BROODWAR: An der Grenze

GeschichteAbenteuer / P12
24.06.2009
24.06.2009
1
5423
1
Alle
2 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
 
 
Es war später Abend, als Lieutenant Fox an die Bunker kam. Zeit, die Tagesschicht abzulösen. Sie lebten hier auf Mandale IV wirklich unter verrückten Bedingungen, der endlose Kampf gegen die Zerg zehrte an den Nerven aller, deshalb war es wichtig, dass die Leute weder richtig zum Nachdenken kamen, noch zu wenig Schlaf erhielten. Ein Teufelskreis. Drei von seinen Jungens waren schon durchgedreht und lagen in der Kaserne im Lazarett.
Vier Bunker verteidigten den einzigen Landzugang zum Camp. Den Rest entlang der großen Schluchten verteidigten die Raketenplattformen, mit durchschlagendem Erfolg. Seit die BWLs, die Baumeister der Streitmacht die Zahl der Plattformen verdoppelt hatten, kamen dort keine Zerg mehr durch. Regelmäßig berannten diese biologischen Monstren die Luftabwehrstellungen, doch ihre einzige Chance ihr Ziel zu erreichen, den Evakuierungsraumhafen, war diese kleine Landzunge.

Neben den Bunkern ragten sechs Belagerungspanzer auf. Diese Gefährte taugten nur etwas gegen Bodenziele, aber wenn sie sich in den Boden festkrallten und die schweren Achtzehn Zoll-Geschütze ausfuhren, gab es nur wenig, was ihnen widerstehen konnte. Leider verstanden es die Zerg meisterlich, diesen Vorteil wett zu machen.
Sie setzten gegen die Übermacht an Waffentechnik einfach eine Übermacht an Truppen. Ihre merkwürdige Biologie ermöglichte es ihnen, unendlich viele ihrer paradoxen Kriegerspezies zu produzieren.

Da waren die Zerglinge, den Raumsoldaten vergleichbar. Sie griffen grundsätzlich in riesigen Scharen an, konnten dem Feind aber nur im Nahkampf Schaden zufügen. Die Philosophie der Zerg für diese Truppen war: Ein paar werden schon durchkommen. Die Zerglinge standen beinahe in unendlicher Zahl zur Verfügung, und es kamen immer ein paar durch.
Die nächste Spezies waren die Hydralisken. Sie waren doppelt so groß wie ein ausgewachsener Mensch. Dass sie widerlich aussahen, störte eigentlich weniger als ihre Fähigkeit, mit ihren Mäulern ätzende Flüssigkeiten zu spucken, die Flugzeuge und Bodentruppen gleichermaßen angreifen konnte.
Dann waren da die Overlords. Ebenso wie die Raketenplattformen waren sie Spürer, Radars gewissermaßen. Aber diese biologischen Spürer konnten weit mehr als ihre stationären technischen Pendants. Sie waren in der Lage, andere Spezies zu transportieren, und wenn das nicht schon gefährlich genug war, kontrollierten die Overlords sämtliche Handlungen der ihnen anvertrauten Zergs.
Ja, dachte Lieutenant Fox, die Zerg waren eigentlich geistlose biologische Roboter. Nur die Kontrolle durch die Overlords ermöglichte ihnen sinnvolles Handeln.
Dann waren da noch die Utralisken, riesige, schwer gepanzerte Bestien, die einfach alles zerstörten, was in ihrem Weg war. Fox hatte es selbst gesehen, wie ein Utralisk einen Bunker zerstört hatte, obwohl die Bunkermannschaft, bestehend aus zwei Flammern und zwei Infanteristen, ihn mit allem beharkt hatte, was die Waffen hergegeben hatten. Nur ein zufällig vorbeikommender Goliath hatte deren Ärsche gerettet. Wäre in dem Moment ein Stoßtrupp aus Hydralisken und Zerglingen nachgestoßen, Mann, wäre eine Massaker draus geworden. Daran wollte er gar nicht denken.

Fox erreichte die Bunker und schleuste sich ein. Der Bunkerkommandant, Sergeant Walker, erstattete Bericht. „Sir, wir hatten keine Gefechtsberührung mit den Zerg seit dem frühen Morgen. Ich glaube, die planen was.“
Die anderen Männer im Bunker, ein Infanterist und zwei Flammer in grellroten Gefechtsrüstungen sahen den Sergeant erschrocken an.
„Okay, Sergeant, was schlagen Sie vor?“
„Sir, vielleicht sollten wir einen Forschungskreuzer mal da raus schicken. Er könnte Zerg orten, falls sie sich da draußen eingegraben haben.“
„Und wenn sich die Zerg da draußen eingegraben haben? Und den Kreuzer vom Himmel holen? Wäre es das wert?“
„Weiß nicht, Sir. Was schlagen Sie vor?“
Fox spürte den Trotz des alten Soldaten wie etwas real greifbares. Sergeant Bill Walker wusste genau, was Fox nun tun würde, und es war ganz und gar nicht in seinem Sinne. „Ich werde einen Ghost anfordern.“
Die Männer im Bunker schüttelten sich. Ein Ghost, ein telepathisch hochbegabter Mensch, eigentlich schon ein pervertiertes Monster, war ein militärischer Telepath. Der Ghost war darauf trainiert, seiner Umgebung vorzugaukeln, gar nicht vorhanden zu sein. Das funktionierte in den meisten Fällen, jedoch nicht bei einem so starken Willen, wie sie ein Overlord hatte. Oder bei einer Plattform. Dennoch waren die Ghosts eine riesige Hilfe bei der Feindaufklärung. Und sie konnten noch ein wenig mehr. Ihnen vertraute man es an, mit Hilfe von Laserzielsuchern die taktischen Atomgranaten der terranischen Truppen ins Ziel zu lenken.
Aber egal, was seine Leute von ihnen hielten, einer der sieben Ghosts des Stützpunktes war jetzt genau das, was sie brauchten. Fox aktivierte den Funk seiner Rüstung. „Fox, Abschnitt Alpha. Ich fordere einen Ghost für eine Aufklärungsmission an. Hier draußen ist was faul.“
„Colonel Bouvier hier. Lieutenant, die Evakuierung der Zivillisten und unserer Verwundeten ist in einer kritischen Phase. Die Zerg haben Port Howard und alle Vorposten ausradiert. Wir konnten nur mit Mühe retten, was zu retten war. Wir brauchen mindestens sechs Stunden, um dreißigtausend Menschen in den Orbit zu den Kreuzern zu schaffen, verstehen Sie? Alle unsere Bemühungen werden umsonst sein, wenn es nicht klappt."
"Genau daran arbeite ich, Sir", erwiderte Fox ernst.
Man konnte den Colonel geräuschvoll ausatmen hören. "Sie kriegen Ihren verdammten Ghost. Außerdem werde ich noch zwei Belagerungspanzer aus der Reserve rüber schicken. Halten Sie, um Himmels Willen halten Sie. Denn noch haben wir die Luftherrschaft.“

„Der hat ja die Hosen voll“, lachte einer der Flammer-Soldaten grimmig.
Sergeant Walker grinste fies. „Du etwa nicht, Jones?“
Fox ignorierte die Versuche seiner Leute ihre Nervosität zu bekämpfen. „Verstanden, Sir. Wir halten. Hat der Ghost im Notfall Zugriff auf taktische Atomgranaten?“
„Wir haben eine bereit gemacht, für den absoluten Notfall. Verwenden Sie das Baby weise.“
„Verstanden. Lieutenant Fox over and out, Sir.
Ihr habt es gehört, Leute. Sogar der Alte teilt das Gefühl vom Sergeant. Haltet die Augen offen, ja?“
Fox trat an die Sichtschlitze des Bunkers heran. Vor ihm breitete sich nur die staubige, dreckigrote Ebene aus. Keine Spur von Zerg. Noch nicht. Das beruhigte aber nicht dieses Beißen und Bohren in seinem Magen.
„Ghost ist bereit!“, kam die Meldung über Fox´ Komm-Anlage.
Der Lieutenant schauerte. Die Ghosts sprachen immer in einem merkwürdigen, melodischen Singsang. Vielleicht hing das mit ihrem Talent zusammen. Vielleicht wollten sie auch nur den normalen Menschen einen eiskalten Schauer über den Rücken jagen. „Fox hier. Wir haben einen Job für Sie. Es ist peinlich ruhig gewesen. Wir vermuten, dass die Zerg was planen. Klären Sie das Gelände auf der anderen Seite des Spalts auf, am besten in einem Umkreis von drei Kilometern. Wenn das Gelände sauber ist, schicken wir einen Forschungskreuzer, um nach versteckten Zerg zu suchen. Meiden Sie Feindkontakt, haben Sie gehört? Klären Sie das Gelände auf, aber greifen Sie nicht an. Verstanden?“
„Verstanden“, wisperte die Stimme des Ghosts in seinem Helm.
„Gut“, schnarrte Fox. „Viel Glück.“ Der Lieutenant sah wieder durch die Sichtschlitze. Er erkannte den Ghost, als der am Bunker vorbeiging. Noch während Fox dies dachte, verblassten die Konturen des Telepathen. Einen Augenblick darauf war er weg.
„Monitor!“, befahl Fox.
Hastig etablierte der Sergeant eine Komm-Verbindung mit der leichten Rüstung des Ghosts. Alles, was der Telepath nun mit seiner Laseroptik sah, würde auch auf dem Bildschirm erscheinen.

Eine Viertelstunde darauf befand sich der Ghost einen Kilometer vor der Bunkerlinie. Nichts war zu sehen. Nur in der Ferne zogen ein paar Mutalisken, die Luftwaffe der Zerg, ihre Bahn.
Fox schluckte trocken. Dort, wo die Mutalisken herumschwirrten, hatte es mal die Kleinstadt Sau Ridia gegeben, mit zehntausend Einwohnern. Er war sich nicht sicher, ob die Stadt hatte evakuiert werden können, bevor die verdammten Zerg angegriffen hatten.
„Hier ist nichts zu sehen“, meldete der Ghost leise. „Ziehe weiter nach Westen.“
Das Kamerabild schwenkte nach Westen herüber, mitten in den Sonnenuntergang hinein. Es dauerte ein paar Sekunden, bis sich die Laseroptik auf diese Lichtflut eingestellt hatte. Die anschließenden Bilder aber waren von bester Qualität.
„Da soll mich doch...!“ rief Fox und griff instinktiv zu seiner Waffe. „Ghost, kehren Sie um! Sofort! Fox an Zentrale! Die Zerg haben ein Hauptquartier verseucht! Es befindet sich zwei Kilometer westlich von unserer Stellung! Sir, der Ghost hat ebenfalls verseuchte Terraner ausgemacht!“
Die Leute im Bunker riefen überrascht durcheinander. Verseuchte Terraner waren brandgefährlich, denn sie waren nicht länger Menschen. Sie wurden zu Zerg, im Geist und im Handeln. Die Zerg nutzten verseuchte Terraner gerne als Selbstmordattentäter. Drückten ihnen eine Granate in die Hand und befahlen ihnen, ein bestimmtes Ziel anzugreifen. Ein einziger Selbstmordattentäter konnte einen Bunker komplett ausradieren, fünf vernichteten eine Kaserne! Die einzigen Vorteile, die sie gegenüber den Verseuchten hatten, waren die selten vorhandene Panzerung und ihre grenzenlose Engstirnigkeit. Wenn ihnen ein Ziel zugewiesen worden war, liefen sie, bis sie das Ziel erreichen und sprengen konnten. Und zwar nur das Ziel. Fox hatte selbst gesehen, wie ein Verseuchter durch eine dicht gedrängte Reihe Infanteristen gerannt war, die Soldaten und ihren Beschuss ignorierend, einzig auf sein Ziel fixiert, eine Raketenplattform. Die Infanteristen hatten ihn getötet bevor er sein Ziel erreichen konnte. Ein Glücksfall, sowohl für die Raketenplattform als auch für die Soldaten. Ein anderes Mal hatte sich ein verseuchter Terraner selbst gesprengt und dabei einen anderen Verseuchten getötet, der zu nahe neben ihm gelaufen war.
„Colonel Bouvier hier. Der Befehl bleibt bestehen. Halten Sie. Ich schicke Ihnen alles, was ich noch hier habe. Ein Trupp Sanitäter, zwei Forschungskreuzer. Mehr kann ich nicht für Sie tun. Ende!“
Sanitäter, wenigstens etwas. Obwohl, richtige Sanis waren es ja nicht. Diese Sanitäter besaßen spezielle Kraftfeldprojektoren, welche die strukturelle Integrität angeschlagener Rüstungen wieder auf hundert Prozent brachten. Wenn die Energiemagazine der Medics voll waren, konnten sie über Leben und Tod von Fox´ Einheit entscheiden.
„Fox an alle Bunkerstellungen. Tut mir Leid, Jungs, aber Ihr werdet nicht abgelöst. Die Nachtschicht wird sich zu euch in die Bunker quetschen. Da draußen lauern Verseuchte, und was weiß ich noch. Wir haben strikte Order vom Colonel zu halten, und Himmelherrgott, wir werden halten! Wir sind alles, was zwischen der Evakuierungsflotte und den Zerg steht. Tut euer Bestes. Fox Ende.
Fox an Ghost, wieso kommen Sie nicht rein? Sie haben Ihre Befehle.“
„Ghost hier. Ich sehe mich noch etwas hinter dem Hauptquartier um. Kann nicht ganz glauben, dass das schon alles gewesen ist.“
Fox sah wieder auf die Direktverbindung zur Laseroptik des Ghost. Der umrundete das verseuchte HQ und ging dabei mitten durch die erbarmungswürdigen Terraner, deren Leben zur Hölle geworden war. Als er das HQ passiert hatte, unterdrückte Fox einen verzweifelten Aufschrei. „Ghost, Rückzug! Das sind Overlords, die werden Sie aufspüren!“
„Das ist noch nicht alles, Sir. Ich zähle zwanzig Utralisken. Und weitere elf wurden bereits von den Overlords in ihren Bauchtaschen aufgenommen. Ich kann sie spüren. Und dort hinten verpuppen sich gerade Mutalisken zu Wächtern. Ich glaube, sie versuchen, den Sperrgürtel der Raketenplattformen zu durchbrechen und die Utralisken in unserem Rücken zu landen. Das kann ich nicht zulassen, Sir. Erbitte Erlaubnis für den Einsatz der Atomgranate.“
„Netgativ, Ghost. Ziehen Sie sich zurück! Das ist ein Befehl.“
„Sie handeln unlogisch. Vielleicht orten mich die Overlords, vielleicht vernichte ich die ganze Bande aber auch.“
„Wir haben aber nur die eine“, begehrte Fox auf.
„Atomarer Abschuss festgestellt“, meldete die Zentrale. Der Ghost hatte sich über Fox hinweggesetzt und die Granate aktiviert.
„Mögen die Höheren Mächte Ihnen beistehen.“
„Wenn nicht, sehen wir uns in der Hölle.“ Der Ghost war in die Hocke gegangen. Sein Laserpointer markierte ein Ziel inmitten des dichtesten Pulks der Overlords. Fox ließ den Bunkercomputer ein Modell errechnen und sah, dass selbst die sich verpuppenden Mutalisken schwer getroffen werden würden.
„Einer der Overlords kommt auf mich zu“, meldete der Ghost leise.
„Abbrechen! Abbrechen! Kommen Sie zurück!“
„Negativ, Lieutenant. Wie Sie schon sagten, wir haben nur die eine Granate.“

Der Overlord war plötzlich nahe genug, um den Telepathen zu orten. Schon stürmten die ersten Utralisken heran, um dem winzigen Menschen das Leben zu nehmen.
Um den Ghost herum brach die Hölle los! Versklavte Terraner hatten sich dort in Zergmanier eingegraben und brachen nun hervor! Einer von ihnen zündete seine Granate, verletzte den Ghost aber nur. Bei dieser Aktion zerstörte er sieben seiner Leidensgefährten. Auch die anstürmenden Utralisken wurden in Mitleidenschaft gezogen. Gleich drei der gigantischen Bestien brachen in die Knie ein und blieben liegen. In diesem Moment wischte ein greller Blitz alle anderen Eindrücke aus. In der Ferne drang ein dumpfes Grollen zu Fox herüber. Er erschauerte. Atomschlag.
Plötzlich war das Bild wieder da. „Ghost hier. Befinde mich auf dem Rückzug. Bin schwer angeschlagen und komme nur langsam voran. Die Atomgranate hat die Hälfte von ihnen erwischt. Der Rest ist mehr oder weniger versehrt.“
„Ich schicke Medos vor, die Sie versorgen!“
„Das ist nett, Sir.“

„Fox hier. Medoteamführer, ich brauche Freiwillige, die sich vor die Bunkerlinie wagen. Einer unserer Ghosts kommt schwer verletzt von einer Patrouille zurück. Er braucht sofort Hilfe.“
„Haben verstanden, Lieutenant. Wir gehen zu zweit vor die Stellung. Geben Sie uns Deckung.“
Fox erschauerte. Das war die Stimme von Lieutenant Petrov. Petrov war die ranghöchste Sanitäterin im Evakuierungslager. Nicht dass es ihm etwas ausmachte, eine Frau in eine latent tödliche Gefahr zu schicken. Er mochte es nur nicht, dem Colonel erklären zu müssen, warum er ausgerechnet die beste Sanitäterin der Einheit verloren hatte.
„Seien Sie um Himmels Willen vorsichtig. Und halten Sie den Arsch unten.“
Petrov lachte nervös. „Soll mir das Mut machen, Lieutenant?“
„Nein“, erwiderte Fox, „aber die volle, aufmunitionierte Bewaffnung der Bunker sollte es. Bleiben Sie in Reichweite, und wir sehen zu, was wir tun können.“
„Danke, Fox.“
Zwischen Bunker drei und vier bewegten sich zwei gepanzerte Gestalten im typischen Sanitäterweiß auf den Durchgang zu.
Himmel, die Sanis konnten den Zerg nicht vormachen, unsichtbar zu sein. Die Rüstungen hielten zwar einiges aus, und sie konnten ihre Strukturfelder gegenseitig verstärken, aber im Prinzip waren sie nicht mehr als Zielscheiben.
„Der Ghost kommt rein!“, rief Petrov aufgeregt. „Wir gehen ihm entgegen! Nein, verdammt, wir können ihn sehen, er hat seine Reserven aufgebraucht! Zerglinge brechen rund um ihn aus dem Boden! Wir gehen näher ran, um seine SI zu stärken!“
„Fox hier! Lehnen Sie sich nicht zu weit aus dem Fenster, hören Sie, Lieutenant? Ich will nicht einen Ghost UND zwei Sanitäter verlieren.“
„Haben wir nicht alle schon gegen diese Bestien genug verloren, Sir?“, klang Petrovs Stimme ironisch über Funk auf.
„Verdammt“, fluchte Fox und sah auf den Monitor. Die Sanis hatten den Ghost erreicht, der seine kurzläufige Flinte gegen die Zerglinge einsetzte. Jeder Schuss bedeutete den Tod für einen Zergling. Gleichzeitig wurde seine Strukturelle Integrität verstärkt. Das hob sich aber mit dem Angriff der beiden Zerglinge auf, die ihn erreicht hatten und nun attackierten.
„Heilige Scheiße, da kommen die Utralisken!“, rief der Sergeant.
Fox kontrollierte den Monitor, der neun anrückende Bestien anzeigte. Sie waren angeschlagen, regenerierten sich aber bereits. Noch eine Fähigkeit der verdammten Zerg.
„Machen Sie, dass Sie da wegkommen! Sofort!“
„Sir, wir können den Ghost nicht hier draußen lassen!“, erwiderte Petrov trotzig. „Aber wenn meine Assistentin gehen will...“
„Niemals!“, gellte der Ruf der zweiten Sanitäterin auf.
„Volltrottel!“, knurrte Fox gereizt. „Sind die Belagerungspanzer schon da, die das Hauptquartier schicken wollte, Sarge?“
„Stehen draußen und warten auf Anweisungen, wo sie sich fest krallen sollen.“
„Wo? Hundert Meter vor unserer Bunkerlinie. Senden Sie auch vier WBFs hinterher. Und beten Sie, dass sie schnell genug sind, um unsere Leute zu retten!“
Der Ghost hatte sich freigekämpft. Aber zusätzlich zum strukturellen Schaden behinderten ihn schwere Verletzungen. Die Sanitäter mussten ihn stützen, um ihn auf die Bunkerlinie zu schaffen.

Zwei Panzer donnerten zwischen den Bunkern hindurch. Hinter ihnen bewegten sich WBFs, die jeden Schaden sofort reparieren würden, solange sie selbst nicht angegriffen wurden oder die Schäden schneller erfolgten, als sie sie flicken konnten.
Hundert Meter vor der Bunkerlinie krallten sich die Belagerungspanzer im Boden fest. Kurz darauf passierten die Sanitäter ihre Linie und kamen auf die Bunker zu.
„Devil Leader“, meldete sich der Panzerkommandant. „Werden von Zerglingen angegriffen! Sie sind zu nahe für unsere schweren Waffen. Bitte um Erlaubnis, in Mobilmodus zu gehen.“
„Negativ“, erwiderte Fox. „Stehen Sie und feuern Sie auf die Utralisken, solange Sie noch eine Chance gegen sie haben.“
„Aber was passiert mit den Zerglingen?“, rief der Mann gereizt.
Fox schob sich an eine Schießscharte heran, visierte einen der Zerglinge, die den Panzer attackierten an und gab einen Feuerstoß ab, der den Zergling von den Füßen fegte. „Das! Feuer frei für alle Bunker!“
In den anderen drei Bunkern jagten die Soldaten zu den Schießscharten und gaben ebenfalls Feuerstöße auf die Zerglinge zwischen den Panzern und den WBFs ab.
Gleichzeitig brachten die Belagerungspanzer vier letale Treffer bei den Utralisken an.
„Devil, Devil, Abbruch!“, blaffte Fox. „Abbruch! Geht in Mobilmodus und kommt wieder rein. Die Utralisken kommen euch zu nahe!“
Fox lud nach und feuerte nun auf die herandonnernden Utralisken, während die Panzer wieder in den Mobilmodus gingen.
„WBFs, haltet bei den Panzern so lange wie möglich. Panzersperre, Feuer frei auf die Ultralisken!“
„Sir, wir könnten Devil treffen!“
„Dann zielt gefälligst genauer!“, blaffte Fox und hörte das unheilige Klicken eines leer geschossenen Magazins. Es klang für ihn wie die Anfangsmusik vom Ende.
Hastig schob er ein neues Magazin ein und feuerte wieder.

„Verseuchte Terraner!“, meldete Bunker drei. Fox sah herüber und konnte gerade noch erkennen, wie der Verseuchte zu Boden fiel, gefällt von zwei vollen Salven aus dem Bunker. Er kroch dennoch näher und näher heran. Die Flammer traten in Aktion und vernichteten ihn vollständig.
„Sir, die Zentrale meldet schwere Luftangriffe auf unsere Raketenplattformen. Der Oberst will alle WBFs haben, die wir entbehren können.“
„Wir können niemanden entbehren!“, erwiderte Fox gereizt und sah dabei zu, wie die Granaten der Panzersperre drei weitere Utralisken zerfetzten.
Beide Panzer der Gruppe Devil waren nun im Aktivmodus und feuerten mit ihren leichteren Mobilgeschützen. So hatten sie zwar Einbußen in der Durchschlagskraft, aber eine höhere Feuerrate.
„Himmel“, stöhnte Fox. „Sagen sie dem Oberst, dass die Utralisken durchbrechen werden.
Wir konnten Devil retten, aber es ist nur noch eine Frage der Zeit.“
Fox schüttelte den Kopf. Das war es also? Vor ihm pflügten die Granaten der Belagerungspanzer den Boden um, vernichteten einen weiteren Utralisken. Aber der Nachschub schien unendlich zu sein. Bunker drei feuerte aus allen Rohren. Zwei gab Unterstützungsfeuer und die WBFs gaben ihr letztes, um die SI der Bunker zu stärken.
Aber die hochauflösende Beobachtung offenbarte Fox, dass es das gewesen war. Nach den Utralisken schoben sich wahre Wellen an Zerglingen heran, dazwischen tauchten immer wieder Hydralisken auf.
Und weit in der Ferne näherten sich die ersten fliegenden Zerg: Wächter!
Diese unheilvollen, widerlichen  Zerg waren das Schlimmste, was sich bei den abnormen Wesen in die Luft erheben konnte.
Wenngleich sie auch nur Bodenziele attackieren konnten und für den Luftkampf auf den Schutz anderer Einheiten angewiesen waren, konnten sie doch aus weiter Ferne und außerhalb der Reichweite der angegriffenen Einheit ALLES am Boden zerstören. Inklusive seiner vier Bunker.
„Was sollen wir tun, Sir? Was sollen wir tun?“, schrie einer der Infanteristen hysterisch.
Fox starrte ihn nur an. Er schrie nicht, wies den jungen Mann nicht zurecht, er starrte ihn nur an.
Sergeant Walker setzte bereits an etwas zu sagen, als der Lieutenant sich abrupt bewegte und durch den Feuerschlitz hinaus sah.
„Gehen Sie, Soldat, wenn Sie das möchten. Geht doch alle, wenn Ihr das wollt. Wir sind sowieso tot." Fox wirbelte herum, sah jeden einzelnen an. „Wir sterben sowieso, ob wir hier bleiben, oder zu den Zivilisten stoßen und die Zerg hinter uns her schleifen, damit sie uns alle abschlachten können.“
Fox lud seine Waffe durch und feuerte auf die heran strömenden Zerg.
Auch aus den anderen Bunkern wurde jetzt wieder gefeuert. „Gehen Sie, Sie alle, oder erkaufen Sie mit mir Zeit für die Zivilisten.“
Der Sergeant trat an den Feuerschlitz heran und feuerte ebenfalls. Sein Feuerstoß riss einen Verseuchten von den Füßen. Ein Querschläger löste seine Bombe aus und riss einen Utralisken mit in den Tod. „Wir erwarten Ihre Befehle, Sir.“
„Goliaths vor, Feuer frei auf die Wächter. Wir geben Deckung, so gut es geht. Devil krallt sich in der Linie der anderen Belagerungspanzer fest und gibt ebenfalls Sperrfeuer.“
"Goliath verstanden, Sir", gab der führende Sergeant durch und eröffnete das Raketenfeuer auf die anfliegenden Wächter, die sich zu weit vor gewagt hatten. Einer zerplatzte in der Luft, aber zeitgleich wurde ein Goliath in Fetzen gerissen. Die Salve eines Belagerungspanzers war zu dicht geraten, hatte sieben Zerglinge und einen Hydralisken getötet, aber eben auch den unersetzlichen Kampfexo.

Um die anderen beiden Goliaths bildete sich plötzlich ein flirrender Energieschirm und machte sie temporär unverwundbar.
"Forschungskreuzer sind bereit", erklang eine neue Stimme über Funk. "Hat etwas gedauert, aber wir mussten erst einen Durchbruch von Overlords bei den Raketenplattformen verhindern."
Um einen der letzten beiden Utralisken bildete sich ein irrisierendes Feld. Diese Bestie war verloren, das Feld würde solange bestehen, bis die Bestie starb. Allerdings hatte der Koloss bei seinen Reserven noch genügend Zeit, wirklichen Schaden anzurichten.
"Vier Kreuzer oder ein Geschwader Raumjäger, das ist es, was wir jetzt brauchen", brummte Fox, wechselte erneut das Magazin und fegte einen Verseuchten von den Beinen. Ein anderer sprengte Bunker vier in die Luft. Über die Soldaten fiel ein kleiner Trupp Zerg her. Ein verseuchter Terraner versuchte zu der in Bedrängnis geratenen Truppe durchzukommen, zündete seine Bombe letztendlich in der Peripherie der Zerg und vernichtete sieben von ihnen, ohne die Marines anzukratzen.
Sofort stürmten Sanis vor und verstärkten die strukturelle Integrität der überlebenden beiden Soldaten. Sie hatten vielleicht eine Chance erhalten, zu überleben. Bis zum nächsten Angriff.

"Colonel Bouvier hier. Wir schicken gerade die letzten Zivilisten und Verwundeten hoch. Kommen Sie jetzt zurück, Lieutenant."
Fox sah die Erleichterung in den Augen der anwesenden Soldaten glitzern. Seine Worte taten ihm umso mehr weh.
"Negativ, Sir. Wir kommen hier nicht mehr lebend raus. Wir geben unser Bestes und nehmen noch ein paar von diesen Monstren mit."
Die Antwort hörte der Offizier schon nicht mehr. Neben ihm brachen die Zerg vollends durch. Die Wächter vernichteten einen Belagerungspanzer, Hydralisken und Zerglinge nutzten die Bresche, um Bunker zwei anzugehen.
Vor ihnen standen die beiden Goliath und feuerten, was ihre Waffen her gaben. Zwei mutige BWL-Piloten riskierten ihre Leben und gaben den Exos Strukturverstärkung, bis die angreifenden Zerglinge sie bei lebendigem Leib zerrissen.
Eine schwere Erschütterung machte ihn auf seine eigenen Probleme aufmerksam.
Ein Wächter hatte begonnen, seinen Bunker unter Feuer zu nehmen. Leider war er außer Reichweite der Bunkerwaffen. Und die beiden Goliath feuerten auf einen anderen Wächter, leuchteten auf Fox´ Display bereits hochrot auf, das Zeichen für schwere Schäden.
Das war das Ende.

Von einem Moment zum anderen stand Fox mit seinen Leuten buchstäblich im Freien. Der Bunker war um sie herum vollkommen zerstört worden. Sofort riss er seine Waffe hoch und feuerte, was die Handwaffe hergab, tötete einen Zergling und jagte einem mächtigen Utralisken, der direkt auf ihn zu zu rasen schien, mehrere Salven in die Beine.
So sterbe ich also, dachte er bei sich. Seltsamerweise war er nicht ängstlich, unzufrieden oder zornig. Nein, in den letzten Sekunden seines Lebens wurde ihm bewusst, er war nützlich gewesen. Er hatte geholfen, die Menschen der Kolonie zu retten. Menschen, die nun die Chance hatten, ihre Leben neu zu beginnen. Dafür war er ausgebildete worden.
Neben ihm ging der Sarge in die Knie, als ihn der Säurespeichelstrahl eines Hydralisken traf.
Und der gigantische Utralisk kam näher und näher. Drei Sekunden, vielleicht vier, schätzte der Lieutenant, dann war der Riese heran und zertrat ihn einfach.
So sterbe ich also, dachte er wieder...

Von einem Moment zum anderen änderte sich die Lage gravierend. Um seine Leute, um die Panzer, die WBFs, die Medos und auch um die beiden Goliaths, die sich immer noch verbissen wehrten, legten sich glitzernde Funken. Es sah aus, als wäre ein Dutzend Forschungskreuzer eingetroffen und hätte Schilde für sie alle errichtet.
Fox meinte, den Utraliksen vor sich beinahe schon berühren zu können, da wurde sein Bewusstsein in einem grellen Blitz ausgelöscht.
Als er die Augen wieder öffnete, glaubte er, ihnen nicht trauen zu dürfen. Sie waren alle da! Die fünf überlebenden Belagerungspanzer, seine Bunkerbesatzungen, Petrovs Sanitäter und der verwundete Ghost, die Forschungskreuzer, sogar die beiden Goliaths, deren Piloten mit der neuen Situation augenscheinlich Schwierigkeiten hatten - sie feuerten noch eine ganze Zeit ins Leere, bis sie bemerkten, dass die Zerg nicht da waren. Noch nicht. Dies war der Evakuierungsraumhafen, den sie so lange verteidigt hatten.
Aber wie waren sie hier hergekommen?
"Colonel Bouvier hier. Fox, hören Sie mich? Wir haben da ein gutes Dutzend Fähren für Sie im Anflug, weitere sechs dürften jede Sekunde landen. Bereiten Sie sich und Ihre Leute auf eine Notevakuierung vor."
"Fox an alle. Belagerungspanzer in Aktivmodus. WBFs zu den beschädigten Einheiten. Reparieren und mit ihnen einschleusen. Vielleicht brauchen wir sie ja noch. Infanterie schleust zuerst ein.
Sir, träume ich das nur? Ich dachte, wir wären im Arsch. Wie sind wir nur hierher gekommen?"
"Nun, Lieutenant, diesen Tag sollten Sie zukünftig als zweiten Geburtstag feiern. Gerade rechtzeitig haben wir neue Verbündete bekommen."
Wie zur Antwort rief einer seiner Leute aufgeregt und deutete nach oben.
Fox folgte dem Arm und sah zwischen den anfliegenden Transportern einen Arbiter auftauchen. Diese Flugeinheit gehörte zu den Protoss. Neben ihnen und den Zerg waren sie die dritte große Spezies in diesem Teil der Milchstraße und kämpfte mal mit, mal gegen die Terraner, aber eigentlich immer gegen die Zerg. Heute waren sie also auf der Seite der Siedler.
Eine Gruppe heran fliegender Wächter erstarrte plötzlich in der Luft, als hätte man sie eingefroren. Eine Waffe des Arbiters. Er fror die Zeit um die Angreifer tatsächlich ein.
Eine andere war der Rückruf gewesen, der es den Protoss gestattete, verbündete Einheiten bis auf die Position des Arbiters zurück zu teleportieren.
Die dritte und wichtigste Eigenschaft aber war die Fähigkeit des Arbiters, andere Einheiten zu tarnen.
Fox machte sich klar, dass die Zerg die Evakuierung nicht gefährden konnten, solange der Arbiter sie für die biologischen Monstren unsichtbar machte.
Sie und...
Über den Köpfen der Terraner schoben sich plötzlich Trägerschiffe der Protoss wie aus einem diesigen Nebel hervor und entließen ihre Kampfeinheiten. Die schnellen und wendigen Jäger stürzten sich auf die herannahenden Zerglinge, ohne ihnen auch nur den Hauch einer Chance zu geben. Sie erkauften Zeit. Zeit für sie.
Als der erste Transporter landete, riss das Fox aus seinen Gedanken. "Landungsschiff eins für die Infanterie und die Verwundeten! In die nächsten drei gehen die Belagerungspanzer!"
Fasziniert sah Fox dabei zu, wie die Jagdflieger von insgesamt zehn Protoss-Trägereinheiten mit den Zerg den Boden aufwischten. Was für eine Macht.
Wie betäubt von diesen Bildern taumelte Zorn mit den letzten freien Terranern auf dieser Welt an Bord des letzten Landungsschiffs. Neben sich registrierte er Lieutenant Petrov. Sie schleppte den Sarge, den es sichtlich übel erwischt hatte. Sie zwinkerte ihm zu.
"Für heute sind wir den Zerg noch mal von der Schippe gehüpft, was?"
Fox lächelte grimmig. "Für heute. Aber wir kommen wieder. Das verspreche ich."

Im Orbit wartete eine Flotte von terranischen Kampfkreuzern auf die Transporter. An Bord der neunzehn Raumschiffe waren nun vierhunderttausend Menschen, alle Überlebenden des Zerg-Angriffs.
Die Protoss-Träger kletterten nun ebenfalls langsam in den Erdorbit.
Neben der Flotte erkannte Fox Forschungskreuzer, Jagdflieger der Protoss und der Menschen sowie Transporter ihrer Verbündeten.
In diesem Moment aktivierten sich die Lautsprecher.
"Hier spricht Colonel Bouvier. Wie Sie sicherlich bemerkt haben, haben wir Verstärkung bekommen. Der Protoss-Stamm Ardion hat auf unsere Hilferufe reagiert und unterstützt uns bei unserer Flucht. Die Protoss bieten uns zudem an, in ihrem Hoheitsgebiet zu siedeln und von dort aus an Gegenangriffen auf die hiesigen Zerg teilzunehmen. Alles in allem ein mehr als akzeptables Angebot.
Wir werden uns einige Monate ausruhen und dann zusammen mit den Protoss einen Gegenschlag führen, der die Zerebraten, die Kommandeure des Sektors, zum Ziel hat. Mit dem Ardion-Stamm haben wir eine reelle Chance, die Zerg für Jahrzehnte aus diesem Sektor raus zu werfen.
Ach, noch etwas. Bedanken Sie sich dafür bei Lieutenant Fox und seinem Kommando. Die Protoss waren schon eine ganze Zeit im Gebiet und haben uns heimlich beobachtet.
Aber erst, als der Lieutenant und viele seiner Soldaten selbstlos handelten und das eigene Leben opfern wollten, um uns alle zu retten, entschlossen sie, dass wir ehrenwerte Terraner sind, die ihre Hilfe auch verdienen.
Colonel Bouvier aus."

Jubel brach aus. Die Soldaten fielen einander in die Arme. Endlich kroch auch in Fox´ Gehirn die Erkenntnis, dass sie es geschafft hatten. Dank der Protoss. Dank ihm. Dank den anderen.
Dank dem Ghost. Dank Petrov. Dank den Piloten der Goliaths. Der Lieutenant lachte befreit auf, als ein halbes Dutzend seiner Leute gleichzeitig versuchten, ihm auf die Schulter zu klopfen. Sie würden wiederkommen. Jetzt, in diesem Moment wusste er, dass sie es schaffen würden. Diesmal hatten sie überlebt. Es würde auch ein zweites Mal, ein drittes Mal klappen.
Fox ließ sich erschöpft zwischen dem Sarge und dem verwundeten Ghost nieder und ergab sich der plötzlichen bleiernen Müdigkeit seiner Gliedmaßen. Er musterte den Telepathen unter halb geschlossenen Augen und murmelte: "Sagen Sie, wie zum Henker heißen Sie eigentlich?"
Der Ghost schob erschöpft und müde seine Maske hoch. "Schmitt. Major Schmitt!"
Für einen Moment fühlte Fox den unwiderstehlichen Drang, aufzuspringen und vor dem Mann zu salutieren. Immerhin war er nicht ein Ghost, sondern DER Ghost. Aber die Müdigkeit siegte. Er lehnte sich zurück und murmelte: "Für den Vornamen würde ich meine Eltern verklagen, Major."
Der Ghost starrte ihn eine Sekunde verblüfft an, dann begann er zu lachen. Der Sarge, Petrov und die Umstehenden fielen ein.


Über Mandale IV feuerten die Kreuzer auf die wenigen Zergeinheiten, die es wagten, sie zu verfolgen. Danach gliederten sie sich in den scheinbaren endlosen Konvoi aus terranischen und Protoss-Einheiten ein und verließen den gravitatorischen Bereich des Planeten.
Heute hatten die Zerg gewonnen. Aber die Terraner der Kolonie hatten auch nicht verloren. Sie hatten ihre Leute retten können. Bis zum nächsten Kampf.