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Resurrection, damnit!

von LeS Lenne
GeschichteHumor / P18 / MaleSlash
Seishiro Sakurazuka Subaru Sumeragi
02.07.2009
07.01.2011
18
25.130
 
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02.07.2009 785
 
Für einen Moment sah es ganz danach aus, dass Subaru aus dem Raum stürmen würde. Dann wurde er kalkbleich und sein Mund klappte auf und zu wie bei einem Koi-Karpfen. Seishirou leckte sich über die Lippen. Ein Fisch, ja, darauf hätte er jetzt gut Lust. Genau konnte er es nicht einschätzen, aber er hatte schon zu lange kein Futter mehr bekommen. Sein Grinsen wurde etwas spitzer. „Wie lange war ich hier drin?“
„Drei Tage“, sagte Subaru und knetete den Stoff seines Gewands.
„Meine Güte.“ Seishirou schüttelte den Kopf. „Wolltest du nicht einmal im Zoo arbeiten? Gut, dass man dich auf den richtigen Weg gebracht hat.“ Auch wenn er es jetzt auf interessante Art und Weise heimgezahlt bekam, dass Subarus Berufswahl aus dessen Händen gerissen worden war.
Subaru schob die Brauen zusammen. „Hattest du etwas mit dem Geist zutun?“
„Deine werte Großmutter?“ Seishirou schüttelte den Kopf.
Subaru atmete hörbar aus. „Hatte ich auch nicht erwartet“, murmelte er, gab aber nicht laut zu, dass Seishirou keinen hinterhältigen Angriff auf ihn geplant hatte. Seishirou schürzte die Lippen. Es wäre wohl zuviel verlangt gewesen, den vorurteilsbelasteten Schuldspruch offiziell zurückzunehmen.
Vielleicht half ein wenig Schieben. „Wenn ich nicht ganz falsch liege, war das nicht einmal ein Geist, oder?“
Subaru nickte. „Ein Fluch.“ Noch immer knetete er den Stoff. Seine Fingerknöchel waren weißer als sein Gesicht. „Jemand hat dieses Haus angegriffen, aber die Signatur… das kann nicht sein.“ Er schnaubte, den Blick auf den Boden gewandt.
„Wieso, zu wem gehörte denn die rachsüchtige Großmutter?“ Er hatte seine eigene Theorie aufgestellt, aber da er seine Ideen nur mäßig miteinander verknüpfen konnte, weil sein Gehirn auch in dieser menschlichen Katzengeistgestalt nicht dafür angelegt war, betrachtete er sie als fragwürdig. Ein paar Fakten ließen sich leicht zusammentragen: Es musste von einer sehr mächtigen Person kommen. Dass seine Magie reagiert hatte, obwohl sie eigentlich hätte versiegelt sein müssen, ja, ein Teil in Form des Auges, das Subaru nun trug (es stand ihm ausgezeichnet!), sogar noch auf dieser Welt verweilte, sprach ganz dafür.  Auch, dass diese Person das Aussehen des zwölften Sumeragi-Oberhaupts gekannt hatte, ebenso wie den Standort des Sakurazukamori-Anwesens, waren klare Indizien für einen Profi. Sicher kein anderer Onmyouji. Alle anderen Clans hatten vielleicht die Hälfte der Kraft, die bei Mitgliedern des Sumeragi- und Sakurazukamori-Clans völlig normal, sogar Voraussetzung für den Amtsantritt war. Und wenn man bedachte, dass durch die Fusion der Clans keine wirklichen Feinde selbiger übrig geblieben waren, dann konnte der Angreifer nur einer von zwei Gruppierungen angehören… den Himmels- oder den Erddrachen. Dass die Himmelsdrachen Subaru angreifen würden war wenig überzeugend – deren Kamui hätte das nicht zugelassen. Insofern man ihn darüber informiert hätte…
Da Subaru nun zu den Erddrachen gehörte und dort außer Kamui keiner Interesse am Belang der anderen Mitglieder hegte, war auch das unwahrscheinlich. Es musste aber jemand von ihnen sein. Als Katze hatte er natürlich nicht alles mitbekommen.
Subaru musste all das auch erkannt haben. Hatte er daraus die selben Schlüsse gezogen? „Oder willst du es mir lieber nicht sagen?“
Nach einem tiefen Atemzug hob Subaru den Kopf. „Wenn du wirklich der bist, der du vorgibst zu sein, dann… will ich das nicht.“ Der Anflug eines Lächelns war für Sekundenbruchteile zu erkennen gewesen.
Seishirou blinzelte ein paar Mal. Er lehnte die Schultern zurück. „Wie auch immer. Was gedenkst du nun zu tun?“

Was als nächstes kam, hatte er nicht erwartet; Subaru stand ruckartig auf und betrat den gezogenen Bannkreis. Mit wenigen, langen Schritten war er bei ihm angelangt. Seishirou öffnete noch den Mund, aber Subarus Hand an seiner Wange brachte ihn zum Verstummen. Die Nackenhaare stellten sich ihm auf, aber es war nicht unangenehm. Sein Katzenschwanz tanzte unkontrollierbar hinter seinem Rücken.
„Wieso? Ich verstehe nicht.“
„Das ist eine sehr lange Geschichte.“ Jetzt war sicher nicht der richtige Zeitpunkt, um sie zu erzählen. Subaru sah immer noch aus wie Kalkstein. „Und sie würde dich nur unnötig aufregen.“
Subarus Daumen strich über die Stelle, wo ein normaler Mensch Ohren gehabt hätte. „Das ergibt keinen Sinn.“
Seishirous Blick fiel unvermittelt auf sein altes Auge. Der Hohn ließ ihn die Stirn runzeln.
„Du“, krächzte Subaru. „Du wirst so bleiben.“
Seishirous Augen weiteten sich. „So?“ Nicht die schlechteste Idee. Wenigstens konnte er die Bitte formulieren und nicht nur klägliches Miauen von sich geben. Ob das zwingend für die Kommunikation von Vorteil wäre, musste sich erst noch zeigen, aber grundsätzlich war es wohl ein Vorteil. Seishirou seufzte.
„Fürs Erste“, sagte Subaru, legte einen Arm um Seishirous Taille und zog ihn dicht an sich heran.
Seishirou konnte an seiner Stirn Subarus Herz pulsieren fühlen, selbst durch den dicken Stoff des Gewands. „Subaru-kun?“
„Noch mal lass ich dich nicht gehen.“

Und das verkomplizierte die ganze Angelegenheit wieder über alle Maßen.
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