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About Cain ~After mothers death~

von Kytana
GeschichteHumor / P12
05.06.2009
20.06.2009
2
1.618
 
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05.06.2009 1.067
 
Wenn ich heute so darüber nachdenke, was damals passiert ist, wer ich und besonders wie ich war, frage ich mich, wieso ich überhaupt noch hier bin. Vielleicht lebe ich auch gar nicht mehr. Keine Ahnung. Interessiert mich auch nicht sonderlich.
Ihr fragt euch bestimmt, was das ganze soll, hm? Fragt nicht. Wäret ihr nicht von Natur aus so neugierig, würdet ihr wohl kaum hier sein, nicht wahr? Wie schnell das geändert werden könnte...
Doch diese Zeit ist vorbei. Eigentlich schade, nicht wahr, Bruderherz...? Ach stimmt. Da war ja was: Im Gegensatz zu mir bist du tot. Kleiner Idiot, musstest ja unbedingt den ach so tollen Held spielen, und was hast du davon? Nichts. Nichts und wieder nichts. Das schwarze Schaf unserer Familie. Ts..
Und nun... Wenn ich mir die Welt so ansehe... Ich habe gelernt zu >leben<. Diese niederen Wesen, so dumm und widerwärtig sie auch sein mögen, sie sind ganz in Ordnung. Wenn man erst einmal beginnt zu verstehen ist es ganz einfach. Vielleicht verstehe ich jetzt auch ansatzweise, warum dieser Kampf gegen meinen Bruder sein musste.
All diese Gefühle in verschiedenen Variationen...
Ich sag’s euch... war nicht leicht zu verstehen, geschweige denn zu lernen. Hass ist einfach... aber so etwas wie Freude, Trauer, Liebe – einfach kompliziert. Wie lange ich das ganze beobachtet habe, fragt mich nicht. Ich weiß noch immer nicht, ob ich es verstanden habe.
Aber ab und an ertappe ich mich dabei, wie ein Lächeln über meine Lippen huscht und erschrecke bei meiner Vorstellung wie ich wohl >lächelnd< aussehen muss. Trauer ist noch komplizierter... ich weiß nicht, wie oft ich mich in einen Kinofilm geschmuggelt habe und ständig irgendwelche Mädchen aufgeschrien oder geheult haben – je nach Film – Ich verstehe es zum Teil immer noch nicht, aber wenigstens lache ich  bei >traurigen< Filmen nicht mehr LAUT los. Ich sag’s euch, mit Popcorn beworfen zu werden UND aus dem Kino geschmissen zu werden ist ein seltsames Gefühl. Scham, oder so? Ich hätte ja auch einfach die Leute niedermetzeln können, aber zu dieser Zeit hatte ich schon lange Entschieden >unterzutauchen< Ts... Könnten die anderen mich hören würden die... Lassen wir das, ich denke das kann sich jeder wohl vorstellen, oder? Ich meine, ihr kennt die Geschichte bestimmt, sonst würdet ihr euch den Scheiß hier nicht antun. Obwohl.. Die >menschliche Natur< ...
Gut, dann wäre ich jetzt Geschnetzeltes. Wie dem auch sei...
Diese ganzen Gefühle können einen ganz schön verwirren. Hass ist mir ehrlich gesagt immer noch am liebsten, weil es das einfachste ist. Aber... Da wäre ja auch noch >Liebe<. Dieses kleine Wort hat mir ganz schön Kopfschmerzen verpasst, ehrlich. Aber wohl das wichtigste, wenn man Menschen verstehen möchte.
Was ich jetzt mittlerweile recht gut kann – will ich nur mal anmerken.
Ich habe so viel beobachtet, man würde mich wohl als Spanner bezeichnen. Seit damals habe ich so viel dazugelernt.
Nun ja, hört sich an, als wäre ich jetzt schon ewig lang unter den Menschen – aber so lange ist das ganze noch gar nicht her. Und ich spüre auch, dass etwas neues im Anmarsch ist, etwas größeres, doch vielleicht täusche ich mich auch.
Wisst ihr eigentlich wie gut Pepperoni Pizza schmeckt? Dafür würde ich fast alles tun. Das war natürlich nicht ernst gemeint. Mittlerweile wohne ich in der Stadt in einer kleinen Wohnung – natürlich allein. Ist viel besser so, sonst würde es nur Streit geben, was zu Zerstörung führen würde.
Natürlich nehme ich noch die Drogen, was glaubt ihr denn?! Ich bin doch nicht lebensmüde. Das war ernst gemeint. Wieso muss ich eigentlich ständig noch anhängen, was ernst und was nicht ernst gemeint war? Ihr glaubt gar nicht wie man mich manchmal ansieht... Man könnte ja auch meinen, dass Menschen irgendwann lernen zu verstehen, was ernst gemeint war und was nicht. Würde ich offen sagen, wer bzw. was ich bin, würden sie wahrscheinlich noch lachen – jedenfalls die meisten. Menschen bereiten Kopfschmerzen. Früher hatte  ich aus ganz anderen Gründen Schädelweh.
Kaum zu glauben, was sich alles ändert. Hätte mir damals jemand verklickern wollen, dass ich einmal so sein würde wie jetzt, hätte ich ohne auch nur mit der Wimper zu zucken Hackfleisch aus ihm gemacht. Natürlich habe ich oft noch Lust zu zerstören, aber das habe ich einigermaßen unter Kontrolle gebracht. Durchaus fliegt schon mal der ein oder andere Gegenstand in die Luft, aber ich denke, dass ist durchaus zu verantworten.
Ich trage einen verfluchten Namen. Der Name des ersten Mörders in der Geschichte der Menschheit. Zumindest sagt das eine Religion. Eine Lüge, eine Sage. Aber Mutter hat sich schon ihren Teil dabei gedacht. Ich bin verflucht. Verflucht dazu, weiter zu existieren. Existieren unter der Menschheit. Den >niederen Geschöpfen<, den >Unvollkommenen<. Natürlich ist es langsam kein Fluch mehr. Man lernt eben dazu.
Kaum zu glauben wie verweichlicht ich geworden bin. Ausgerechnet ICH, Cain. Der ohne Gewissen. Der, der am rücksichtslosesten war. Derjenige, der jeden Befehl ausgeführt hat ohne zu widersprechen, ohne zu zögern. Wieso ausgerechnet ich? Wie oft habe ich mir am Anfang diese Frage gestellt. Ich habe bis heute keine Antwort. Vielleicht eine Art Strafe. Ziemlich harte Sache.
Mit der Zeit habe ich durchaus >schöne< Dinge kennengelernt, die mir das ganze wirklich einfach machten und zum Teil immer noch machen.
Ich bin manchmal immer noch verwundert, wenn ich an die ersten Drogendealer zurückdenke. Sie sahen mich an und wussten sofort, dass ich >Stoff< brauche. Anfangs  nannten sie mich nur >Guter Kunde< mittlerweile nennen sie mich ihr >Drogenkind<. Kaum zu glauben, aber wahr. Sie fragen nicht, wozu ich das ganze Zeug brauche und ich frage nicht, woher sie es bekommen. Obwohl ich das ja ganz leicht in Erfahrung bringen könnte. Jedoch können sie das Geld gut gebrauchen, das ich ihnen hinterlasse. Jetzt wollt ihr bestimmt wissen, woher ich das ganze Geld dafür habe, nicht wahr? Aber das bleibt meine Sache. Man muss ja nicht alles verraten, hab ich nicht recht? Jetzt tut nicht so, als hättet ihr alle nicht auch so eure kleinen Geheimnisse. Aber eure kann ich in sekundenschnelle in Erfahrung bringen, das ist der kleine Unterschied zwischen uns.
Ein kleines Hobby, ihr wisst schon.
Wollt ihr wissen, was ich so den ganzen Tag treibe? Findet es doch heraus, wenn ihr in der Lage dazu seid.
Wie dem auch sei, es wird Zeit. Ich muss nun los.
 
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