Königin Dubhe

von Sarafina
GeschichteMystery / P12
Dubhe Laerco
13.06.2009
21.01.2010
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Erschöpft lehnte sich Dubhe zurück und schloss die Augen. Die Hebammen und Helferinnen standen um sie herum. Leise tuschelten sie und Dubhe öffnete wieder die Augen. Die Sicht auf ihr Kind wurde ihr von den Frauen versperrt.
„Gebt mir mein Kind.“, verlangte sie leise. Ihre Stimme klang schwach und mit zitternden Händen streckte sie ihre Arme aus. Sofort machten die Hebammen Platz und eine ältere Frau trat mit einem Baby in den Armen zu ihr.
„Eine Mädchen, meine Königin.“, sagte sie und legte es in Dubhe´s Arme. Sanft strich sie durch das kurze Haar ihrer Tochter. Es ist von gleicher hell- fast weißblonden Farbe wie auch Learco´s Haar sind.
Schlafend lag das Baby in den Armen ihrer Mutter und Dubhe gab den Hebammen ein Zeichen zum gehen. Kurz darauf verließen auch ihre Dienerinnenschar den Raum und Dubhe blieb allein zurück.
Müde schloss Dubhe wieder die Augen. Die Geburt war lang und anstrengend gewesen. Doch angesichts des Baby´s, dass nun in ihren Armen lag, kamen ihr die Schmerzen nur noch weit entfernt vor. Wie eine Verletzung, die vor Jahren schon geheilt war.
Mit geschlossenen Augen lächelte sie und dachte an all das, was seit der Auslöschung der Sekte sich zugetragen hatte. Sie hatte Learco geheiratet und wurde zur Königin gekrönt. Anfangs fühlte sich Dub-he noch unsicher in dieser Rolle. Hatte sie sich bis jetzt nur um ihre Belange gekümmert, war es nun das ganze Volk, dass ihre Aufmerksamkeit beanspruchte. Doch sie bereute den Tag, vor mehr als anderthalb Jahren nicht, als sie ihr Ja-Wort gab und die Würde als Königin auf sich nahm.
Mit Learco an ihrer Seite, fühlte Dubhe nun endlich das was sie gesucht hatte. Sie hatten beide die schlimmen Ereignisse und Handlungen der Assasinen gesehen. Er aus der Sicht seines Onkels und Vater und sie aus der Sicht der Assasinen. Aber ihnen beiden waren diese Handlungen zuwider. Und vor allem durch das Siegel, dessen Opfer sie einst war, hatte sie allen Grund, etwas gegen sie zu Unternehmen. So kam es dann, dass sie die Gilde zusammen mit dem Rat des Wasser´s bekämpften und vernichteten. Yeshol wurde von Sennar getötet und San, der Enkel der großen Heldin und Halbelfe Nihal und dem Magier Sennar verschwand aus der Aufgetauchten Welt, zusammen mit Oarf, Nihal´s Drachen und dem Leichnam seines Großvater´s. Seither hatten sie nicht´s mehr von dem Misch-Halbelfen gehört. Sie vermuteten, dass San Sennar neben Nihal´s Grabmahl bestattet hatte und die Relikte der Elfen mit sich nahm. Die Relikte die ihr das Leben retteten. Die Lanze und der Talisman der Macht mit den 8 Steinen der Länder der Aufgetauchten Welt, die die Halbelfe einst aus dessen Heiligtümern holte.
Traurig dachte sie auch an Ido. Der Gnom war zwar für sie eine Respektperson mit dem sie wenig zu tun hatte, aber sie wünschte sich, sie hätte ihn noch einmal sehen können. Ido war im Kampf um San´s Leben gestorben. Er hatte den Jungen bei sich gehabt und fühlte sich ihm verbunden, durch Nihal. Für ihn gab es nur noch eines im Leben. Das Leben San´s zu retten. Und das schaffte er auch noch, bevor er starb.
Nun waren diese bedeutenden Persönlichkeiten Geschichte. Keiner lebte mehr von ihnen. Nihal war als erste gestorben, dann Sennar und schließlich auch Ido. Sie waren nun fort. Oder wieder zusammen in einer anderen Welt. Wehmütig dachte sie noch weiter zurück. Die Menschen die sie verlor. Ihre Eltern, den Meister und Jennyl, den sie zur Flucht trieb und ihn nie wieder sah.
Meine Tochter werde ich niemals hergeben. Niemals., entschloss sie sich.
Sie wusste noch, wie glücklich und heiter Learco reagiert hatte, als sie ihm sagte, dass sie ein Kind erwartet. Er hat sie immer wieder in den Arm geschlossen und auch während ihrer Schwangerschaft sah er sie immer besonnen und glücklich an. Die Freude war die ganzen sieben restlichen Monate deutlich zu sehen.
Als Lonerin zwischendurch mit Theana vorbei kam, war dieser sehr überrascht über die Ankündigung. Und nun war ihre Tochter da. Doch Learco hatte sich einen Sohn gewünscht. Keine Tochter. Würde das einen Abbruch an seiner Freude geben?, fragte sie sich.
„Geht es dir gut?“, unterbrach eine leise Männerstimme ihre Gedanken und Dubhe öffnete die Augen. An der Tür stand ein junger Mann mit sehr hellen blonden Haaren und eine Krone zierte sein Haupt. Langsam trat er nun zu ihr und setzte sich neben sie. Behutsam richtete sich Dubhe etwas auf.
„Es ist wunderschön. Ein Mädchen oder ein Junge?“, fragte Learco.
„Mädchen. Es tut mir leid, Learco. Ich weiß du hast dir einen Sohn gewünscht ...“, wollte sie sagen, wurde dann aber von ihm unterbrochen.
„Ich wünschte mir einen Sohn, aber das bedeutet nicht, dass ich mich über eine Tochter minder freue. Reichst du sie mir?“, bat er und nahm kurz darauf Dubhe das Baby ab. Liebevoll strich er der Kleinen über den Kopf und dachte nach. Er hatte nicht daran gedacht das sein erhoffter Sohn ein Mädchen werden würde. Nun hatte er keinen Namen für sie. Fieberhaft überlegte er. Er wollte, seiner Tochter einen schönen Namen geben, der von allen besungen wurde. Und der auch zu ihrer passte.
„Learco! Wie wollen wir sie nennen?“, fragte Dubhe leise.
„Ich überlege noch.“, sagte er.
„Zwischendurch ist mir ein Name für ein Mädchen eingefallen. Würdest du den Namen Seraphina akzeptieren?“, fragte Dubhe.
„Das ist ein wunderschöner Name. Er passt. Seraphina Sulana.“, antwortete Learco. Verwirrt sah daraufhin Dubhe ihn an.
„In den Königshäusern ist das Tradition. Die Töchter der Königin bekommen als Zweitnamen den Namen der Mutter des Königs.“, erklärte er und reichte sie ihr dann. Kurz darauf stand er auf und gab Dubhe noch einen Kuss auf die Stirn. Daraufhin verschwand er aus dem Raum und Dubhe legte Seraphina in die Wiege neben ihrem Bett. Einige Zeit lag ihre Hand noch auf dem Brustkorb ihres Kindes und spürte die ruhigen Atemzüge. Dann nahm sie die Hand weg, legte sich bequemer hin und schloss die Augen. Bald darauf war die Königin des Landes der Sonne eingeschlafen und nur kurz kam ihr Gemahl noch einmal herein um kurz darauf zu verschwinden.
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