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Brave Starr: Oneshots

von Meg-Giry
GeschichteAllgemein / P18 / MaleSlash
Brave Starr Tex Hex
21.06.2009
11.06.2011
27
29.897
2
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21.06.2009 1.810
 
Nix meins, die Jungs und die Orte gehören L. Scheimer und der Filmcrew.


Jahrestag

Tex Hex blickte lang in den Spiegel im Badezimmer des Hexagons und verfluchte erneut sein Antlitz und diesen Tag.
Wieder jährte sich der Tag seiner „Umwandlung“ – den Tag an welchem Stampede in die Finger gekriegt und für immer verändert hatte. Nicht das Tex sich je gross etwas auf sein Aussehen eingebildet hatte; aber alles was besser als das, was ihm nun entgegenstarrte.
Mit einem wütenden Knurren war er das erstbeste gegen den Spiegel und stürmte davon.

„Morgen Boss!“ grüsste Skuzz fröhlich, als jener in die Küche geschlurft kam.
Tex knurrte, griff sich eine Flasche Starblazer und verschwand wieder.
Das Wüstenwesen seufzte. Es war also auch in diesem Jahr das Selbe…
Obwohl auch den anderen Bandenmitgliedern aufgefallen war, wie schlecht gelaunt ihr Boss immer an diesem Tag im Herbst war, kannte nur Skuzz die Wahrheit. Vipra und Sandstorm hatte er vor Jahren verraten, dass sie an diesem Tag auf Stampede trafen. Aber das die auch Tex Geburtstag war, blieb ein Geheimnis zwischen ihm und seinem Boss.

„Geburtstage – wer braucht die schon?“ grummelte der Anführer der Carrion Bunch vor sich hin, als er seine Zimmertür abschloss.
Alkohol und Isolation waren weder eine Lösung, noch schafften sie diesen Tag aus der Welt, aber sie machten ihn immerhin erträglicher.
Mit einem Hoffnungslosen Seufzer setzte Tex Hex die Flasche an und trank in grossen Schlucken.

„TEEEEX!“ Der mentale Ruf liess den Desperado zusammenfahren und die nur halb volle Starblazerflasche glitt ihm aus den Fingern. Fluchend trat Tex gegen die Scherben ehe ihn die Telportation erfasste.
„Da bist du ja endlich“, grollte Stampede. „Heute ist ein besonderer Tag.  Vor genau zehn Jahren…“
Länger hörte der Anführer der Carrion Bunch nicht hin. Aus für ihn unerklärlichen Gründen mochte der Semidrache diesen Tag. Für jemanden dem die Tage und Wochen sonst einerlei sind, war dies eine sehr eigensinnige Gewohnheit. Auch das Stampedes Worte in jedem Jahr fast die Selben waren gehörte dazu.
Doch Tex Hex’ Gedanken waren diesmal eine einem ganz bestimmten Wort hängen geblieben.
‚Es sind wirklich ZEHN  Jahre?’ sann er nach. ‚Mehr als ein drittel meines Lebens, den ich als Vogelscheuche, als verhasster Desperado, hier verbringe. Und alles nur wegen dieser Eidechse…’
„HÖR MIR GEFÄLLIGST ZU!“ fauchte der Semidrache, dass es von den Wänden widerhallte und vergrub seine Krallen in Tex Hex’ Schulter.
Gepeinigt hisste dieser leise auf, blickte sein Gegenüber jedoch trotzig an. Stampede verzog seine Fratze zu einem Grinsen, welches seine riesigen, weissen Zähne entblösste.
„Ich habe eine Aufgabe für dich, passend zum heutigen Festtag“, verkündet er feierlich.

Wenig später verband Tex Hex notdürftig seine rechte Schulter.
Skuzz und Vipra hatte ihre Hilfe angeboten – doch er hatte sie so vehement verjagt, dass die anderen Mitglieder der Bande sich hüteten ihm auch nur zu nahe zu kommen.
Leise vor sich hin fluchend spülte er schliesslich ein paar Schmerztabletten mit  einem Glas Sweetwather hinunter und machte sich auf den Weg, seinen Auftrag zu erfüllen – allein und zu Fuss.
Wieder hatte Stampede ihm seine Magie entrissen.

Fluchend legte Marshall Brave Starr die Zeitung weg, als der Alarm ausbrach. Er hasste diese Überfälle so früh am Morgen zutiefst. Besonders, wenn sie ihn um sein Frühstück brachten – so wie heute.
Mit einer gehörigen Wut im Bauch, trat er seinem Erzfeind vor der Bank gegenüber. Während Thirty-Thirty die Umgebung nach weiteren Mitgliedern der Carrin Bunch absuchte, entschied Brave Starr, das der Grund seiner Schlechten Laune, diese auch ertragen sollte.
„Muss ich deine hässliche Visage in Zukunft immer so früh am Morgen sehen?“ knurrte er ungehalten.
Tex Hex zuckte bei diesen Worten merklich zusammen und wich unbewusst einen Schritt zurück. „Das war nicht meine Idee!“ zischte er um Fassung ringend zurück. „Nicht dieser Überfälle – und schon gar nicht dieses abscheuliche Gesicht!“
Erschrocken musterte der Gesetzeshüter seinen Erzfeind. Nie im Leben hätte er damit gerechnet, dass seine Worte ihn so treffen würden. Erst nun, da der Desperado schlagartig erstarrte und blass wurde, hatte Brave Starr seinen grossen Fehler bemerkt.
Reumütig trat er langsam auf den Schurken zu.
„Tex – es tut mir leid, ich habe das nicht so gemeint, wirklich nicht! Ich war nur sauer, weil…“ mitten im Wort brach der New Cheyen ab. Denn es gab nichts, was sein Verhalten rechtfertigte – nicht für Tex Hex.
Dieser, nicht länger im Stande den „strahlenden“ und perfekten Marshall anzusehen, liessen sein Haupt sinken, schloss für einen Moment die Augen um seine Gefühle wieder vollkommen abzukapseln. Doch ehe er Brave Starr wieder mit einem perfekten Poker Face und kalten Augen entgegenblicken konnte, fühlte er eine Präsenz direkt vor sich.
Unbemerkt war der Gesetzeshüter dicht an ihn herangetreten.
„Tex, es tut mir wirklich leid…“ raunte dieser zerknirscht und legte seine Hand auf die rechte Schulter des Schurken. Als dieser versuchte sich mit einer raschen Bewegung des Oberkörpers aus dem Griff zu befreien, packte Brave Starr reflexartig zu.
Verwirrt beobachtete der Marshall, wie sein Erzfeind von einer Sekunde zur anderen erblasste und leicht zu wanken begann.
‚Wie macht dieser verschlagene Kerl von Marshall das eigenlicht? IMMER schlagt oder packt er mich an meinen lederten Stellen. IMMER genau dort, wo Stampede sich kurz zuvor austobte! Das KANN kein Zufall sein! Er…’
„Tex?“ Die Besorgte Stimme Brave Starrs, sowie der Arm, der sich behutsam um seinen Mitte schlang, rissen Tex Hex aus seinen hasserfüllten Gedanken. „Was ist mit deiner Schulter? Du blutest… Ich bringe dich zum Doc…“
„Is’ nur ein Kratzer.“
„Aber du blutest – stark!“ Die Angst und Sorge in der Stimme des Marshalls kamen immer stärker durch. Auch der besorge Blicke den er auf seinen mittlerweile mehr roten als weissen Handschuh warf, unterstrich dies.
„Hättest DU mich nicht gepackt, währe es nicht wieder aufgerissen – du neunmalkluger Möchtegern Marshall!“
Deputy Thirty-Thirty konnte den beiden Deppen vor sich einfach nicht länger zusehen. Entschieden trat er an sie heran. „TEX!“ begann er sehr bestimmt und zog damit die Blicke der beiden Männer auf sich. „Wir bringen dich jetzt zu Doc Clayton. Der soll sich mal um deinen Schulter kümmern – dann sehen wir weiter!“
‚Na toll!’ fluchte Tex innerlich. ‚Jetzt belagern mich der Marshall UND das schiesswütige Pony! Könnte ja schon fast meinen, die wissen, dass ich keine Magie habe!’
Murrend riss sich der Desperado los. Doch er kam nicht weit. Die Mischung aus Alkohol, Schmerzmittel und Blutverlust zeigte seine Wirkung. Die Sicht des Schurken verschwamm und der Boden kam beängstigend schnell näher.
Das Letzte was er noch mitbekam, war Brave Starrs erschrockener Ruf.

„…können sie mich hören?“
Eine unbekannte Stimme und gleissendes Licht holten Tex Hex in die Wirklichkeit zurück.
Beunruhigt und vollkommen verwirrt, suchte der Desperado nach Halt. Doch weder brachte er die Agen auf, noch konnte er seine Finger Halt  in der Decke finden.
Nahe der Verzweiflung formten seine Lippen zwei Wörter – den Namen der einzigen Person, von welcher er sich Hilfe versprach.
Während der ganzen Behandlung bei Doc Clayton war Brave Starr nicht von der Seite des Desperados gewichen. Doch nun blickte er sehr verwirrt auf einen Erzfeind. Hatte er sich da wirklich nicht verhört? Waren diese gehauchten Worte wirklich SEIN Name gewesen?
Zögernd trat der Marshall an das Krankenbett und raunte sanft: „Ich bin hier Tex. Es ist alles in Ordnung.“
Sofort entspannte sich der Desperado. Nur seine Finger zuckten weiterhin, bis Brave Starr sie, einem Impuls folgend, umfasste und sanft drückte.
Doc Claytons Blick wanderte zwischen den beiden Männern hin und her. Schon die Stimme des Marshalls hatten die beim Aufwachen in die Höhe geschnellten Vitalwerte des Desperados deutlich gesenkt. Jetzt , da sich ihre Hände berührten, und nachdem Tex seine Augen aufgezwängt hatte, ihre Blicke beinahe ineinander versanken, waren alle Werte wieder normal. Wenn man von dem etwas schnellen Puls absah. Doch man brauchte kein Mediziner zu sein um dessen Ursache zu erkennen. Das selige Lächeln auf dem Gesicht des Desperados verriet genug.
Benjamin Clayton seufzte innerlich. Wieder fand eine komplizierte Liebesgeschichte in seinen Räumen ihren Anfang. Wobei, wenn er es recht bedachte, währe „Fortschritt“ die passende Umschreibung.
In jedem Fall würden die Beiden noch viele Hürden zu überwinden haben. Aber er wollte keine davon darstellen.
„Du kannst so lange bleiben wie die willst, Junge. Aber lass ihn bitte viel schlafen“, flüsterte der Doc Brave Starr zu und entschwand mit einem letzten, zufriedenen blick auf die Instrumente.

Wenig später bemerkte Brave Starr, wie seinem Patienten immer wieder die Augen zu fielen – er sie aber fast sofort wieder aufriss.
„Schlaf ruhig“, raunte er sehr sanft. „Ich bleibe hier.“
Der Desperado lächelte schwach und als ihn kurz darauf die Augen erneut zufielen, entspannte er sich vollkommen und schlief beinahe augenblicklich ein.

***
Einige Tage später:

Müde liess Tex Hex sich auf das Sofa fallen und grinste breit, als sein Marschal neben ihm zusammenzuckte.
„Solche Angst vor mir, Schnuckelchen?“
„Nenn mich nicht so! Zudem war ich nur in den Text vertieft…“ grummelte Brave Starr zurück
„Also Marshall“, mit einer schnellen Bewegung zog der Desperado ihn das Balt aus den Fingern, „du hast jetzt FEIERABEND, bist zu Hause und hast Besuch. Also lass die Arbeit mal ruhen! Soviel Arbeit ist ungesund süsser.“
„Ja, Doctor Hex“, seufzte Brave Starr erben auf, war die Akte achtlos auf dem Wohnzimmertisch und  schmiegte sich an seinen Desprerado. „Besser?“
„Viel“, raunte Tex Hex mit leich t heiserer Stimme, die Arme um seinen Liebsten schlingend.
„Verrätst du mir endlich weshalb du bei Doc Clayton nach MIR gerufen hast? Besonders nachdem ich dich so verletzt hatte?“ Die ganze Sache hatte Brave Starr einfach keine Ruhe gelassen aber sein Schurke war immer ausgewichen. So war er überrascht, aber auch sehr erfreut, als Tex Hex, nach einem leisen Seufzer zur Erklärung ansetzte.
„Schon das erste Mal, als ich dich sah, bemerket ich diese Strahlen das dich umgibt. He! Nicht lachen Süsser!“ Der Desperado verpasste seinem kichernden Marshall einen liebevollen Klaps, eher er fortfuhr. „Ich glaube, schon damals habe ich mich in dich verliebt… Und als ich an diesem fremden Ort erwachte, verletzt und ohne Magie, überfiel mich einfach die Angst. Ich hatte keine Möglichkeit mich zu verteidigen. Und da es eigentlich nicht deine Art ist, wertlose zu quälen und weil ich dich noch einmal sehen – oder zumindest hören wollte…“
Brave Starr blickte seinem Liebsten in die tiefroten Augen und drückte ihn fester an sich. Mit einem leisen Seufzer fuhr der Desperado fort: „Ich hoffte einfach, du würdest mich nicht weiter mit diesen eisigen Blick ansehen oder mir bestätigen, wie hässlich ich dich bin…“
„Tex, Liebster, ich wünschte, ich hätte diese unbedachten Wort nie gesagt!“ Zärtlich bedeckt der junge Mann das Gesicht seines Liebsten mit Küssen. „Weisst du, ich habe dich nicht nur unglaublich lieb, ich finde dich schön – genau so wie du bist – mein geliebter, einzigartiger Desperado, mein Tex Hex.“
Versonnen lächelte der Schurke zu seinem Liebsten auf. Je länger dieser sprach, desto stärker wurde Tex’ vertrauen an sich und jene Worte.
„Liebster“, hauchte er, sich an sie die breite Brust schmiegend, „bleiben wir zusammen?“
„Ja, Texie – für immer!“

ENDE
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