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Splinter Cell - Chaos Theory

von Shannon
GeschichteAbenteuer / P16 / Gen
Anna 'Grim' Grimsdottir Douglas W. Shetland Irving Lambert Samuel 'Sam' Fisher William Redding
12.06.2009
15.07.2012
6
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12.06.2009 3.501
 
Splinter Cell – Chaos Theory

USS. Seahawk - Gelbes Meer, 18.06.2007. – 07.49 Uhr

Die Seahawk war ins Gelbe Meer beordert worden, weil es in letzter Zeit vermehrt zu Spannungen zwischen Japan und Nordkorea gekommen war. Auch die Chinesen, die wohl mit den Nordkoreanern sympathisierten, schienen in die Krise verwickelt zu sein. Captain Frank Mancuso, der sich vor drei Stunden in seiner Kabine etwas hingelegt hatte, wurde jetzt vom wachhabenden Offizier geweckt. „Was gibt es denn ?“ fragte Mancuso über den Sprechfunk. „Sir, sie sollten sich das mal ansehen“ gab der Wachhabende zurück. Seufzend erhob sich Mancuso von seinem Bett und machte sich auf den Weg zur Brücke. Als er dort ankam, war die Seahawk bereits aufgetaucht und befand sich knapp unter der Meeresoberfläche. „Was haben wir ?“ fragte er den ersten Offizier. „Sir, ein japanischer Frachter wurde vor wenigen Minuten von einem nordkoreanischen Kreuzer abgefangen und zum Halten gezwungen.“
Mancuso wurde hellhörig. Er trat an das ausgefahrene Periskop und warf einen Blick hindurch. Einen Moment lang betrachtete er die Szene. „Sieht so aus, als wollten die Nordkoreaner an Bord des Frachters“ sagte Mancuso. „Ja, Sir.“ „Sieht nicht gut aus. Wir müssen das sofort weiter geben.“

Wenige Minuten später erreichte die Meldung das Flottenkommando, das die Nachricht sofort an das Weiße Haus weiter leitete. Ein Satellit sollte die Sache genauer in Augenschein nehmen.


U.S. Militär Satellit Tango – Erdumlaufbahn, 18.06.2007 – 8.34 Uhr

Der Satellit war auf die Position der beiden Schiffe gebracht worden. Die Besatzung des Kreuzers war an Bord des Frachters gegangen und hatte die japanische Crew als Geiseln genommen. Sofort wurde eine weitere Meldung ans Weiße Haus geschickt. Präsident Bowers ordnete an, dass sie Seahawk vor Ort bleiben sollte, um die Lage weiter zu beobachten. Jetzt saß er mit seinem Stabschef, dem Verteidigungsminister Frank Mason und ein paar seiner Militärberater im Oval Office. „Sir, wir sollten sofort eine Flotte von Schiffen ins Gelbe Meer entsenden“ schlug der Stabschef vor. „Und damit riskieren, diese Krise noch weiter zu verschärfen ?....Nein wir müssen hier sehr viel behutsamer vorgehen. Geben sie mir Colonel Lambert von der NSA.“ „Sir ich habe Colonel Lambert jetzt am Apparat“ sagte der Sekretär des Präsidenten. „Stellen sie durch…. Guten Morgen Colonel. Hat man sie bereits informiert ?“ „Über den Zwischenfall im Gelben Meer ? Ja, Mr. Präsident.“ „Ich übertrage ihnen und ihrer Abteilung die Leitung in dieser Sache. Wir sollten uns treffen. Am besten sofort.“

Wenige Minuten später informierte Lambert das ganze Team das bereits vor Ort war und versetzte die Third Echelon in Alarmbereitschaft. Sam Fisher und Carrie Masters, die sich zur Zeit nicht im Einsatz befanden, wurden zur Zentrale beordert.

Kurz darauf fuhr Präsident Bowers zusammen mit Verteidigungsminister Mason zum Hauptquartier der NSA. Colonel Lambert erwartete sie bereits. Was schlagen sie vor Colonel ?“ fragte Präsident Bowers. „Diese Blockade ist ein kriegerischer Akt. Der nationale Sicherheitsrat berät gerade über die zu veranlassenden Gegenmaßnahmen. Bis dahin schicken wir das neue Spionageschiff U.S.S. Walsh dahin. Dort an Bord befinden sich meine besten Männer.






NSA Hauptquartier - Fort Meade, Maryland, USA – 21.06.2007. – 8.51 Uhr

Sam und Carrie betraten die Zentrale und gingen direkt zu Lambert und Grim. „Sieh mal einer an. Die Chinesen und die Nordkoreaner arbeiten wieder mal zusammen“ sagte Lambert. „Wie wir es vermutet hatten“ stimmte Grim zu. „Ist das Ding da ein 056
Prototyp ?“ fragte Sam und zeigte auf einen der Bildschirme, wo die Walsh zu sehen war. „Ja ganz genau“ bestätigte William Redding.

Redding war als neues Teammitglied von Lambert angeworben worden, nachdem Brunton die Abteilung wieder verlassen hatte. Brunton war zu sehr ein Theoretiker gewesen und deshalb für die Third Echelon nicht geeignet. Daher hatte er sich in seinen alten Job zurück versetzen lassen. William Redding war Brunton in manchen Bereichen sehr ähnlich.  Was seine Planungen, Vorbereitungen und Informationen betraf, war er hundertfünfzigprozentig genau. In Bezug auf Waffen- und Fahrzeug-Spezifikationen war er eine Art Fetischist und konnte aus dem Gedächtnis die komplette Ausrüstung der Osprey aufzählen, inklusive ihres Gewichts und ihres derzeitigen Standorts. Will hatte die University of Chicago besucht. Anschließend hatte er sich bei den Marine Corps beworben, wo er als Kommunikationsspezialist ausgebildet wurde und schnell zum Captain aufstieg. Er verließ die Truppe, um bei der NSA als Nachrichtenoffizier zu arbeiten. Er begriff schnell, dass man ihm aufgrund seiner Vergangenheit als Marine oft besonders gefährliche Orte zuwies und konnte auf diese Weise schnell Anerkennung ernten. Da er auch Operationserfahrung hatte, war er für die Third Echelon sehr viel besser geeignet als Brunton. Außerdem war er ein prima Kumpel und so hatten sich Sam und Carrie wie auch der Rest des Teams schnell mit ihm angefreundet.

„Und, bist du noch seefest ?“ fragte Lambert. „Ja, ich glaube schon“ erwiderte Sam.
„Carrie ?“ „Ich arbeite auch nicht zum ersten Mal auf See, Colonel. Und ich bin bisher noch nie seekrank geworden.“ „Gut der 056 Prototyp ist nämlich nicht die einzige Neuheit, die es da draußen gibt. Die Osprey steht bereit. Macht euch fertig und fahrt raus zum Stützpunkt. Ihr fliegt bis nach Panama. An der Küste wartet ein Hubschrauber auf euch. Der bringt euch dann raus zur U.S.S. Walsh.“ „Lassen sie mich raten, unser Operator steigt in Japan zu“ sagte Carrie und grinste. „Nein tut mir leid, diesmal nicht. Coen ist zur Zeit nicht verfügbar, deshalb wird Will euch begleiten. So und jetzt…..macht das ihr wegkommt. Ich will euch so schnell wie möglich im Einsatzgebiet haben“ donnerte Lambert. „Los verschwinden wir, sonst macht der noch ernst“ sagte Sam spöttisch und die drei verließen lachend die Zentrale.


CG 80 U.S.S. Walsh, Karibische See – 23.06.2007 – 07.57 Uhr

Der Morgen begann sehr nebelig. Die Sichtweite betrug weniger als 50 Meter. Captain Arthur Partridge stand auf der Brücke und sah auf die offene See hinaus. Sie erwarteten den Hubschrauber, der die NSA Agenten an Bord bringen sollte.
Das Radar hatte den Hubschrauber schon vor einiger Zeit ausgemacht. Doch noch war er mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Endlich tauchte der Hubschrauber aus dem dichten Nebel auf und hielt auf die Walsh zu. „Ich gehe runter zum Landedeck“ sagte Partridge und verließ die Brücke. Gerade als er unten ankam, erreichte der Copter die Walsh. Die Seitentür war bereits geöffnet worden und den Mann, der an der Tür saß kannte Partridge sehr gut. Er glaubte erst seinen Augen nicht zu trauen. Dann jedoch eilte er auf den Mann zu und konnte seine Freude kaum zügeln. „Hey Sam ! Sam Fisher ! Ha, ha ! Ist ja ewig her Junge. Wann haben wir uns das letzte mal gesehen ?“ „Ich fürchte, ich kann mich  nicht mehr genau daran erinnern Sir“ sagte Sam grinsend und schüttelte Partridge herzlich die Hand. „Ist mir auf jeden Fall ein Vergnügen, sie an Bord begrüßen zu können“ sagte Partridge. „Nettes Schiff haben sie da“ meinte Sam bewundernd. „Danke.“

Inzwischen war auch Carrie ausgestiegen, nahm ihre Tasche und kam herüber. „Captain Partridge, darf ich ihnen meine Partnerin Carrie Masters vorstellen ?“ sagte Sam. „Willkommen an Bord.“ Arthur Partridge warf Carrie einen bewundernden Blick zu, dann beugte er sich zu Sam und sagte leise, aber so das Carrie ihn noch verstehen konnte: „Sie ist viel zu hübsch. Wir müssen sie gut verstecken, sonst wird sie die Männer zu sehr von ihrer Arbeit ablenken !“ Sam und Carrie fingen an zu lachen. Carrie verstand gut, warum Sam mit Partridge befreundet war, die beiden hatten eindeutig denselben Humor. „Vielen Dank Captain“ erwiderte Carrie. „Kommen sie. Wir haben im Vorderdeck Platz gemacht. Fühlen sie sich dort wie zu Hause. Da wird niemand merken, das sie an Bord sind.“

Partridge führte sie hinunter und zeigte ihnen ihre Kabinen. Während Sam und Will sich eine Kabine teilten, bekam Carrie eine Einzelkabine. Nebenan befand sich noch ein kleiner Arbeitsraum, in dem Will die Ausrüstung aufbaute, unter anderem auch das Laptop, mit dem sie den Kontakt zur Zentrale aufrecht erhielten.  

Kurz darauf meldete sich Lambert und informierte sie über den ersten Einsatz. „Fisher, ein amerikanischer Ingenieur namens Bruce Morgenholt wurde von einer peruanischen Seperatistengruppe entführt, die sich die Stimme des Volkes nennt. Ihr Anführer Hugo Lacerda, ist ein hartgesottener Revolutionär, der den Information Warfare für die einzig wirksame Methode zur Durchführung einer Revolution hält und dies auch offen propagiert. Ihr müsst euch dorthin begeben und jegliche Information, die man aus Morgenholt raus gequetscht haben könnte sichern oder vernichten. Und den Mann, sofern es euch möglich ist, retten. Was Lacerda angeht, er hat sich gerade auf unsere Liste möglicher Ziele befördert.“

Jetzt meldete sich Grim zu Wort: „Geiselrettung fällt normalerweise nicht in unseren Aufgabenbereich, aber Morgenholt gehörte dem Projekt Watson an, der UN Kommission die Phillip Masses Arbeit nach der Sache in Georgien untersuchte. Man vermutet, dass die Entführer hoffen, durch Morgenholt an Informationen über Masses Kernels zu kommen. Nun, Tatsache ist das einige Spielereien, die sich Masse ausgedacht hat, eine Menge Schaden anrichten könnten. Wir müssen um jeden Preis verhindern, das diese Informationen in fremde Hände gelangen.“

Will schaltete den Laptop ab und erklärte ihnen den weiteren Ablauf. „Das Ziel ist ein Leuchtturm, der sich unmittelbar neben einer verlassenen Festungsanlage aus der spanischen Kolonialzeit befindet. Wir besitzen leider keine exakten Informationen über Morgenholts Aufenthaltsort, ihr müsst ihn also selbst finden. Ihr werdet bei Nacht an den Strand unterhalb der Festung fahren. Wärmebilder zeigen, dass sich unter der Anlage einige natürliche und halbnatürliche Höhlen befinden. Vielleicht führt über diese ein Weg hinein.“

„O.K.“ sagte Sam. „Bis es dunkel wird haben wir noch Zeit. Legen wir uns ein paar Stunden aufs Ohr, bevor es losgeht.“

Kurz nach 23.00 Uhr begaben sie sich an Deck, wo Partridge sie bereits erwartete und zum Hubschrauber brachte. „In Ordnung Fisher. Der Helikopter wird sie einen Kilometer vor der Küste mit dem Zodiac absetzen. Die Extraktion erfolgt dann per Helikopter, von der Spitze des Leuchtturms aus. Viel Glück.“ Partridge schüttelte beiden noch die Hand. Dann stiegen sie ein und ab ging es Richtung Küste.

Leuchtturm von Punta Blanco, Außerhalb von Talara – Peru,
23.06.2007 – 23.39 Uhr

Sie hatten den Strand erreicht und versteckten den Zodiac. Dann sahen sie die Felsen hinauf.  Sam schaltete auf Wärmebild. „Da oben gibt es eine Stelle, sie ist ein paar Grad kühler als die restlichen Felsen“ sagte er. „Was schließt du daraus ?“ „Dort muss ein Durchgang sein, durch den ständig der Wind weht und die direkte Umgebung kühler hält. Wir sehn uns das mal an.“ Sie kletterten die Klippe hinauf. Schnell fand Sam den Eingang und warf einen Blick hinein. „Sieht ziemlich eng aus. Hast du zugenommen ?“ neckte er Carrie. Sie gab ihm einen Klaps gegen die Schulter. „Mach dir lieber Sorgen um dich selbst“ fuhr sie ihn an. Sam grinste. Sie gingen in den Tunnel und zwängten sich zwischen den Felsen durch. Erst stehend, dann in der Hocke folgten sie dem schmalen Pfad. Schließlich wurde die Decke so niedrig, das sie kriechen mussten.

Plötzlich waren Schüsse zu hören. Der Tunnel endete und vor ihnen befand sich eine Felswand, in der grob Stufen hinein gehauen waren. „Ich habe Schüsse gehört  Sam?“ meldete sich Lambert. „Ist alles in Ordnung ?“ „Es kommt von weiter vorne, aber Lambert….wenn ich an Guerillas denke, dann denke ich automatisch Kalshnikov.“ „Was meinst du damit ?“ fragte Lambert. „Auf mich sind schon genug AK´s abgefeuert worden, um sagen zu können dass das keins war.“ „Verstanden. Versucht herauszufinden, ob es hinsichtlich der feindlichen Ausrüstung Auffälligkeiten gibt und haltet uns auf dem Laufenden.“

Sie waren die Felswand hinauf geklettert. Vor ihnen befand sich eine große Höhle mit einer Schlucht, über die eine Hängebrücke führte. Sam bemerkte jedoch noch einen schmalen Pfad, der auf der linken Seite der Felsen entlang ging. Sie folgten ihm. Ein Durchgang im Fels führte zu einer weiteren Höhle. Eine kleine Metalleiter führte nach oben. Jetzt befanden sie sich in der Festung. Rechts und links befanden sich Lagerräume. Ein Wachmann saß auf der linken Seite auf einer Kiste. Rechts standen mehrere Kisten mit Waffen. Sam schlich sich heran, um sie sich näher an zu sehen, während Carrie zurück blieb.  

„Ich glaube du hattest Recht, was ihre Waffen anging. Sam“ sagte Lambert. „Ja, die haben hier eine nette kleine Sendung Hightech – Equipment.“ „Du musst herausfinden, woher es stammt. Sie nach ob sich an den Kisten SSCC Strichcodes befinden und scanne sie mit deinem EEV“ befahl Lambert. Sam fand den Strichcode an der Kiste. „Dem SSCC Code zufolge handelt es sich bei der Kiste um 1 von 5. Versuche die anderen zu finden“ sagte Lambert. „Tue mein bestes“ erwiderte Sam.

Inzwischen hatte der Wachmann etwas bemerkt. Er schlich sich an Sam heran, doch bevor er ihn angreifen konnte, hatte Carrie sich den Kerl von hinten geschnappt und hielt ihm ihr Messer an den Hals. Sam warf einen Blick auf die Waffe, die der Söldner noch in seiner Hand hielt und baute sich vor ihm auf. „Nettes Teil, wo hast du´s her ?“  „Oh Gott, keine Ahnung, ich weiß es wirklich nicht.“ „Das ist aber schlecht für dich“ sagte Sam drohend. „Wenn ich es wüsste, würde ich es ihnen sagen, ich schwöre es.“ „Glaubst du ihm ?“ fragte Sam Carrie. Die schüttelte unsicher den Kopf. „Bitte töten sie mich nicht“ flehte der Mann. „Na schön. Wenn du nicht weißt, woher die Waffen kommen, dann sag mir was anderes, mit dem ich was anfangen kann.“ „Aahh…Morgenholt. Morgenholt. Sie sind sicher seinetwegen hier. Er befindet sich einen Raum weiter. Ich glaube sie foltern ihn.“ „Sie foltern ihn ? Danke für die Information“ sagte Sam und schlug den Mann nieder.

„Los schnell…“ rief er Carrie zu und sie eilten aus dem Raum und nach oben. Im ersten Stock fanden sie die zweite Waffenkiste. Sie liefen weiter rauf und hatten die halbe Treppe hinter sich gebracht, als sie schon Morgenholts entsetzliche Schreie hörten. Sam erreichte eine Tür und brach sie mit dem Messer auf. Morgenholts Schreie waren verstummt.  Sie liefen eine Rampe hinunter und um die Ecke. Sie konnten Morgenholt sehen, zwei Söldner standen neben ihm. Sam und Carrie nahmen die SC 20 und feuerten. Beide Männer wurden tödlich getroffen. Doch noch bevor sie auf dem Boden aufschlugen, war Carrie vorgestürmt, erreichte Morgenholt und tastete am Hals nach seinem Puls. Sie drehte sich zu Sam um und schüttelte den Kopf. Der kam näher und betrachtete die Szene. Wut stieg in ihm hoch. Morgenholds Arme waren mit einem Seil an ein Rohr an der Decke fest gebunden worden. Seine Beine hingen in einer alten Badewanne, die bis zu seinen Knöcheln mit Wasser gefüllt war. Neben ihm auf einem Tisch stand ein Metallbottich, daran befestigt ein Starthilfekabel und eine Autobatterie. Die beiden losen Enden des Kabels lagen auf der Erde. Morgenhold selbst war übel zusammen geschlagen worden. Sein Gesicht war total geschwollen. Brandspuren am Kopf und am Oberkörper zeugten davon, wie schlimm der Mann gequält worden war. Außerdem roch es in dem Raum stark nach verbranntem Fleisch.

„Hört sich nicht gut an Sam“ sagte Lambert. „Die Geräuschkulisse ist nicht das Problem, du solltest das hier mal riechen !“ gab Sam zurück. „Bist du sicher dass er tot ist ?“ „Toter als Elvis“ bestätigte Sam. „O.K. lasst die Leiche zurück. Wir müssen versuchen alle Informationen zu sichern, die bei den Verhören zu Tage gefördert wurden. Grim wird sich wieder bei dir melden.“ Sam trat vor und schnitt Morgenholts Fesseln durch. Dann ließ er seine Leiche sanft in die Wanne hinab. „Fisher ! Ich sagte du sollst die Leiche zurück
lassen ! Wir haben nicht die Möglichkeit, sie da heraus zu holen.“ „Nur weil er tot ist, heißt das noch lange nicht, dass ich ihn hier wie ein Stück Fleisch hängen lassen muss.“ „Verliere jetzt bloß nicht die Distanz zum Geschehen Fisher. Du musst einen klaren Kopf behalten.“ „Es wird uns ja wohl noch Zeit für ein wenig Würde bleiben.“ Ärgerlich schüttelte Sam den Kopf.  Sie verließen den Raum und folgten dem Weg nach oben.

„Sam hier Grim. Wir müssen sicher stellen, dass was auch immer Morgenholt ihnen über Masses Algorithmen verraten haben mag, diesen Ort niemals verlassen wird. Ich habe einen HF – Funk – Link entdeckt, der von einem Techniker stammt, der den Raum kurz vor eurem Eintreffen verlassen hat.“ „Ich soll also jegliche Daten sichern, die er vielleicht auf ihre Server hochgeladen haben
könnte ?“ fragte Sam. „Genau“ bestätigte Grim.

Sam brach die Tür nach draußen wieder mit seinem Messer auf. Vor ihnen lagen mehrere Zelte. Während Carrie sich nach links wandte, ging Sam geradeaus. „Wie es aussieht haben sich die Guerillas nicht auf einen längeren Aufenthalt eingerichtet. Es ist unwahrscheinlich, dass sie ein Alarmsystem installiert haben“ sagte Lambert. „Gut“ meinte Sam knapp. Carrie entdeckte eine weitere Waffenkiste und scannte sie. Dann folgte sie Sam nach. Mit der SC Pistole störte er das Licht und sie liefen durch einen Durchgang in den vorderen Teil der Festung. Hier befand sich ein weiteres Lager. Sam kam zu der vierten Waffenkiste und scannte sie ebenfalls.

Vor ihnen befanden sich zwei weitere Söldner, die sich unterhielten. „Ist das Boot gut weggekommen ?“ fragte der eine. „Si, sie sind schon eine ganze Weile unterwegs“ bestätigte der andere. „Wie viele Männer sind mitgegangen ?“ „Nun Lacerda und vier von den Jungs.“ „Mmhh, kannst du denn noch für Sicherheit sorgen, wenn dir vier Mann fehlen ?“ „An mir kommt keiner vorbei“ meinte der Söldner selbstsicher. „Jetzt wissen wir es wohl mit Sicherheit Fisher“ sagte Lambert. „Tja, scheint als wäre Lacerda schon lange weg“ bestätigte Sam. „Wir werden versuchen ihn durch Echelon aufzuspüren. Mach dir um ihn keine Gedanken. Wir halten dich auf dem Laufenden.“

Sam schoss auf einen Scheinwerfer. Die Söldner schraken auf und zündeten eine Fackel an. Langsam kamen sie herüber. Sie schlichen nach links und an den Söldnern vorbei zu einem Durchgang. Eine Treppe führte nach oben. Sie kamen durch einen Schlafraum und gingen dann über einen Holzsteg, der über den Hof führte, den sie gerade durchquert hatten. Sie erreichten einen Wachturm. Sam schaltete den Wachmann aus und sah sich um. Auf einem Tisch stand ein Laptop. „Dies ist der Server auf den der Techniker die Verhörprotokolle übertragen hat“ bestätigte Grim. „Versuche darauf zuzugreifen.“ Sam verband das Opsat mit dem Laptop und tippte auf die Tastatur. „Gute Arbeit. Das hat alles gelöscht was Morgenholt ihnen verraten haben könnte.“ „Werden sie sich nicht fragen was damit geschehen ist ?“ wunderte sich Sam.  „Es war kein Problem deinen kleinen Eingriff wie einen gewöhnlichen Speicherfehler aussehen zu lassen. Keine Sorge, wir geben dir nur die besten Werkzeuge in die Hand.“

Sie verließen den Turm und schlichen auf das Kanonendeck der Festung. Hier fanden sie die letzte Waffenkiste. „Gute Arbeit Fisher. Wenn es uns gelingt, die Informationen, die du anhand dieser Kisten gesammelt hast zu analysieren, können wir die Arbeit einer Menge Leute ein ganzes Stück sicherer machen.“ „Wie kommt es das nie jemand etwas tut um meine Arbeit sicherer zu machen ?“ fragte Sam beleidigt. „Wenn du willst, stelle ich noch ein paar Analysten ein, die dann mit dir zusammen arbeiten“ erwiderte Lambert gönnerhaft. „Wenn ich so darüber nachdenke, finde ich Gefahr gar nicht so übel“ sagte Sam ablehnend.

Vom Kanonendeck führte eine Treppe zu einer kleinen Kammer, wo ein Söldner an einem Gitter herum schweißte. Unterhalb der Treppe schlängelte sich ein schmaler Pfad hinunter zum Leuchtturm. Sam schlich sich an den Söldner heran. Der war so in seine Arbeit vertieft, dass er ihn gar nicht bemerkte. Sam schoss einen Taser auf ihn ab und schoss dann die Lampe aus. Von der Kammer führte ein Kabel direkt zum Leuchtturm. Sam und Carrie warteten, bis die Wache beim Turm hinter dem selbigen verschwand, dann rutschten sie an dem Kabel bis zum Turm.

Sie versteckten sich im dunkeln, bis der Wachhabende zurückkam. Sam schlug ihn nieder und sie gingen um den Turm herum, bis zur Eingangstür. Leise öffnete Sam die Tür. Vor ihnen saß im Halbdunkel ein Söldner an einem Funkgerät. Er sprach mit einem Mann, der sich anscheinend auf einem Schiff mit Namen Maria Narzissa befand. Ohne dass er sie bemerkte, schlichen sich die Agenten die Treppe hinauf. „Maria Narzissa…“ sagte Grim. „Ich hoffe ihr versucht nicht schon wieder ein Blind Date für mich zu arrangieren“ scherzte Sam. „Falls du es noch nicht weißt, ich bin in festen Händen“ sagte er zu Grim und zwinkerte Carrie zu. „Die Maria Narzissa ist ein hässlicher alter Kahn“ erwiderte Grim. „Das war das Mädchen bei der letzten Verabredung auch“ meinte Sam. „Fisher…“ sagte Grim warnend. „Ja, schon gut. Entschuldigung.“

„Die Maria Narzissa ist ein Frachter im Besitz von Celestina Inc., einer portugiesischen Transportfirma. Er ist auf den Philippinen registriert. Transpazifische Frachtverträge…mmhh…eine Menge Details fehlen.“ „Klingt verdächtig…“ sagte Sam. „Klingt als hättest du doch wieder ein Blind Date“ lachte Grim. „Kann`s kaum erwarten sie zu treffen.“ „Fisher, ihr habt eure Primärziele erfüllt. Sobald ihr bereit seid, können wir euch abholen. Gib dem Helikopter von der Spitze des Leuchtturms aus das Signal“ meldete Lambert. „Mach ich“ bestätigte Sam. Sie hatten die oberste Plattform erreicht. Sam betäubte die Wache mit einem Taser, dann traten sie nach draußen. Sam zog eine kleine Signalrakete aus der Tasche und schoss sie ab. Einen kurzen Augenblick leuchtete der Himmel weiß auf. Wenige Minuten später erschien der Hubschrauber. Über eine Strickleiter kletterten sie an Bord und der Pilot nahm wieder Kurs auf die Walsh.
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