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Sorry seems to be the hardest word

von Saphy89
GeschichteDrama / P12 / Gen
Audrey Parker-Nichols Drake Parker Josh Nichols Megan Parker Walter Nichols
27.06.2009
14.12.2010
7
5.724
1
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Dieses Kapitel
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27.06.2009 1.003
 
Der Morgen brach an und Josh erwachte. Wahrscheinlich war dies alles nur ein schlimmer Albtraum und Drake lag oben in seinem Bett und schlief. Doch ein Blick verriet, dass die Bettdecke immer noch unbenutzt war, genauso wie das Kissen. Getrübte Stimmung machte sich wieder bei dem jungen Studenten breit. „Es war alles nur ein Traum, indem ich Drake als Geist gesehen habe und sein Testament geschrieben habe.“ murmelte er und stieg schlaftrunken aus dem Bett. Fast hätte Josh dies auch geglaubt, wenn – ja wenn Drake nicht plötzlich an der Schlafzimmertür der beiden Jungs auftauchte.

Josh entfuhr vor Schreck ein Schrei. „Was ist denn Bruder?“ grinste Drake und lehnte sich an Die Holztür. „Du... du...“ stotterte Josh. Es war also doch kein Alptraum. Drake war wirklich bei einem Banküberfall erschossen worden und stand nun als Geist vor ihm. „Hast du dich immer noch nicht an mein durchsichtiges Dasein gewöhnt?“ fragte Drake und verschränkte die Arme vor der Brust. Josh schüttelte den Kopf. Nein, wie konnte er sich auch daran gewöhnen, dass sein geliebter Stiefbruder von einem – wahrscheinlich – Irren, der nichts besseres zu tun hatte, als Leute abzuknallen, erschossen wurde. Ein genauer Blick auf Drake und Josh merkte, dass sein Stiefbruder die Klamotten von dem Tag trug, als sie sich so schlimm stritten. „Kannst du … keine Klamotten wechseln, oder was?“ sprudelte es aus ihm heraus und wollte am Liebsten die Frage sofort zurücknehmen. Drake fing das Lachen an. „Wenn das so schön wäre. Ich muss jetzt quasi für immer diese Sachen tragen. Ach, wen wir schon bei den Worten 'für immer' sind: Du erinnerst dich doch bestimmt noch daran, dass ich eine Person finden soll, dem ich ziemlich weh getan habe. Stimmts?“  stellte Drake gleich eine Gegenfrage. Josh dachte kurz darüber nach und erinnerte sich an die Worte seines Bruder. „Ja und was ist damit? Warst du schon erfolgreich?“ Der Geist schüttelte den Kopf: „Nein, ich weiß nicht wem ich was getan habe.“ Josh setzte sich auf sein Bett und hatte schon eine Antwort parat: „Da würde es etwa 50 Leute geben, denen du etwas getan hast.“

Nach einem kurzen Frühstück machte sich Josh auf dem Weg, zusammen mit Drake, den jedoch niemand sehen konnte. „Wie kam gestern eigentlich das Testament an?“ fragte der Geist. „Wie ich es vermutet haben. Mam denkt schon, ich würde komplett den Verstand verlieren, Megan allerdings war ziemlich still. Ihr geht es ziemlich nahe, dass zu plötzlich weg bist.“ erzählte Josh und erinnerte sich, als Josh beim Abendessen erwähnte, er habe etwas in einer kleinen Kiste von seinem Bruder gefunden. „Megan mal nicht so vorlaut? Man das hätte ich gerne gesehen.“ staunte Drake. „Ich wollte das nicht sehen. Sie hat sich am Abend in den Schlaf geweint.“ Josh wurde sentimental, er liebte seine Stiefschwester wirklich über alles, auch wenn sie den beiden Brüdern oft schlimme Streiche spielte.

Darauf hatte Drake allerdings keine Antwort mehr und wechselte stattdessen das Thema: „Wo gehen wir eigentlich hin?“ Josh, der die ganze Zeit in irgendwelche Straßen lief, hielt nun kurz inne. „Wir suchen die Person, bei der du dich entschuldigen sollst.“ Drake entfuhr ein kurzer Lacher. „Wie soll ich das denn bitte machen? Ich bin ein Geist hast du das vergessen?“ - „Natürlich habe ich das nicht. Ich werde mich an deiner Stelle entschuldigen, das ist das Letzte, was ich für dich tun kann.“ antwortete Josh und ließ den Kopf hängen.

Die erste Adresse war Mindy's Zuhause. Josh ging davon aus, dass seine Ex-Freundin immer ziemlich gekränkt war, wenn Drake sie beschimpfte, obwohl sie jedes Mal taff zurückschimpfte. Josh klingelte an der Haustüre und wartete. Nicht lange und es öffnete sich die Tür. Dahinter stand Mindy's Vater und sah Josh verwundert an. „Hallo Mr. Crenshaw, ist Mindy vielleicht zu Hause?“ Josh sah kurz zurück, wo Drake stand. Dieser lehnte gelangweilt an einem Baum und beobachtete die ganze Sache. „Aber natürlich Josh. Komm nur rein.“ antwortete Mr. Crenshaw und öffnete die Tür. Josh trat herein und sah sich um. Es sah alles noch ganz genauso aus, als er damals zum Abendessen eingeladen war. „Mindy ist oben in ihrem Zimmer.“ fügte Mr. Crenshaw hinzu und ließ den jungen Mann einfach dort stehen. Schnell ging Josh die Treppen hinauf und stand auch schon vor der Zimmertür der Ex-Freundin. Dass sie überhaupt zuhause war, wunderte sich Josh, da Mindy eigentlich in New York studierte. Kurz klopfte er an die weiße Tür und öffnete sie einen Spalt. „Mindy?“ fragte Josh nach, um sicher zustellen, ob sie wirklich in ihrem Zimmer war.

Knapp eine halbe Stunde später kam Josh aus dem Haus. Drake, der davor gewartet hatte, kam auf ihm zu. „Und?“ fragte er neugierig. Natürlich wusste er, was oben in Mindy's Zimmer besprochen wurde. Er hatte sich an das Fenster geheftet und das Gespräch mitverfolgt. „Nichts, sie fühlt sich nicht im Stande, dir zu verzeihen.“ antwortete Josh und schritt langsam die Straße entlang. Er war fest davon überzeugt, dass Mindy diese Person war, bei der sich Drake entschuldigen sollte. „Und was machen wir jetzt?“ fragte der Geist, während er neben Josh lief. „Wir gehen zu Craig und Eric. Du hast sie total ausgenutzt, als du noch am Leben warst.“

Doch auch bei Craig und Eric fanden sie nicht das, wonach sie gesucht haben. Der Tag schien langsam zu Ende zu gehen und immer noch bekam Drake nicht diese Bestätigung, dass als Geist quasi in dem Himmel aufgenommen wurde. „So und nun?“ fragte Josh, der gelangweilt vor dem Fernseher saß. Drake, der auf seinem Hochbett hockte, zuckte mit den Schultern. Josh der nur so durch die Kanäle zappte, kam langsam der Verdacht auf, dass er selbst damit gemeint war. Doch das war kompletter Unsinn, sie stritten sich des öfteren und nach mindestens zwei Tagen war alles wieder vergeben und vergessen. Also konnte Josh das ausschließen. „Was willst du jetzt machen?“ fragte der Student. Wieder zuckte Drake mit den Schultern, er hatte wirklich keine Ahnung mehr was er machen sollte. Denn für immer hier zu bleiben, dass wollte er nicht.
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