Koralle

von con brio
GeschichteRomanze / P18
10.06.2009
10.06.2009
1
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Koralle

Author: ich
Idea: ich [in der Schule während Deutsch *hust*]
Disclaimer: Sämtliche Charaktere, Namen und Orte stammen aus der Feder von Kai Meyer. Ebenso der Wortlaut des ‚Prologs‘.
Music: bunt durch den Computer gewürfelt ;)
Comment: Der Oneshot spielt direkt im Anschluss an den dritten Teil der Wellenläufer-Trilogie ‚Die Wasserweber‘. Die Bücher zu kennen ist durchaus von Vorteil, wenn man wissen will, wer die Personen sind und was ihre Geschichte ist. Warnung: Lemon

Prolog

Weit entfernt, hinter Korallenwänden, Korridoren und Hallen, küssten sich Jolly und Griffin, sahen Soledad und Walker bei ihren Sticheleien zu, hörten die Schlange unter dem hohen Bogenfenster mit zischelnder Zunge ihr Gefieder putzen und schauten schließlich Buenaventure über die Schulter, wie er im Kerzenschein auf einem großen Bogen Papier seine Pläne für ein neues Schiff verfeinerte, einem Dreimaster wie die Carfax, aber schlanker und schneller, hoffte er.
Später traten sie hinaus ins Mondlicht, wanderten entlang einer Säulenarkarde des Palastes, rochen die salzige See und betrachteten die Lagerfeuer der Arbeiter unten auf den Hängen.
Und in dieser Nacht, endlich, vollendete Griffin das Korallenbild auf Jollys Rücken.

~oOo~

„Ich bin fertig.“
Der blonde Pirat richtete sich auf und auch Jolly streckte sich. Sie setzte sich hin und gab dem Jungen hinter ihr einen zärtlichen Kuss auf die Wange.
„Danke, Griffin.“
Dass sie mit entblößtem Oberkörper vor ihm saß machte ihr nichts aus. Es war ja nicht das erste Mal, dass er sie so sah.
Griffin stand auf um den Wassereimer, die Nadel, die Tinte und das inzwischen schwarze Leinentuch wegzubringen. Während er draußen war zog sich Jolly schnell ein Hemd über und wechselte die abgebrannte Kerze. Dann setzte sie sich auf ihr Lager und lehnte sich vorsichtig an die raue Wand. Sie hatte Fragen an den Piratenjungen. Endlich öffnete sich die Tür und Griffin kam herein. Er setzte sich neben sie.
„Tut dir dein Rücken nicht weh?“
„Nein. Nicht sehr. Nur wenn ich mich bewege.“
„Tapfere kleine Jolly!“
„Hör auf damit! Ich bin kein Kind mehr!“
„Entschuldige.“
Beide sahen sie in die flackernde Flamme der dicken Kerze, die Jolly ausgetauscht hatte. Schließlich fasste sie sich ein Herz.
„Griffin?“
„Hmm?“
„Jasconius... wird er dir fehlen?“
„Ja. Aber ich denke, für Ebenezer wird der Verlust um einiges schlimmer sein.“
„Wie... erzählst du mir, wie du die beiden kennengelernt hast?“
Griffin lächelte, doch seine Augen blickten weiter traurig in die Kerze.
„Du meinst ich soll dem Geisterhändler seinen Job wegnehmen und aus Jasconius eine Geschichte machen?“
Jolly lächelte ebenfalls.
„Macht das nicht schon der Mönch? Ich dachte er wolle ein Buch schreiben. Ausserdem lebt Jasconius doch sowieso schon als Legende weiter. Alle hier in Aelenium verehren ihn als den Bezwinger des Quallenjungen. Aber ich will nicht wissen, wie er als Held war. Sondern als Freund.“
„Als Freund? Ebenezer war er mehr Freund als mir. Aber mir war er freundlich gesinnt. Mochte ich ihn? Ja. Er war freundlich zu mir – falls man bei einem Tier überhaupt von Freundlichkeit reden kann. Er hat mich gerettet und uns alle beschützt.“
Und Griffin erzählte. Von seiner ersten Begegnung mit dem Wal, von seiner Angst. Von seiner Verblüffung, als er sich lebend im Bauch des Wals wiedergefunden hatte. Von seinem Kampf mit dem Klabauter, von seiner Rettung durch Ebenezer. Dem Mann im Wal. Der jetzt nur noch ein Mann, ein Mönch war. Von Ebenezers Angebot, ihm bei seiner schwimmenden Schänke zu helfen. Er erzählte ihr die ganze Geschichte. Hin und wieder traten ihm Tränen in die Augen. Irgendwann umarmte Jolly den blonden Piraten und ließ ihn nicht mehr los. Schließlich, als die Kerze schon weit heruntergebrannt war, endete Griffins Erzählung. Wieder blickten beide schweigend in das Kerzenlicht.
Schließlich, nach einer gefühlten Ewigkeit, ließ er sich in Jollys Schoß sinken. Er hob den Arm und streichelte sanft ihr Gesicht – vom Kinn zur Schläfe und wieder zurück. Er fuhr die Form ihrer Ohrmuscheln nach, strich entlang ihrer Ohrringe. Er streichelte an ihrer Nase hinab, spürte die unsichtbare Verbindung ihres eigentümlichen Nasenpiercings unter der dünnen Haut ihrer Nasenwurzel. Schließlich zog er ihr Gesicht zu seinem herunter und Küsste sie. Zuerst zaghaft, doch dann immer wilder, leidenschaftlicher.
Sie zog vorsichtig ihre Beine unter Griffins Nacken hervor, kniete sich neben ihn, um sich nicht verdrehen zu müssen. Jolly spürte, wie Griffins Hand über ihre Brust streichelte, zuerst über dem feinen Stoff ihres Hemdes, doch dann öffnete er dir Knöpfe und glitt unter ihr Hemd Schließlich streifte sie es ganz ab und öffnete nun ihrerseits Griffins Hemd, dann seinen Gürtel und schließlich die Knöpfe seiner Hose. Als sie dabei aus Versehen über die leichte Beule strich, zuckte er kaum merklich zusammen und seufzte genüsslich. Dann öffnete er seinerseits Jollys Hose und zog diese ein Stück weit nach unten.

Als Jolly den Kopf von Griffins inzwischen getrockneter Brust hob, war die Kerze um einiges kürzer geworden. Sie stützte sich auf ihren Ellenbogen und betrachtete den schlafenden Piraten. Als sie jedoch mit ihrer freien Hand zärtlich über sein friedliches Gesicht strich, erwachte er und sah sie erst verwirrt, dann liebevoll an. Dann fiel sein Blick auf die Kleider, die im Raum verstreut lagen. Und auf Jolly, die, wie sie erschaffen wurde, neben ihm lag. Mit einem genüsslichen seufzer drehte er sich so, dass sein Kopf auf ihrer Brust zu liegen kam.
„Jolly?“
„Mhm?“
Die Worte waren kaum mehr als ein leises, glückliches Flüstern.
„Ich liebe dich, meine Koralle!“
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