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Resurrection, damnit!

von LeS Lenne
GeschichteHumor / P18 / MaleSlash
Seishiro Sakurazuka Subaru Sumeragi
02.07.2009
07.01.2011
18
25.130
 
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02.07.2009 1.847
 
Er sah ihn an und wusste, dass seine Wangen wohl genauso gerötet waren wie Subarus. Die Fingerkuppen waren schon verschrumpelt und ein Großteil des Wassers war verschwunden. Anstatt dessen füllten rote Perlen die Wanne. Es war noch immer schwül im Badezimmer, doch das wenige Wasser wurde mit jedem Moment kühler.

Seishirou erhob sich und hasste, wie nass sein Fell an Schwanz und Ohren klebte. Er stieg aus der Badewanne und schüttelte sich. Subaru folgte ihm, griff nach einem Handtuch und tupfte damit vorsichtig in Wuchsrichtung der Haare Schwanz und Ohren trocken.
Seishirou nahm tiefe Atemzüge. Subaru schob das Handtuch über seinen Körper, langsam, wie eine Schlange die sich um Äste herum zu ihrem Ziel schlängelte. Zart strich der raue Stoff über seinen Bauch und zwischen seine Beine, wo er einen leichten Druck verspürte. Subarus Finger pressten ihn an seinen Schritt. Seishirou zitterte und beugte sich unwillkürlich vor.

Das Pochen verschlimmerte sich.

Seishirou nahm ihm das Handtuch ab und begann im Gegenzug, Subaru abzutrocknen. Er ließ sich Zeit. Horchte, wie Subarus Atem schwerer wurde. Wie einzelne Brust- und Armmuskeln zuckten. Er schenkte Subarus Erektion nur kurz Aufmerksamkeit, zog das Handtuch darüber und warf es dann in die Wanne mit den Perlen. Normalerweise hätte er sie jetzt gereinigt; die Perlen mussten auf eine bestimmte Art und weise entsorgt werden.

Allerdings hatte das keine Eile.

Subarus Arme wanden sich um ihn. Seishirou schloss die Augen und lehnte den Kopf zur Seite. Ohne etwas zu sehen, ließ er sich von Subaru aus dem Badezimmer dirigieren. Ein kalter Luftzug strich über seinen Rücken, als sie den Raum verließen und in den Flur traten.

Er konnte erraten, wohin die Reise gingen. Der Teppichboden gab unter ihm nach, dann quietschte leise eine Tür. In dem Raum, den sie nun betraten, herrschte eine trockene Wärme. Seishirous Schenkel berührten weichen Stoff, der über einer Kante lag. Er öffnete die Augen, als Subarus Druck auf ihn zu hoch wurde und er auf die Matratze geschoben wurde.

Subaru lag schwer auf seinem Körper, doch war es eine angenehme Schwere. Auch er öffnete nun die Augen. Seishirou schluckte und bemühte sich zu grinsen, doch sein Herz schlug zu schnell und sein Schwanz schlug immerzu auf die Matratze. Seine Krallen fuhren aus und versteckten sich wieder, jedes Mal ohne Subarus Schulterblättern zu schaden.

Er hatte keine Zeit sich darauf vorzubereiten, was als nächstes kommen würde. Er konnte sich nicht konzentrieren und die einzig logische Möglichkeit, die ihm einfiel, beinhaltete Subaru, der mit hochrotem Kopf davon stürmte und sich währenddessen entschuldigte.

Subaru drang in ihn ein.

Seishirou miaute und schlug sogleich die Hand über den Mund. Er hielt die Augen fest geschlossen, hörte Subaru aber deutlich dicht an seinem Ohr lachen. Seine Muskeln entspannten sich. Er konnte Blut riechen – nur ein wenig. Er öffnete die Augen und starrte an die reinweiße Decke über sich.

Subaru bohrte sich tiefer in seinen Körper. Seishirou sah Lichtpunkte in der Luft tanzen. Subarus Hüften pressten hart in sein Becken. Der pure Druck allein hiervon hätte wohl schon dazu geführt, dass ihm wohlige Schauer den Rücken hinunterliefen. Mit Subaru tief in ihm brachte es ihn dazu, kaum seiner Schnappatmung Herr zu werden.

Als Subaru das erste Mal zustieß, biss sich Seishirou auf die Zunge. Die Hälfte eines Miauens war dennoch hörbar gewesen. Erneut lachte Subaru. Er stützte sich auf den Händen ab und sah zu ihm herab. Seishirou betrachtete das sanft lächelnde Gesicht und wünschte sich, seine Neugier wäre stärker gewesen als die Erregung.

Subaru beugte sich herunter und küsste ihn, seine Zunge warm und vorsichtig tastend. Seishirou erwiderte den Kuss und dank der Ablenkung miaute er beim nächsten Stoß tatsächlich, direkt in Subarus Mund. Er konnte das Grinsen auf seinen Lippen schmecken.

Seishirou schnaubte zwar leise, aber in seinem Kopf herrschten nur Schneeverwehungen. Er drückte den Rücken durch und Subaru, der anscheinend nur darauf gewartet hatte, begann endlich einen Rhythmus zu finden. Schnell und hart, und immer wieder lehnte er sich herunter um ihn zu küssen.

Es dauerte nicht lange. Seishirou schrie, atem- und fast lautlos, und wimmerte als die Kontraktionen des Orgasmus ihn durchzuckten. Er nahm kaum wahr, als Subaru stöhnend kam, tief in ihm vergraben.

Er sog soviel Luft in seine Lunge wie er konnte und blinzelte gegen die immer noch tanzenden Lichter an. Subarus Gewicht war wie eine Decke, warm und schützend. Als er von ihm herunterrollte, sich aus ihm herauszog, verspürte er einen leichten Stich zwischen seinen Beinen.

Den ersten klaren Gedanken, den Seishirou zu fassen in der Lage war, galt der Tatsache, dass er gerade seinen allerersten Orgasmus gehabt hatte. Die Intensität beunruhigte ihn. Es gab etwas, über das er keine Kontrolle hatte. Noch etwas! Und er war sich nicht sicher, ob das allein an diesem Körper lag.

Dann schnaubte er und schloss die Augen. Das entfernte wenigstens ein paar der Lichter aus seinem Blickfeld. Er hatte miaut. Nicht etwa gestöhnt oder geschrieen. Er hatte miaut wie eine Katze. Seishirou lachte, leise und trocken. Sein Hals fühlte sich rau an.

Er zog die Decke zu sich, setzte sich auf und wickelte sie um sich. Mit einer Hand fühlte er zwischen seinen Beinen. Alles war feucht. Er betrachtete seine Finger. Etwas Blut, weitaus mehr andere Körperflüssigkeiten. Er zog die Decke enger um seinen Körper, stand auf und verließ den Raum.

*

Im Wohnzimmer angekommen setzte er sich auf die warme Heizung und starrte den schneebedeckten Garten an. Er hatte mit Subaru geschlafen. Er konnte sich nicht erklären, wie es dazu gekommen war. Möglich, dass er als Katzengeist hin und wieder läufig wurde und ihn das nun seine Jungfräulichkeit gekostet hatte. Irgendwas an dieser Theorie störte ihn jedoch. Natürlich hatte er von Anfang an Probleme mit den neuen Eigenschaften einer Katze gehabt. Dass er sich nicht mehr gut hatte konzentrieren können und was für ein Interesse er plötzlich an Windspielen entwickelt hatte. Auch dass er häufiger müde war, oder ständig den Drang verspürte, sich mit den Tatzen säubern zu wollen.

Aber er war schon eine Weile im Katzenkörper gewesen, ohne jemals das Bedürfnis nach Paarung verspürt zu haben. Wieso sollte es ausgerechnet jetzt auftreten, da er einen halbmenschlichen Körper bekommen hatte? Es ergab keinen Sinn. Als ein Teil einer Erklärung konnte man es gerade noch durchgehen lassen. Aber er war mehr als bereitwillig gewesen… hatte sein Gehirn einfach zu schnell auf Paarungsmodus umgeschaltet? Konnte er wirklich diesem Körper allein die Schuld geben?

Ihm behagte es nicht, dass er sich darüber überhaupt Gedanken machte.

Die Tür quietschte. Seishirou sah nicht auf. Er wusste ja, dass niemand anders als Subaru im Haus sein konnte.

Subaru setzte sich zu ihm auf die Heizung, nur in Shorts und Jeans. „Es tut mir leid.“

Seishirou seufzte und sah ihn an. Subaru wirkte am Boden zerstört. Die Stirn lag in so tiefen Falten, dass sie kaum mehr zu zählen waren. Seishirou neigte den Kopf. Ein Ohr stellte sich auf, das andere zuckte nur kurz.

„Ich… hätte nie gedacht, dass…“ Subaru fuhr sich durch die Haare. „Aber warum hast du – du hättest…“

„Zuerst verführst du eine Jungfrau und dann fängst du an zu stammeln? Du bist wirklich niedlich, Subaru-kun.“ Er schmunzelte.

Subarus Augenbrauen schossen in die Höhe. „Du hattest davor wirklich noch nie Sex?“

Seishirou bereute seinen leichtherzigen Scherz mit sofortiger Wirkung. Er räusperte sich. „Warum hätte ich auch?“

Subaru zuckte mit den Schultern. „Ich weiß nicht. Ich hatte es wohl irgendwie angenommen, aber andererseits…“ Er lehnte sich ans Fenster. „Du hast mir gesagt, du hättest keine Gefühle.“

„Mhm.“ Seishirou nickte in Ermangelung einer besseren, wortgewandten Antwort.

„Aber gerade eben da bist du doch, ich meine, gekommen.“ Subaru wandte den Blick ab, stellte aber gleich wieder Augenkontakt her.

Seishirou verzog das Gesicht. Es passte ihm nicht, dass er sich noch immer zu luftig-leicht fühlte, um irgendeine Charade zu versuchen. „Was ist denn nun der springende Punkt, Subaru-kun?“

„Der springende Punkt ist, dass du erregt warst.“

„Das ist ein rein bio-chemischer Prozess.“

„Ist das nicht jedes Gefühl?“ Subaru zog die Brauen zusammen und verschränkte die Arme.

Seishirou knirschte mit den Zähnen. Er versuchte sich an einem möglichst wenig gequält wirkendem Grinsen. Als jemand der Medizin studiert hatte, konnte er da leider nicht widersprechen. „Nun. Ja. Schon. Und?“

Als Antwort lehnte sich Subaru vor und ließ seine Lippen über Seishirous schweifen. Ein schwaches Zittern durchfuhr ihn. Seishirou presste sich an die Wand direkt hinter sich. Im Gegensatz zum Heizkörper war diese kalt und unangenehm kantig, aber er blieb, wo er war. Was auch immer Subaru hatte verdeutlichen wollen – Seishirou hatte so seine Theorien – ihm gefielen die Andeutungen nicht.

„Hast du gelogen, als du gestorben bist?“ Subaru stützte die Hände zu beiden Seiten von Seishirous Kopf an der Wand ab. „Ich muss es wissen.“

In seinem Blick lag eine Dringlichkeit, die Seishirou sonst nur von Opfern kannte. Er öffnete den Mund um etwas zu sagen, blieb aber stumm. In seinem Kopf schossen Gedankenfetzen von einer Seite zur anderen. Bilder von sterbenden Menschen, ihre letzten Worte, das Gefühl von Subarus Arm, der in seiner Brust steckte, sein Herz zweiteilte. Seishirou setzte erneut zum Sprechen an und fand dieses Mal, wie er hoffte, die passenden Worte. „Ich habe viele Menschen sterben gesehen.“

Subaru runzelte die Stirn, legte sie an Seishirous. „Ich weiß.“

Seishirou blickte auf. „Sie alle hatten nur eines gemeinsam.“ Er schluckte schwer. „Gelogen haben sie nie.“ Es war völlig irrelevant, dachte er bei sich, ob er jetzt in diesem Moment die Wahrheit sprach oder nicht. Es war allerdings relevant, ob Subaru das glaubte. Wenn er Subaru auf seine Seite ziehen konnte, dann war es immer noch wahrscheinlich, dass er ihm irgendwann auf die nötige Bitte die richtige Antwort geben würde.

Eine andere Taktik wäre gewesen, Subaru erneut dazu zu bringen, ihn zu hassen. Aber das konnte er immer noch ausprobieren, wenn Plan A nicht funktionierte.

Subaru war äußerst still und wirkte auch äußerst angespannt.

Seishirou kaute auf seiner Unterlippe. Wie gern hätte er eine Zigarette geraucht. Wo Subaru sie aufbewahrte kam er mit seinen kurzen Beinen aber nicht hin. Er verfluchte den Körper zum hunderttausendsten Mal. Umso länger er in ihm gefangen war, desto mehr Negativaspekte zeigten sich. Das Verlangen, Subaru sofort zu bitten, wuchs beständig an. Wenn er nicht mit Bedacht vorging, würde ihn die Bittstellung womöglich für ein ganzes Leben in diesen Körper einsperren.

Subaru zog ihn in seine Arme. „Sag es bitte noch einmal.“

Seishirou verdrehte die Augen. Es gab wichtigere Dinge, über die er sinnieren musste. Der Tag hatte aber offensichtlich beschlossen, noch ein wenig schlimmer zu werden. Er setzte sich so aufrecht hin, wie es in Subarus Klammergriff nur möglich war. Es war erstaunlich einfach gewesen, die Worte zu sagen, wenn man dabei war zu sterben.

Er hob den Kopf. „Ich… habe dich immer…“ Wieder und wieder spielte sich vor seinem inneren Auge ab, was auf der Rainbow Bridge passiert war. Mischte sich mit Erinnerungen, die bald zehn Jahre alt waren. Schmerzen und Lachen, Zigaretten und Eiskrem, Handschuhe und Arztkittel. „… geliebt.“

Es überraschte ihn nicht, dass Subaru ihn fester umarmte. Noch überraschte es ihn, dass Subarus Kuss ihm wortwörtlich den Atem raubte.

Was ihn zutiefst überraschte, war wie schnell er all dies erwiderte.
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