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university, family, and always my annoying step brother

von manney
GeschichteLiebesgeschichte / P12
Casey McDonald Derek Venturi
29.06.2009
14.10.2009
4
11.937
1
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Dieses Kapitel
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29.06.2009 3.945
 
endlich ein Update:
extra fix für Lady-Malfoy
vielen dank fürs *in den arsch treten*
DANKE FÜR ALLE REVIEWS, VIELEN VIELEN DANK
lg
manney


„Venturi-McDonald Residenz.“ erklang die Stimme seiner Stiefmutter.
„Hi, Nora.“
„Derek? Um Gottes Willen, wo seit ihr denn? Es ist schon nach zwei Uhr! Wir...“
„Wir sind direkt in einen endlosen Stau geraten und hatten mit den Cells die ganze Zeit keinen Empfang. Ich rufe gerade von einer Raststätte aus an. Die Straßen sind jetzt wieder frei, wir sollten also in ungefähr einer dreiviertel Stunde bei euch sein.“
„Gut, dann fahr vorsichtig und bis gleich und beeilt euch – Marti fragt schon alle fünf Minuten nach euch.“
Derek konnte sich seine kleine wuselige Schwester sehr gut vorstellen, wie sie an der Haustür stand, durch die bunte Fensterscheibe schaute und jedes Auto genauestens beobachte, darauf wartete, das eines endlich vor ihrem Haus stehen blieb.
„Bye Nora. Bis nachher“, er legte den Telefonhörer wieder auf, gab dem Raststättenbesitzer einen Fünfer und verabschiedete sich.

Als er wieder im warmen Auto saß drehte er die Heizung noch um einige Grade höher, ehe er sich wieder anschnallte und die Handbremse löste.
„Marti erwartet uns schon sehnsüchtig“, er grinste und reihte sich wieder in den Verkehr ein.
Casey grinste ebenfalls. Warum konnte Derek nicht zu jedem Menschen, eingeschlossen ihr, so nett sein, wie zu seiner Schwester Marti.
„Ich denke, sie erwartet nicht uns, sondern Santa Clause’s Wichtel, die ihr noch mehr Geschenke bringen.“
„Das gilt für dich, nicht aber für mich. Ich bin alles für meine Schwester.“
Casey erinnerte sich als der endgültige Abschied von zu Hause angerückt war. Marti wollte Derek gar nicht mehr loslassen. Es war so herzzerreißend und traurig, dass Casey gleich mit Marti zusammen geweint hatte. Oder vielleicht war es auch nur, weil sie nämlich mit Derek auf der gleichen Universität angenommen wurde, und sie damals noch gedacht hatte, dass sie sich vermutlich ständig über den Weg laufen würden – ein mehr oder weniger glücklicher Irrtum.
Sie waren sich in den ganzen Monaten nicht ein einziges Mal begegnet.
„Bist du aufgeregt?“, fragte sie bescheiden.
„Huh?“
„Bist du aufgereg...“
„Ich habe dich verstanden, Case“, er verdrehte die Augen theatralisch.
„Aber warum sollte ich aufgeregt sein? Das sind nur Dad, Nora, Lizzie, Edwin und Marti...“
Sie gab einen kleinen spitzen Schrei von sich, als sie ein Meilenschild sah, dass nur noch 20 Meilen anzeigte bis London.
„Uh,... ich bin aber aufgeregt“, sie setzte sich gerade hin und konnte ein beinahe hysterisches Lachen nicht länger unterdrücken.
„Ganz ruhig, Case. Wenn wir da sind, werde ich schnell mal reingehen und nette Männer in Weiß anrufen, damit sie dich dann an einen schönen Platz mit hinnehmen.“
„De-rek! Wenn du nicht aufgeregt bist, ich bin es. Und das ist kein Grund, gleich die Psychiatrie in Anspruch zu nehmen. Diese ist für Ernstfälle von geistig verwirrten Menschen da, damit diese irgendwann einmal...“
Er hörte nicht mehr hin. Es war so Casey-isch. Später, wenn er auf festem Boden mit ihr Stand konnte er ihr für diese wirklich lange Fahrt, in der sie geredet und geredet und noch mehr geredet hatte, auf seine höflichste Stiefbruderart danken und vielleicht würde er sogar noch auf seine Essenschlacht kommen.

Es war die letzte Ecke, um die sie biegen mussten. Den Highway hatten sie vor gut zwanzig Minuten verlassen und mit jeder Meile, die Derek zurückgelegt hatte wurde Casey zusehends nervöser, aufgeregter. Als ob es irgendein Contest war, den sie zu gewinnen hatte. Psychotikerin, dachte Derek ergeben.
Die Straße war zu beiden Seiten voll geparkt von eingeschneiten Autos. Und Derek betete zu Gott, dass die Einfahrt zur Garage vom Haus frei war, damit er dort vorfahren konnte.
Das Glück verließ Derek Venturi nie.
Rückwärts hochgefahren, noch einmal über das Lenkrad geschaut ob er gut stand, zog er die Handbremse, schnallte sich ab und entfernte den Schüssel.
Casey saß nur da.
„Case”, er verdrehte die Augen.
Schon wieder ließ sie dieses quietschende Lachen von sich hören, ehe sie sich abschnallte und ihn umarmen wollte, was er – wie immer – abblocken zu wusste.
Sie stiegen aus, Casey hatte gerade die Möglichkeit sich einmal von fast acht Stunden Fahrt zu strecken, als die Tür vom Haus aufflog und Marti stürmisch zu ihnen hinaus laufend rief:
„Sie sind da. Sie sind da.“
Auch wenn Casey schon ein paar Schritte auf sie zuging und die Arme weit aufriss für eine dicke Umarmung, Marti rannte einmal an ihr vorbei um das Auto herum und erklomm Dereks Körper, der sie in seinen Armen fest an sich drückte.
Es musste so sein, und Casey war so sehr gerührt, dass sie mit Tränen zu kämpfen hatte.
Gemeinsam legten sie die letzten paar Schritte zurück, ehe George, ganz der Gentleman, die Tür aufhielt und alle drei, Marti immer noch auf Dereks Armen, hinein bot und Casey gleich beim Ausziehen der Jacke behilflich war.
„Ich bekomme einen Kuss“, grinste George, wies auf sein Cappy mit dem daran befestigten Mistelzweig hin.
Und natürlich gab es für ihn rechts und links ein Küsschen auf die Wange von Casey, sein Sohn hingegen blockte vehement ab:
„Nicht mehr in diesem Leben, Dad.“
George, der dies natürlich geahnt hatte schaffte es wenigstens Derek in eine halbherzige Umarmung zu überreden.
„Aber ich will einen“, Marti zog ihren Vater auf ihre Augenhöhe in Dereks Armen und bekam einen Dicken Schmatz auf die Nase.
„Alles für meine kleine Prinzessin“, worauf Derek sie hinunterließ und sich aus einer Lederjacke befreite. Seine alte, dies konnte Casey sagen, war es nicht mehr.

Nachdem nun auch Marti Casey mit einer festen Umarmung begrüßt hatte, kamen erneute Schreie von Edwin und Lizzie, die wie eine Herde Elefanten die Treppe runterrasten und ihr um den Hals vielen. Ja sogar Edwin. Wäre Derek doch nur annähernd so wie seine kleine bessere Hälfte gewesen, wären in diesem Haus so manche Dinge heile geblieben.
„Hab ich euch alle drei vermisst“ kreischte sie vor Freude und bückte sich um Marti, Edwin und Lizzie alle auf einmal in eine Gruppenumarmung zu pressen.
„Hi Ed. Hi Liz”, meldete sich Derek knapp, ging an ihnen und der Tränen nahen Casey in die Küche vorbei. Er hatte Hunger.
„De-rek“, Casey erhob sich und stampfte ihrem Stiefbruder in die Küche hinterher.
„Wie wäre es, wenn du ihnen zeigst, dass du sie auch vermisst hast.“
„Sie sind 16 Jahre alt. Als ob sie das noch wollten.“
„Sie sind 14 und 15, De-rek. Fünfzehn, Lizzie wird am 13.Februar Fünfzehn und Edwin würde vielleicht auch ganz gerne mehr als ein „Hi“ von seinem Bruder als Begrüßung bekommen, wenn man diesen fast ein halbes Jahr nicht gesehen hatte...“
„Don’t get up in Space, Case” zog er sie auf.
„De-rek!“

Ein tiefes Seufzen war von George, Edwin, Lizzie und Marti zu hören, jenes von Casey oder Derek gar nicht wahrgenommen wurde.
„Die ändern sich nie“, seufzte Lizzie und bekam ein einverständiges Nicken von den Umstehenden.
Als Derek sich einen Joghurt aus dem Kühlschrank genommen hatte und ihn an der Kücheninsel vollkommen selbstverständlich löffelte, gab Casey auch langsam auf um keinen Augenschlag später sich perplex umzudrehen und festzustellen, dass ein wichtiges Familienmitglied fehlte – ihre Mutter.
„George, wo’s Mom?“, sie blinzelte leicht.
„Uhm...“
„Sie ist uhm...“
„Einkaufen.“
„Auto kaufen.“
Nun interessierte sich auch Derek für diese außergewöhnliche lügenreiche Konversation. Einkaufen, Auto kaufen? Waren Lizzie und Marti wirklich während seiner Abwesenheit so ehrlich geworden, dass sie nicht hätten einfach sagen können „eben kurz weg“?
„Wo. Ist. Mom.“
Casey stand auf und wollte gerade noch einmal fragen, als auf einmal die Stimme ihrer Mutter erklang.
„Geroge. Sind Casey und Derek schon da? Ich habe eben Gekreische gehört und...“ ihre Mutter kam gerade die Treppen vom Keller hoch blickte einer verdatterten Casey ins Gesicht.
Ihre Mutter hatte einen leichten ausgebeulten Bauch, dass sie durch ein schickes dunkelgrünes Babydollkleid gut zu kaschieren wusste.
„Mom“, schrie Casey und viel ihrer Mutter um den Hals, drückte sie ganz fest und bewunderte, wie gut sie aussah, obwohl sie ja so zugenommen hatte.
„Hat dich George auf den Junk-Food-Trip gebracht? Kaum zu glauben, kaum bin ich, deine kluge und weise und sportliche Tochter ein paar Monate weg, nimmst du sicher 20 Pfund zu“, stichelte sie spielerisch, wusste natürlich dass ihre Mutter im 5 Monat schwanger war.

„Casey“, schrie Derek schon beinahe aus dem Hintergrund. George und die Kids standen immer noch im Gang zwischen Küche und Wohnzimmer als sie sich zu Derek umdrehten, der sich an ihnen vorbei schob, direkt auf Casey zugehend.
„Klug? Weise? Gar Clever? Ich verstehe nicht, warum diese Familie dich dazu auserkoren hat. Nora ist nicht dick. Okay, Nora ist schon dick, und sicher hat sie zugenommen, doch aber nicht des Junk-Foods wegen.“
Casey verrollte die Augen.
„Du darfst Sarkasmus ja auch andauernd anwenden, also warum dann ich nicht?“
„Zur Hölle noch eins. Über noch ungeborene Martis macht man aber keine Witze, dass sie dick sind.“

„Ihr ändert euch nie“, schniefte Nora und rieb sich einige Tränen von der Wange.
„Aber das müsst ihr auch gar nicht. Ich bin so froh euch bei mir zu haben.“
Nora legte ihren Rechten Arm um Caseys Schultern und ohne, dass Derek ausweichen konnte, wurde auch er von ihrem linken Arm erfasst, fest zusammengedrückt.
Er deutete dies als eine diese Stimmungsschwankungen, für die schwangere Frauen ja angeblich prädestiniert waren.
„Nora“, er bemühte sich wirklich sich aus Noras Todesumarmung zu befreien, aber sie umklammerte seine Schultern so fest, dass er nur aufseufzen konnte wenn Nora und Casey fertig waren zu heulen.
Als ihm dann endlich die Möglichkeit gelassen wurde, sich wieder zurück in seinen Sessel zu lehnen aß er sein Sandwich genüsslich weiter und fragte, wann es denn nun eigentlich Essen geben würde.
„Uh... Gott, ja! Das hätte ich jetzt beinahe vergessen. Es geht heute alles ein wenig anders als normal zu. Wir werden heute Abend groß Essen. Sieben Uhr, so ungefähr.“
Derek schaute auf seine Armbanduhr:
„In vier Stunden erst?“, seine Nichtbegeisterung war ihm nicht nur in seiner Stimme anzumerken, sondern auch in seinem völlig verstörten Gesicht.
„Du isst doch jetzt, Derek“, rollte Casey die Augen, während sich Marti auf den Platz neben ihr setzte, wo eben noch Nora gesessen hatte.
„Und?“
„Casey meint, dass du vielleicht dann genauso dick ausschaust, wie Nora“, grinste die Kleine ihren großen Bruder an.
„Ich bin nicht dick“, ertönte Nora aus der Küche, und George, der gerade auf dem Weg zu ihr war, grinste viel sagend zu den dreien im Wohnzimmer.

„Wir könnten ja die Stunden bis zum Essen nutzen“, half Marti den beiden auf die Sprünge, als die nämlich nur dasaßen und erst Mal tief Luft holten.
Derek schielte mit halb geschlossenen Augen zu ihr hinüber.
„Nutzen, Smarti?“, fragte er scheinheilig.
„Uh“, sie schwenkte mit dem Kopf hin und her, zuckte die Schultern und warf die Hände zu beiden Seiten hoch.
Just in dem Moment kamen abermals Lizzie und Edwin die Treppen hinunter und erahnten, um welche Situation es sich handelte.
„Wir haben was von Geschenken gehört“, grinste Edwin und freute sich wie ein kleines Kind.
„Geschenke?“, kamen nun auch Nora und George aus der Küche zurück.
„Edwin. Jacke!“, war das einzige was Derek sagen musste, ehe sich Edwin schwermütig erhob und dem Befehl seines Bruder folge leistete.
„Ed, du bist nicht sein Hund“, setzte sich Casey ein.
„Ich will das Weihnachten aber noch überleben...“, wehrte Edwin mit seinem smarten Charme ein und gab Derek die Jacke, aus der er seinen Autoschlüssel kramte.
„Gut Case, du willst nicht, dass Edwin mein Hund ist...wie wäre es, wenn du dann für die armen Hausbrüder dieser Welt zum Auto gehst“, er warf ihr mit einem breiten Grinsen die Schlüssel über Martis Kopf zu.
„Warum? Es ist dein Auto“, sie schmiss die Schlüssel zurück.
„Es ist mein Auto, aber du bist mitgefahren und deine Geschenke sind da auch drin“, er warf den Schlüssel zurück.
„Dein Auto, du gehst“, die Schlüssel wechselten wieder im hohen Bogen den Besitzer.
„Ich Fahrer, ich bestimme, wer geht. Und das ist... genau: Unsere Princess Spacy“, die Schlüssel landeten in Casey Schoß.
„De-rek“, Case schmiss die Schlüssel abermals zurück, nur hatte Lizzie, die hinter der Couch stand, diese mitten in der Luft aufgeschnappt und wie auf Kommando erhoben sich Edwin und Marti, freuten sich wie Schneekönige und rannten ohne irgendwelche Jacken anzuziehen hinaus in die Kälte Kanadas, um ihre Geschenke hineinzuholen.
Derek seufzte, schloss die Augen, überkreuzte die Hände über dem Bauch und legte die Füße auf den Tisch. Casey musste weggucken. Er benahm sich... benahm sich, als ob das alles selbstverständlich war. Wie zu Hause – als ob er nie weg gewesen wäre.
George und Nora hatten sich in den Sessel gegenüber zusammen gesetzt und schauten sich verliebt an. Grinsten immer wieder zu Casey und Derek hinüber.

Als alle Geschenke und sogar die Reisetaschen von Casey und Derek hineingeholt worden waren, setzte sich Casey an den Rand der Couch, neben ihr Lizzie, dann Edwin und Marti irgendwo zwischen der Lehne des Sofas und Dereks Lehnstuhl.
Die Kids hatten die Geschenke sogar feinsäuberlich erst einmal unter den gold-rot geschmückten Tannenbaum gelegt.
Doch als dann George nach einer kleinen Weile der angenehmen Festtagsstille so etwas Tarzanähnliches schrie, wie „auf sie mit Gebrüll“ stürmten vorne Weg er selbst und Edwin zu den Geschenken, und ein bissen bedächtiger, aber immer noch sehr aufgeregt Derek Marti und Lizzie.
Derek, weil er gesehen hatte, dass da schon einige Geschenke vorher drunter gelegen hatten. Er war wirklich manchmal, wie ein kleines Kind. Casey amüsierten diese Festtage ungemein.

Vorneweg bestaunten Nora und George erstmal die wirklich tollen Verpackungen, die Derek für seine Geschenke hatte, alles in einem Goldton gehalten mit roten und grünen Schriften draufgedruckt.
„Die hast du doch nie im Leben selbst verpakt“, stichelte Casey. Sie hatte sich wenigstens die Zeit genommen und jedes einzelne Geschenk mit ihrem Herzblut und ihrer Liebe einzuwickeln.
„Wozu gibt es Kaufhäuser die so was freiwillig machen“, er atmete überlegen die Luft aus.
„De-rek. Wenn man Geschenke einpackt – selbst -  dann ist das etwas ganz besonderes, weil man an jeden, den man beschenkt noch einmal...“
Es machte ein paar Mal hintereinander Ratsch und das erste Goldpapier von Derek, Caseys silberblaues und George und Noras buntes mit lustigen Santa Clause Männern flog durch die Luft.
Lizzie freute sich wahnsinnig über einen Gutschein für einen modisches Möbelhaus für ihr neues Zimmer von Nora und George.
Edwin schaute perplex, als er einen Ipod von Derek geschenkt bekommen hatte – er hätte nicht gedacht, dass sein Bruder ihm endlich mal etwas vernünftiges Schenken würde.
Und Marti. Marti war glücklich über diese kleine Karte, die ihr die Möglichkeit gab jederzeit des Jahres in den hiesigen Themenpark gehen zu können.
Lizzie drückte George und ihre Mom ganz fest, Edwin bedankte sich bei Derek mit einem Daumen hoch für den Ipod und Marti rutschte zu Casey und bekam eine große dicke Umarmung von ihr. Was hatte Casey Marti in den letzten Monaten vermisst.

In der zweiten Runde, wollten George und Nora Derek um den Hals fallen, schließlich würde es, sobald der oder die Kleine erstmal da war, kaum möglich noch einen Abend einmal auszugehen und dann auch noch in Starlight Express.
Derek bekam von den Beiden einen kleinen 17“ HDTV – hieß dies so(?), Casey war sich nicht so sicher. Marti bekam für sich – nicht zuletzt aber auch für die Familie – eine weiße Spiel-Konsole mit dazugehörigen CD’s. Sie kam gar nicht mehr aus dem Staunen heraus.
Edwin packte zunächst ein weiteres Geschenk von Casey aus. Die kleine Minikamera war absolut sein Fall.
„Die ist großartig Casey, die ist fast so klein, damit könnte man viele geheime Dinge beobachten“, Casey steckte Derek daraufhin nur die Zunge hinaus, worauf der nur seine Augen rollte und nach einem neuen Geschenk angelte, während Lizzy Dereks Geschenk auspackte und errötete. Sie freute sich sehr darüber, machte aber dennoch keine Anstalten Derek zu Umarmen, er würde es ja doch nicht zulassen.
Aber warum war sie errötet? Ein Blick von Casey zu Edwin gab ihr Klarheit. Die beiden waren zusammen?! Sie musste grinsen. Wie süß. Der Ipod für verliebte im Partnerlook. Derek machte wohl doch nicht alles falsch in seinem Leben, im Gegenteil. Vermutlich hatte er davon sogar schon gewusst, und deshalb eben für beide die gleichen Geschenke ausgesucht. Er hatte sich wohl doch ein bisschen geändert in den letzten Monaten – zum positiven  musste Casey anerkennen.

Derek übergab Lizzie ein weiteres Geschenk, was noch unter dem Tannenbaum lag. Die Digitalkamera von Casey, die von einer überglücklichen kleinen Schwester umarmt wurde, und sich hunderte Male bedankte, dass sie ihren Wunsch Ernst genommen hatte.
Edwin holte sich noch ein weiteres Geschenk, von seinem Dad und Nora bekam er ähnlich wie Lizzie eine Gutschein, allerdings für ein Mounten-Bike.
Nun war Casey an der Reihe, fast schon stolz überreichte George ihr einen mittelgroßes Päckchen und ein kleineres.
„Was ist denn da drin?“
„Case, mach es verdammt noch mal auf, dann siehst du es doch...“, kommentierte Derek genervt.
Casey begann mit dem kleinen Päckchen kreischte laut los, viel erst George um den Hals, und dann drückte sie ihre Mutter, die immer noch im Sessel saß und Fotos ohne Ende schoss.
„Das sind doch nur ein paar Stifte“, erwähnte Edwin, als er in das halbausgepackte Geschenk reinschaute.
„Das sind keine einfachen Stifte, Ed“ residierte Casey.
„Das sind Füllfederhalter...“
„Wer sagt denn heutzutage noch Füllfederhalter? Das Ding heißt Pen“, lachte Derek.
„Kugelschreiber und Druckbleistift – mit Gravur. Und nicht nur Casey, oder McDonald. Sondern Casey McDonald“, fuhr Casey fort, als ob Dereks Unterbrechung gar nicht statt gefunden hätte.
Sie setzte sich wieder auf ihren Platz und packte ihr zweites, schweres und allen voran dickes Geschenk aus – erahnte schon, dass es sich um ein Buch handeln könnte.
Sie bekam den Mund nicht mehr zu, als sie schon den Einband gelesen hatte und schrie vor Freude, dass sich ihre Mitmenschen im Raum besser die Ohren zugehalten hätten.
„Danke. Danke. Danke. Danke. Danke. Danke. Danke. Danke. Danke. Danke.“
Marti, Lizzie, Edwin und selbst Derek guckten Casey über die Schulter und waren bitter enttäuscht, als sie nur ein einfaches Buch zu Gesicht bekamen.
„Typisch Princess. Das ist ’n Buch!“, räumte Derek auf und es wunderte ihn, das Caseys Grinsen und Straheln trotz seiner Bemerkung nicht einen Bruchteil abgenommen hatte.
„Es ist nicht nur ein Buch. Es ist Das Buch. Das ist der Civil Code. Weißt du eigentlich wie verdammt schwer das ist, diesen Schinken in der Uni-Bibliothek zu leihen? Weißt du eigentlich wie viel Zeit ich mir damit spare... Das ist unglaublich George. Ich wollte es mir so oft kaufen, aber frag mich nicht, vergriffen, warten Sie bis zur neuen Auflage, neuste Auflage vergriffen... Danke“, sie wischte sich die Freudentränen aus den Augen und drückte George, der sich wieder zu Nora gesetzt hatte, mit ihrer Mom zusammen und konnte es kaum in Worte fassen.
„Nerd“ lachte Derek und ließ sich wieder auf seinen Platz plumpsen, schob die eingepackte Leinwand zu seinem Vater, die dieser mit einem Stirnrunzeln zu sich nahm.
„Also das... uhm...“ begann Casey.
„Also hätte ich gewusst das Nachwuchs unterwegs ist, hätte ich noch so lange gewartet. Aber, da mir hier ja niemand irgendwas gesagt...“ Es gab wieder dieses schöne Ratschen von Papier, als Nora und George gemeinsam das Bild auspackten und hinter jenem ihre Gesichter versteckten.
Es war eine Weile lang Still.
Derek sah sich schon triumphieren, gab Casey sein überlegenes Lächeln, das ganz klar zu deuten war: „Ich hab es dir doch gesagt“ Casey atmete tief ein, wollte nicht seufzen, als ihre Mutter aufsprang und Casey fest in die Arme schloss:
„Das ist mit Abstand das beste Weihnachtsgeschenk, was du dir je hast einfallen lassen hast, Casey“, ihre Mutter weinte wieder, und sie konnte auch sehen, dass George ein wenig glänzende Augen zu haben schien.
Lizzie, Edwin, Marti und Derek stellten sich neben den Sessel auf dem George saß um das Bild zu sehen, und Derek war der Erste, der nach Luft schnappte.

Es war wirklich unglaublich gut. Mehr gab es dazu eigentlich gar nicht mehr zu sagen.
Es war eigentlich nur abgezeichnet von einem kleinen 10 x 15 cm Foto, doch es sah so viel... ästhetischer aus. Eben sehr viel persönlicher als nur ein Foto.
Derek zog seine Lippe zu einer Seite hoch, bedeutete mit seinen Augen, dass er verloren hatte und zeigte ihr einen Gaumen in die Höhe. Casey lächelte unter Tränen. Nur gut, dass sie daran gedacht hatte wasserfeste Wimperntusche aufzulegen, was wäre ihr Make-Up routiniert gewesen!
Als ihre Mom sich nach einiger Zeit beruhigt hatte für so ein hübsches Geschenk, und auch George sie noch einmal wirklich fest gedrückt hatte, meldete sich Marti zu Wort:
„Smerek, hast du nicht was vergessen?“
„Hab ich?“, lachte er, griff neben sich und überreichte Marti einen großen Karton. Nachdem auch hier ein Ratschen zu hören war, kam ein brauner Pappkarton zum Vorschein, der auch nur kurz Martis kleinen starken Fingerhändchen überlegen war. Als die ersten DVD-Hüllen der großen Disney-Collection zum Vorschein kamen, schaute Marti von den Filmen zu Derek und wieder zum Karton, dann nochmals zu Derek.
Casey beugte sich hinüber und las im Stillen einige Filmnamen.
„Was ist, Smarti?“, Derek verstand nicht, warum ihn seine kleine Schwester so... überfordert anschaute, bis Casey hinter ihnen in schallendes Gelächter ausbrach.
„Sag Derek, hast du Marti jemals gefragt, welche Disney-Filme sie überhaupt hat?“
Er zog die Augenbrauen hoch, begriff den Sinn ihrer Frage nicht so ganz, wurde nur unsicherer, als auch wissendes Grinsen von Lizzie, Edwin und den Eltern hinzukam.
„Nein, Casey, hat er nicht“ lachte Marti heiter, und Casey bewunderte sie dafür, dass sie ihrem älteren Bruder nicht böse war, dass er vermeintlich alle die Filme gekauft hatte, an der Zahl fünfzig Stück, die sie sowieso schon hatte.
Letztendlich stellte sich jedoch heraus dass er „nur“ 19 DVDs wirklich doppelt gekauft hatte, und da blieben noch eine ganze Menge Klassiker, die Marti zu schauen hatte.

Casey allerdings konnte sich vor Lachen kaum auf dem Sofa halten und lief rot an. Ja Derek, der ausgerechnet für Marti alles richtig machen wollte griff herbst ins Kloset.
„Hör auf zu lachen, Case“, grummelte er über die Köpfe der Geschwister hinweg und George und Nora machten weiter Fotos.
„Und was wenn nicht? Willst du mir eine falsche DVD über den Kopf ziehen?“ sie hatte schon leichten Schluckauf vom Lachen und Seitenstiche sowieso, bis Derek aufsprang und über das Sofa zwischen Marti, Edwin und Lizzie zu Casey stieg, diese sich aber geschwind von der Couch bewegt hatte kurz noch auf dem Boden rumrobbte ehe sie die nötige Kraft durch das viele lachen hatte, aufzustehen.
Sie hörten weder auf Nora, noch auf George rannten ein paar dutzend Mal um die Kücheninsel herum, als ob es für zwei halbwegs erwachsene Menschen das normalste auf der Welt wäre.
Nora tippte sich nur leicht an die Stirn, während ihr geliebter Ehemann alle Mühe hatte nicht in schallendes Gelächter auszubrechen.
„Sapcey“, grollte Derek, worauf ein:
„De-rek“ zurück kam und die Küche danach verlassen wurde, genau in dem Moment, als ea an der Haustüre schellte und George um Ruhe bat, aber Derek Casey gerade gefangen hatte und an Ruhe, als damit in Verbindung „Aufhören“ stand, war nicht möglich.
Um so schlimmer war es, als George die Tür öffnete und drei sehr bekannte Personen hinein traten.

„Casey“, ertönte die helle Stimme ihrer Cousine, die in einer eindeutigen Hollywoodpose, ein Bein hoch angezogen und die Arme überschwänglich nach oben geworfen, im Eingangsbereich des Hauses mit ihren Eltern stand.
Casey drehte sich der Magen um – nur gut, dass sie heute noch nichts gegessen hatte.
Das Lachen verstummte augenblicklich, ihre Augen waren Schockgeweitet, ihr Mund offen und trocken, als ob sie monatelang nichts getrunken hätte, und das Derek sie immer noch um die Hüfte umklammert festhielt und sie bis eben noch hier du da in den Oberschenkel gepiekt und gekniffen hatte, waren vergessen.
Sie schluckte:
„Vicky?“


tbc
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