Wenn man allein im Regen steht...

von Neko343
GeschichteDrama / P12
Kohta Nyu/Lucy
22.06.2009
22.06.2009
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Überall plätschert es.

Der Boden ist nass.

Die Straßen leer.

Die Nacht dunkel.

Die Häuser scheinbar unbewohnt.

Und zudem ist es kalt und still.


Ich bleibe kurz stehen.

Diese Umgebung spiegelt mein Herz wieder.

So kalt und dunkel.

Es ist still...

Und ich kann nur den Regen hören.


Ein Schatten.

Ein Mensch geht einsam durch die Gänge.

Es ist ein kleines Kind.

Schnell rennt es die Straße entlang.

Dabei läuft es knapp an mir vorbei, ehe es in einen der Häuser verschwindet.


Ich setze schweigend meinen Weg fort.

Schaue dabei noch kurz zu den Fenstern des Hauses hin, wo das Kind hin lief.

Kurz geht das Licht an, ehe es wieder erlischt.

Und schon ist wieder alles dunkel und still...


Ich komme an einer Brücke an.

Vielleicht bietet sie Schutz vorm Regen.

Von hier aus kann man die Stadt sehen.

Überall sind Lichter und Sirenen.

Sie suchen mich... Ich weiß es.


Es ist naheliegend, dass sie nach mir suchen.

Nach ihrer Meinung darf ich hier nicht frei rum rennen.

Ich würde sonst zu einer Gefahr für sie werden.

Wen wundert es?!

Wenn diese Menschen doch so töricht sind!

Wenn sie meinen, mit mir alles machen zu können!


Ich setz mich kurz unter die Brücke.

Hier ist ein gutes Versteck.

Kurz schweifen meine Gedanken an mein Zuhause.

Mein ehemaliges Zuhause...


Ich kann nicht zurück.

Ich stand schon quasi vor dem Haus, war kurz dafür, zurück zukehren...

Aber ich konnte es nicht!

Zu viele Erinnerungen...

Zu viele Schmerzen...


Kouta...

Ich hab dich betrogen.

Wir waren Freunde...

Und ich hab dir das Liebste genommen: Deine Familie...


Kouta...

Selbst, wenn ich wollte – Ich könnte nie wieder zurück.

Mir fehlt dazu der Mut.

Außerdem würdest du auch in Gefahr geraten.

Denn noch immer suchen sie nach mir...

Wollen mich töten...


Kurz gleitet meine Hand zu meinem Kopf.

Ein bitteres Lächeln umspielt kurz meine Lippen.

Meine Hörner...


All die Jahre waren sie mir im Weg.

All die Jahre wurde ich dadurch gequält.

All die Jahre haben ich und andere durch meine Hörner gelitten.

All die Jahre wollte ich sie los werden.

Nun sind sie endlich weg! Dennoch...


Ich erinnere mich noch damals, an deine Worte.

Du fandest sie okay... Hast mich deswegen nicht verabscheut...

Kouta...

Du warst mein einzigster Freund.


Ich stehe auf.

Es wird Zeit, weiter zuziehen.

Nichts hält mich mehr an diesen Ort.

Ich werde diesen Ort nun verlassen.

Ich hoffe, ihr werdet wenigstens noch ab und zu an mich denken.


Schritte...

Sie sind ganz nah.

Jemand nähert sich der Brücke.

Meine Muskeln sind angespannt.

Wartend schaue ich nach vorn.

Bereit, meine Vektoren einzusetzen, sollte es ein Feind sein.


Ein Lichtstrahl erscheint.

Eine Taschenlampe.

Wer ist das?

Ein Polizist?

Ein Fremder?

Oder vielleicht sogar... du?


Mein Herz klopft.

Das Licht ist kurz vor der Brücke, unter der ich mich befinde.

Plötzlich stoppt es.

Als wäre die Person abgelenkt worden...

Dann verschwindet das Licht wieder und ich höre, wie die Person kehrt macht.

Ich entspanne mich wieder.


Nach einigen Minuten komme ich unter der Brücke hervor.

Langsam mache ich mich auf den Weg.

Ich weiß noch nicht, wohin ich gehen werde...

Hauptsache weg!


Kouta...

Verzeih...

Auch, wenn ich dich liebe...

Wir können und werden nie zusammen sein!

Dafür sind wir einfach zu verschieden.


So mache ich mich auf den Weg.

Irgendwohin, an einem unbekannten Ort.

Und was immer meine Reise auch bringen wird...

Ich werde meinen Weg immer weiter fortsetzen.


Immer weiter...


In einer besseren Welt...
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