Sorry seems to be the hardest word

von Saphy89
GeschichteDrama / P12
Audrey Parker-Nichols Drake Parker Josh Nichols Megan Parker Walter Nichols
27.06.2009
14.12.2010
7
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Immer noch saß Josh auf der Treppe und sah erschrocken seinen durchsichtigen Bruder an. Das konnte unmöglich Realität sein. Er, Josh, war verrückt geworden. Es gab doch überhaupt keine Geister. „Du... du kannst gar nicht hier sein. Du bist... tot.“ stotterte Josh noch immer ängstlich. „Ich bin aber hier, glaub mir das doch.“ antwortete Drake und fing kurz das Überlegen an. „Frag mich etwas, was nur wir zwei wissen können.“ fügte er dann noch hinzu. Josh sah seinen Bruder verdutzt an, doch nach einer Weile begann er das Überlegen. Welches Geheimnis hatten er und Drake? Das mit Booob??? Nein, das war zu bekannt. Doch dann kam ihm eine Idee. „Wegen was war unser letzter Streit?“ Das war erst am Tag zuvor gewesen und Josh hatte niemanden erzählt, worum es in diesem Streit ging. Ein Lächeln breitete sich auf Drake Gesicht aus. „Ich soll deine Freundin geküsst haben.“ antwortete er und hielt ihm die Hand hin.

Weiterhin starrte Josh seinen Bruder an, der ihm die Hand hinhielt. Das war wirklich Drake. Langsam hob er den Arm und wollte sich aufhelfen lassen. Doch er packte nur Luft direkt durch Drake hindurch. Erschrocken blickte er den Geist in die rehbraunen Augen die etwas an Schein verloren hatten. Drake zog nun seine Hand weg. Er wusste nicht wie er seinen Bruder, den er alleine lassen musste, helfen konnte. Langsam stand Josh, ohne Hilfe seines Stiefbruders, auf und trat näher heran. „Du bist es wirklich.“ stellte er nun fest. „Hab ich dir doch gesagt.“ entgegnete Drake und drehte sich um. Josh folgte ihm und setzte sich auf die Couch. „Was machst du eigentlich hier?“ fragte dann der hochgewachsene Student. Drake drehte sich um und sah seinen Bruder an. „Ganz ehrlich? Das weiß ich auch nicht. Man hatte gesagt, dass ich einem Menschen vor meinem Tod sehr verletzt habe. Und dies soll ich gerade biegen.“ antwortete Drake. Josh dachte sofort an sich selbst, aber das konnte es unmöglich sein. Die beiden Brüder stritten sich öfters und haben sich dann doch immer wieder vertragen. Also müsste Drake etwas bei jemand anderen gut machen. Der Geist kam nun zu Josh und setzte sich mit auf die Couch.

Immer wieder wandte der Blick vom Einen zum Anderen. „Kannst du nicht einfach hier bleiben, als mein... mein unsichtbarer guter Kumpel?“ fragte Josh leise, nach einer gefühlten Ewigkeit. Drake schüttelte den Kopf. Er sah seinen Bruder an. „Sorry man, aber ich kann nicht für ewig hier bleiben.“ Dies machte Josh natürlich wirklich traurig. Er liebte seinen kleinen Bruder, auch wenn er nur ein halbes Jahr jünger war. „Wie... wie bist du eigentlich gestorben?“ Er wusste nicht, wieso er das fragte. Drake sah ihn an. „Willst du das wirklich wissen?“ erkundigte sich Drake. Der Tote dachte, wenn er es seinen Stiefbruder erzählen würde, könnte er es eventuell nicht verkraften. Josh nickte mit dem Kopf, er wollte die Wahrheit wissen und er konnte sich auf Drake verlassen, dass er sie ihm erzählen würde, obwohl er auch einige Male in seinem Leben gelogen hatte.

Drake stützte seine Ellbogen an den Oberschenkel an und begann zu erzählen: „Also nach unserem Streit bin ich raus gerannt zum Auto. Habe mich dort hineingesetzt und erst einmal die Musik angemacht. Ich war wirklich sauer, als du mich einen Dödel genannt hast. Ich startete den Motor und fuhr mit Wut im Bauch durch die Straße von San Diego, am Kino und am Einkaufszentrum vorbei. Dort hielt ich dann auch und genehmigte mir eine Cola mit Hamburger und Pommes. Du weißt, ich krieg immer Hunger nach so einem Streit. Als ich mir eine zweite Portion dann holen wollte, merkte ich, dass das Geld dazu nicht reichte. Also ging ich zur nächsten Bank und wollt dort Geld holen. Mam hatte mir ja die Kreditkarte gesperrt. Ich ging also zu diesem Bankfutzi hin und bat ihn mir ein bisschen Geld von meinem Konto auszuzahlen. Das tat er dann auch. Als ich die Bank wieder verlassen wollt...“ Drake unterbrach sich kurz und sah zu seinem Bruder. Er schien ihm wirklich an den Lippen zu hängen. Nie konnte Drake Geschichten erzählen, nur über seine Songs konnte er seine Gefühle loswerden, welche Sorgen und Kummer er hatte. „Soll ich es dir wirklich erzählen?“ erkundigte sich Drake ein weiteres Mal. „Ja, jetzt erzähl schon.“ antwortete Josh und sah seinen Bruder neugierig an. Drake atmete kurz ein dann wieder aus. „Na auf jeden Fall wollte ich gerade aus der Bank raus, als ein Typ mit einer Sturmhaube hereinkam und mich in den Schwitzkasten nahm. Er war wirklich stark und in dem Moment als ich die Knarre von dem Verrückten sah, wusste ich, dass mein Leben zu Ende war.“ erzählte er. Den Rest wollte Drake seinen Bruder ersparen. Auch die Narbe an der seitlichen Stirn wollte er ihm nicht zeigen.

Josh sah schockierend Drake an. Man hatte ihm bei einem Banküberfall erschossen? Von diesem Überfall wüsste Josh doch etwas, er war ein aufmerksamer und neugieriger junger Mann, der die Nachrichten fast nie verpasste. Also wie konnte er den Banküberfall nicht mitbekommen? Unfassbar darüber brachte Josh kein einziges Wort heraus. Plötzlich griff er zur Fernbedienung und schaltete den Fernseher ein. „Du willst es mir nicht glauben, oder?“ fragte Drake leicht grinsend und schlug das eine Bein über das andere. Wie Josh vermutete, liefen gerade die Nachrichten, doch es war ein Beitrag zum Thema Finanzkrise.

Kurz sah Josh weg, als plötzlich Wolf Blitzer, der Nachrichtensprecher von CNN, in der Flimmerkaste erschien. „Ich erhalte gerade die Nachricht, dass in San Diego, im Bundesstaat Kalifornien, die National Bank überfallen wurde.“ Josh starrte unglaubwürdig in den Kasten rein. „Die Bankräuber erschossen zwei Menschen, darunter auch Drake Parker.“ Rechts oben im Kasten erschien das Bild von Drake's Single 'Makes Me Happy'. „Einzelheiten sind noch nicht bekannt, wir halten Sie allerdings auf dem Laufenden.“ beendete Wolf Blitzer seine Nachrichtendurchsage und wünschte alles Zusehern einen schönen Tag.

Es stimmte also doch. Alles was Drake erzählte war nicht gelogen. Unfassbar saß er vor dem Fernseher und starrte hinein wo nun die Serie 'What's up Dad?' kam. Josh, der die Fernbedienung immernoch in der Hand hielt, schaltete nun den Fernseher komplett ab.
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