university, family, and always my annoying step brother

von manney
GeschichteRomanze / P12
Casey McDonald Derek Venturi
29.06.2009
14.10.2009
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11.937
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29.06.2009 2.996
 
Hallo liebe Leute,
die ist meine erste LWD (Mensch, Derek) Fanfiktion *huhu*
jups, ich liebe Dasey, icch weiß nicht, warum Disney und der kanadische FamilyChannel das Potential nicht gesehen haben woraus diese Bezihung bestandt, aber gut... deshalb also meine FF dazu *jigs*
uhm, ich muss gestehen, dass ich glaub ich nur zwei DEUTSCHE folgen gesehen habe, dafür aber SÄMTLICHE original-Episoden, weshalb die FF auch Spoilers aus dem Finale hat.
Wer also das Ende von LWD, also Mensch, Derek noch nicht kennt, sollte vielleicht ab hier NICHT weiterlesen.
Ich bedanke mich bei JesterDalaforDasey (Youtube-Account), die so unglaublich intensiv und kontinuirlich alle Folgen gepostet hat.
lg
manney



university, family, and always my annoying step brother
Chapter 1


Sie hatten sich nichts zu sagen.
Oder hatten sie sich etwas zu sagen, nur niemand wollte anfangen, etwas zu sagen, weil das was sie sich möglicherweise zu sagen hatten nur wieder einen Streit mit sich bringen würde – und das an den wichtigsten Feiertagen des ganzen Jahres?
Nein, dachte Casey McDonald. Sie würde so oder so schon einen Heidenärger mit ihrer Mutter bekommen, wenn sie ihr erstmal erzählen – beichten – müsste, dass sie nicht wie geplant bis zum 13. Januar des neuen Jahres bliebe, sondern gleich am Neujahrestag wieder verschwinden würde.
Sie seufzte. Schweigen war eines der wenigen Dinge, die sie so gut wie gar nicht beherrschte, auch wenn als Ansprechpartner nur ihr Stiefbruder Derek am Steuer für die nächsten vier Stunden in Frage kam. Die vielen gestauten Worte, die in ihrem Hals stecken blieben, Buchstaben, die sie aneinanderreihen könnte, zu präzisen Sätzen, wie denn eigentlich für ihren Fahrer das erste knappe halbe Jahr des Universitätsleben angefangen hatte.

„Was ist Spacy?“
Flippe um Himmels Willen nicht aus, es ist Derek, der wird sich nie ändern – nie, hörst du! Tu einfach so, als ob es dich nicht stören würde, dass er nach fast vier Jahren deinen Namen immer noch nicht ganz zu kennen scheint.
Sie seufzte abermals:
„Es ist Casey! C-a-s-e-y! De-rek!“, ein kleines Grinsen umspielte ihre Mundwinkel. Sie würde sich sicher auch niemals ändern, zumindest nicht in der schwierigen zwischenmenschlichen Beziehung, die sie mit ihrem Stiefbruder zu haben pflegte.
„Yaeh, yaeh. Also, was seufzt du?“
„Interessiert es dich denn?“
Er gab ihr diesen Blick, diesen unsagbaren Blick, der ihr bedeutete, dass wenn er schon fragte, sie doch gefälligst zu antworten hatte.
„Ich fragte mich, wie ich am besten das Schweigen umgehen konnte, dass sich breit gemacht hatte.“
„Uh-oh! Sag nicht, du textest mich jetzt den Rest der Fahrt zu, oder?“
Sie verdrehte die Augen.
„Nein, natürlich nicht!“
Er knipste den Knopf für das Radio an und heraus kam prompt eine geballte Ladung Acid Rock, die das Auto vibrieren ließ und sicherlich den Schnee vom Dach schieben konnte.
Netterweise bemerkte er selber, dass dieses ohrenbetäubende Geräusch – Casey war sich sicher, das war keine Musik – einfach zu laut war und drehte deshalb den Knopf nach links.
„Gosh...“
Er schüttelte darauf nur den Kopf, sein immer noch dämliches Grinsen hatte sich auf seinem Gesicht breit gemacht und er fuhr auf den Highway.
Sie waren nun sicherlich schon eine halbe Stunde gefahren und außer irgendwelchem weiteren Rock hatte das Auto keine Geräusche in sich. Casey seufzte noch nicht mal mehr. Er wollte nicht reden, so viel stand fest.

„Hast du mal irgendwas von Emily gehört?“
Fast schon glücklich, dass er anscheinend doch nicht vorhatte den Weg bis nach Hause – nannte man es denn eigentlich noch zu hause, auch wenn man ausgezogen war(?), Casey philosophierte schon seit geraumer Zeit darüber – mit ihr schweigend dazusitzen, drehte sie sich ein wenig im Sitz und guckte ihn friedvoll an.

„Ja,  wir schreiben mindestens einmal die Woche.“, Casey setzte den Finger an ihr Kinn, überlegte einen Moment.
„Also sie ist dir nicht mehr böse, falls du das wissen willst.“
Doch Derek Venturi hatte nur ein Augenrollen für sie und ihre suggestive Stichelei übrig.
„Taktvoll, wie eh und je...“, brummelte er.
„Huh?“, sie neigte den Kopf einen kleinen Tick nach rechts.
„Und du? Anscheinend bist du weniger darüber hinweg, dass ich mit Emily Schluss gemacht habe, oder?“
Casey setzte sich wider vernünftig in den Beifahrersitz und wusste nicht so recht, ob sie antworten wollte, bzw. konnte.
„Keine Antwort ist...“
„Es ist nicht so, dass... uhm...“
„Spuck es aus.“
Sie bewunderte seine Ruhe. Er war wütend, beleidigt, angepisst – ja Casey kannte diese Ausdrucksweise – vielleicht auch ein bisschen gekrängt, dennoch fuhr er gut über den Highway, weniger ruppig als er es noch vor fast einem halben Jahr zu tun gepflegt hatte.
Sie wollte anfangen, mit „versprichst du mir, dass...“ doch sie befand, dass mit achtzehn Jahren kindisch und albern klang, fast schon grotesk.
„Ich habe es kommen sehen.“

Derek vergas den Gang runterzuschalten und die Motorenumdrehungen vervielfachten sich drastisch, bis er nach einigen Augenblicken verstand was sie gesagt hatte, und was noch viel schlimmer war, ihr auch noch glaubte!
„Wie darf man das verstehen?“
Sie holte tief Luft:
„Versteh mich um Gottes Willen nicht falsch und lass mich nicht an der nächsten Raststätte einfach stehen“, er grinste, ja, das könnte er machen, wenn sie für ihn zu viel Unsinn sprach. „...Ich habe dir, vor allen Dingen aber Emily alles Gute gewünscht, und dir hätte etwas besseres als Emily gar nicht passieren können, aber... uhm... ich denke, also ich habe mir schon damals gedacht, dass sie und... uhm... jemand anderes einfach wie für einander gemacht waren... sind.“
„Moment... du bist unkomfortabel“, ja selbst ein Derek Venturi hatte in der Uni gewisse Worte gelernt. „...Mit mir, obwohl Emily schon längst jemand anderen hatte als ich...“
„Nein!“, sie stöhnte ergeben die Luft aus.
„Siehst du, du verstehst mich falsch. Es wurmt mich nicht, oder hat mich nie gewurmt, dass du mit ihr Schluss gemacht hast, sondern wie!“
„Drama Queen!“
Es folgte eine längere Pause im einvernehmlichen Schweigen.

„Es ist einfach schlichtweg falsch, jemanden per E-Mail abzuschieben.“
Er legte den Unterarm auf die Lehne des Fahrersitzes am Fenster und rieb sich die in Falten gelegte Stirn.
„Meine Prepaid-Karte war leer, das Telefon war andauernd von Loyd in Beschlag genommen und Kleingeld um zur nächsten Telefonzelle zu gehen war auch gerade nicht da. Was hätte ich denn bitteschön tun sollen?“
„Uhm,... warten, bis das Telefon wieder frei würde, zur nächsten Tankstelle fahren, dir eine Cashkarte kaufen, andere fra...“
„Ich hatte es eilig!“
„Man hat es eilig, jemanden aufs Abstellgleis zu schieben?“, ihre Stimme hatte mit jedem Wort ein klein bisschen an Höhe gewonnen.
„Spacy, ich bin dir keine Rechenschaft schuldig.“
Rote Kreise hatten sich auf ihren Wangen breit gemacht, ja sie wäre mit Sicherheit wie eine Rakete in sämtliche Himmelsrichtungen explodiert, wenn sie sich der Situation nicht bewusst gewesen wäre, dass Streiten A) beim Autofahren mehr als unangebracht ist, B) die Festtagslaune nicht gerade gehoben hätte und C) über eigentlich schon abgeschlossene Dinge, die ja eigentlich nun wirklich nicht sie betrafen, einfach nur vergeudete Zeit und Energie war. Sie seufzte, ließ sich in dem bequemen Sitz untergehen, überkreuzte die Arme über ihrer Brust und schaute von ihm weg aus dem Fenster:
„Und es ist Casey, Casey! C-a-s…”
„E-y! Ich weiß, Spacy!“, sein Grinsen war auf sein Gesicht zurückgekehrt, auch ohne dass sie ihn anschauen musste, wusste sie dies.

Sie musste wohl ein wenig eingenickt sein, denn als sie die Augen wieder aufschlug stand der Wagen an einer Tanksäule und Derek war verständlicherweise nicht anwesend. Als er kurze Zeit später sich in den Fahrersitz zurückschob, verpackte er noch schnell einen karierten Zettel in seinem grauen Lederportmonee. Casey konnte auch mit müden Lidern die Handschrift einer Frau und einer Telefonnummer erkennen.
Derek – wie er leibt und... uhm liebt?
„Wieder wach?“
Sie nickte nur, lehnte sich ein bisschen an die Tür und schloss abermals die Augen.
Er ließ den Motor an, und war innerhalb weniger Minuten wieder auf dem Highway.
„Mit wem ist Emily denn jetzt eigentlich... zusammen?“

Casey, eben noch leicht schlaftrunken - Himmel, sie waren aber auch früh losgefahren, hätte sie dem Langschläfer neben ihr gar nicht zugetraut, dass er schon um sechs Uhr losfahren wollte - war nun hellwach.
Es war selten gewesen, dass Derek sie irgendetwas persönliches gefragt hatte. Er war Gefühlen gegenüber schweigsam und nur in wenigen Momenten wirklich freundlich, umso mehr sträubte es sie, ihm seine gerechtfertigte Frage, nicht beantworten zu wollen. Ja, sie wollte nicht. Er würde sich aufregen, vielleicht würde er auch glatt einen Unfall bauen...
„Case?“
Auch dies war ein falscher Name, da fehlte immer noch ein Y, aber es war schon näher dran, als Spacy.
„Sheldon Schlepper“, murmelte sie, doch Derek verstand - und wie er verstand.
Er ging in die Volleisen, die Reifen quietschten, und Casey, trotz Sicherheitsgurt wäre beinahe ins Handschuhfach gepresst worden.
„Bist du denn des Wahnsinns, De-rek?“, motze sie, schaute voller Furcht erstmal in den Rückspiegel, atmete weniger zittrig aus, als noch beim ersten Atemzug, als sie sah, dass kein einziges Auto hinter ihnen war.
„Schlepper?“, er guckte Casey an. Und sein Blick, war... undefinierbar zu beschreiben.
„Sheldon Schlepper?“
„Uhm...“, sie biss sich auf die Lippe. Dass Derek so überreagieren würde hatte sie nicht geahnt.
Der Wagen setzte sich wieder in Bewegung, sie konnte ihm nicht in die Augen sehen. Hatte viel zu viel Panik, dort mehr als nur Wut zu sehen. Traurigkeit! Sie konnte viele Dereks handhaben, sie konnte allerbest den Der-ek handhaben, aber einen traurigen Derek? Einen verletzten Derek?
„Ich versteh es nicht.“
Immer noch wagte sie nicht in sein Gesicht zu schauen; auf einmal war der kleine helle Fleck neben der Heizungslüftung unheimlich interessant geworden.
„Da hatte jemand mich. Also wirklich mich und musste dann an Sheldon Schlepper denken... Und den dann auch noch nach mir vorziehen?... Ts, Ts, Ts,... was für eine Verschwendung meiner selbst!”, er lachte hell auf und schlug einmal kurz auf den Lenker.

Casey drehte sich geschwind zu ihm um.
Definitiv, das war Derek, nicht? Genauso war er doch immer. Aber Casey war nie froher gewesen, dass es ihm dennoch gut ging.
„De-rek! Idiot! Du hättest uns mit deiner gespielten Melodramatik fast umbringen können!“, sie schlug nicht gerade zimperlich auf seinen Arm.
Er lachte weiter:
„Während der Fahrt hat man nicht den Fahrer zu schlagen – das ist ein ungeschriebenes Gesetz, Princess.“

Mit einem wütenden „Urgh“, und ein tiefes Brummen, überschlug Casey ihr linkes Bein über das rechte und verschränkte die Arme über ihrem Bauch. Das konnte noch eine lange Fahrt werden.
„Und geht es den beiden gut?“
Casey zog eine Augenbraue hoch. Er war wirklich sehr interessiert?
„Ja... uhm, also Emily geht es gut.“
„Ich hätte ihr nicht zugtraut, dass sie ihn zurücknimmt. Du hast zu viel auf sie abgefärbt.“
Ihre Stirn legte sich in Falten: „Wie darf ich das denn verstehen?“
Derek schaltete in den fünften Gang hoch: „Emily. Ich dachte sie sei so nachtragend wie du!“
Ihr Mund blieb offen stehen. Casey – nachtragend? Niemals!
„Ich bin überhaupt nicht nachtragend“, wehrte sie vehement ab, wofür Derek nur ein Augenrollen hatte.
„Spacy, glaub mir, du bist nachtragend. Wie auch immer...“
„Emily geht es jedenfalls gut. Und solltest du ihr über die Feiertage über den Weg laufen, brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Dein Kopf wird wohl immer noch dran sein, wenn du wieder fährst“, sie griente ihn schelmisch an.
Doch Derek hatte ihren genauen Wortlaut genau wahrgenommen:
„Wieso ich? Fahren wir nicht beide zurück?“
„Nein.“
Stille herrschte.
„Und warum bin ich der Letzte, der das erfährt? Wann hattest du denn gedacht wieder zurückzufahren und vor allen Dingen – wie? Meinen Wagen nimmst du...“
„So was schimpft sich öffentliches Verkehrsmittelnetzwerk von Zügen Bussen und U-Bahnen!“
„Du willst dich allen Ernstes sechs Stunden in einen Zug setzen müssen und wer weiß nicht wie oft umsteigen? Warum bleibt es nicht beim geplanten 13. Januar?“
„Weil ich wichtige Dinge zu erledigen habe.“
„Die da wären? Es ist Lizzies sechzehnter Geburtstag, das ist für Chicks doch ganz schön...“
„Es ist ihr Fünfzehnter – immer noch! Und nenne sie nicht „Chick“! Sie ist nicht mit deinen Weibern zu kompensieren. Merk dir das.“
„Fünfzehnter? Wer wird denn dieses Jahr, nächstes Jahr denn noch mal sechzehn?“
Derek überlegte tüchtig, als Casey ihm dieses schwere Übel abnahm.
„Sams Schwester, De-rek.“
„Stimmt, wusste ich natürlich“, behauptete er selbstsicher.
„Ja, natürlich“, grummelte sie, deutlich sarkastisch.
„Hast du was gesagt, Spacey?“
Sie erwiderte nichts darauf.

„Was hast du denn an Weihnachtsgeschenken gekauft?“, fragte Casey dieses Mal nach einer kurzen stillen Pause.
„Du siehst es doch nachher sowieso...“
„Aber ich würde dennoch ganz gerne...“
„Für Edwin gibt’s einen blauen Ipod, für Lizzie einen in rot, für Nora und Dad Karten für so’n Musical auf Rollerblades, und für Marti...“, er grinste viel sagend. Ja, Marti war für ihn schon immer etwas ganz und gar besonderes gewesen.
„Für Marti gibt es eine ganze Collection!“
Casey gab ihm die Augenbraue und einen biss auf die Unterlippe. Eine Collection?
„Eine Collection? Von was? Mianka, Joop, Lagerfeld, Jean P...“
„Marti ist zehn, Casey“, er sagte es, als ob dies alles erklären würde.
„Ja eben, also was für eine Collection?“
„Du gibst nicht auf, bis du s weißt, oder?“
„Nein.“
Er seufzte fast schon gequält auf: „Disney-Collection.“
Casey queitschte vor Freude auf, sie selbst war ein Anhänger und Liebhaber alter, aber auch einiger neuerer Disney-Filme.
„Wie süß,... was denn für welche...“
„Viele.“
„Nun sag schon?“
„Vergiss nicht, das ist ein Geschenk allein für meine Schwester. Für meine Lieblingsschwester. Nicht aber für Spacy!“, er zwinkerte ihr leicht zu.
„Man wird ja wohl noch fragen dürfen.“
„Fragen – ja. Nerven – nein.“
Sie musste schon wieder die Augen verdrehen.

„Außerdem dieses Musical, mit den Rollerblades... es sind Rollschuhe, Derek, Rollschuhe. Und es heißt Starlight Express – ich wusste gar nicht, dass das überhaupt noch im Programm ist.“
„Und du...“, er ignorierte ihren letzten Satz einfach. Sie war schlauer und ließ dies auch noch raushängen – wie immer.
„Also ein Bild, soviel ist ja schon mal zu erkennen“, er dachte an den Morgen, als Casey mit ihrer Reisetasche und einem großen in Glanzpapier eingewickelten 1,20 x 1,00 Meter großen Stück durch den Schnee zu seinem Auto gewartet war.
„Ein Bild – korrekt, Sherlock!“, ja, Derek verstand zu meist nur Ironie.
„Und was ist drauf?“
„Wir.“
„Wie, „wir“?“
„Wir.. Gerorg, Marti, Mom, Edwin, Lizzie, du und ich.“
„Du hast ein Foto vergrößern lassen und es Rahmen lassen?“
Okay, Casey war verschroben, Casey war eine Heulsuse, Casey war ein Klutzilla, wie ihn die Welt noch nie gesehen hatte, aber Himmel noch eins, Casey war Ideenreicher als ein Bild vergrößern zu lassen und es dann hinter Glas zu stecken, dies dachte er zumindest bis jetzt.
„De-rek! Natürlich nicht!“
„Wie soll man dass denn dann...“
„Es ist ein gemaltes Bild. Mit Pinsel, auf Leinwand und Acrylfarbe, Öl und so weiter...“
Er schaute sie perplex an.
„Du hast sie porträtiert?“
„Nicht ich... lassen.“
„Wie darf ich das verstehen?“
„Na wie schon. Ich habe ein Bild von uns allen einem Maler gegeben und er hat es dann poträtiert.“
Schallendes Gelächter war zu hören und es hörte sobald auch nicht wieder auf, weshalb Casey nur wieder ein Augenrollen zu Stande brachte. Wären sie doch nicht im Auto, dann hätte sie ihn verfolgen können und ihn kneifen und ihn anschreien und...

„Du hast uns zeichnen lassen? Von wem denn? Von ’nem Kindergartenkind...“
„Hör auf zu lachen, De-rek. Ich habe gedacht es wäre eine schöne Idee...“
„Das wäre es gewesen, wenn du so etwas wie einem Künstler hättest zeichnen lassen.“
„Und wer sagte, dass ich das nicht auch habe?“, fragte sie trotzig, sie hatte es ihre Mitbewohnerin im Studentenheim malen lassen, das war schon recht, aber sie studierte Kunstgeschichte und ihre Bilder waren wirklich schön...
Stumm guckte er sie an.
„Weil es keine guten Maler sind, wenn sie sich nur mit einem Foto zufrieden geben und dieses dann zeichnen sollen. Echter Maler porträtieren vom Lebendenobjekt.“
„Du wirst es ja nachher sehen.“
Es folgte eine kurze Pause, in der Derek einen neuen Radiosender suchte, auf dem öfters der Verkehr angesagt würde.
„Und wer soll das Bild bekommen?“
„Hmpf...“
„Spacy, stell dich nicht so an!“
„Georg und Mom.“
„Und Lizzie, Marti und Ed...“
„Lizzie bekommt eine Digitalkamera zu Weihnachten, und zum Geburtstag eine Ratternlampe für ihr neues Zimmer in Kirschholz. Die wird aber per Express erst geliefert werden. Edwin bekommt so eine kleine Filmkamera, klein und handlich, passt also in jede Handtasche...“
Derek hatte wirklich alle Mühe nicht noch mal in Gelächter auszubrechen. Was sollte Edwin mit einer Kamera, die so schön klein war, damit sie in jede Damenhandtasche passte? Edwin, man mochte es kaum glauben, war immer noch ein Junge... Mann... junger Mann.
„Und für Marti habe ich eine Jahreskarte für den Vergnügungspark kaufen lassen. Jetzt wo sie über 1,50 Meter ist, darf sie ja so gut wie alle Attraktionen auch benutzen... was hältst du davon?“
Er schauderte ein wenig, musste sich immer noch kleine Lacher verkneifen.
„Also für Marti und Lizzie ist es ideal, aber für Edwin...“
„Denkst du nicht, dass er sich freuen wird?“
„Nun...“, er atmete tief ein. Casey zu kritisieren, war wie einen Nachbarsgarten mit Wachhund zu betreten – immer auf eigene Gefahr, die er jedes Mal mit Bravour bestanden hatte, aber der Verkehr wurde zunähmst dichter, und er musste wirklich aufpassen, wie er fuhr.
„Ich denke, es wäre besser gewesen, wenn du eine große, klobige, zu sehende Kamera gekauft hättest. Weißt du, auch wenn Edwin manchmal fremd handelt, er ist dennoch ein Junge... Mann... junger Mann und da will man auch herzeigen was man hat...“ Im wahrsten Sinne des Wortes.
„Uhm...“, sie schwieg, schien wirklich darüber nachzudenken, bis:
„Sollte ihm die Kamera nicht gefallen, nehme ich sie einfach wieder mit, tausche sie um, und er bekommt dann so ein großes schwarzes, hässliches, sagte ich bereits unhandliches(?) Ding!“
Derek grinste breit. Casey hatte sich das letzte halbe Jahr nicht verändert. Sie war irgendwo erwachsener geworden, gar keine frage, aber in einigen Dingen noch so schön kindlich naiv geblieben, dass er sich wünschte noch einmal fünfzehn zu sein um mit ihr Essenschlachten ausfechten zu dürfen, ohne gleich für psychiatrisch erkrankt eingestuft zu werden.
Es würden irgendwo doch sehr, sehr angenehme Festtage werden!
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