As soon as I saw him....

GeschichteAllgemein / P18 Slash
Blaise Zabini Draco Malfoy Harry Potter Hermine Granger Ronald "Ron" Weasley
13.06.2009
01.02.2010
50
199991
6
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Einen wunderschönen guten Tag, an diesem sonnigen Samstag!
Da wir ein wenig bekloppt sind, und ich (Jules) ja bekanntlich eine wandelnde Ideenfabrik bin, schenken wir euch heute eine neue Story!

Wir hoffen, dass sie euch gefällt!
Schnell noch das obligatorische:
Rating: P18 Slash
Pairing: Hehehe… wird nicht verraten. Sieben Jungs, also unendlich viele Möglichkeiten!
Disclaimer: JKR alles – uns nix!
Self-Disclaimer: Jake Finn, Sean Priestley und Jeremias Loggs gehören uns! Basta!
Genre: Irgendwie von allem ein bisschen… Romantik, Drama, Humor… wartet es ab…

Summary: Das neue und letzte Schuljahr hat begonnen und ungewollt beginnt sich das Beziehungskarussell zu drehen. Das Chaos ist vorprogrammiert, als sich ungeahnte Probleme dazu gesellen.



In der großen Halle schwoll das Stimmgemurmel immer weiter an.
Gerade waren die Schüler zum neuen Schuljahr angereist und warteten nun hungrig darauf, dass Dumbledore endlich das Festmahl eröffnen würde, doch der schwieg sich aus.
Am Tisch der Löwen knurrte mehr als nur ein Magen, und Ron machte seinem Unmut als erster Luft.
"Ich beiß gleich in den Teller!"
Grinsend legte Harry ihm eine Hand auf die Schulter. "Ganz ruhig. Wenn er in ... sagen wir zehn Minuten nichts gesagt hat, stehen wir auf und gehen in die Küche!"
"Da komm ich mit." Jake Finn, der den Jungs gegenüber saß, machte genau so wie Ron den Eindruck, als würde er jetzt sogar lieber in ein trockenes Toast beißen wollen, als hier zu sitzen und zu warten, dass die Teller sich endlich mit den erwarteten Köstlichkeiten füllten.
Von Rons anderer Seite kam jedoch eine Mädchenstimme. "Jetzt stellt euch nicht so an. Professor Dumbledore wird schon seine Gründe für sein Zögern haben."
"Das hoffe ich für ihn", knurrte Ron, und Harry grinste seinen Freund breit an. Hermine gab er jedoch insgeheim Recht. Was würde der Schulleiter zu sagen haben?
 
Der sagte nicht viel. Im Grunde sagte er das gleiche, wie die letzten sechs Jahre. Für die Schüler aus dem letzten Jahr war es mittlerweile eine Menge Bla Bla - außer für Hermine. Die hörte aufmerksam zu.
Harry kratzte mit seiner Gabel über den Tisch, Ron hatte den Kopf auf beiden Händen aufgestützt und sah aus, als würde er schlafen, und Jake drehte frustriert seinen Teller im Kreis.
 
"Hunger!", kam es plötzlich laut vom Slytherintisch und belustigt drehten sich die drei Jungs zu Blaise Zabini um, der bereit saß, mit Messer und Gabel in der Hand.
"Hey, hast du dein Benehmen zu Hause oder im Zug gelassen?", fragte sein bester Freund Draco leise und legte die Hände vors Gesicht. Wobei nicht klar war, ob er sich für den anderen schämte oder ein Lachen verstecken wollte.
"Wo er doch Recht hat!"
Theo und Sean ahmten ihren brünetten Freund nach und sahen den Schulleiter auffordernd an.
 
Der lachte leise. "Gut, ich denke, es ist alles gesagt, und die neuen Erstklässler sind auf die Häuser aufgeteilt, also denke ich, dass einem anständigen Mahl nichts im Wege steht. Wir wollen ja nicht, dass unser so hoffnungsvoller siebter Jahrgang mit dem Eindruck die Schule verlässt, sie hätten hier hungern müssen."
"Na, das glaube ich weniger." Hermine sah Ron an. "Er hat die angefressenen Pfunde in den Sommerferien endlich verloren!"
Ron, der sich strahlend auf die Schnitzel und Hähnchenkeulen stürzte, grummelte etwas von einer Zwangsdiät.
Fassungslos starrten Harry und Jake ihren Freund an.
 
"Das ist ein Witz, oder? Deine Süße hat dich auf Diät gesetzt?" Jake schüttelte fassungslos den Kopf. "Noch ein Grund mehr, warum ich schwul bin!"
Hermine sah ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an. "Homosexualität bedeutet nicht, dass du nicht fett werden kannst." Sie senkte den Blick auf seinen gut gefüllten Teller und Jakes erstauntes Gesicht ließ Harry in seinen Kürbissaft prusten.
"Jake Finn fett? Das will ich sehen... oder, nein, will ich doch nicht."
"Wirst du auch nicht, weil ich immer schön wieder alles abtrainiere."
"Hey, keine weiteren Einzelheiten!", rief Seamus Finnegan, der neben Jake saß und dem Gespräch gefolgt war. "Hier wollen Leute ihr Essen genießen."
 
"Kannst du doch. Sehe ich beim Training so dämlich aus?", fragte Jake mit zusammengezogenen Augenbrauen, dann legte er sein Kinn auf Seamus` Schulter. "Komm schon, Finnegan. Ich bin sexy, wenn ich trainiere...", raunte er ihm zu.
Lachend legte Harry seine Hände vor sein Gesicht und schüttelte den Kopf. "Jetzt bekommt Seam Panik!"
"Ich bekomme keine Panik - höchstens leichte Brechanfälle", grinste dieser.
"Aber nicht hier am Tisch", rief Ron mit  vollem Mund, "denn hier wollen ja schließlich Leute essen."
Harry hielt sich vor Lachen den Bauch und hatte noch nicht einen Bissen von seinem Würstchen gegessen. "Leute, ihr habt alle einen Vollknall. Das Jahr wird der Hammer, das verspreche ich euch."
 
"Oh jaaa..." Jake kicherte und warf einen Blick zum Tisch der Schlangen, als er genüsslich von deinem Würstchen abbiss und Draco Malfoy dabei in die Augen sah. "Ich bin sogar davon überzeugt."
Harry folgte dessen Blick, sah amüsiert zwischen den vier Schlangen hin und her und nippte an seinem Saft. "Jetzt werden die Schlangen erst interessant, was Finn?"
Der wandte ihm den Kopf zu. "Jaah... schon möglich..."

Draco, der ein feines Gespür dafür hatte, wenn er beobachtet wurde, hob den Kopf und fand den Verantwortlichen sofort am Tisch der Gryffindors. Kurz erwiderte er den Blick, dann zog er nur kurz die Augenbrauen hoch und wandte sich an seinen Freund Theo.
"Sag mal, ist eigentlich was dran an den Gerüchten, dass Finn schwul ist? War der nicht noch vor kurzem mit der Schwarzhaarigen aus Ravenclaw zusammen?"
Theo schüttelte mit dem Kopf. "Das war doch alles nur Tarnung. Der Gute hatte ein wenig Schiss vor der Reaktion seiner versnobten Eltern. Aber im Sommer hat er wohl endlich die Eier in der Hose gehabt und denen Bescheid gestoßen. Soll einen ziemlichen Trouble gegeben haben." Er drehte sich zum Gryffindortisch um. "Aber er scheint's ja ganz gut überlebt zu haben."
"Ja, zum Glück", kam es leise von Sean, der die Jungs schon eine Weile beobachtet hatte.

Sean, Draco und Blaise sahen Theo einen Moment schweigend an, dann prusteten sie los. So kannten sie Theo nicht; er sprach sonst nie so deutlich.
Sean brachte es auf den Punkt. "Was ist mit deinen Eltern? Hattest du auch die Eier in der Hose, oder denken dir immer noch, du wirst demnächst eine Frau vor den Altar schleifen?"
Sofort wurde Theo wieder still. "Naja... das nicht. Ich habe ihnen klargemacht, dass ich... naja... niemals heiraten werde..." Und um nicht weiterreden zu müssen, stopfte er sich eine Ladung Kartoffelbrei in den Mund.
Die anderen drei schüttelten belustigt die Köpfe. "Man, Nott, mach endlich Nägel mit Köpfen, sonst wirst du ewig so verklemmt bleiben und kommst nie an einen vernünftigen Typen", warf Blaise trocken ein.
Der Angesprochene sah nur schweigend auf und musterte seine Freunde. "Ihr habt gut reden. Eure Eltern sind ja auch nicht in tausend Vorständen."

"Du sollst deinen Lover ja auch nicht bei einer Vorstandssitzung vögeln", grinste Draco.
"Ach... nicht?" Theo funkelte ihn belustigt an.
Es war ungewöhnlich, dass es gleich vier schwule Jungs in einem Haus gab, aber das hatte die vier fest zusammen geschweißt, und nur in der Gruppe war Theo aufgeschlossen und rotzfrech. Zu Hause spielte er immer noch den braven Sohn und versuchte alles, um es seinen Eltern Recht zu machen. Er wollte sich lieber nicht ausmalen, was passieren würde, wenn sie erführen, dass ihr Sohn homosexuell war.

Jake hatte dieses 'Familiendrama' im vergangenen Sommer hinter sich gebracht. Seine Eltern waren aus allen Wolken gefallen, hatten sich einige Tage Bedenkzeit erbeten, von der Jake nicht wusste, wozu die gut sein sollte - war eh nichts mehr zu retten, und diese Tage hatte er kurzerhand mit seinem Freund Harry verbracht.
Der wusste ebenfalls, dass er mit Frauen nichts anfangen konnte, doch er freute sich darüber, dass er es niemandem mitteilen musste. Nun ja, bis auf seine liebe Verwandtschaft, doch die hatten lediglich betont, dass er ja noch abartiger war, als sie eh schon wussten.

Draco, der die beiden Löwen interessiert beobachtete, grinste, als er Theos Frage hörte. "Ich stelle mir gerade deinen spießigen Vater vor, wie er guckt, wenn er mit seinem ganzen Gefolge in den Konferenzraum kommt, wo du deinen Kerl auf den blankpolierten Tisch drückst und ihn von hinten nimmst."
"Solange es keiner seiner Vertragspartner ist", grinste Sean.
"Na, kommt drauf an, wenn er damit einen fetten, lukrativen Abschluss tätigen kann, dann ist es ihm vielleicht sogar ganz recht", sinnierte Draco und sah Theo an, der die anderen ungläubig musterte. "Vielleicht solltest du dein Outing auf diese Art durchziehen."
"Ja, ein ordentlicher Abschluss durch einen gigantischen Abschuss", lachte Sean, und Theo streckte ihm die Zunge raus, während Blaise und Draco breit grinsten.

Nach dem Essen standen die Gryffindors auf und gingen langsam zur Tür, Harry und Jake als letzte. Sie steckten die Köpfe zusammen, und tuschelten leise, als Draco und seine Freunde an der Tür auf sie trafen.
"Ich habe gehört, du warst im Sommer ganz mutig, Finn", provozierte Draco.
"Ach ja? Naja, hätte mich auch gewundert, wenn du es nicht gehört hättest. Immerhin wohnen die Notts ja nebenan, und ich bin sicher, dein kleiner Freund hat jedes gebrüllte Wort meiner lieben Familie verstanden. Oh... sag mal, Nott... wann sagst du deiner Mummy, dass dich ein Arsch mehr interessiert, als ein fetter Vorbau?"
"Erst, wenn Papi mal wieder einen ansehnlichen Vertragspartner hat", lachte Sean, der sich durch die Jungs drängelte, um zu Blaise aufzuschließen, der vorausgegangen war.
Jake und Harry zogen erstaunt die Augenbrauen hoch.
"Mensch, dass ich daran nicht gedacht habe", schüttele Jake lachend den Kopf, und Theo rief Sean hinterher: "Halt die Klappe, Priestley."

"Was ist denn?", lachte der Dunkelblonde.
"Vertragspartner?", grübelte Harry. "Muss ich das verstehen?"
"Ich erkläre es dir später, Honey." Jake funkelte Draco an. "Aber jetzt, wo meine Familie es weiß, tun sich ja beinahe ungeahnte Möglichkeiten auf, nicht wahr, Malfoy?" Provokant biss er Harry verspielt in den Nacken und lachte, als er ein kurzes, nur sekundenlanges enttäuschtes Aufflackern in Dracos Augen sah.
Doch Draco war nicht der einzige, der sich ein Stelldichein mit Jake Finn vorstellen konnte. Sean Priestley stand nur wenige Meter entfernt in der Eingangshalle und musterte seine Freunde und die beiden Gryffindors.
"Na, wen hast du auserkoren?", raunte Blaise ihm ins Ohr.
Er neigte den Kopf und fixierte die Jungs noch genauer. "Ich weiß nicht so genau... ich befinde mich noch in der Findungsphase", grinste er frech.

Blaise kicherte, setzte einen kleinen Kuss in Seans Nacken und musterte Harry von oben bis unten. "Die Wahl fällt schwer, wenn du mich fragst. Für Dray und Theo sprechen die Vorteile, dass sie Slytherins sind... Löwen, ich meine... das widerspricht doch gänzlich unserem Weltbild. Aber sexy und heiß sind sie alle vier..."
"Ja, das ist wohl so. Und ich habe gehört, dass man in einer Findungsphase nicht wählerisch sein soll und alle Vor- und Nachteile bestens abwägen... oder vielleicht abchecken sollte..."

"Wieso habe ich den Eindruck, dass die beiden da vorn was aushecken?"
Draco deutete auf Sean und Blaise, die wie ein Fels in der Brandung inmitten der aus der Großen Halle stürmenden Schüler standen und die vier anderen beobachteten.
"Weil sie beide dafür bekannt sind?", fragte Theo grinsend.
Draco lachte leise. "Ja, stimmt. Da tun sie sich nicht viel, was? Also", er sah zu Harry und Jake, "ich geh dann mal runter in die Kerker. Kommst du mit, Theo?"

"Äh... klar!" Theo warf den beiden Löwen noch einen frechen Blick zu, dann folgte er Draco, der resolut Sean und Blaise mit sich zog.
Harry lachte leise und lief mit Jake die Treppen hoch in den Gryffindorturm, wo er direkt das Zweibettzimmer ansteuerte, welches er sich mit Jake teilte.
Strahlend hatte Ron beschlossen, die neue Regelung von Dumbledore anzunehmen und war mit Hermine zusammen gezogen. Ob das funktionierte blieb abzuwarten.
Harry und Jake verstanden sich super, das hatte schon der Sommer bewiesen, den sie zusammen in einer alten Jagdhütte verbracht hatten.

Obwohl beide schwul waren, war außer einem kleinen Kuss nichts zwischen ihnen passiert. Für Harry war Jake einfach sein bester Freund und umgekehrt dachte man wohl genauso.
"Meinst du echt, Nott bekommt es irgendwann hin, seinen Eltern zu erzählen, dass er schwul ist. Also, wenn er hier ist, ist er doch immer total locker drauf. Ich mein, ich kenn die Notts nicht, aber so schlimm kann es doch nicht sein, oder?"
Harry warf Jake einen fragenden Blick über das Bett hinweg zu, während er einige Dinge in seinen Nachtschrank verstaute.
"Sei froh, dass du die nicht kennst. Also, meine Eltern sind schon... naja, verklemmt, aber die Notts sind echt schon oberste Schmerzgrenze. Die haben nichts als ihre Arbeit im Kopf. Kein Wunder, dass Theo keine Geschwister hat. Wahrscheinlich mussten sie sogar für dessen Produktion Urlaub einreichen..."

Harry lachte leise und legte einen karierten Pyjama auf seine Bettdecke. "Armes Theolein...", spottete er. Dann betrachtete er Jake, der sich soeben sein Shirt ausgezogen hatte. "Du warst richtig gemein zu Malfoy. Hast du seinen Blick gesehen? Der war superenttäuscht, dass du ihn nicht gleich in der Großen Halle angebaggert hast... oder eher vernascht..."
Jake drehte sich um und lachte leise. "Ja, der Blick sprach Bände. Aber mal ehrlich: Malfoy ist vielleicht jede Sünde wert, aber... glaubst du echt, den kannste von seinem Blaise trennen?" Als er Harrys überraschten Ausdruck in den Augen sah, fügte er hinzu: "Mensch, das sieht doch ein Blinder mit Krückstock, dass er total in seinen ach so guten Freund verknallt ist." Er schickte sich an, auch aus seiner Jeans zu steigen.

Harry saß auf seinem Bett, starrte aus dem Fenster und schüttelte langsam den Kopf. "Habe ich, offen gestanden, noch nie drauf geachtet." Er wirkte irgendwie weggetreten. "Blaise ist... kam dir bei ihm auch schon mal das Wort 'geheimnisvoll' in den Sinn?" Das war es, was Harry immer wieder über Zabini dachte. Geheimnisvoll...
"Zabini und geheimnisvoll?" Jake sah seinen Freund verwirrt an. "Ähm... Harry? Habe ich was verpasst?"

"Nein! Ich... hm... wie erkläre ich das? Malfoy ist arrogant und selbstverknallt. Priestley ist vermutlich so was wie der Hauskasper, Theo ist... einerseits verklemmt, andererseits rotzfrech... aber Zabini? Aus dem werde ich so gar nicht schlau. Er sagt ja nie etwas..."
"Jetzt, wo du es sagst..." Jake umrundete das Bett und setzte sich neben seinen Freund, sah ihn eine Weile schweigend an. Die Tage in der Jagdhütte hatte ihre Freundschaft noch enger werden lassen, und sie hatten viel geredet. "Aber du hast meine Frage nicht wirklich beantwortet. Habe ich was verpasst? Interesse an Blaise Zabini?"

"An Zabini? Nein... oder ich sag’s mal anders... nicht mehr Interesse, als an den anderen Schlangen." Er grinste und ließ sich auf die Matratze fallen. „Sexy sind sie alle... irgendwie... jeder auf seine Weise. Sogar Malfoy... irgendwie... Und du? Einer dabei, wo du sagst, den könntest du dir in deinem Bett vorstellen?"
Jake zuckte lässig mit den Schultern. "Also, an Vorstellungskraft hat es mir noch nie gemangelt..." Er riss sich von Harrys Anblick los, stand auf und zog sich die Jeans vom Hintern. "Ich geh' duschen."

In den Kerkern betrat Draco sein Zimmer, welches er sich mit Blaise teilte und sah seinen Freund aufmerksam an. "Wie geht’s dir? Ich fand es schade, dass wir uns diesen Sommer so wenig gesehen haben. Scheiß Verhaltensprüfungen", knurrte er, denn sein Vater hatte die letzten Sommerferien seines Sohnes genutzt, um ihn auf das gesellschaftliche Leben vorzubereiten. Draco hatte unzählige Stunden mit piekfeinen Damen und Herren verbracht, die ihm die aktuellsten Benimmregeln beibringen wollten. Er hatte sich zu Tode gelangweilt.
Blaise, der gerade aus dem Bad gekommen war, wo er sich die Hände gewaschen hatte, nickte. "Ja, war lange nicht so lustig, wie sonst immer. Ich durfte am laufenden Band den Babysitter für meinen kleinen Bruder spielen. Ätzend, sage ich dir. Ich habe nix dagegen, dass meine Mum mir jeden Sommer einen neuen Kerl präsentiert, aber ein Baby? Ey, Alter, kannst du dir vorstellen, was das für ein Schock war?"

"Ja, glaub ich... aber er ist süß!" Draco kicherte leise. "Hat er die Gabe schon?", fragte er dann.
Blaise, der sich auf sein Bett geworfen hatte, sah nachdenklich zur Decke und zuckte mit den Schultern. "Keine Ahnung. Ich weiß nicht..." Dann sah er zu seinem Freund, der am Fußende des Bettes stand und ihn abwartend musterte. "Ich weiß nicht genau, ob ich es ihm wünschen soll, oder nicht..."

"Naja... ich weiß, dass du damit ein kleines Problem hast, aber ich muss gestehen... mir gefällt es... es hat etwas... animalisches..." Draco legte sich auf den Bauch neben Blaise und musterte ihn. "Du hast mir gefehlt...", sagte er dann leise.
Blaise drehte den Kopf zu Seite und sah seinen besten Freund in die eisgrauen Augen.
"Du mir auch. War schon seltsam, so ohne dich." Er brach den Blickkontakt während seiner Worte nicht einen winzigen Moment ab, kaute auf seiner Unterlippe.

Draco hatte die ganze Zeit gespürt, dass da mehr war. Klar, Blaise war sein bester Freund, aber er war auch, wie Draco zugeben musste, das absolut heißeste und sinnlichste, was sich in dieser Schule bewegte.
Ihre Blicke gingen immer tiefer, bis Draco langsam den Kopf senkte.
"Jungs?"
Sean und Theo waren ins Zimmer geplatzt, und Draco ließ frustriert den Kopf auf Blaise’ Schulter sinken. Dahin war der süße, vertraute Moment und seine Chance, ihn zu nutzen.
Blaise lächelte versonnen und drückte seinem Freund einen leichten Kuss auf die Schläfe. Er war, im Gegensatz zu seinem Freund, nicht einmal so sehr unglücklich über die Störung. Okay, ja, er hatte ihn auch schmerzhaft vermisst und... und er würde ganz bestimmt nicht nein zu... was auch immer passieren würde, sagen, aber andererseits wollte er ihn auch nicht als besten Freund verlieren. Und dann gab es ja noch... diese Gabe, die sich mit einer Liaison mit Draco nicht wirklich anfreunden konnte.
"Ooops", grinste Sean, "ich glaube, wir stören, Theo-Baby."
"Ja, sieht so aus."
"Okay, gehen wir raus, und ihr spult zehn Minuten zurück", schlug der Dunkelblonde frech vor.
 
"Nein... bleibt hier." Blaise streichelte kurz Dracos Wange, denn der knurrte dezent.
"Wir wollten nur fragen, ob ihr noch ein paar Minuten mit rauskommt. Das Wetter sollte man noch nutzen, und Blaise... könnte sich noch etwas... naja, ihr wisst schon..." sagte Sean langsam.
Der Schwarzhaarige ging kurz in sich und nickte dann. "Gute Idee."
Draco hob den Kopf, und die Enttäuschung war in seinen Augen deutlich zu lesen.
"Äh... ja... also, wir sehen uns draußen..." Theo, der Draco lange genug kannte, um die Blicke zu deuten, zog sich dezent zurück und nahm Sean mit sich.
 
"Gerade, wo es so nett war...", grummelte der Blonde.
"Der Abend ist ja noch nicht zu Ende", lächelte Blaise und sah seinen Freund liebevoll an, schob ihm eine Hand in den Nacken und küsste ihn sanft, löste sich jedoch schnell wieder, um aufzustehen. "Na los, komm mit..."
 
Im Gemeinschaftsraum sah Sean Theo an. "Sag mal, kann es sein, dass sich da was anbahnt, zwischen den beiden? Ich habe immer gedacht, die wären nur die besten Freunde..."
"Hm... sind sie ja auch... aber ich glaube, das geht von Dray aus. Ich bin nicht sicher ob... sie... es auch will..." Bedeutungsvoll sah Theo seinen Freund und Zimmergenossen an, denn laut konnten sie es nicht aussprechen. Von Blaise’ Gabe wussten nur die drei Freunde, und so sollte es auch bleiben. Allerdings waren die Schlangen ein furchtbar neugieriger Haufen, wenn aufkam, dass es irgendwo ein Geheimnis gab.
"Schon klar", nickte Sean und warf einem Drittklässler, der die beiden Jungs mit unverhohlener Neugier beobachtete, einen warnenden Blick zu, "sie hat ihren eigenen Kopf. Stelle ich mir verdammt schwer vor... ah, da sind sie ja."
Blaise und Draco waren aus ihrem Schlafzimmer gekommen, und zu viert verließen sie den Gemeinschaftsraum, die Kerker, die Eingangshalle und traten hinaus ins Freie, wo die Spätsommersonne sich von ihrer besten Seite zeigte.
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