als schwarz getragen, seit Seishirou als Katze wieder ins Haus gekommen war.

Er runzelte die Stirn und knöpfte das Hemd zu. Es ging ihm fast bis zu den Knien. Er schlug die Ärmel zurück und seufzte. Der Größenunterschied war ein weiteres Problem, das zu lösen unmöglich schien. Als sein Blick auf die Pentagramme an seinen Händen fiel, rollte er die Ärmel wieder herunter. Seine Brust verengte sich schmerzhaft. Er schüttelte den Kopf und verließ das Schlafzimmer.

In der Küche goss er Milch in einen Topf und entzündete den alten Gasherd. Die Flamme flackerte und das Ziehen in Brust und Schulter ließ nach. Seishirou sah hinauf zur Uhr. Es war fast zwölf Uhr mittags. Die Sonne wurde von dunkelgrauen Wolken verdeckt und ließ sowohl Küche als auch Wohnzimmer in einem schalen Schleier erscheinen.

Subaru war die ganze Nacht nicht zurückgekehrt. Seishirou hegte nicht die Befürchtung, dass ihm etwas zugestoßen wäre; mit der kombinierten Macht beider Clans gab es nur zwei oder drei potenzielle Gefahrenquellen. Möglich, dass Subaru nach dem Eindringling suchte. Wahrscheinlicher noch, dass wenn er es tat, er Seishirou davon bei seiner Rückkehr nichts erzählen würde.

Seishirou kaute nachdenklich auf seiner Unterlippe. Der Geruch von warmer Milch stieg ihm in die Nase. Dann spürte er eine schwermütige Präsenz hinter sich und erschnupperte Blut. Als er sich umwandte und Subaru vor sich stehen sah, fiel ihm allerdings sofort auf, dass er keinen einzigen Spritzer Blut an sich hatte. War er schon so sehr Sakurazukamori geworden, dass sich das Blut nicht mehr abwaschen ließ? Unter anderen Umständen hätte Seishirou zufrieden gelächelt ob dieser erfreulichen Nachricht.

Wie die Dinge aber nun mal standen, furchte er die Stirn und trat einen Schritt zurück. Subarus Augen schweiften über ihn und blieben an seinen versteckten Händen hängen.

Subaru war mit zwei Schritten so nah bei ihm, dass Seishirou sich gegen den Herd lehnen musste um überhaupt noch Bewegungsspielraum zu haben. Er wich Subarus Blick zunächst aus, fühlte etwas Heißes in seiner Brust brodeln. Dann starrte er in Subarus Augen. „Hast du etwas herausgefunden?“

„Zeig mir deine Schulter.“ Subaru wartete nicht darauf, dass Seishirou sie entblößte sondern schob gleich das Hemd herunter. Er betrachtete die halbgeschlossene Wunde eingehend. Seine Mundwinkel wanderten mit jeder Sekunde weiter südlich. Er lehnte sich vor und küsste die wunde Stelle. „Es tut mir so leid“, wisperte er. „Wag es nicht noch mal, so etwas Leichtsinniges zu tun.“

Seishirou zuckte zusammen und zog die Schultern hoch. Er stieß Subaru mit beiden Händen von sich. Versuchte es zumindest. Subaru ruckte nur kurz nach hinten und hob dann den Kopf. Seishirou fauchte angesichts zweierlei Ärgernisse: Seiner nicht vorhandenen körperlichen Kraft und der schmerzenden Verletzung. „Wag es nicht noch mal, meine Magie gegen mich zu richten.“

Subaru legte den Kopf schief. „Du hast sie mir vererbt. Kamui sagte, das wäre dein letzter Wunsch gewesen.“ Er deutete auf das golden glänzende Auge. „Du wolltest dein Spielzeug reparieren, oder nicht?“

„Zynismus steht dir nicht, Subaru-kun.“ Das Fell stellte sich ihm auf Subaru streckte die Hand aus. Seishirou legte die Ohren an. Er spürte, wie seine Eckzähne zu Fangzähnen wurden. Seishirou fauchte.

„Wut“, murmelte Subaru und lächelte dabei, „steht dir nicht, Sei-chan.“

Seishirou ignorierte die Gänsehaut, die sich auf seinem Körper ausbreitete und die sicherlich auch Subarus aufmerksamen Blicken nicht entging. Er sah, wie Subarus Augen über die immer noch entblößte Haut glitten und sah auch, wie Subarus Lächeln zum Anflug eines Grinsens wurde.
Seishirou fuhr die Krallen aus als Subaru erneut die Hand ausstreckte – seine angespannte Haltung wurde nicht besser, als Subaru die Milch vom Herd nahm und sie in den auf dem Boden stehenden Napf schüttete.

Seishirous Augen weiteten sich und die Spannung in seinem Körper löste sich. Kälte kroch durch seine Adern. Er atmete tief durch.

Subaru strich ihm über den Kopf, knetete sanft die Katzenohren. Er musste nicht sagen, Seishirou verstand.

Es kostete ihn Überwindung. Seine Krallen schoben sich hervor und zuckten wieder zurück während er auf die Knie ging und sich in die Ecke zum Napf begab. Er blickte hinauf zu Subaru. „Fein“, flüsterte er. „Fein. Spielen wir dieses Spiel.“ Er neigte den Kopf herunter und tauchte die Zunge in die warme Milch. Mit einer Hand hielt er die schweren schwarzen Locken zurück. Es fiel ihm technisch betrachtet nicht schwer aus dem Napf zu trinken. Das funktionierte ganz instinktiv. Er lachte leise angesichts der absurden Situation.

„Seishirou-san…“ Subaru streckte die Hand aus.

Seishirou zog die Augenbrauen hoch und grinste. Die Fangzähne wuchsen erneut und auch die Krallen blieben ausgefahren. Sein Schwanz tanzte geduldig hin und her. „Belassen wir es bei Sei-chan, Herrchen.“ Er leckte sich die Lippen und lehnte sich an den Schrank direkt hinter ihm.
Subarus Mimik war köstlich. Noch nahr- und schmackhafter als die warme Milch. Als Subaru zu Boden sank entfleuchte Seishirou ein zufriedenes Schnurren.

Ganz egal, wie groß der Machtunterschied war, Subaru hatte noch immer ein Problem. Er war, selbst nach all den Geschehnissen, noch immer viel zu nett. Und wie leicht es doch war, das auszunutzen. Er hatte nicht mehr viel von dem Neunjährigen, dem Seishirou damals die Pentagramme auferlegt hatte. Aber noch genug, um das Schachspiel mit ein wenig Aufwand ausgeglichen zu halten. Wenn er gut spielte, vielleicht würde er dann als Sieger hervorgehen.

Seishirou legte die Arme um Subarus Schultern und stieß die Krallen tief in sein Fleisch. Subaru atmete zischend ein und kniff die Augen zusammen. Er packte Seishirou an der Hüfte und zog ihn an seine Brust. Seishirou ließ es zu, zog aber die Krallen weiter über Subarus Rücken.

Der starke Geruch von Blut und Kirsche stieg ihm in die Nase, letzteres wohl reine Illusion und wenn es so war, dann bewunderte er Subaru für seine Geistesgegenwart. Er klemmte die Beine um Subarus Hüften als dieser ihn anhob; wie leicht es ihm fiel. Seishirou schloss die Augen und wartete ab, wohin die Reise führen würde.

Er war nicht überrascht als er die Augen aufschlug nachdem eine Tür gequietscht hatte und sie im Schlafzimmer standen. Subaru setzte ihn auf dem Bett ab, doch Seishirou zog ihn mit sich hinunter, die Krallen steckten immer noch in Subarus Haut.

Seishirou fauchte. „Leg dich hin.“

Subaru verengte die Augen, rollte aber von ihm und legte sich auf den Bauch.

„Perfekt“, murmelte Seishirou. Mit einem gekonnten, flüssigen Ritzen schnitt er Subarus Hemd entzwei und entblößte dessen malträtierten Rücken. Er setzte sich auf Subarus Hüften und beugte sich vor. Es reichte nicht ganz bis zu Subarus Ohren, aber in der eisigen Stille des Raums war das schon genug, um das leise Flüstern zu hören. „Möchtest du bestraft werden?“

Subarus Adamsapfel zuckte als er sich die Lippen befeuchtete. „Ja“, kam seine leise Antwort. Er schloss die Augen und ergriff das Kissen, wohl um sich aus Angst vor den kommenden Schmerzen an etwas festhalten zu können.

Seishirou seufzte, zuckte die Schultern und setzte den Zeigefinger dort an, wo Subarus Nacken die Wirbelsäule deutlich durchscheinen ließ. Dann zog er eine hauchdünne aber tiefe Linie langsam herunter bis zum Hosenbund. Er lächelte zufrieden angesichts des rot glimmenden Blutstreifens. Einzelne Tropfen rannen an beiden Seiten von Subarus Körper herunter und beschmutzten das Laken.

Als Seishirou den Kopf hob, sah er, dass Subaru die Augen wieder geöffnet hatte und seinen Blick erwiderte. Seine Wangen waren gerötet. Die Vermutung lag nahe, dass er erregt war…

Seishirou schob seine dankenswerterweise schmale Hand unter Subarus Jeans. Die Haut war kalt unter seinen heißen Fingern. Er spürte, wie Subaru sich verkrampfte. Die Krallen waren wohl Grund zur Beunruhigung. Seishirou hatte sie schon zu oft nicht unter Kontrolle gehabt. Wie auch, schließlich organisierte sich auch der Körper einer Katze, wie der eines Menschen, größtenteils automatisch.

„Shh.“ Es brauchte nicht viel Druck um einen Finger in Subaru zu schieben. Anscheinend war er doch entspannter als angenommen. Seishirou schmunzelte und bewegte den Finger in langsamen Zügen vor und zurück.

Subaru wand sich, stöhnte. „Seishirou-san.“

Seishirou schob seine freie Hand unter Subarus gekrümmten Körper und öffnete den Reißverschluss der Jeans um sie dann herunterzuziehen. Mit mehr Bewegungsfreiraum war es ein leichtes einen zweiten Finger an dem zuckenden Schließmuskel vorbeizuschmuggeln.

Subaru hatte inzwischen die Lider wieder sinken lassen. Seishirou kratzte mit einer schwungvollen Bewegung seine Hüfte auf. Subaru entfuhr ein erstickter Schrei, gefolgt von entsetzt aufgerissenen Augen die in Seishirous Richtung starrten.

„Verwende nie wieder meine Magie gegen mich.“ Seishirou lächelte.

Subaru erwiderte das Lächeln. Er schüttelte den Kopf. „Doch… das – ah – werde ich, wenn es… nötig sein wird – oh! – wieder tun.“ Er fiel zurück ins Kissen. Sein Unterleib stieß immer wieder in die Matratze während er kam.

Das war nicht völlig zufrieden stellend gewesen. Seishirou zog seine Finger zurück. Er schob die Unterlippe vor.

Subaru setzte sich auf, wirkte aber noch etwas benommen. Sein Blick war verhangen als er einen zittrigen Arm um Seishirous Schultern legte. „Sei-chan.“ Er lächelte erneut.

Etwas Kaltes, Schweres sank in sein Bewusstsein. „Spielen wir dieses Spiel also…“, sagte er und war selbst zu benommen um den Kuss nicht zu erlauben.

„Mhm.“ Subaru küsste seine Stirn.

Die Illusion von einem gleichwertigen Machtverhältnis zerbrach vor Seishirous innerem Auge zu tausend Scherben, die er zu müde und zu wenig naiv war, wieder zusammenzusetzen. Er sah zu, wie das Haus schon jetzt damit begann, die Kratzspuren an Subarus Körper zu heilen.

Seishirou schielte zu seiner Schulter, die noch immer wund war. Er knirschte mit den Zähnen. „Fein.“

„Ich werde Yuuto darum bitten, mir Kleidung für dich zu geben.“

„Wieso?“ Seishirou blinzelte. „Wenn ich das Haus nicht verlasse, könnte ich genauso gut den ganzen Tag nackt herumlaufen.“ Oder das Bett gar nicht erst verlassen, fügte er in Gedanken hinzu. Den Tieren in seiner Klinik war es wohl nicht viel anders ergangen. Eingesperrt in einem Käfig warteten sie auf ihren Tod. Nur dass Subaru ihm letzteres verwehrte.
Seishirou legte eine blutverschmierte Hand an Subarus Wange. Subaru neigte den Kopf in die Berührung. „Sag schon.“

„Weil sich die Dinge vielleicht irgendwann ändern.“

Wie gerne hätte er Subaru darauf hingewiesen, dass die Änderung in diesem Fall seinen erneuten Tod beinhalten würde. Doch jetzt war definitiv der völlig falsche Augenblick um Subaru gegen sich aufzubringen. „Meinetwegen.“

„Ich muss jetzt wieder gehen.“

„Du bist gerade erst gekommen.“

Subaru seufzte. „Als Sakurazukamori bekommt man nicht allzu viel Schlaf.“

„Nein…“ Seishirou ließ die Hand sinken. „Als Sumeragi auch nicht, oder?“

„Das ist vorbei.“ Subaru erhob sich vom Bett und ordnete seine Kleidung. Die Kratzer waren inzwischen wieder komplett verschwunden, als ob Seishirous Krallen die Haut nie berührt hätten.

Seishirou murrte leise und rollte sich auf dem blutigen Laken ein. Er beobachtete, wie Subaru ein frisches Hemd anzog, ein Taschentuch aus der obersten Schublade des Nachttischchens zog und die Körperflüssigkeiten aus seinem Schritt entfernte. Seishirou drehte sich auf die andere Seite.

Die Matratze neigte sich. Einer von Subarus Armen kam in sein Blickfeld, dann spürte er schon Subarus weiche Lippen an seinem Katzenohr. Es zuckte und Subaru nieste leise. „Ich werde Futter und Wasser für dich richten.“

„Futter.“ Seishirou lachte trocken. „Ja.“
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