Königin Dubhe

von Sarafina
GeschichteMystery / P12
Dubhe Laerco
13.06.2009
21.01.2010
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13.06.2009 1.766
 
Weit entfernt vom Land der Sonne wo König Learco, den man als den Sanften und Gerechten nannte, mit seiner Königin Dubhe regierte, lag das Land der Nacht unter seinem unendlich andauernden Fluch. Generationen über Generationen, die im Land der Nacht lebten, haben nie wieder die Sonne aufgehen sehen. Immer herrschte Nacht in diesem Land und nur, je weiter man sich von den Landesgrenzen entfernte, desto mehr kam das Sonnenlicht zurück.
Das Land der Nacht war auch die Heimat der Sekte um Theanaar. Der Tempel stand noch an Ort und Stelle. Nur rundherum erkannte man, dass eine Schlacht stattgefunden hatte. Die Reste von verwes-ten Leichnamen der Assasinen, die ihr leben verloren, lagen rundherum. Von ihnen waren außer Kleidung und Knochen nicht´s mehr übrig gewesen.
Der Tempel in ihrer Mitte war teilweise eingestürzt. Im Gebäude selbst erkannte man den Schaden. Alle Statuen waren zerstört, die Bänke gespalten und das Feuer, was früher immer brannte, war schon lange erlöscht. Der Durchgang zum Unterirdischen Bau der Gilde war fast vollkommen versperrt. Nur noch eine kleine Lücke, sodass ein Kind durchklettern konnte war geblieben.
Im Bau der Assasinen herrschte pechschwarze Dunkelheit. Kein Licht brannte. Keine Seele war mehr hier. Alles war tot und verlassen. In der Großen Halle, wo die Assasinen speisten lagen auch viele Skelette von getöten Assasinen. Die Quartiere von den Assasinen waren verlassen. Viele waren bei den Angriff hinaus gerannt und waren dann entweder in Tempel, in der Großen Halle oder auf den Gängen überwältigt wurden.
Doch eines war geblieben. Der Geruch nach Blut. Immer noch hing er im gesamten Bau der Gilde. Je näher man dann dem Saal der Becken kam, desto intensiver wurde er. Im Saal der Becken, sah noch vieles aus, wie zum Zeitpunkt des Angriff´s. Die Lichter waren zwar gelöscht und es herrschte absolute Dunkelheit, doch noch immer waren die Becken mit dem Blut der Opfer der Assasinen gefüllt. War flüssig und blieb stabil durch den Zusatzstoff den einst die Wächterin der Gifte hergestellt hatte.
Die Theanaarstatuen in dem Raum waren zerstört und der Eingang zu den Quartieren der Wächter stand offen. Auch in den Quartieren der Wächter war alles stockdunkel. Nur hier herrschte etwas leben. Kleine Tiere waren in die Räume der Wächter vorgestoßen und hat-ten sich eingerichtet.
Ein kleines hasenähnliches, fuchsgroßes Tier lebte in dem Quartier, das einst dem obersten Wächter Yeshol gehörte. Schon einige Monate lebte das Tier schon hier. Zuerst hatte es sich seiner Umgebung versichert und später verteidigt. Nun war dies sein Territorium.
Früher lebte hier Yeshol. Die Regale waren vollgestellt mit Büchern und auf einem Regal standen Gefäße mit Blut darin und eines mit einer blauperlmuttschimmernden Flüssigkeit. Nach dem Angriff und dem Sieg, waren die Gefäße stehen gelassen wurden. Sie hatten die Soldaten abgeschreckt. Gleichzeitig wussten sie aber auch nicht, ob es sich bei den Flüssigkeiten wirklich um Blut handelte oder um etwas anderes. Herausfinden wollten sie es jedoch nicht und so hatten sie die Gefäße stehen gelassen. Auch das Gefäß mit der blau-perlmuttschimmernden Flüssigkeit. Als dann später die Kommandanten und schließlich Mitglieder des Rates, Yeshol´s Quartier betraten, waren sie schockiert und kurz darauf wieder gegangen. Um zu verhindern, dass jemand auf das hier Zugriff hatten, ließen sie das Gebäude von außen her einstürzen. Doch niemand ahnte, dass ein Durchgang zum Bau der Assasinen noch frei war. So kamen dann auch die Tiere herein.
Das fuchsgroße Hasenwesen sprang auf das Regal auf dem die Gefäße standen. Dann lief es auf dem Regal herum und stieß dabei die Gefäße um. Mehrere fielen zu Boden, zerbrachen aber nicht. Das Gefäß ist aus besonders hartem Glas mit Schwarzen Kristall Beimischung. Diese Komponente bewirkte, dass die Gefäße mit den roten Flüssigkeiten nicht zerbrachen. Doch dann sprang das Wesen weiter nach oben und stieß dabei eines der Gefäße gegen die Wand. Gerade als das Tier das obere Regal erreicht hatte, sprang es, von dem Geräusch, von zersplittertem Glas davon und schleuderte nun auch noch das Gefäß mit der blauperlmuttartigen Flüssigkeit um. Sofort als das Gefäß aufkam, zersprang das Glas.
Das Tier rannte aus dem Raum heraus und war bald darauf im Saal der Becken. Dann ertönte ein ohrenbetäubend lauter Knall und kurzzeitig war der Saal der Becken taghell erleuchtet. Im nächsten Augenblick war dann alles wieder Dunkel. Doch die Totenstille, die in dem Bau bis jetzt geherrscht hatte, war nun gebrochen.
Im Raum des Obersten Wächter´s atmete ein Mensch schnell und keuchend. Er war nackt und sah sich verwirrt um. Langsam erhob er sich und machte einen Schritt. Ein scharfer Schmerz durchzuckte seine Fußsohle und er kniete nieder. Vorsichtig tastete er mit den Händen auf dem Boden herum und nahm einige Splitter in die Hand. Fragend sah er sie an und schaute sich wieder um. Tiefe Dunkelheit herrschte im Raum und nur langsam gewöhnten sich die Augen des Mannes. Wieder richtete er sich vorsichtig auf und ging nun langsam auf einen Stuhl, der in der Nähe stand zu. Auf ihn lies er sich nieder und begutachtete seine Fußsohle. Doch in der Dunkelheit konnte er nicht´s sehen. Fieberhaft tastete er auf dem vor ihn stehenden Schreibtisch hin und her und fand dann endlich was er suchte. Eine Kerze und ein Anzünder. Kurz darauf flackerte die Kerze schwach und beleuchtete den Raum ein wenig. Nun betrachtete der Mann noch einmal seine Sohlen und zog die Splitter heraus. Als er damit fertig war, sah er sich um und erschrak. Diesen Raum kannte er. Einmal stand er schon hier. Doch wie kam er hierher? Und warum war niemand hier? Weshalb herrschte totale Totenstille hier. Er konnte sich noch erinnern, dass er immer den Betgesang der anderen gehört hatte, als er hier war.
Nachdenklich blieb er noch eine Weile sitzen und spürte dabei mehr und mehr, dass ihm immer kälter wurde. Schnell rieb er über seine Arme und sah sich um. Irgendwo hier müssten doch Sachen sein, die er anziehen konnte. Wieder stand er auf und verließ das Quartier und ging in den Saal der Becken. Nur schwach erhellte die Kerze, die er mitgenommen hatte, den Saal. Doch es genügte, damit er sehen konnte, dass im ganzen Saal Skelette herum lagen.
Was ist denn hier geschehen?, fragte er sich überrascht und streifte dann von einem Gerippe die Kleider ab. Kurz darauf hatte er mehrere Gewänder anprobiert und welche gefunden die ihn passten. Auch Stiefel hatte er gefunden und ging nun schneller durch den Bau.
Überall herrschte Dunkelheit. Keine Menschenseele war hier. Viele angekleidete Gerippe lagen auf dem Boden und schienen wohl schon länger hier zu liegen. Als er schließlich einige Räume durchstreift hatte und ein paar Messer und Dolche gefunden hatte, kam er in das Quartier der Wächterin der Gifte. Er wusste noch, wie die Wächterin war. Kalt und grausam. Ein Biest von unglaublicher Stärke und Kälte. Sie hatte sogar ihm als Jüngling einen Schrecken eingejagt. Aber auch sie war nicht in ihrem Quartier.
Ausgiebig studierte er die Schriften von ihr und stieß dabei auf meh-rere Briefe, die ihn innehalten lies.

Siegel des Todes

Die Belohnung Theanaar´s. Ein Siegel das einen Menschen in eine wilde, blutgierende Bestie verwandelt. Drohende Gefahren lassen die Bestie heraus brechen. Das Wesen greift dann jeden an, der ihm zu Nahe ist. Bester Erfolg bis jetzt. 13 Leute innerhalb weniger Minuten. Genug Blut für Theanaar. Langzeitschaden bei Nichtaufhebung. Wahnsinn, Schmerz und Tod.

An Rekla, die Wächterin der Gifte

Geehrte Wächterin. Der langerwartete Schatz ist nun das erste Mal zu mir gekommen. Das Siegel wird sie wieder zu uns bringen. Bereite dich vor. Wir brauchen dieses Kind des Todes. Zu lange hat sie sich von uns fern gehalten und das Leben einer Verlorenen geführt. Wir müssen sie nun zu einer Siegreichen formen. Der Verräter hat sie uns zu lange vor enthalten. Wir hätten damals einen besseren Assasinen ausschicken sollen, um das Kind des Todes zu erhalten.
Bereite alles vor für sie und denke daran. Sie darf nicht erfahren, wer und was schuld ist für das Siegel. Denn den, den sie annimmt, der es gewesen sein muss, war es nicht und ich habe ihn schon seit langem beseitigen lassen.

                                                                                       Höchster Wächter Yeshol

Bericht 15. Dezember

Erhabener Höchster Wächter. Wie verlangt habe ich meine Berichte verfasst, doch genauso wie bei den vorherigen Male kann ich nur berichten wie ungehörig sich das Mädchen gibt. Sie achtet den Kult nicht und weigert sich zu beten. Nur mit Gewalt kann ich sie dazu zwingen und selbst die vielen Tage in der Läuterungszelle helfen nicht. Sie ist stur und eine Schande. Ich kann sie nun nicht mehr als Siegreiche sehen. Sie ist genauso eine Verlorene wie die Leute dort draußen.
Des weiteren möchte ich eine Warnung aussprechen. Ich glaube, sie schleicht im Bau herum und trifft sich mit einem der Postulanten. Es ist eine Vermutung, die ich noch nicht bestätigen kann, aber ich befürchte, sie wird uns verraten so wie einst der Verräter.

                                                                                Wächterin der Gifte Rekla

16. Dezember

Sie wird niemals fliehen können. Sie gehört uns. Seit sie gemordet hat, ist sie unser Eigentum. Und der Verräter ist tot. Er wird uns nicht mehr im Wege stehen. Seine Leiche haben wir gesehen und sein Blut befindet sich nun in meinem Besitz. Ich kann sie immer noch erpres-sen. Und du geschätzte Wächterin hältst ihr Leben in den Händen. Ohne das Mittel kann sie nicht lange gegen das Siegel ankämpfen, was sich ihr bemächtigt. Sei unbesorgt. Sie wird uns nicht verraten und Sarnek wird sich niemals wieder in unsere Pläne einmischen. Und den Dolch von ihm werde ich ihr noch zu gegebener Zeit entwenden. Sie wird ihn vergessen. Führe dein Werk weiter aus und lasse, wenn nötig die Siegreiche Schmerzen leiden, damit sie gefügig wird. Dubhe wird sich nicht für immer gegen uns stellen können und gegen Theanaar. Eines Tages wird sie eine unserer besten Assasininnen sein und ihre Kinder werden die Gilde bereichern. So will es Theanaar.

                                                                                     Höchster Wächter Yeshol

Nun legte der Mann die Dokumente zur Seite und lehnte sich zurück. Nachdenklich starrte er an die dunkle Decke und dann wieder auf das Dokument vom 16 Dezember. Dubhe. Sie war in der Gilde. Unwillkürlich spürte er Zorn in sich aufsteigen. Einen Zorn, der in ihm brannte wie ein Feuer.
Schnell stand er auf und ging eiligen Schrittes Richtung Ausgang des Baues. Überrascht blieb er stehen. Der Eingang war fast vollkommen versperrt. Wieder fragte er sich, was hier vorgefallen war, während er das Geröll beiseite schleppte und dann hindurch kroch. Einige Minuten später verließ er dann den Tempel des Theanaar und blickte sich um. Auch hier lagen unzählige in Assasinengewänder gekleidete Gerippe.
Verwirrt schüttelte er den Kopf. Das Bild was sich ihm hier bot, konnte er nicht verstehen und so entfernte er sich vom Tempel.
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