Das Tier in mir

GeschichteRomanze / P16 Slash
Blaise Zabini Harry Potter
06.06.2009
06.06.2009
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Guten Abend, ihr Lieben

Heute beglücke – hoffe ich – euch mit einem OneShot.
Dazu muss ich allerdings etwas sagen:

Meine süße Claudia!

Du weißt, wie unendlich dankbar ich Dir bin, für deine aufopfernde Arbeit an Ryan und Leon!

Dieser OS ist allein für dich!

Auch als Anlehnung für all die schönen Geschichten, die wir in Buchform gemeinsam genießen; ob es nun die BlackDagger sind, die Griechen oder eben die heißen Gestaltwandler. Ich Danke dir, dass du mich in die wunderbare Welt der Vampire und Panther gebracht hast!

Ich habe dich unglaublich doll lieb!


So, nun noch das zweitwichtige:

Pairing: Harry/ ???
Genre: Romantik, Slash
Rating: 16 Slash

Summary: Eine alte Legende verändert Harry Leben rapide, als es mehr als nur eine Legende zu sein scheint…


~ Das Tier in mir ~



Das erste mal gespürt habe ich es, als ich im vierten Jahr war. Es fühlte sich fremd an und mächtig. So, als wolle es alles übernehmen, was mich ausmachte.
Anfangs war ich verunsichert, natürlich. Wer kommt auf Anhieb damit klar, plötzlich etwas in sich zu spüren, was vorher nie dagewesen war.
Ich ging zu Dumbledore, erzählte ihm von meinen Empfindungen, denn wie sollte ich gegen einen Drachen kämpfen, wenn ich so abgelenkt war.
Er beruhigte mich. Erzählte mir von der alten Legende, die seit Jahrhunderten in meiner Familie immer wieder auftauchte. Mein Urgroßvater, mein Großvater und sogar mein Dad. Sie alle trugen es in sich. Das Tier.
Mein Urgroßvater war ein Adler gewesen. Groß und majestätisch, wunderschön... laut den Erzählungen.
Mein Großvater ein Bär. Gefährlich und unberechenbar. Die Bilder versetzten mir einen kleinen Schreck, doch dann kam es mir in den Sinn.
Mein Dad war nie ein Animagus gewesen. Der Hirsch... das war er gewesen. Immer schon hatte das Tier in ihm gelebt. Anmutig und prächtig, stolz – so wie alle Tiere es in meiner Familie gewesen sind.
Doch was lebte nun in mir?
Dumbledore bat mich, meine Gefühle zu beschreiben.
Ich schloss die Augen, schaute tief in mich hinein und lächelte. Er knurrte mich sanft an, schmiegte sich an meine Seele, zeigte mir seine Krallen und riss sein Maul auf. Er war wunderschön und mir fielen all die Worte ein, die ich mit meiner Familie in Verbindung gebracht hatte... schön, stolz, anmutig, prächtig.
Himmel, er war einfach gigantisch.
Ich wusste genau, was es war: ein nachtschwarzer, glänzender Panther.
Damals hatte ich darauf gewartet, dass ich mit ihm Probleme haben würde, doch das war nie der Fall gewesen. Er verhielt sich ruhig, schaffte es immer wieder, mein dezent unkontrollierbares Temperament zu zügeln. Nie versuchte er, aus mir heraus zu brechen. Lange, lange Zeit nicht... bis jetzt.

Ich bin im sechsten Jahr. Es neigt sich dem Ende zu. Überall herrscht Prüfungsstress, nur in unserem Jahrgang ist es ruhiger, da zumindest keine lebenswichtigen Prüfungen anstehen.
Es ist einer der ersten warmen Märztage.
Ich spüre, wie die milde Luft am Morgen meine Haut Streift, durch mein schwarzes Haar und ich spüre ein Kribbeln in mir. Es ist er. Er will nur genießen. Die Katze sitzt dicht an der Oberfläche, knurrt mich an. Das erste mal überhaupt knurrt er mich an.
Ich streiche mir über die Brust, weiß nicht genau, was ich tun soll. Wie bringt man sein Tier über die Grenze hinaus? Wie verwandelt man sich? Wo soll ich mich verwandeln? Würde es wehtun?
Fragen über Fragen, also gehe ich erneut zu Dumbledore. Lächelnd hört er sich alles an.
„Harry, sieh tief in dich... sprich mit ihm und entspanne dich. Das kommt von ganz allein...“
Weise Worte... und so kryptisch. Gut, er war kein Gestaltwandler, wie sich unsere Gattung nennt, aber ein paar mehr Informationen wären nicht schlecht. Wieder einer der Tage, an denen ich meinen Vater unendlich vermisse.
Sollte er nicht in diesem Moment an meiner Seite sein?
Ich sehe meinen Direktor lange an; schweigend, bis ich mich abwende und das Büro verlasse. Auf dem Weg nach draußen treffe ich Mitschüler und Freunde, und doch ignoriere ich sie. Ich habe das Gefühl, es wäre zu gefährlich, jetzt bei ihnen zu verweilen. Er wird immer stärker, immer wütender. Er brüllt und faucht. Die letzten Meter, den Hang hinunter zu Hagrid renne ich, als ich plötzlich das Gefühl habe, der Kopf fliegt mir weg. Es ist, als würde ein Lichtblitz in meinem Hirn explodieren.
Scharf bremse ich ab, drehe mich um und erschrecke, als ich meine Klamotten auf dem Weg liegen sehe – zerrissen und zerfetzt. Ich rühre mich nicht. Zu viel Angst habe ich plötzlich vor mir selbst; Sekunden... Minuten...
Dann wage ich einen Blick nach unten, sehe meine schwarzen Pfoten, die kraftvollen Beine und als ich den Kopf etwas drehe den schlanken Körper, bedeckt von schwarzem, wie Satin glänzendem Fell.
Wahnsinn... das ist absoluter Wahnsinn...
Was soll ich jetzt machen? Ich habe Hagrid nie erzählt, was da in mir schlummert. Allein Dumbledore weiß es.
Meinen Freunden habe ich nichts gesagt, aus Angst, sie würden sich von mir fernhalten.
„Dumbledore hats schon angekündigt. Hallo Harry...“
Ich drehe mich um, sehe Hagrid mit schiefgelegtem Kopf an, fragend...
Er geht schweigend voraus, also folge ich ihm zu seiner Hütte, wo mein erster Weg mich zu dem großen Spiegel führt. Ich erstarre kurz, schnurre dann aber zufrieden. Himmel, es mag eingebildet klingen, aber ich sehe verflucht gut aus.
Seit diesem Tag ist es kein Problem, mich zu verwandeln. Überall auf dem Gelände liegen Tüten mit Reserveklamotten versteckt, denn leider bin ich nicht angezogen, wenn ich mich zurück verwandle und ich kann mir besseres vorstellen, als nackt durch die Schule zu spazieren.
Am Tage kann ich den Panther in mir ruhig halten, denn er weiß, sobald die Abenddämmerung vorbei ist, beginnt seine Zeit.
Dumbledore weiß, dass ich mich auf den Schlossgründen herumtreiben, das die Katze den Auslauf braucht. Er ist jung und verspielt, kein erfahrener Panther, der besonnen mit der neuen Situation umgehen kann.
Wir lieben es, durch den verbotenen Wald zu streifen. Ich schaffe es, mich unbemerkt einer Gruppe Zentauren zu nähern. Es ist interessant, dass sie eigentlich liebevolle Wesen sind, zumindest innerhalb der Gruppe. Die Männchen gehen sehr sanft mit den Frauen und dem Nachwuchs um.
Leise entferne ich mich wieder, innerlich lächelnd.
Die Katze in mir hat mich mit aller Deutlichkeit darauf hingewiesen, dass ihm ebenfalls die nötigen Streicheleinheiten fehlen.
Was soll ich tun? Ich kann mich ja kaum mitten im Gemeinschaftsraum verwandeln und mich vor die Füße des erstbesten Mädchens werfen. Zumal er das Fell sträube, wenn sich ein Mädchen nähere, mit dem er nicht einverstanden bin.
Ich warte darauf, dass er bei irgendeiner mal in sanftes Schnurren ausbrechen werde, doch nichts passiert.
Im sechsten Jahrgang der Ravenclaws ist ein süßes Mädchen, Tamara. Dunkle Augen, ein himmlischer Schmollmund, lange, dunkle Haare. Eigentlich perfekt, doch was passiert? Er fährt die Krallen aus. Es fühlt sich an, als würde man das Fell gegen den Strich bürsten. Hölle, nicht schön.
Ich nehme also Abstand und suche weiter, suche nach dem passenden Mädchen.
Es ist jetzt Anfang Mai und der Abend ist lange angebrochen, als ich mich am Waldrand verwandle. Ich bleibe meist für eine Stunde bei Hagrid, der mich streichelt. Das mag er. Die Katze liebt Hagrid.
Als es bereits dunkel ist, ziehe ich allein über die Schlossgründe. Ich bin nicht wirklich auf der Jagd. Ich fresse nichts, was nicht vor dem Verzehr eine Pfanne oder einen Topf von innen gesehen hat, doch ich mache mir einen Spaß daraus, die schuleigenen Gnome zu jagen. Sie sind einfach dumm.
Mitten in meinen Bewegungen halte ich inne, die rechte Pfote noch in der Luft und schnuppere.
Himmel, irgendwas riecht hier verboten gut... sinnlich und betörend.
Automatisch senkt sich mein Körper flach auf den Boden, presst sich auf die feuchte Wiese, angespannt, in Lauerstellung.
Und doch sehe ich nichts.
Der Geruch verschwindet allerdings nicht, also muss ich meine Deckung aufgeben, um was auch immer, aus seinem Versteck zu locken.
Ich bleibe also stehen und warte... warte auf die Erklärung für diesen umwerfenden Duft.
Und dann sehe ich es... sie... ihn... ich weiß nicht.
Ein wunderschöner, schwarzer Panther erhebt sich aus dem Dickicht. Wäre ich ein Mensch, würde ich vermutlich die Augen und den Mund aufreißen. Doch ich bin im Moment kein Mensch. Ich stehe als Panther da, das Maul geschlossen, die Augen auf den Anderen gerichtet.
Lange Zeit bewegen wir uns nicht, bis der Panther plötzlich im Unterholz verschwindet. Das will ich nicht. Er gefällt mir... er ist atemberaubend schön. Wer ist es?
Ich trete näher, wittere den Geruch, folge ihm, doch alles, was ich finde, ist eine leere Tüte.
Mistdreck!
Ich beschließe, nach dem anderen Panther Ausschau zu halten, allein um herauszufinden, wer es ist.
Tagsüber habe ich kaum eine Chance, das Rätsel zu lösen, da keiner meiner Mitschüler als Panther im Klassenraum erscheint. Die Katze hält sich zurück, fauchte nur gelegentlich, wenn ich als Test ein Mädchen näher an mich heran lasse.
Wie, zum Teufel, solle ich heraus finden, wer die andere Katze ist?
Hagrid!
Schnell laufe ich nach dem Abendessen hinunter.
„Harry, heute mal aufrecht?“, grinst er.
Ich lache leise, denn meist sieht er nur die Katze. „Hagrid, hast du hier je einen zweiten Panther gesehen?“
„Du meinst, so, wie du?“
Ich nickte. „Jaah, ich denke schon. Ich... entweder das, oder hier läuft wirklich ein Raubtier herum. Ich habe die Katze erst einmal gesehen... aber sie war... schön...“ Verlegen sehe ich zu Boden.
„Tut mir leid, da kann ich dir nicht helfen...“
Ich nicke und verabschiede mich. Irgendwie muss doch heraus zu finden sein, wer das ist?!
Als die Abenddämmerung einsetzt, nehme ich am Rande des verbotenen Waldes platz, verspreche der Katze, dass sie später spielen könne, doch ich muss die andere Katze mit eigenen Augen sehen... sie zur Not ansprechen.
Ich warte... lange. Meine Finger spielen mit einem Grashalm, mein geschärfter Blick huscht über das Gelände.
Seit die Katze in mir stärker geworden ist, benötige ich keine Brille mehr. Ich trage sie nur als Tarnung, denn die Fragerei würde nicht aufhören.
Ich lausche auf jede Veränderung, halte meine Nase in den warmen Wind und genieße genau diesen auf meiner Haut. Innerlich lache ich, denn die Katze tigere dicht an der Oberfläche, unruhig, wie ein Kind, das weiß, gleich würde es aus dem Haus dürfen.
Dann halte ich inne, genauso, wie die Katze. Wir heben den Kopf, schnuppern, schnurren leise. Er ist da... ich kann es riechen.
So wunderschön, steht er im Gras und sieht mich einfach nur an. Ich rühre mich nicht und in diesem Moment wird mir klar, das dieser Panther kein junges Tier mehr ist. Er weiß, dass ich die andere Katze gewesen war, als wir uns das erste Mal vor einigen Tagen gesehen haben.
Weder ich noch die Katze in mir rühren sich. Für einen Moment überlege ich, ob ich Angst habe. Immerhin sitzt ein ausgewachsenes Raubtier vor mir, doch das Tier in mir knurrt leise. Es hat keine Angst.
Ich starre dem Panther in die Augen, dann huscht ein Lächeln über meine Lippen.
„Wer bist du?“, frage ich leise und doch weiß ich, dass er mich versteht. Würde er sich offenbaren?
Der Panther setzt sich auf seine Hinterläufe, legt den Kopf schief und schnurrt leise.
Nachdenklich sehe ich ihn an, dann treffe ich meine Entscheidung. Ohne Rücksicht auf meine Klamotten, verwandle ich mich, trete Schritt für Schritt näher, umrunde ihn und weiß, dass es ein Männchen ist.
Hölle, ein Männchen lässt mich so kribbelig werden?
Innerlich runzle ich die Stirn. Ist das der Grund, warum mich Mädchen nicht interessieren? Warum die Katze sich so dagegen sträubt, sie näher an sich ran zu lassen?
Jetzt ist sie jedenfalls zufrieden. Fast schon selbstsicher treibt sie mich voran, zwingt mich dazu, mich dem fremden Tier zu nähern, zu schnuppern. Und was da an Geruch in meine Nase steigt, haut mich regelrecht um.
Es ist wie ein Drang, ein natürlicher Trieb, ein angeborener Reflex. Der Panther vor mir ist älter, stärker und gerissener. Anlegen würde ich mich ganz sicher nicht mit ihm. Nein, die Katze wirft sich ihm praktisch vor die Pfoten.
Klar, für einen Moment denke ich: Potter, geht’s noch?
Aber ich habe das Gefühl, dass es so richtig ist.
Ich liege also da, den Kopf auf den Pfoten, warte... warte, was die fremde Katze tun wird.
Plötzlich spüre ich, wie eine feuchte Zunge über mein Fell leckt, über meinen Kopf, wie sich Zähne sanft in meinem Nacken verbeißen.
Laut schnurre ich auf. Verdammt, ich hatte gar nicht gewusst, dass ich als Katze so unendlich erregt sein könnte.
Unbewusst drehe ich mich auf den Rücken, präsentiere ihm meine Kehle, als wüsste ich, dass ich mich ihm so völlig ausliefere.
Er leckt über meinen Hals, meinen Bauch... dann hebe ich den Kopf.
Scheiße! Himmel, so ein Panther hat nicht wenig in der... Hose?! Peinlich...
Ich rappele mich auf, setze mich vor ihn und schaue in tiefdunkle Augen. Gott, er ist so wunderschön.
Als wäre ein Damm gebrochen, schmiegen wir uns aneinander, bleiben so die halbe Nacht liegen, kuscheln. Es ist, als ginge ein Traum in Erfüllung und es wurmt mich, dass ich nicht weiß, wer er ist.
Kurz vor der Morgendämmerung steht er plötzlich auf, sieht mich lange an und stupst mit der Schnauze gegen meine, leckt mir frech über das Gesicht. Ist das ein Kuss? Ein Abschiedskuss?
Nein! Das will ich nicht... ich will nicht, dass er geht.
Als er sich einige Schritte entfernt, springe ich auf, stelle mich ihm in den Weg und knurre leise, schüttle den Kopf.
Ich sehe deutlich das freche Grinsen in seinen Augen. Noch einmal schmiegt er sich dicht an mich, leckt sanft über meine Ohren, schnurrt verführerisch hinein, dann geht er.
Zurück bleibe ich, der noch immer nicht weiß, wer die andere Katze ist. Ich finde das unfair. Immerhin weiß der auch, wer ich bin.
Frustriert gehe ich zu einem der Klamottenverstecke, verwandle mich und ziehe mich an. Was soll ich jetzt tun? Wie soll ich herausfinden, wer die andere Katze ist?
Grübelnd sitze ich beim Frühstück, im Unterricht, beim Mittag, beim Abendessen... ich höre meinen Freunden gar nicht zu, doch als es zu dämmern beginnt, zwingt mich die Katze nach draußen. Ich habe kaum Zeit meine Klamotten abzulegen, als sie aus mir heraus bricht und suchend den Kopf hebt. Und schon spüre ich, dass ich nicht allein bin.
Der Panther lauerte im Unterholz. Hat er mir beim Entkleiden zugesehen?
So langsam werde ich wütend. Er weiß alles von mir. Weiß, wer ich bin, wie ich nackt aussehe... ganz toll!
Ich entferne mich demonstrativ, spüre aber schnell, wie er mir folgt, spüre, wie er mir spielerisch in den Schwanz beisst.
Fauchend drehe ich mich um, knurre ihn an.
Ist er erstaunt über mein Verhalten, wo ich doch am Vorabend noch so anschmiegsam gewesen war?
Schnaufend gehe ich weiter, sehe nach links, wo er neben mir läuft, den Blick nach vorn gerichtet, plötzlich die Spitze übernimmt.
Verwundert bleibe ich stehen. Soll ich ihm jetzt folgen?
Er dreht sich um, sieht mich lange an und kommt zu mir zurück, schnurrt leise und knabbert sanft an meinem rechten Ohr.
Himmel, ich mag das... die Katze mag das. Ich komme nicht dagegen an, meinen Kopf zu senken, ihm zu zeigen, dass mir das durchaus zusagt. Minutenlang stehen wir im Mondlicht, schmusen, während er immer wieder an meinem Ohr knabbert, dann geht er weiter und ich folge ihm. Wie selbstverständlich laufe ich ihm hinterher.
Auf einer Wiese bleibt er stehen und ich sehe mich um, stelle fest, dass wir auf der Spitze eines kleinen Hügels sitzen. Um uns herum nur weite Felder, keine Bäume, keine Sträucher. Doch das wichtigste... über uns nur der dunkle, sternenbehangene Himmel. Es ist atemberaubend.
Ich senke den Kopf, sehe meinem Panther in die Augen, schnurre zärtlich. Irgendwie kommt es mir seltsam vor. Ohne ein Wort zu wechseln, verstehen wir uns auf Anhieb. Worte scheinen absolut unnötig zu sein.
Wir liegen im warmen Gras, dicht aneinander geschmiegt, mein Kopf an seinem Hals und immer wenn seine Zunge liebevoll über mein Fell leckt, kommt ein zustimmendes Schnurren aus meiner Kehle.
Beim Frühstück sitze ich erneut allein, lasse meinen Blick über meine Mitschüler schweifen. Einer von ihnen ist mein Panther. Einer von ihnen hat mich so durcheinander gebracht, dass ich an nichts anderes mehr denken kann.
Ich spüre, ich bin drauf und dran, mich in einen Unbekannten zu verlieben.
Eine Woche lang treffen wir uns jeden Abend, kuscheln, schmusen, genießen, doch in mir regt sich der Unmut, dass er genau weiß, wer ich bin, doch ich noch immer keine Ahnung habe.
Es ist Samstagabend, als ich beschließe, mich heute nicht von ihm einwickeln zu lassen, heute würde er die Katze nicht bekommen, sondern mich... Harry Potter!
Ich verlasse das Schloss zur Abenddämmerung, überquere die Ländereien und finde mich auf unserer Wiese ein.
Mein Blick schweift umher, doch noch bin ich allein. Allein – das ist relativ zu sehen, denn die Katze ist wütend. Sie will hinaus. Ihr ist es im Grunde egal, wer der andere Panther ist. Sie will Kuscheln. Doch dieses mal nicht. Ich halte sie zurück, mühsam, doch erfolgreich.
Ich muss nicht lange warten, als es hinter mir plötzlich tief knurrt. Lächelnd schüttle ich den Kopf, drehe mich nicht um. Ich weiß, dass es ihm nicht passt, mich in Menschengestalt zu sehen.
„Knurr mich nicht an!“, sage ich.
Langsam trete die Katze an mir vorbei, setzt sich auf die Hinterläufe und fixiert mich mit stechendem Blick.
Für einige Minuten sehen wir uns nur in die Augen, dann faucht sie.
„Mir ist schon klar, dass dir das nicht passt, aber ich sehe nicht ein, hier als Unwissender zu hocken, während du genau weißt, wer ich bin. Ich... Zeig dich mir... bitte...“ Ich bettele, flehe, das ist mir bewusst, doch ich sehe keine andere Möglichkeit.
Die Katze bewegt sich kaum, blinzelt nicht, dann knurrt sie... tief, grollend.
Ich lasse mich nicht erweichen, auch wenn ich das Gefühl habe, dass sich die Katze in mir einen Weg in die Freiheit graben will. Ihre Krallen tun mir weh, sie bohren sich tief in meine Seele und es fällt mir schwer, standhaft zu bleiben.
Plötzlich steht der Panther auf, sieht mich an und geht davon. Langsam und doch zielstrebig.
Mist, habe ich es mir jetzt versaut?
Minutenlang sitze ich da, spüre, wie sich Tränen in meinen Augen bilden. Die Katze tobt und faucht, brüllt mich an. Ich kann ihren Schmerz und ihre Wut spüren.
Die Beine angezogen, schlinge ich meine Arme darum, lege meine Stirn auf die Knie und weine leise.
Will der andere nur als Katze mit mir zusammen sein? Bin ich als Mensch so abstoßend?
Plötzlich spüre ich warmen Atem in meinem Nacken, eine feuchte Zunge, die über meinen Hals leckt, starke Arme, die sich um meinen Körper schlingen. Instinktiv will ich mich umdrehen, als ich eine leise Stimme vernehme.
„Warte...“, flüstert er, „vertrau mir, Harry. Ich werde dir nichts tun, okay?“
Ich nicke mechanisch, versteife mich, als er mir sanft in den Hals beißt.
„Ich möchte, dass du genießt... dass du mich genießt, bevor du weißt, wer ich bin...“ Er flüstert nur, was es mir unmöglich macht, diese Stimme zuzuordnen.
„Vertraust du mir?“
„Jaah...“, wispere ich zurück, dann wird alles schwarz um mich herum. Er hat irgendwas getan, was mich praktisch blind werden lässt. Okay, das ist nicht gut. Die Katze wird immer zorniger.
„Ich kann sie spüren. Sie ist süß, wenn sie wütend ist...“ Nur geflüsterte Worte, doch mir bescheren sie eine heftige Gänsehaut.
Die Katze hält kurz inne. Süß? Ein Wort, was ihr nicht zu gefallen scheint.
„Sie knurrt, nicht wahr? Ihr passt es nicht, eingesperrt zu sein...“
„Ihr passt es nicht, dass du sie als süß bezeichnet hast...“, gebe ich leise zurück.
Ich höre ihn leise lachen. „Was würde sie denn lieber hören? Wie anmutig sie ist? Wie wahnsinnig schön und atemberaubend...“
Das lässt sie schnurren. „Jaah, das gefällt ihr gut...“
„Ich weiß... sie ist ein Genießer... bist du es auch, Harry?“
Ich lächle. Genießer... ich weiß es nicht. Ich zucke mit den Schultern, als er mich plötzlich ins Gras drückt.
„Lass es mich heraus finden...“
Dann blendet sich wie selbstverständlich alles aus – Mein Verstand, meine Gedanken, mein ganzes Dasein, als ich plötzlich weiche Lippen auf meinen spüre.
Laut atme ich auf, lass mich fallen. Das ist einfach Wahnsinn.
Ich halte mich nicht zurück, schlinge meine Arme um den warmen Körper, zucke aber leicht zusammen.
Die Katze schnurrt laut auf.
Pure, nackte Haut ertasten meine Finger, als sie über seinen Rücken streicheln. Die linke Hand nach oben in das dichte Haar, die rechte Hand nach unten, wo sie den Hosenbund einer Jeans fühlen.
Was genau will ich? Was erwarte ich?
Diese zwei Fragen schwirren durch meinen Kopf, bis er mich wieder küsst. Jetzt ist alles weg, alles egal. Ich ziehe ihn zu mir hinunter, neige den Kopf und tauche mit meiner Zunge in seine Mundhöhle ein, die sich so wahnsinnig heiß anfühlt, so fordernd und verlangend.
Minuten verstreichen, Stunden... Tage... ich weiß es nicht. Wir küssen uns einfach nur, dann drückt er meine Hände ins Gras.
„Genieße, mein Panther...“, haucht er mir ins Ohr und beißt sanft hinein.
Was dann auf mich zukommt, wäre mir niemals in den Sinn gekommen.
Er küsst mich an Stellen, die so intim sind, dass es mir die Schamesröte ins Gesicht treibt, verwandelt meinen Körper, meine Seele... meine Katze in eine butterweiche Masse, die nur noch fühlen kann... genießen und stöhnen.
Es ist ein unglaubliches Gefühl, zu spüren, wie es in mir brodelt und kocht, bis ich praktisch explodiere.
Der Orgasmus jagt durch meinen Körper, nimmt mich mit auf eine Reise, die meine Sinne durcheinander wirbelt. Das will ich immer spüren, niemals will ich das Gefühl verlieren... ihn verlieren...
„Ich liebe dich...“, flüstere ich in die Nacht hinaus und in mir schnurrte es zustimmend.
„Ich weiß nicht, ob du noch genauso denkst, wenn du weißt, wer ich bin...“, flüstert er an mein Ohr.
Jetzt lächle ich. „Ich weiß, wer du bist...“
Einen Moment ist es still, dann Unglaube. „Was?“
„Du hast dich verraten, Blaise Zabini... mich kannst du vielleicht hinhalten, aber die Katze nicht. Es ist dein Geruch... sie hat dich erkannt...“ Verlegen lächle ich und beiße mir auf die Unterlippe.
Plötzlich taucht über mir der Sternenhimmel auf. So abrupt, dass ich zusammen zucke.
Langsam drehe ich den Kopf, schaue in die dunkelbraunen Augen des Slytherin neben mir.
„Geschockt?“, fragte Blaise leise.
„Nein... verliebt...“, gebe ich zurück.
Blaise lächelt, küsst sanft meine Lippen. „Verliebt... jaah... das bin ich auch... verliebt in dich, Harry...“
Ich wühle meine Hand in sein kurzes Haar.
„Ich weiß es auch deshalb, weil die Katze allein bei dir geschnurrt hat... aber ich war zu dumm, um zu erkennen, dass du es bist... dass ein Slytherin sich freiwillig einem Gryffindor... mir nähern würde.“
„Nicht dumm, Harry... nur vorsichtig.“ Er sieht mir tief in die Augen, dann versinken wir in einem heftigen Kuss, aus dem er sich grinsend löst.
„Du solltest ihn raus lassen, sonst beißt er dich noch.“
Einen Moment sehe ich ihn an, richte mich auf und schnappe spielerisch mit meinen Zähnen nach seiner Nase, bevor ich mich verwandle.
„Wunderschön... du bist so unglaublich schön...“, flüstert er leise, streichelt meinen Kopf, kuschelt sich kurz an mich, als ich plötzlich sein Fell spüre...
Über uns nur die Sterne, die allein für uns funkeln... zwei verliebte Panther... zwei Jungen, denen die Grenzen egal sind...
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